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1 Kön Kap 18-19

Impulse, Auslegungen, Kommentare und Bibelzitate aus dem ersten Buch der Könige Kap. 18-19


Wie lange noch wollt ihr auf zwei Hochzeiten tanzen? 1. Kön 18:21

Was für eine Szene: auf der einen Seite der einzelne Prophet Elia, auf der anderen Seite 850 Baals-Propheten. Dazu ein unentschiedenes Volk, das den Herrn nicht gänzlich verleugnet, aber sich auch nicht vom Baals-Kult trennt. Es tanzt auf zwei Hochzeiten. Es folgt ein Wettkampf. Zwei Opfer werden vorbereitet. Wer nun ohne eigenes Feuer allein durch Gottes Wirken das Opfer entzünden kann, hat gewonnen. Der Gott Baal blieb stumm, weil er nicht existent war. Götter, denen wir zu folgen neigen, sind zwar keine Götzenfiguren aus Holz oder Stein, aber sie sind genauso falsch und gefährlich, weil sie uns dazu bringen, auf etwas anderes zu vertrauen als auf Gott. (Macht, Eigensinn, Aussehen, Geld u.a.). In der Krise bleiben sie stumm. Elia dagegen betet zu Gott und dieser entzündet das Opfer.

Der Gott nun, der mit Feuer antwortet, der ist der wahre Gott. 1. Kön 18:24


Allein wanderte er einen Tag lang weiter bis tief in die Wüste hinein. Zuletzt ließ er sich unter einen Ginsterstrauch fallen und wünschte, tot zu sein. Herr, ich kann nicht mehr!, stöhnte er. Lass mich sterben! 1. Kön 19:4

Unmittelbar nach dem Sieg über die Baalspropheten und der Erhörung seines Gebetes um Regen fiel Elia in eine tiefe Erschöpfung und Entmutigung. Oft stellt sich nach großen geistlichen Erfahrungen eine Phase der Entmutigung ein, besonders wenn sie körperliche Anstrengungen erforderten oder mit großen Emotionen verbunden waren. Um ihn aus der Depression herauszuholen, ließ Gott Elia zuerst ausruhen und essen. Dann konfrontierte er ihn mit der Notwendigkeit, zu seinem Auftrag zurückzukehren: in Israel Gottes Wort zu verkünden. Wenn wir Resignation empfinden, sollten wir uns bewusst machen, dass Gottes Plan für unser Leben noch nicht zu Ende ist.

Da stand Elia auf, aß und trank. Die Speise gab ihm so viel Kraft, dass er vierzig Tage und Nächte hindurch wandern konnte, bis er zum Berg Gottes, dem Horeb, kam. 1. Könige 19:8

Kehre wieder auf deinen Weg zurück. 1. Kön 19:15


Dann kam ein Feuer, doch der Herr war nicht darin. Danach hörte Elia ein leises Säuseln. 1. Könige 19:12

Gott war nicht im Sturm, nicht im Beben, nein, in einem leisen Säuseln, einem Ton eines dahinschwebenden Schweigens begegnet Elia Gott. Elia erkannte, dass Gott sich nicht nur auf mächtige, übernatürliche Weise offenbart. Wer Gott nur im Großen sucht, geht vielleicht an ihm vorbei, weil Gott uns sein Wort oft in der Stille eines demütigen Herzens zuflüstert. Wir sollten uns vom Lärm und der Geschäftigkeit unseres Alltags zurückziehen, um demütig und still hören zu können, wie Gott uns führen will. Vielleicht spricht er zu uns, wenn wir es am wenigsten erwarten, zum Beispiel durch einen gedanklichen Einfall oder auch durch Mitmenschen. Wir müssen nur wahrnehmen, die Antenne im Gebet auf Empfang stellen, online gehen um das Säuseln hinter einer lauten, hektischen Umtriebigkrit der Welt wahr zu nehmen.

Nur im Schweigen vollzieht sich echte Erkenntnis. Guardini


Elisa […] sollst du zum Propheten salben an deiner Stelle. Elia ging zu ihm und warf seinen Mantel über ihn. 1. Kön 19:16;19

Elisa erkennt sofort. Er wusste um die Bedeutung des Mantels. Offensichtlich war er auch vorbereitet, einen Ruf von Gott zu bekommen. Er war bereit, auf ein abgesichertes Leben zu verzichten. Als er seine Rinder verließ, um Elia nachzulaufen, hatte er in dieser wichtigen Entscheidungsstunde seines Lebens die richtige Wahl getroffen. Die Führungen Gottes in unserem Leben können sehr verschieden aussehen. Oft führt Gott uns durch Begegnungen mit Menschen, manchmal durch unmissverständliche Umstände oder durch sein Wort. Aber immer wird deutlich, was Gott von uns erwartet, und dann ist es wichtig, dass wir reagieren und die richtige Wahl treffen.

Danach schloss er sich Elia an und wurde sein Diener. 1. Kön 19:21