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18 Hiob

Buch Hiob – Auslegungen

Hiob 1,1: Das Thema des Buches Hiob

Im Land Uz lebte ein Mann namens Hiob. Hiob 1:1

Das Buch Hiob zeigt uns einen guten Menschen, der ohne ersichtlichen Grund leiden muss. Hiob erleidet schuldlos schlimme Dinge. Voller Verzweiflung frägt er: Warum ich? Mit über 40 Kapitel ist das Buch recht umfangreich. Eines sei hier schon gesagt: er wird die Frage nach dem Warum nicht beantwortet bekommen. Er muss weiterleben, ohne Antworten auf seine Fragen zu bekommen. Auch wir müssen so durch das Leben gehen: jeden Tag aufs Neue und ohne immer Antworten auf unsere Fragen zu bekommen. Werden wir, wie Hiob, Gott trotzdem vertrauen? Oder werden wir der Versuchung nachgeben und verbittert sagen: Ich bin Gott egal?

Weil er Ehrfurcht vor Gott hatte, hütete er sich davor, Böses zu tun. Hiob 1:1

Hiob 1,5: Der fürsorgende Hiob

Schon früh am Morgen stand er auf und brachte Gott viele Brandopfer dar, für jedes Kind eins. Hiob 1:5

Hiob liebte seine Kinder und war um deren Wohl besorgt. Nun bringen wir heute keine Brandopfer mehr da. Aber als Eltern oder noch weiter gefasst als Mitmenschen können wir dieselbe Liebe zu unseren Kindern bzw. Mitmenschen zeigen, indem wir für sie beten, also täglich etwas von unserer Zeit opfern, um Gott zu bitten, ihnen zu vergeben, sie zu beschützen und ihnen dabei zu helfen, zu wachsen und Menschen zu werden, die ihm gefallen.

Das wichtigste auf dem Weg zu Gott ist es, denjenigen nicht zu verpassen, den Gott dir geschickt hat. Erzpriester Wladimir Astachov

Hiob 1,9: Die Anklage des Satans

Überrascht dich das? fragte der Satan. Er tut’s doch nicht umsonst! Du hast ihn, seine Familie und seinen ganzen Besitz stets bewahrt. Hiob 1:9-10

Ein Dialog zwischen Gott und Satan wird nun angeführt. Satan behauptet, dass Hiob nur deshalb an Gott glaubt, weil es ihm gut geht. Seit er mit Gott geht, gelingt ihm sein Leben. Würde es ihm schlecht gehen, würde er sich schnell gegen Gott wenden. Der Satan möchte beweisen, dass Hiob nicht Gott liebt, sondern nur den Segen, den er von ihm bekommen hat. So ganz ohne ist die Behauptung des Satans nicht.
Es kann in der Tat einen schwachen Glauben geben, der Gott nur so lange folgt, wie es einem gut geht. Echter Glaube dagegen wird in der Not gestärkt. Der Gläubige senkt seine Wurzeln gleichsam noch tiefer in Gott hinein, um dem Sturm zu widerstehen. Wie tief geht unser Glaube?

Der Herr sprach zum Satan: Siehe, alles, was Hiob hat, sei in deiner Hand. Hiob 1,12

Hiob 1,21: Hiobsbotschaften

Der Herr hat’s gegeben, der Herr hat’s genommen. Der Name des Herrn sei gelobt! Hiob 1,21

Gott erlaubt es dem Satan, ihn auf eine furchtbare Art anzugreifen: an einem einzigen Tag verliert er alle seine Kinder und seinen gesamten Besitz. Auch wenn der heutige Vers sehr abgeklärt wirkt, Hiob trauert. Hiob wird 42 Kapitel lang mit Gott ringen, ehe er wirklich Frieden findet. Sich fügen in Gottes Willen, kann sehr schwer sein. Auch Christen erleben Rückschläge und Katastrophen. In diesen Prüfungen den Glauben nicht zu verlieren, darum geht es. Wie reagieren wir, wenn das Leben hässlich wird? Was, wenn uns genommen wird, woran unser Herz hängt?

Obwohl dieses Leid über ihn hereinbrach, versündigte Hiob sich nicht. Kein böses Wort gegen Gott kam über seine Lippen.Hiob 1:22

Hiob 2,5: Weiteres Leiden

Greif nur seinen Körper und seine Gesundheit an, ganz sicher wird er dich dann vor allen Leuten verfluchen! Hiob 2:5

Das Leid geht weiter. Gott erlaubt es dem Satan nun auch Hiobs Gesundheit anzugreifen. Er wurde schwer krank. Seine Frau hat nur noch Spott für ihn übrig. Aber Hiob hält am Glauben fest und vertraut weiter Gott. Traue ich Gott zu, dass er es gut mit mir meint, egal wie es mir geht? Hiob hatte es gewagt. Gott ist nicht davon abhängig, ob wir ihm vertrauen. Aber wir sind abhängig von ihm. An Hiobs Haltung können wir uns orientieren: Gott hält uns fest, deswegen können wir an ihm festhalten. Blicken wir immer auf Jesus. Leisten wir Jesus im Ölgarten immer Gesellschaft, dann wird uns in den schweren Stunden zu trösten wissen.

