Anmeldung ->

Koh Kap 02

Impulse, Auslegungen, Kommentare und Bibelzitate zum Buch Kohelet Kap. 2


Nichtigkeit der irdischen Freuden

Ich dachte mir: Auf, versuch es mit der Freude, genieß das Glück! Das Ergebnis: Auch das ist Windhauch. Pred 2,1

Kohelet versucht sein Glück zunächst in irdischen Freuden zu finden (Reichtum, viele Frauen etc.). Er gönnt sich alles, was sein Auge begehrt und erfüllt sich jeden Herzenswunsch. Die Stelle wirkt wie eine Einladung, den Lebensgenuss maßlos zu genießen. Aber er ist auf eine Illusion rein gefallen, dass Glück machbar sei. Eine Grenze seines Glücksuchens wird sichtbar: Es ist rein individualistisch und selbstbezogen und maßlos. So kommt er wieder zum Ergebnis: “Das ist alles Windhauch.” (Pred 2,11). Maßlosigkeit ist in allen Bereichen deines Lebens schädlich. Hüte dich davor. Das wirklich einzigste, was nie maßlos sein wird, ist die Liebe. Du kannst nie genug lieben!

Alles Übermaß ist von den Dämonen. Abbas Poimen





Nichtigkeit menschlicher Weisheit

Beide trifft ein und dasselbe Geschick. Pred 2,14

Kohelet versucht nun sein Glück im Erlangen von Weisheit zu suchen. Aber er erkennt: auch der Gebildete wird all sein Wissen mit ins Grab nehmen. Im Tod sind alle gleich. Kohelet erinnert illusionslos und nüchtern an die Vergänglichkeit des Lebens, an die Vorläufigkeit von allem, was Menschen machen und planen. Angesichts des Todes sind Lebensziele wie Besitz, Reichtum, Karriere und Wissenserwerb eine Illusion, erweisen sich solche Zielsetzungen als kurzschlüssig, wenn man sie der sicheren Tatsache des Sterbens konfrontiert. Könnte dieses nüchterne Wissen um den Tod nicht vieles relativieren und auf wohltuende Weise zurechtrücken? Der Tod trifft alle und relativiert vieles. Die voran gegangenen Erkenntnisse belasten Kohelet:

Da hasste ich das Leben. Pred 2:17





Nichtigkeit der menschlichen Arbeit

Alle Tage besteht sein Geschäft nur aus Sorge und Ärger und selbst in der Nacht kommt sein Geist nicht zur Ruhe. Auch das ist Windhauch. Pred 2,23

Wir müssen arbeiten, um unseren Unterhalt zu verdienen. Arbeiten und schuften wir allerdings nur unter diesem Aspekt besteht die Gefahr, dass wir darin Schafen erleiden. Solche Arbeit ist nichtig. Unsere Arbeit kann und sollte durchaus spirituelle Aspekte beinhalten. Indem ich mich der Arbeit hingebe, gebe ich mich Gott hin, der mich ruft, mein Ego loszulassen und mich einzulassen auf ihn selbst und auf die Menschen und auf das, was das Leben von mir fordert: Und das ist eben die Arbeit.

O Tage der Arbeit und des Einerleis, ihr seid gar nicht so eintönig für mich, denn jeder Augenblick verschafft mir neue Gnaden und neue Möglichkeiten, Gutes zu tun. Faustina


Das Leben genießen

Das Beste, was ein Mensch da tun kann, ist: essen und trinken und die Früchte seiner Arbeit genießen. Doch ich weiß: Das kann nur Gott ihm schenken! Pred 2:24

Kohelet ermutigt uns, zu genießen, was wir gerade tun und uns am Leben zu freuen, weil es aus Gottes Hand kommt. Ohne ihn ist die Suche nach Zufriedenheit sinnlos. Diejenigen, die wirklich wissen, was es heißt, das Leben zu genießen, sind Menschen, die das Leben täglich neu als Geschenk Gottes entgegen nehmen, ihm dafür danken und ihm darin dienen. Gott möchte, dass wir uns über das Leben freuen und es genießen. Ich will mich öffnen für die Freude, empfangsbereit machen und gerade inmitten meiner Angst und Unruhe der Freude einen Landeplatz vorbereiten.

Selbst nach dem Glück zu greifen ist so vergeblich, als würde man versuchen, den Wind einzufangen! Pred 2:26