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14 Chronik 2

Impulse, Auslegungen, Kommentare und Bibelzitate aus dem zweiten Buch der Chronik


Die Augen des Herrn durchstreifen die ganze Erde, um sich mächtig zu erweisen an denen, deren Herz ungeteilt auf ihn gerichtet ist. 2. Chronik 16:9

Die Augen Gottes sind stets offen. Immer ist er auf der Suche nach dir und mir. Er verlangt danach, dass unser Herz ungeteilt auf ihn gerichtet ist, dass wir ihm alles übergeben, uns voll und ganz auf ihn stützen. Ja, Gott liebt uns, und gerade deshalb wartet er darauf, daß wir zu ihm zurückkehren, daß wir das Herz für seine Liebe öffnen, daß wir unsere Hand in die seine legen und uns daran erinnern, daß wir seine Kinder sind. In das Herz des Menschen ist unauslöschlich die Hoffnung eingeschrieben, da Gott, unser Vater, das Leben ist, und für das ewige und selige Leben sind wir geschaffen.

Mein Gott, ich übergebe Dir alles, was mir an diesem Tag geschehen wird.


Sein Herz gewann Mut auf den Wegen des Herrn. 2. Chr 17,6

Auf unserem Lebensweg begegnen uns Ereignisse, die Angst machen oder uns erschüttern. Angst darf sein, ist aber nicht das letzte Wort. Der Mutige hat sehr wohl Angst. Mut aber ist Angst, die gebetet hat. Und auf den Wegen des Herrn machen wir stets die Erfahrung, dass er uns hilft und dass lässt Zuversicht und Mut in uns wachsen. Nur eines ist wichtig: Gott zu vertrauen, ihn mehr handeln zu lassen.

Der Herr ist gut, in dessen Dienst wir stehn, wir dürfen ihn gar Abba, Vater nennen; wenn wir nur treu auf seinen Wegen gehen, so lernen wir die ewge Liebe kennen. Dies Wort gibt uns im Kampfe Kraft und Mut: Der Herr ist gut. Johann Jakob Rambach


Seht die Rettung des Herrn, der mit euch ist! 2. Chr 20:17

Bauen wir auf Gottes Gnade. Er hilft uns. Er hält nicht alles von uns fern. Immer wieder gibt er uns Gelegenheit zum geistigen Kampf, vor allem und häufig in den kleinen Dingen, wo es im Alltag ein wenig Geduld braucht, ein wenig Sanftmut, ein wenig Ertragen, ein wenig Liebe. Dadurch wachsen wir, indem wir mit Gottvertrauen und Beharrlichkeit das Gute üben. Sind wir hier nachlässig und murren schon über kleinste Unannehmlichkeiten, die uns das Leben z.B. durch andere Menschen zumutet, wie wollen wir da wohl inneren Frieden erlangen? Inneren Frieden erlangen wir nur im inneren Kampf mit uns selbst, unseren Schwächen und Leidenschaften mit dem Wissen, dass wir nicht für uns allein kämpfen, sondern den Herrn an unserer Seite haben, der unsere Rettung ist.


Sie verbrannten das Haus Gottes und rissen die Mauer von Jerusalem nieder. 2. Chronik 36:19

Die Babylonier verschleppen die jüdische Oberschicht. Der Tempel und Jerusalem werden zerstört. Die tief einschneidende Erfahrung des Exils beginnt (597 – 539 v. Chr.). Äußerlich bestanden für die Juden in Babylon komfortable Lebensumstände. Sie konnten ohne Zwang Handel, Landwirtschaft und Häuserbau betreiben. Die Juden assimilierten sich recht schnell. So fand man in Schriftzeugnissen Namen, die belegen, dass Juden im Hofstaat und Militär von Nebukadnezar II. Karriere machen konnten.

Den Überrest derer aber, die dem Schwert entkommen waren, führte er nach Babel hinweg 2. Chronik 36:20


Wir saßen an den Flüssen Babylons und weinten, immer wenn wir an Zion dachten. Psalm 137:1

Der theologische Mittelpunkt Tempel war zerstört und weit entfernt. Theologischer Mittelpunkt des Lebens wurde die Tora. So gilt das babylonische Exil als eine der fruchtbarsten Zeiten der jüdischen Theologie. Vor dem Hintergrund, dass der heimatliche Tempel für das gemeinsame Gebet fehlte, entstanden die ersten Synagogen. Israel, das bis dahin prinzipiell zwar nur JHWH verehrt, aber durchaus mit der Existenz auch anderer Götter gerechnet hatte (Monolatrie), stößt im Exil zum eigentlichen israelitischen Monotheismus durch. Die Antwort auf die religiöse Bedrohung ist also radikal: Die Götter, die stärker als JHWH scheinen mussten, sind nicht nur nicht stärker als JHWH; sie sind in Wirklichkeit „Nichtse“:

Alle Götter der Völker sind Nichtse, doch Jahwe hat den Himmel gemacht. Ps 96:5


Dein Volk liebt die Mauern dieser Stadt und trauert über ihre Trümmer. Psalm 102:15

Es war ein Scheitern Israels als Staat und als Glaubensgemeinschaft. Der Tempel ist zerstört, Ort der Gegenwart Gottes, und das Volk, das im Exil lebt, hat kein Land mehr. Es scheint tatsächlich so, als ob Gott es vergessen hätte. Aber dann sieht es, daß Gott durch die Strafen einen Plan der Barmherzigkeit verfolgt. Gerade die Zerstörung der Heiligen Stadt und des Tempels, gerade das Exil wird es sein, das das Herz des Volkes anrühren und es zu seinem Gott zurückkehren lassen wird, um ihn in tieferer Weise kennenzulernen.


Man kann die jüdische Erlösungshoffnung nicht verstehen, wenn man vorher nicht die tiefe Erfahrung des Exils und des Leides verstanden hat. Guido Baltes

Der geistliche Weg ist nicht hauptsächlich mit wunderbaren Erfahrungen und Wohlgefühlen gepflastert. Ganz im Gegenteil bedeutet er meist, dass uns all unsere Schatten und Lernaufgaben vehement um die Ohren gehauen werden und das oft jahrelang. Scheinbar Wichtiges verblasst, und die eigentliche Wirklichkeit kommt nahe.