Hiob 2,10: Alles aus Gottes Hand empfangen

Haben wir Gutes aus der Hand Gottes empfangen, warum sollten wir nicht auch Übles annehmen? Hiob 2,10

O Gott, welche Liebe liegt in diesem Wort! Ijob erwägt, daß er alles Gute aus der Hand Gottes empfangen hat und bezeugt damit, daß er die Güter nicht so sehr als Güter geschätzt hat, sondern weil sie aus der Hand Gottes kamen. Und weil es so ist, darum schließt er daraus, daß man auch die Widerwärtigkeiten mit Liebe ertragen muß, weil sie aus der gleichen Hand Gottes hervorgehen, die ebenso liebenswürdig ist, wenn sie Leiden schickt, wie wenn sie Tröstungen schenkt. Gutes wird von allen bereitwillig angenommen, aber Übel entgegenzunehmen vermag nur die vollkommene Liebe, die sie um so mehr liebt, als sie nur in Anbetracht der Hand, die sie gibt, liebenswert sind.

Hiob 2,10: Akzeptieren, was ist

Das Gute haben wir von Gott angenommen, sollten wir dann nicht auch das Unheil annehmen? Hiob 2:10

Die Grundhaltung, die das seelische Immunsystem stärkt, ist die Akzeptanz. Fakt ist, dass Unglück, Enttäuschung und Widrigkeiten Teil unseres Lebens sind. Dies innerlich zu akzeptieren, kann bisweilen ein langer Weg sein. Gebe dir die notwendige Zeit. Akzeptanz heißt, sich Schritt für Schritt der Wirklichkeit zu öffnen, um sie zu begreifen und anzunehmen. Geduld mit sich und mit anderen ist hier eine unerlässliche Tugend. “Mit dir selbst hab Geduld. Gott hat sie auch.” (Edith Stein) Statt in einer Krise sofort zu überlegen: Was kann ich tun? verlangt Akzeptanz zuerst die Frage: Was kann und muss ich lassen und loslassen? Was muss ich annehmen?

Wir können eine Sache nicht verändern, wenn wir sie nicht akzeptieren. Carl Gustav Jung

Hiob 2,11: Der Trost der Freunde

Sie wollten ihm ihr Mitgefühl zeigen und ihn trösten. Hiob 2:11

Die Freunde nehmen sich Zeit, um ihrem Freund nahe zu sein. Sie weinen mit ihm. Ganz ohne Worte zeigen sie durch ihr schweigendes Handeln ihre Solidarität, ihr Entsetzen und dass sie selbst auch vom Leid Hiobs getroffen sind. Sie leiden schweigend mit Hiob. Oft ist Schweigen tatsächlich das Beste, wenn wir einen tief unglücklichen Menschen besuchen, weil ein Schmerz oft nicht mit Worten heilbar ist. Stilles Mitgefühl kann lauter reden als eifrig zitierte Lebensweisheiten oder Bibelsprüche. Wie schnell sind wir dabei, dem Schmerz und dem Leid anderer auszuweichen, indem wir sie meiden? Weil uns die Worte fehlen, gehen wir auf Distanz. Aber schon allein unsere schweigende Nähe kann ein Anfang des Trostes sein.

Sieben Tage und sieben Nächte saßen sie da, ohne ein Wort zu sagen, denn sie spürten, wie tief Hiobs Schmerz war. Hiob 2:13

Hiob 3,26: Hiobs Klage und Schmerz

Ich sehe nur noch Dunkelheit. Ohne Ruhe und Frieden lebe ich dahin. Hiob 3,26

Dein Schmerz ist tief und will nicht vergehen. Sein Kreuz zu tragen bedeutet, daran nicht zu Grunde zu gehen. Jesus ermutigt dich, dein eigenes Leben zu umarmen und ihm zu vertrauen, der die tiefste Dunkelheit durchlebt hat. Bemühe dich nicht allzu sehr, selbst dein Herz zu heilen, denn deine Mühe würde es nur noch kränker machen. Gebe dich stattdessen in allem Gott hin, in Freud und in Leid. Jesus ist das Licht, dass in deine Dunkelheit leuchtet. Jesus ist der Friede, der deinen Unfrieden heilt. In ihm allein wirst du Ruhe finden in deinem Leid.

Das Leben ist ein fortwährender Kampf gegen sich selbst, und nur um den Preis des Schmerzes erblüht es in voller Schönheit. Pater Pio

Hiob 4,3: Hiobs Nächstenliebe

Kraftlose Hände hast du wieder gestärkt. Hiob 4:3

Hiob ist ein eindrucksvolles Beispiel für das Ineinander der Gottes- und Nächstenliebe. Diese sind untrennbar verbunden. Es ist nur ein Gebot. Beides aber lebt von der uns zuvorkommenden Liebe Gottes, der uns zuerst geliebt hat. So ist es nicht mehr Gebot von außen her, das uns Unmögliches vorschreibt, sondern geschenkte Erfahrung der Liebe von innen her, die ihrem Wesen nach sich weiter mitteilen muß. Liebe wächst durch Liebe. Sie ist göttlich, weil sie von Gott kommt und uns mit Gott eint, uns in diesem Einungsprozeß zu einem Wir macht, das unsere Trennungen überwindet und uns eins werden läßt, so daß am Ende Gott alles in allem ist. Wo stärkst du deinen Nächsten und richtest ihn wieder auf?

