Anmeldung ->

Hiob Kap 40-42

Impulse, Auslegungen, Kommentare und Bibelzitate aus dem Buch Hiob Kap. 40-42


Herr, ich bin zu gering, ich kann dir nichts erwidern. Darum lege ich jetzt die Hand auf den Mund. Hiob 40:4

Die ganze Zeit hat Hiob sich danach gesehnt, Gott seine Unschuld beteuern zu können. Hiob verstummt nun. Er weiß, dass er Gott nichts entgegenhalten kann, obwohl er vorher so vieles vorzubringen hatte.
Gott hat ihm gezeigt, dass er, der kleine Mensch, weder die Fähigkeit noch das Recht hat, den Schöpfer des Alls zur Rechenschaft zu ziehen. Er erkennt seine Winzigkeit vor der unvorstellbaren Gerechtigkeit Gottes. So eine Demut würde auch uns helfen, vor allem dann, wenn wir Menschen uns wieder einmal zum Richter über das Handeln Gottes aufschwingen wollen. Wie ist das mit uns: Kritisieren wir Gott auch manchmal? Wenn wir das nächste Mal versucht sind, mit Gott zu hadern, sollten wir einmal daran denken, wie sehr er uns liebt.


Wer hat mir jemals etwas gegeben, das er nun von mir zurückfordern könnte? Hiob 41:3

Buße forderten Hiobs Freunde von ihn. Er tut sie, aber auf ganz andere Art und Weise. Buße nicht wegen seiner Sünden, sondern weil er es gewagt hat, seine Allmacht und Gerechtigkeit in Zweifel zu ziehen. Er erkennt Gottes Allmacht und vollkommene Gerechtigkeit damit an und erkennt seine eigene Begrenztheit im Verstehen. Wir sollten uns immer über diese unsere Grenze im Verstehen im Klaren sein, übersteigt doch Gott und seine Liebe zu uns alles Denken und Verstehen.

Ich habe von Dingen geredet, die ich nicht begreife, sie sind zu hoch für mich und übersteigen meinen Verstand. Hiob 42:3


Ich hatte von dir nur vom Hörensagen vernommen. Aber nun hat mein Auge dich gesehen. Hiob 42,5

Hiobs schwerer Weg endet nicht in der Verzweiflung. Gerade in der Tiefe, in der Abwesenheit von Glück und gutem Leben, erfährt Hiob die Nähe Gottes. Vom Hörensagen-Glauben kommt Hiob zu einer existenziellen Erfahrung, die sich nicht automatisch eingestellt hat. Hiob hat einen Klärungsprozess durchlitten.

Glaube ist die Fähigkeit, hinter allem Gott zu sehen. Oswald Chambers


Darum widerrufe ich meine Worte, ich bereue in Staub und Asche! Hiob 42:6

Wenn wir gefehlt haben und Reue zeigen, vergibt uns Gott. Daran dürfen wir nie zweifeln. Es würde bedeuten, der Barmherzigkeit Gottes eine Grenze zu setzen. Sie hat aber keine, denn sie ist grenzenlos. Die Barmherzigkeit Gottes ist wie der Himmel, der stets über uns fest bleibt. Unter diesem Dach sind wir sicher, wo auch immer wir sind.

Erkennen. Benennen. Bereuen. Umkehren. Heimkommen. Dario Pizzano


Hiob soll für euch beten. Hiob 42:8

Hiob betet für seine Freunde, obwohl diese ihm mit ihren Anschuldigungen ordentlich zugesetzt haben. Lasst uns immer und gerade auch für Menschen beten, die uns verletzt haben. Hiob ist hier ein Vorausbild für Christus. Christus hat im Sterben für seine Peiniger gebeten. Er bringt uns fürbittend alle vor den Vater. Fürbitten wir für Menschen, die uns verletzt haben, folgen wir dem Weg Christus. Dort, wo wir sind, Christus zu sein: Das könnte für uns eine Zielformulierung sein. Ich brauche dir aber sicher nicht zu sagen, dass wir weit davon entfernt sind. Es gibt kein Rezept dafür, wie man ein liebender Mensch wird. Man muss bis zum Herzen Jesu vordringen, um das Mittel dafür zu finden. Alles Übrige reicht nicht über Kniffe hinaus.


Da wendete der Herr für ihn alles zum Guten. Hiob 42:10

Das Warum bleibt letztlich unbeantwortet. Wir dürfen Gott alles sagen, ohne uns dafür entschuldigen zu müssen. Doch wir sollen Gott Gott sein lassen und aufhören, die Ursache des Leids zu ergründen. Gott wendet am Ende das Schicksal Hiob.So ist das Buch Hiob ein Hoffnungsbuch für alle, die an ihrem Leiden zu zerbrechen drohen. Das Buch Ijob erlaubt uns, zu klagen und zu schreien und zu rebellieren. Durch die Aggressionen hindurch aber sollen wir uns von Gott in das Geheimnis seiner unbegreiflichen Liebe führen lassen, vor dem wir uns nur anbetend und stumm verneigen können. In der Unbegreiflichkeit der Liebe Gottes wird die Unbegreiflichkeit des Leids aufgehoben und verwandelt.

Schließlich starb er in hohem Alter nach einem reichen und erfüllten Leben. Hiob 42:17