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2 Kön Kap 03-04

Impulse, Auslegungen, Kommentare und Bibelzitate aus dem zweiten Buch der Könige Kap. 3-4


Und Elisa sprach zu ihr: Was soll ich für dich tun? Sage mir, was hast du im Haus? Sie antwortete: Deine Magd hat nichts im Haus als nur einen Krug mit Öl! 2. Kön 4:2

Elisa begegnet einer Witwe. Die Witwe klagt Elisa ihre Schulden-Not. Elisa fragt darauf hin nicht, was sie braucht, sondern er fragt: Was hast du? Gott beginnt oft mit dem Wenigen, was uns momentan zur Verfügung steht. Auch beim Wunder der Brotvermehrung fragt Jesus: Wie viele Brote habt ihr?Die Witwe nun hat nur einen Krug Öl. Welch Armut, aber es wird genug sein, um durch Gottes Gnade ein Segen zu sein.

Es ist gleich, ob ihr fünf Brote habt oder fünfhundert. Die große Anzahl würde ohne den Segen Gottes ebenso wenig ausreichen wie die kleinere. Hudson Taylor


Geh und leih dir von deinen Nachbarinnen leere Krüge aus, aber nicht zu wenige! Dann geh mit deinen Söhnen ins Haus und verriegle die Tür! Als Nächstes gießt du dein Öl in die Gefäße. Sobald eins voll ist, stell es zur Seite! 2. Kön 4:3‭-‬4

Öl ist ein Bild des Heiligen Geistes. Die leeren Krüge bedeuten, dass wir leer sein sollen, damit wir von dem Geist Gottes erfüllt werden können. Nur leere, bedürftige, von sich selbst befreite Gefäße wird Gott füllen. Die Witwe soll die Tür verriegeln. Das bedeutet, dass jede Ablenkung von außen vermieden werden sollte. Das Wirken Gottes sollte nie öffentlichen Show sein. Am Ende fehlte es nicht an Öl, sondern an Krügen. Gott wird niemals müde seinen Geist auszugießen. Unsere Bedürfnisse, dargestellt durch die leeren Gefäße, werden ihm nie zu viel. Sein Vorrat an Gnade und Segen ist maßlos.

Geh nun und verkauf das Öl! Von dem Erlös kannst du deine Schulden bezahlen, und es wird noch genug übrig bleiben, damit du und deine Söhne davon leben können. 2. Kön 4:7


Wollen wir ihm nicht im oberen Stockwerk ein kleines Zimmer einrichten? Wir stellen ihm ein Bett, einen Tisch, einen Stuhl und eine Lampe hinein. So kann er sich zurückziehen und etwas ausruhen, wenn er uns besucht. 2. Kön 4:10

Nach der Witwe trifft Elisa auf eine weitere Frau. Diese glänzt durch ihre Gastfreundschaft. Sie richtet dem Propheten einen Raum ein. Als Vorausbild auf Jesus bedeutet dies, dass wir Jesus in unserem Leben Raum geben sollten. Was muss in unserem Leben entfernt werden, damit das Wort Gottes, der Heilige Geist und der Herr Jesus Raum gewinnen können? Weiter: Die raumgebende Frau war kinderlos. Aber keine Bitterkeit ist zu spüren. Im Gegenteil: Sie kümmert sich um die Bedürfnisse ihrer Mitmenschen! Mängel können motivieren, anderen Menschen ein Segen zu sein. Aus dieser Hingabe nun entsteht Leben. Das ist das Bild hinter der Verheißung, die Elisa der Frau zuspricht:

Nächstes Jahr um diese Zeit wirst du einen Sohn in den Armen halten. 2. Kön 4:16


Dann legte er sich so auf den toten Jungen, dass sein Mund auf dem Mund des Kindes lag, seine Augen auf dessen Augen und seine Hände auf dessen Händen. Während er so dalag, wurde der Leib des Toten langsam warm. 2. Kön 4:34

Das verheißene Kind wird geboren und wächst heran. Eines Tages stirbt es an einer Krankheit. Die Frau ruft Elisa herbei. Mit einer sehr leibhaften Handlung erweckt er den Jungen wieder zum Leben. Welches Bild können wir darin sehen? Viele Menschen leben zwar körperlich, sind aber seelisch und geistlich weit vom Leben in Fülle entfernt. Wenn wir erweckend auf diese Menschen wirken wollen, dann nützen leere Wortphrasen nichts. Stattdessen muss ich den intensiven Kontakt zu ihm suchen, versuchen, ihn zu verstehen, warum er so oder so denkt oder fühlt. Mund auf Mund. Auge auf Auge. Hand auf Hand.

Als sie das Zimmer betrat, sagte Elisa zu ihr: Hier ist dein Sohn. 2. Kön 4:36


Diese paar Brote soll ich hundert hungrigen Männern vorsetzen? Doch Elisa blieb dabei: Verteile es an alle! Denn der Herr sagt: Man wird sich satt essen und sogar noch übrig lassen. 2. Kön 4:43

Das alles erinnert stark an die Brotvermehrung, die Jesus vollbrachte. Beide Wunder enden mit der wunderbaren Erfahrung: »… und sie aßen und ließen übrig. Glaube ist: zu erwarten, dass Gott Wunder vollbringt durch Menschen wie mich, die nicht mehr als fünf Brote und zwei Fische haben. Gott kann das wenige, was wir ihm aus Dankbarkeit und Gehorsam übergeben, zum Segen für viele vermehren.

Das Geheimnis aller Brotvermehrung heißt: teilen. Kyrilla Spiecker