Hiob 4,17: Die Antwort der Freunde

Wie kann ein Mensch gerecht sein vor Gott? Hiob 4,17

Alle drei Freunde Hiobs nehmen fälschlich an, dass Hiobs Leiden die Folge einer großen Sünde sein muss. Sie argumentieren, dass Leiden von Sünde verursacht wird und folglich Hiobs Leiden enden wird, wenn er seine Sünde bekennt. Dies war der damalige Glaube an den Tun-Ergehens-Zusammenhang. Das Buch Hiob zeigt klar, dass der Leidende keineswegs immer selbst schuld ist. Dennoch lohnt es sich, die vielen Kapitel zu lesen, in denen die drei Freunde mit Hiob argumentieren. Auch wenn die Gesamtargumentation der Freunde nicht stimmt, sagen sie im Einzelnen viele richtige Dinge.

War jemand mutlos und ohne Halt, du hast ihn wieder aufgerichtet und ihm neuen Lebensmut gegeben. Hiob 4:4

Hiob 5,17: Gottes liebende Zurechtweisung

Glücklich ist der Mensch, den Gott zurechtweist! Der Allmächtige will dich erziehen! Sträube dich nicht!Hiob 5:17

Der Gläubige steht unter dem Schutz Gottes! Gott stärkt uns, hilft uns und richtet uns auf. Gott möchte uns aber auch auf unserem Glaubensweg vorwärts bringen. So lässt er manches zu und lässt uns auch Unangenehmes widerfahren, damit wir daran wachsen. Die Schwierigkeiten und Leiden auf deinem Weg sollen dich tiefer in die Liebe führen. Das Leiden läutert uns, d.h. reinigt uns von alledem, was uns weg zieht von Gott. Eine geläuterte Seele dagegen kommt dagegen immer näher zu Gott und je näher du bei Gott bist, desto mehr wird dir sein Friede, Seine Freude und Seine Liebe zuteil.

Die Trauernden können sich wieder freuen, weil er sie rettet. Hiob 5:11

Hiob 6,11: Die Hoffnung nicht verlieren

Meine Kraft reicht nicht aus, um noch länger zu hoffen! Hiob 6:11

Hiob kämpft mit sich. Seine Hoffnung wankt. Auch wir stehen in der Gefahr aufzugeben, wenn das Leben hart wird. Gott auch mitten im Sturm zu vertrauen, führt uns an unsere Grenzen und fordert unseren Glauben heraus. Gott möchte, dass wir in allen Nöten darum wissen, dass er alles in der Hand hat und uns nicht fallen lässt in Christus. Das Unterwegssein mit Christus ist eine Kraft, die uns hilft die Kreuze und die damit verbundene Mühsal zu tragen. Wenn wir seine große Liebe in uns tragen, dann verleiht uns das Flügel, welche uns alle Beschwernisse des Lebens leichter ertragen lässt. Sich von Gott in Jesus Christus lieben zu lassen ist das kräftigende Licht. Unsere Verantwortung ist es dabei, das Fenster unserer Seele zu öffnen, damit dieses Licht Gottes in uns eintreten kann, auch wenn wir es hier und da nicht offensichtlich spüren.

Hiob 7,11: Den Schmerz ausdrücken

Der Schmerz wühlt in meinem Innern. Ich lasse meinen Worten freien Lauf, ich rede aus bitterem Herzen. Hiob 7:11

Hiob scheut sich nicht, seine tiefe Qual, Bitterkeit und Frustration vor Gott hinauszulassen. Das ist so wichtig! Gefühle zu ignorieren und den inneren Dialog abzubrechen ist ein sicherer Weg in das eigene Aus! Es wird uns den Schlaf rauben. Wir dürfen unseren Schmerz nicht in uns hinein fressen, sondern müssen ihn ausdrücken, sonst wirkt er zerstörerisch. Seien wir also im Schmerz stets in achtsamer Weise in Kontakt mit uns selbst. Suchen wir weiter Menschen, denen wir unser Herz ausschütten können. Am wichtigsten aber: Bringen wir unsere Gefühle stets offen vor Gott. Wenn du leidest, dann gehe ins Gebet!

Ich wälze mich schlaflos hin und her bis zum Morgen. Hiob 7:4

Hiob 8,5: Gott suchen

Du aber solltest unermüdlich nach Gott suchen und zum Allmächtigen um Gnade flehen. Hiob 8:5

Nicht hier und da suchen wir Gott, sondern unermüdlich. Häufig nimmt uns der Alltag gefangen. Hetzen, hetzen! Schaffen, schaffen! Dabei sehen wir nur auf den gegenwärtigen Augenblick. Du aber solltest die Dinge unter dem Gesichtswinkel der Ewigkeit sehen, das Ziel und die Vergangenheit gegenwärtig haben. Intensives Leben in deinem Innern: Gott suchen im Gebet und im Lesen der heiligen Schrift. Sei darauf bedacht, dein Herz von der Liebe zum Sichtbaren zu lösen und dich zum Unsichtbaren zu erheben. Auch wenn viele Dinge dieser Welt schön und angenehm sind, sollten wir sie nicht so sehr lieben, dass sie uns von Gott wegziehen.

