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Jes Kap 11

Jesaja Kap. 11


Ein junger Trieb sprießt aus seinen Wurzeln hervor. Jes 11:1

Radikal kommt vom lateinischen radix und bedeutet Wurzel. Advent ist eine Zeit, um radikal zu werden, d.h. zu erkennen, wo unsere Wurzel ist, zu entdecken: Ich habe mich nicht selbst gepflanzt! Ich weiß, wo ich herkomme. Ich habe in diesem aus der Wurzel Jesse gewachsenen Baum Christus eine Heimat, die auch mich wie einen lebendigen Baum dem Himmel entgegenwachsen lässt im Tun seines Willens. Gemäß seinem Willen zu leben ist der Weg, um unsere eigentliche Identität, die Wahrheit unseres Seins zu finden, während das Sich-Trennen von Gott, von der Wurzel, uns von uns selbst entfernt und uns in die Leere stürzt. Interessant: Nazareth heißt zu deutsch so viel wie Sprossdorf.


Was von Davids Königshaus noch übrig bleibt, gleicht einem abgehauenen Baumstumpf. Doch er wird zu neuem Leben erwachen: Ein junger Trieb sprießt aus seinen Wurzeln hervor. Jes 11:1

Diese prophetische Vision von Baumstumpf und Zweig weist auf Jesus hin. Der junge Trieb ist das Jesuskind, dessen Geburt wir an Weihnachten feiern. Friedenskönig wird er genannt. Es ist doch bezeichnend, dass die fast alle Auferstehungsberichte mit dem Friedensgruß unseres Herrn beginnen. Er hat den Frieden mit Gott gebracht. Doch dabei bleibt es nicht. Er sendet. Er weist uns den Weg in seiner Nachfolge. Darum: Lasst uns mit ganzem Herzen betrachten, woher wir kommen und wohin wir wollen und dann, was wir tun und vorhaben, damit wir nicht das ewige und höchste Gut verlieren. 


Dann werden Wolf und Lamm friedlich beieinander wohnen. Jes11:6

Abstrakte Worte erreichen häufig nur den Verstand. In Worte gefasste Bilder dagegen haben das Potential, den “ganzen” Menschen zu erreichen und bergen in sich den Schatz, die Perle, lebensverändernd zu wirken. In der heutigen Jesaja-Lesung ist eben so ein Bild. Ich habe dieses Bild erlebt:  Wenn wir uns zu Jesus hinwenden, den Weg zu uns für ihn frei machen, Hindernisse wegräumen, dann macht uns Jesus heil, ganz, er versöhnt die in uns widerstreitenden Kräfte, was zu dem Frieden führt, den er uns allen verheißen hat, dann wohnen Wolf und Lamm in mir friedlich beianander. Der Friede des Herrn sei mit euch.


Mitten unter den Völkern richtet er ein Zeichen auf, das ihnen den Weg weist.  Jes 11:12

Kapitel 12 ist einer der schönsten Texte im ganzen Buch Jesaja. Alles ist erfüllt von Dank, Lob und Vertrauen für den unter uns wohnenden Gott:

Dich will ich loben, o Herr ! Du warst zornig auf mich, doch dein Zorn hat sich gelegt, und du hast mich wieder getröstet. Ja, so ist mein Gott: Er ist meine Rettung, ich vertraue ihm und habe keine Angst. Der Herr allein gibt mir Kraft. Denke ich an ihn, dann beginne ich zu singen, denn er hat mich gerettet. Seine Hilfe gleicht einer sprudelnden Quelle. Voller Freude werdet ihr Wasser daraus schöpfen. An jenem Tag werdet ihr sagen: Lobt den Herrn und preist seinen herrlichen Namen! Erzählt den Völkern, was er getan hat! Ruft in die Welt hinaus, wie groß und erhaben er ist! Singt zur Ehre des Herrn, denn er hat wunderbare Taten vollbracht. Auf der ganzen Erde soll man es hören! Ihr Einwohner von Zion, jubelt und singt, denn groß ist der heilige Gott Israels, der mitten unter euch wohnt.