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Hiob Kap 27-39

Impulse, Auslegungen, Kommentare und Bibelzitate aus dem Buch Hiob Kap. 27-39


Jeder, der mich hörte, wusste nur Gutes von mir zu sagen, und wer mich sah, der lobte mich. Hiob 29:11

Hiob zählt seine guten Taten auf. Damit will er sich gegen die Anschuldigungen der Freunde wehren. Sicher: Es ist nicht falsch, zu erzählen, was wir alles getan haben, aber viel besser ist es, Gottes Segnungen aufzuzählen. Dennoch können wir die Aufzählung Hiobs als Anregung für uns zu guten Taten lesen. Ja: Lieben heißt sich jede Sorge, jeden Kummer, jeden Schmerz der anderen zu Herzen gehen lassen. Hier in Kürze nur ein Auszug:

Ich rettete den Armen, der um Hilfe schrie. Hiob 29:12

Dem Sterbenden stand ich bei. Hiob 29:13
Meine Augen sahen für den Blinden. Hiob 29:15

Meine Füße gingen für den Gelähmten. Hiob 29:15

Den Mutlosen lächelte ich aufmunternd zu. Hiob 29:24


Ich schreie um Hilfe, o Gott, aber du antwortest nicht. Ich erhoffte das Licht, doch es kam die Dunkelheit. Ich finde keine Ruhe. Hiob 30:20;26-27

Wenn Gott immer alle unsere Fragen beantworten würde, könnte unser Glaube nicht geprüft werden. Hiobs größtes Problem war ja nicht das Leiden an sich, sondern dass er dessen Grund nicht kannte. Dies kann auch unsere große Lebensprüfung sein: dass wir lernen müssen, auf Gott zu vertrauen, obwohl wir das, was in unserem Leben gerade geschieht, nicht verstehen. Wir müssen lernen, darauf zu vertrauen, dass Gott und nicht das Leben gut zu uns ist. Er wacht über uns, immer und überall

Er wacht über Völker und Menschen. Hiob 34:29


Ich spreche mit aufrichtigem Herzen, klar und wahr, und sage nur das, was ich weiß. Hiob 33:3

Die Lüge verunreinigt die Seele. Die Wahrheit dagegen macht sie rein. Das beginnt mit den kleinen Wahrheiten des Alltags, die oft mühsam und schmerzlich sein können. Das endet mit dem uneingeschränkten Gehorsam gegenüber der Wahrheit selbst, die Christus ist. Auf seinen Spuren und mit ihm vereint müssen wir alle uns bemühen, der Lüge mit der Wahrheit zu begegnen. Stellen wir uns im Großen und Kleinen der Lüge entgegen.

Es ist der Geist im Menschen, des Allmächtigen Hauch, der ihn verständig macht. Hiob 32,8


Schau, ich bin wie du vor Gott, auch ich bin nur aus Lehm geformt. Hiob 33:6

Vor Gott sind wir als Sünder alle gleich. Niemand kann vor Gott punkten oder sich einen Bonus verschaffen, indem er besonders fromm ist und gute Werke vollbringt. Wenn wir ganz tief gehen, dann sehen wir, dass der andere so ist wie ich selbst. Und nur so ist es möglich, den Nächsten zu lieben wie sich selbst. Gestatte dir daher nicht, über jemanden schlecht zu denken, auch wenn die Worte oder Taten des Betreffenden Anlass geben, vernünftigerweise so zu urteilen.


Gott spricht immer wieder, auf die eine oder andere Weise, nur wir Menschen hören nicht darauf! Hiob 33:14

Gott redet durch Träume. Gott redet durch Eingebungen des Geistes. Gott redet durch andere Menschen. Gott weist einen Menschen auch durch Schmerzen zurecht, immer aber nur soweit, wie wir es tragen können. Leid ist keine Strafe Gottes, sondern möchte zum Heil führen. So oder so: Gott redet! An uns liegt es, ihn auch zu hören. Unsere Zeit gewährt uns ganz bestimmte, von Gott gegebene Atemzüge. An uns ist es, sie zu entdecken und davon Gebrauch zu machen.

Das alles tut Gott mehr als nur einmal im Leben eines Menschen, um ihn vor dem Tod zu bewahren und ihm das Licht des Lebens zu erhalten. Hiob 33:29-30


Sei auf der Hut und wende dich nicht dem Bösen zu! Denn davor wollte dich Gott durch das Leid ja gerade bewahren. Hiob 36:21

Es ist eine tiefe Wahrheit, dass das menschliche Leid nicht der Freude und dem Frieden, wonach wir uns sehnen, im Wege stehen muss, sondern dass es gerade der Weg dazu werden kann. Das Leid kann eine Umwandlung bewirken. Eine Umwandlung unseres rebellischen Herzens in ein Herz, das Gott ganz kindlich ergeben ist. Friedrich von Bodelschwingh drückt dies so aus: Lasst euer Leid zur Welle werden, die euch an das Ufer der ewigen Heimat trägt.

Halte dir Gottes große Kraft vor Augen! Er ist der beste Lehrer, den es gibt! Hiob 36:22


Von ferne nur erblickt es der Mensch. Sieh, Gott ist groß, wir begreifen ihn nicht. Hiob 36,25-26

Wir haben ein Teilwissen über ihn. Die Bibel ist voll von Hinweisen, wer Gott ist und wie wir ihn erkennen und eine ewige Beziehung zu ihm haben können. Dennoch werden wir nie alle Fragen des Lebens ergründen oder unsere Zukunft vorhersagen. Das Leben wirft immer mehr Fragen auf, als wir Antworten haben. Manchmal endet alles in einem Stille sein und einem tiefen Vertrauen in Gott: “Steh still und denke über Gottes Wundertaten nach!” (Hiob 37:14). Sind wir bereit, Gott trotz unserer unbeantworteten Fragen zu vertrauen?

Wir sollten uns gleichzeitig der innigsten Nähe, aber auch der unendlichen Ferne zu Gott bewusst sein. Clive Staples Lewis


Wo warst du, als ich das Fundament der Erde legte? Sag es doch, wenn du so viel weißt! Hiob 38:4

Gott beantwortet nicht direkt die Fragen des Hiob, sondern er stellt sich als umfassender Schöpfer allen Lebens vor. Gott benutzt Hiobs Unwissenheit über die Natur, um ihm seine Unwissenheit über Gott vorzuführen. Wenn Hiob noch nicht einmal versteht, wie die Erde und das Weltall funktionieren, wie kann er dann Gottes Wesen und Gedanken ergründen? Es gibt keinen höheren Maßstab in der Welt als Gott. Gott selbst ist der Maßstab, und wir können uns nur seiner Allmacht unterwerfen und in seiner Fürsorge ruhen. Er weiß von allem, was geschieht. Deshalb hat alles nur von ihm her einen Sinn. Er hatte und hat den Überblick. Gott selbst ist die letzte und tiefste Antwort auf die Klagen eines Menschen wie Hiob. Er hat Hiob und uns mit unseren Fragen zu keiner Zeit vergessen.

Sag, hast du je das Tageslicht herbeigerufen und der Morgenröte ihren Weg gewiesen? Hiob 38:12