Hiob 10,8: Gott schenkt Leben

Deine Hände haben mich gebildet und geformt. Hiob 10:8

Gott ist unser Schöpfer. Das ist einer der Kernpunkte des christlichen Glaubens. Gott hat uns das Leben geschenkt. Glauben bedeutet, im Heiligen Geist eine sehr persönliche Bindung zu unserem Schöpfer und Erlöser aufzubauen und dafür zu sorgen, daß diese Bindung die Grundlage des ganzen Lebens ist. Gott ist unser Leben. Lassen wir Gott, so lassen wir unser Leben. Geben wir uns ihm hin, so bewahrt er uns in seiner Fürsorge.

Du hast mir das Leben geschenkt und mir deine Güte erwiesen. Deine Fürsorge hat mich stets bewahrt. Hiob 10:12

Hiob 11,7: Die Unbegreiflichkeit Gottes

Kannst du die Geheimnisse Gottes erforschen und die Vollkommenheit des Allmächtigen erfassen? Hiob 11:7

Glauben bedeute, die Unbegreiflichkeit Gottes ein Leben lang aushalten (Karl Rahner). Gott ist und bleibt für zuletzt unbegreifbar. Gott ist eine Wirklichkeit, die wir nie ausloten können. Aber eines ist entscheidend: In Jesus hat er uns sein Wesen offenbart. Wer Jesus sieht, der sieht den himmlischen Vater. Einer der Wesenszüge Gottes, die uns Jesus offenbarte ist: Gott sucht dich voller Liebe. Keinen gibt er auf. Das tröstet in Krankheit, Ausweglosigkeit und Todesnähe. So ist Glaube immer ein gegenseitiges Suchen: wir suchen Gott und Gott sucht uns.

Streck deine Hände empor und bete zu Gott. Hiob 11:13

Hiob 12,10: Gehalten von Gottes Hand

Alle Lebewesen hält er in der Hand, den Menschen gibt er ihren Atem. Hiob 12:10

Gott hält uns in der Hand, wie eine Mutter ihr Kind: geborgen, behütet und beschützt. Durch diese bewahrende und stärkende Nähe Gottes können wir zuversichtlich ins Leben gehen. Bei aller Angst und Sorge, die uns immer wieder überfällt, schauen wir dennoch hoffnungsvoll weiter, weil wir um Gottes Obhut wissen. Gehalten von Gott, das ist eine Realität, die trägt.

Wenn du dich Gott wirklich hingibst, wird es nichts mehr geben, was deinen Optimismus erschüttern könnte. Josemaría Escrivá

Hiob 14,1: Die Vergänglichkeit unseres Lebens

Wie vergänglich ist der Mensch! Wie kurz sind seine Jahre! […] Er blüht auf wie eine Blume und verwelkt. Hiob 14:1-2

Eines Tages kommt das Ende unseres irdischen Lebens. Aber Jesus Christus und die Glaubensverbindung zu ihm bleiben. Dazu wurden wir Menschen von Gott geschaffen, dass wir das ewige Leben durch die Auferweckung Jesu vom Tod erhalten. Wer oder was bleibt also übrig von unserem Leben? Jesus Christus ist unser entscheidender Trost im Sterben und im Leben. Damit haben wie schon heute Anteil für eine bleibende Zukunft des Lebens in Christus. Auf die Frage in Hiob 14,10 “Kommt ein Mensch um – wo ist er?” können wir im Glauben sagen: beim Herrn

Die Jahre eines jeden Menschen sind gezählt. Die Dauer seines Lebens hast du festgelegt. Hiob 14:5

Hiob 15,11: Gott tröstet

Gott will dich trösten! Hiob 15:11

Gott will dich trösten wie eine Mutter. Wir dürfen mit unserem Kummer genauso vertrauensvoll zu unserem Gott laufen wie das Kind zu seiner Mutter springt. Und wir werden von Gott wie ein Kind liebevoll in den Arm genommen und getröstet. Wie oft habe ich das schon erfahren! Gott schenke dir in dunklen Zeiten immer wieder neue Hoffnung, einen Lichtstreifen am Horizont, ein überwältigendes Gefühl der göttlichen Liebe und Geborgenheit, einfach Gottes segnende Nähe und das an jedem Tag. Immer ist er ein Kommender. Vergessen wir nicht, dass Gott dabei oft auch durch andere Menschen zu uns kommt und in vielerlei anderer Art und Weise.

