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Hiob Kap 02

Impulse, Auslegungen, Kommentare und Bibelzitate aus dem Buch Hiob Kap. 2


Greif nur seinen Körper und seine Gesundheit an, ganz sicher wird er dich dann vor allen Leuten verfluchen! Hiob 2:5

Das Leid geht weiter. Gott erlaubt es dem Satan nun auch Hiobs Gesundheit anzugreifen. Er wurde schwer krank. Seine Frau hat nur noch Spott für ihn übrig. Aber Hiob hält am Glauben fest und vertraut weiter Gott. Traue ich Gott zu, dass er es gut mit mir meint, egal wie es mir geht? Hiob hatte es gewagt. Gott ist nicht davon abhängig, ob wir ihm vertrauen. Aber wir sind abhängig von ihm. An Hiobs Haltung können wir uns orientieren: Gott hält uns fest, deswegen können wir an ihm festhalten. Blicken wir immer auf Jesus. Leisten wir Jesus im Ölgarten immer Gesellschaft, dann wird uns in den schweren Stunden zu trösten wissen.


Haben wir Gutes aus der Hand Gottes empfangen, warum sollten wir nicht auch Übles annehmen? Hiob 2,10

O Gott, welche Liebe liegt in diesem Wort! Ijob erwägt, daß er alles Gute aus der Hand Gottes empfangen hat und bezeugt damit, daß er die Güter nicht so sehr als Güter geschätzt hat, sondern weil sie aus der Hand Gottes kamen. Und weil es so ist, darum schließt er daraus, daß man auch die Widerwärtigkeiten mit Liebe ertragen muß, weil sie aus der gleichen Hand Gottes hervorgehen, die ebenso liebenswürdig ist, wenn sie Leiden schickt, wie wenn sie Tröstungen schenkt. Gutes wird von allen bereitwillig angenommen, aber Übel entgegenzunehmen vermag nur die vollkommene Liebe, die sie um so mehr liebt, als sie nur in Anbetracht der Hand, die sie gibt, liebenswert sind.


Das Gute haben wir von Gott angenommen, sollten wir dann nicht auch das Unheil annehmen? Hiob 2:10

Die Grundhaltung, die das seelische Immunsystem stärkt, ist die Akzeptanz. Fakt ist, dass Unglück, Enttäuschung und Widrigkeiten Teil unseres Lebens sind. Dies innerlich zu akzeptieren, kann bisweilen ein langer Weg sein. Gebe dir die notwendige Zeit. Akzeptanz heißt, sich Schritt für Schritt der Wirklichkeit zu öffnen, um sie zu begreifen und anzunehmen. Geduld mit sich und mit anderen ist hier eine unerlässliche Tugend. “Mit dir selbst hab Geduld. Gott hat sie auch.” (Edith Stein) Statt in einer Krise sofort zu überlegen: Was kann ich tun? verlangt Akzeptanz zuerst die Frage: Was kann und muss ich lassen und loslassen? Was muss ich annehmen?

Wir können eine Sache nicht verändern, wenn wir sie nicht akzeptieren. Carl Gustav Jung


Sie wollten ihm ihr Mitgefühl zeigen und ihn trösten. Hiob 2:11

Die Freunde nehmen sich Zeit, um ihrem Freund nahe zu sein. Sie weinen mit ihm. Ganz ohne Worte zeigen sie durch ihr schweigendes Handeln ihre Solidarität, ihr Entsetzen und dass sie selbst auch vom Leid Hiobs getroffen sind. Sie leiden schweigend mit Hiob. Oft ist Schweigen tatsächlich das Beste, wenn wir einen tief unglücklichen Menschen besuchen, weil ein Schmerz oft nicht mit Worten heilbar ist. Stilles Mitgefühl kann lauter reden als eifrig zitierte Lebensweisheiten oder Bibelsprüche. Wie schnell sind wir dabei, dem Schmerz und dem Leid anderer auszuweichen, indem wir sie meiden? Weil uns die Worte fehlen, gehen wir auf Distanz. Aber schon allein unsere schweigende Nähe kann ein Anfang des Trostes sein.

Sieben Tage und sieben Nächte saßen sie da, ohne ein Wort zu sagen, denn sie spürten, wie tief Hiobs Schmerz war. Hiob 2:13