Durch uns redet er dich freundlich an. Hiob 15:11

Hiob 15,12: Minimiere deinen Ärger

Du lässt dich vom Ärger mitreißen. Hiob 15:12

Ganz wirst du es nie schaffen. Minimiere es daher zumindest, dich über dich oder andere zu ärgern. Mache dir folgenden Grundsatz zu eigen: keine Energie in die Verärgerung, sondern in die Veränderung! Dazu ein Wort von Franz von Sales: Alles, was uns da in den Weg kommt, kann uns Anstoß sein, das Gleichgewicht zu verlieren und hinzufallen: bald ist es ein Ärger, bald ein Gerede, bald schlechte Laune, in der uns kein Mensch etwas recht machen kann. Dann wieder ekelt uns der Beruf an, weil wir in einem Anfall von Schwermut glauben, daß wir doch nichts leisten. Kurz, alles Mögliche kommt da in unserer seelischen Kleinwelt vor.

Wenn Ärger in dir aufkeimt, lenke dagegen. Versuche im Frieden Jesus zu bleiben und überlege, was du nun konkret tun kannst unter Anrufung der Hilfe des heiligen Geistes.

Hiob 19,25: Mein Erlöser lebt

Eines weiß ich: Mein Erlöser lebt. Auf dieser todgeweihten Erde spricht er das letzte Wort. Hiob 19:25

Dies ist ein prophetischer Blick auf Ostern. Für Hiob war es noch eine Sehnsucht, eine Ahnung, eine Hoffnung, aber zugleich ein tiefes Wissen. Halleluja Jesus lebt! Ich will mein Blicke auf ihn richten, der meine Geschicke in seinen Händen hält. Ich will meinem Erlöser Jesus Christus mein Vertrauen aussprechen. Er ist das Ja und sagt das Ja, ein ganzes, unwiderrufliches göttliches Ja zu uns, zur Menschheit, zur Welt. Dieses Ja kann uns tragen, kann uns herausreißen aus Vorläufigkeiten, Unsicherheiten, Halbheiten, Vergeblichkeiten. Mögen wir Sein Ja erfahren in uns, über uns, um uns. Und mögen andere es erfahren durch uns.

Hiob 21,15: Die Wirkung des Gebetes

Was bringt es mir, wenn ich zu ihm bete? Hiob 21:15

Jeder von uns kann diese Frage für sich beantworten. Jeder von uns hat die Macht des Gebetes erfahren. Jeder von uns hat aber auch die Erfahrung gemacht, dass wir uns die nötige Zeit dafür nehmen müssen: morgens etwas früher aufstehen, um in Ruhe den Tag mit Gott zu beginnen, vor einem Gespräch innehalten, um in einem Stoßgebet den heiligen Geist anzurufen, Wartezeiten nutzen zum Aufschwung der Seele zu Gott. Gott schenkt uns jederzeit unsere Möglichkeit zu beten in sehr unterschiedlicher Form.

Das Gebet ist eine ungebrochene Macht, die
im Menschen wirkt und ihn durchformt. Frère Roger

Hiob 22,21: Sich mit Gott versöhnen

Hiob, versöhn dich wieder mit Gott, schließ mit ihm Frieden, dann wird er dir sehr viel Gutes tun! Hiob 22:21

Gott hat in Christus unter uns das Wort der Versöhnung aufgerichtet. Gehen wir unter das Kreuz Jesus, dann werden wir versöhnt mit Gott. Jesus Christus ist die Versöhnung für die Welt. Wann immer sich ein Mensch auf Christus einlässt, wischt Gott die Schuld dieses Menschen vom Tisch. Versöhnung in Christus bedeutet, dass meine Sünden mich nicht länger von meinem Gott trennen. Wer Christus nachfolgt, den hat Gott mit sich selbst versöhnt, ein für alle Mal. Wer Christus nachfolgt, der kann, darf und muss anderen Menschen mit Versöhnung und Versöhnlichkeit begegnen. Wer Christus nachfolgt, der ist berufen, das Wort von der Versöhnung auszubreiten in eine Welt hinein, die nichts dringender braucht.

Hiob 22,22: Auf Gott hören

Gib wieder acht auf das, was er dir sagt, und nimm dir seine Worte zu Herzen! Hiob 22:22

Aus der Tradition der Wüstenväter stammt folgendes Bild: Wasser ist weich, Stein ist hart. Wenn aber das Wasser lange Tropfen für Tropfen auf den Stein fällt, wird der Stein gehöhlt und zerfällt. So ist es mit dem Wort Gottes: es ist weich. Unser Herz dagegen ist oft hart. Hören wir oft auf Gott im Gebet, der Bibel oder durch Eingebungen, so öffnet dies unser Herz, höhlt es in seiner Härte aus, so dass Platz und Raum für Gott entsteht.

Wenn du zu Gott, dem Allmächtigen, umkehrst, wird er dich aufrichten. Hiob 22:23

Hiob 22,25: Gott ist unser Schatz

Dann ist Gott selbst dein kostbarer Schatz, dann bedeutet er dir mehr als alles Gold und Silber. Hiob 22:25

Wer sich für Jesus entscheidet, findet den größten Schatz. Wer die überragende Güte, Schönheit und Wahrheit Christi, in dem die ganze Fülle Gottes wohnt, aufnimmt, der tritt zusammen mit ihm ein in sein Reich, wo die Wertmaßstäbe dieser Welt auf den Kopf gestellt werden. Ja, was Christus uns geschenkt hat, vervielfältigt sich, wenn man es weiterschenkt! Es handelt sich um einen Schatz, der dazu dient, ausgegeben, investiert und mit allen geteilt zu werden.

Er wird die Quelle deiner Freude sein, und du kannst wieder zu ihm aufschauen. Hiob 22:26

Hiob 23,10: Gott ist der Herr unseres Lebens

Er kennt meinen Weg genau. Hiob 23:10

Lass uns in unseren Tag hinausgehen, ohne vorgefasste Ideen zu haben, ohne unsere Erschöpfung vorauszuahnen. Lass uns aufbrechen, ohne auf vorgezeichnete Wege zu achten. Gib dich zu erkennen. Denn wir wissen: man trifft dich unterwegs und nicht am Ziel. Wir aber, wir vergessen so oft die Musik deines Geistes. Wir haben aus unserem Leben eine Turnübung gemacht. Wir vergessen, dass es in deinen Armen getanzt sein will, dass dein heiliger Wille von unerschöpflicher Fantasie ist. In der Größe des Alltäglichen wartet Er auf uns.

Gott allein ist der Herr. Was er sich vornimmt, das tut er auch. Hiob 23:13

Hiob 26,2: Gottes Beistand

Ach, wie gut hast du mir beigestanden, mir, der keine Kraft besitzt! Wie sehr hast du mir geholfen, arm und schwach, wie ich bin! Hiob 26:2

Was machen wir in Schwierigkeiten? Oft fürchten wir uns und blicken ängstlich umher, weil wir Hilfe von Menschen erwarten. Aber wir sollten besser zu unserem Gott aufsehen, der uns herrliche Zusagen gegeben hat. Die herrlichste ist wohl sein Beistand: Ich bin mit dir. Ist es nicht ein starker Trost, dass der große Gott in allen Lebenslagen bei dir und mit dir ist in seiner unfassbaren Treue? Wenn Menschen weggehen, er bleibt da. Wenn du dich daran erfreust, wirst du stets inneren Frieden bewahren. Der Gott, der keine Schwäche kennt, ist deine Kraft. Er ist da. Er stärkt. Er hilft. Er stützt. Klammere dich nur an Ihn

Wie hast du mich so gut beraten. Hiob 26:3

Hiob 29,11: Hiobs Aufzählung seiner guten Taten

Jeder, der mich hörte, wusste nur Gutes von mir zu sagen, und wer mich sah, der lobte mich. Hiob 29:11

Hiob zählt seine guten Taten auf. Damit will er sich gegen die Anschuldigungen der Freunde wehren. Sicher: Es ist nicht falsch, zu erzählen, was wir alles getan haben, aber viel besser ist es, Gottes Segnungen aufzuzählen. Dennoch können wir die Aufzählung Hiobs als Anregung für uns zu guten Taten lesen. Ja: Lieben heißt sich jede Sorge, jeden Kummer, jeden Schmerz der anderen zu Herzen gehen lassen. Hier in Kürze nur ein Auszug:

Ich rettete den Armen, der um Hilfe schrie. Hiob 29:12

Dem Sterbenden stand ich bei. Hiob 29:13
Meine Augen sahen für den Blinden. Hiob 29:15

Meine Füße gingen für den Gelähmten. Hiob 29:15

Den Mutlosen lächelte ich aufmunternd zu. Hiob 29:24

Hiob 30,20: Das Schweigen Gottes

Ich schreie um Hilfe, o Gott, aber du antwortest nicht. Ich erhoffte das Licht, doch es kam die Dunkelheit. Ich finde keine Ruhe. Hiob 30:20;26-27

Wenn Gott immer alle unsere Fragen beantworten würde, könnte unser Glaube nicht geprüft werden. Hiobs größtes Problem war ja nicht das Leiden an sich, sondern dass er dessen Grund nicht kannte. Dies kann auch unsere große Lebensprüfung sein: dass wir lernen müssen, auf Gott zu vertrauen, obwohl wir das, was in unserem Leben gerade geschieht, nicht verstehen. Wir müssen lernen, darauf zu vertrauen, dass Gott und nicht das Leben gut zu uns ist. Er wacht über uns, immer und überall

Er wacht über Völker und Menschen. Hiob 34:29

Hiob 33,3: Aufrichtiges Sprechen

Ich spreche mit aufrichtigem Herzen, klar und wahr, und sage nur das, was ich weiß. Hiob 33:3

Die Lüge verunreinigt die Seele. Die Wahrheit dagegen macht sie rein. Das beginnt mit den kleinen Wahrheiten des Alltags, die oft mühsam und schmerzlich sein können. Das endet mit dem uneingeschränkten Gehorsam gegenüber der Wahrheit selbst, die Christus ist. Auf seinen Spuren und mit ihm vereint müssen wir alle uns bemühen, der Lüge mit der Wahrheit zu begegnen. Stellen wir uns im Großen und Kleinen der Lüge entgegen.

Es ist der Geist im Menschen, des Allmächtigen Hauch, der ihn verständig macht. Hiob 32,8

Hiob 33,6: Vor Gott sind alle gleich

Schau, ich bin wie du vor Gott, auch ich bin nur aus Lehm geformt. Hiob 33:6

Vor Gott sind wir als Sünder alle gleich. Niemand kann vor Gott punkten oder sich einen Bonus verschaffen, indem er besonders fromm ist und gute Werke vollbringt. Wenn wir ganz tief gehen, dann sehen wir, dass der andere so ist wie ich selbst. Und nur so ist es möglich, den Nächsten zu lieben wie sich selbst. Gestatte dir daher nicht, über jemanden schlecht zu denken, auch wenn die Worte oder Taten des Betreffenden Anlass geben, vernünftigerweise so zu urteilen.

Hiob 33,14: Gott spricht auf viele Art und Weise

Gott spricht immer wieder, auf die eine oder andere Weise, nur wir Menschen hören nicht darauf! Hiob 33:14

Gott redet durch Träume. Gott redet durch Eingebungen des Geistes. Gott redet durch andere Menschen. Gott weist einen Menschen auch durch Schmerzen zurecht, immer aber nur soweit, wie wir es tragen können. Leid ist keine Strafe Gottes, sondern möchte zum Heil führen. So oder so: Gott redet! An uns liegt es, ihn auch zu hören. Unsere Zeit gewährt uns ganz bestimmte, von Gott gegebene Atemzüge. An uns ist es, sie zu entdecken und davon Gebrauch zu machen.

Das alles tut Gott mehr als nur einmal im Leben eines Menschen, um ihn vor dem Tod zu bewahren und ihm das Licht des Lebens zu erhalten. Hiob 33:29-30

Hiob 36,21: Bewahrung durch Leid

Sei auf der Hut und wende dich nicht dem Bösen zu! Denn davor wollte dich Gott durch das Leid ja gerade bewahren. Hiob 36:21

Es ist eine tiefe Wahrheit, dass das menschliche Leid nicht der Freude und dem Frieden, wonach wir uns sehnen, im Wege stehen muss, sondern dass es gerade der Weg dazu werden kann. Das Leid kann eine Umwandlung bewirken. Eine Umwandlung unseres rebellischen Herzens in ein Herz, das Gott ganz kindlich ergeben ist. Friedrich von Bodelschwingh drückt dies so aus: Lasst euer Leid zur Welle werden, die euch an das Ufer der ewigen Heimat trägt.

Halte dir Gottes große Kraft vor Augen! Er ist der beste Lehrer, den es gibt! Hiob 36:22

Hiob 36,25: Das Erblicken von der Ferne

Von ferne nur erblickt es der Mensch. Sieh, Gott ist groß, wir begreifen ihn nicht. Hiob 36,25-26

Wir haben ein Teilwissen über ihn. Die Bibel ist voll von Hinweisen, wer Gott ist und wie wir ihn erkennen und eine ewige Beziehung zu ihm haben können. Dennoch werden wir nie alle Fragen des Lebens ergründen oder unsere Zukunft vorhersagen. Das Leben wirft immer mehr Fragen auf, als wir Antworten haben. Manchmal endet alles in einem Stille sein und einem tiefen Vertrauen in Gott: “Steh still und denke über Gottes Wundertaten nach!” (Hiob 37:14). Sind wir bereit, Gott trotz unserer unbeantworteten Fragen zu vertrauen?

Wir sollten uns gleichzeitig der innigsten Nähe, aber auch der unendlichen Ferne zu Gott bewusst sein. Clive Staples Lewis

Hiob 38,4: Gottes Antwort an Hiob

Wo warst du, als ich das Fundament der Erde legte? Sag es doch, wenn du so viel weißt! Hiob 38:4

Gott beantwortet nicht direkt die Fragen des Hiob, sondern er stellt sich als umfassender Schöpfer allen Lebens vor. Gott benutzt Hiobs Unwissenheit über die Natur, um ihm seine Unwissenheit über Gott vorzuführen. Wenn Hiob noch nicht einmal versteht, wie die Erde und das Weltall funktionieren, wie kann er dann Gottes Wesen und Gedanken ergründen? Es gibt keinen höheren Maßstab in der Welt als Gott. Gott selbst ist der Maßstab, und wir können uns nur seiner Allmacht unterwerfen und in seiner Fürsorge ruhen. Er weiß von allem, was geschieht. Deshalb hat alles nur von ihm her einen Sinn. Er hatte und hat den Überblick. Gott selbst ist die letzte und tiefste Antwort auf die Klagen eines Menschen wie Hiob. Er hat Hiob und uns mit unseren Fragen zu keiner Zeit vergessen.

Sag, hast du je das Tageslicht herbeigerufen und der Morgenröte ihren Weg gewiesen? Hiob 38:12

Hiob 40,4: Schweigende Demut

Herr, ich bin zu gering, ich kann dir nichts erwidern. Darum lege ich jetzt die Hand auf den Mund. Hiob 40:4

Die ganze Zeit hat Hiob sich danach gesehnt, Gott seine Unschuld beteuern zu können. Hiob verstummt nun. Er weiß, dass er Gott nichts entgegenhalten kann, obwohl er vorher so vieles vorzubringen hatte. Gott hat ihm gezeigt, dass er, der kleine Mensch, weder die Fähigkeit noch das Recht hat, den Schöpfer des Alls zur Rechenschaft zu ziehen. Er erkennt seine Winzigkeit vor der unvorstellbaren Gerechtigkeit Gottes. So eine Demut würde auch uns helfen, vor allem dann, wenn wir Menschen uns wieder einmal zum Richter über das Handeln Gottes aufschwingen wollen. Wie ist das mit uns: Kritisieren wir Gott auch manchmal? Wenn wir das nächste Mal versucht sind, mit Gott zu hadern, sollten wir einmal daran denken, wie sehr er uns liebt.

Hiob 41,3: Seine eigene Begrenztheit erkennen

Wer hat mir jemals etwas gegeben, das er nun von mir zurückfordern könnte? Hiob 41:3

Buße forderten Hiobs Freunde von ihn. Er tut sie, aber auf ganz andere Art und Weise. Buße nicht wegen seiner Sünden, sondern weil er es gewagt hat, seine Allmacht und Gerechtigkeit in Zweifel zu ziehen. Er erkennt Gottes Allmacht und vollkommene Gerechtigkeit damit an und erkennt seine eigene Begrenztheit im Verstehen. Wir sollten uns immer über diese unsere Grenze im Verstehen im Klaren sein, übersteigt doch Gott und seine Liebe zu uns alles Denken und Verstehen.

Ich habe von Dingen geredet, die ich nicht begreife, sie sind zu hoch für mich und übersteigen meinen Verstand. Hiob 42:3

Hiob 42,5: Gott sehen

Ich hatte von dir nur vom Hörensagen vernommen. Aber nun hat mein Auge dich gesehen. Hiob 42,5

Hiobs schwerer Weg endet nicht in der Verzweiflung. Gerade in der Tiefe, in der Abwesenheit von Glück und gutem Leben, erfährt Hiob die Nähe Gottes. Vom Hörensagen-Glauben kommt Hiob zu einer existenziellen Erfahrung, die sich nicht automatisch eingestellt hat. Hiob hat einen Klärungsprozess durchlitten.

Glaube ist die Fähigkeit, hinter allem Gott zu sehen. Oswald Chambers

Hiob 42,6: Reue und Buße

Darum widerrufe ich meine Worte, ich bereue in Staub und Asche! Hiob 42:6

Wenn wir gefehlt haben und Reue zeigen, vergibt uns Gott. Daran dürfen wir nie zweifeln. Es würde bedeuten, der Barmherzigkeit Gottes eine Grenze zu setzen. Sie hat aber keine, denn sie ist grenzenlos. Die Barmherzigkeit Gottes ist wie der Himmel, der stets über uns fest bleibt. Unter diesem Dach sind wir sicher, wo auch immer wir sind.

Erkennen. Benennen. Bereuen. Umkehren. Heimkommen. Dario Pizzano

Hiob 42,8: Für den anderen beten

Hiob soll für euch beten. Hiob 42:8

Hiob betet für seine Freunde, obwohl diese ihm mit ihren Anschuldigungen ordentlich zugesetzt haben. Lasst uns immer und gerade auch für Menschen beten, die uns verletzt haben. Hiob ist hier ein Vorausbild für Christus. Christus hat im Sterben für seine Peiniger gebeten. Er bringt uns fürbittend alle vor den Vater. Fürbitten wir für Menschen, die uns verletzt haben, folgen wir dem Weg Christus. Dort, wo wir sind, Christus zu sein: Das könnte für uns eine Zielformulierung sein. Ich brauche dir aber sicher nicht zu sagen, dass wir weit davon entfernt sind. Es gibt kein Rezept dafür, wie man ein liebender Mensch wird. Man muss bis zum Herzen Jesu vordringen, um das Mittel dafür zu finden. Alles Übrige reicht nicht über Kniffe hinaus.

Hiob 42,10: Das Ende des Hiob-Buchs

Da wendete der Herr für ihn alles zum Guten. Hiob 42:10

Das Warum bleibt letztlich unbeantwortet. Wir dürfen Gott alles sagen, ohne uns dafür entschuldigen zu müssen. Doch wir sollen Gott Gott sein lassen und aufhören, die Ursache des Leids zu ergründen. Gott wendet am Ende das Schicksal Hiob.So ist das Buch Hiob ein Hoffnungsbuch für alle, die an ihrem Leiden zu zerbrechen drohen. Das Buch Ijob erlaubt uns, zu klagen und zu schreien und zu rebellieren. Durch die Aggressionen hindurch aber sollen wir uns von Gott in das Geheimnis seiner unbegreiflichen Liebe führen lassen, vor dem wir uns nur anbetend und stumm verneigen können. In der Unbegreiflichkeit der Liebe Gottes wird die Unbegreiflichkeit des Leids aufgehoben und verwandelt.

Schließlich starb er in hohem Alter nach einem reichen und erfüllten Leben. Hiob 42:17