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1 Kön Kap 06-08

Impulse, Auslegungen, Kommentare und Bibelzitate aus dem ersten Buch der Könige Kap. 6-8


Die Steine für den Bau des Tempels wurden vorher im Steinbruch schon fertig behauen. Daher brauchte man sie am Bauplatz nur noch zusammenzufügen und hörte dort keinen Lärm von Hämmern, Meißeln und anderen Eisenwerkzeugen. 1. Kön 6:7

Zur Ehre Gottes wurde der Tempel in Jerusalem erbaut. Die Ehrfurcht und der Respekt der Menschen vor Gott wirkten sich auf jede Kleinigkeit beim Bau dieses Tempels aus. Dieser Vers kann uns heute zeigen, wie wichtig Aufmerksamkeit, Sorgfalt, Ehrerbietung und Respekt in der Beziehung zu Gott sind. Wir selbst sind ja lebendige Steine des Tempels in Christus, die Gott in der Stille vorbereitet und in den geistlichen Bau seines Reiches einbauen will. Es ist heute eine der großen Herausforderungen, den Geist der Stille wieder zu erlangen. Wir brauchen einen Ort in uns selbst und immer wieder auch äußere Räume, wo es keinen Lärm gibt, wo der Geist Gottes zu uns sanft und still sprechen kann. Wir brauchen die Fähigkeit, selbst Schweigen zu werden, ein Schweigen, welches das Wort Gottes erfüllen kann.

Verlass von Zeit zu Zeit die Menschen, such die Einsamkeit, um im Schweigen und anhaltenden Gebet deine Seele zu erneuern! Carlo Carretto


Dann will ich mitten unter den Israeliten in diesem Tempel wohnen und mein Volk nie verlassen. 1. Kön 6:13

Gott versprach, dass seine ewige Gegenwart den Tempel nie verlassen würde, solange das Volk der Israeliten eine einzige Bedingung erfüllte: Es musste Gottes Gesetze befolgen. Wenn wir an die große Zahl der Gesetze denken, erscheint uns diese Bedingung schwierig. Aber die Situation der Israeliten war unserer heutigen sehr ähnlich: Auch sie wurden nicht für jede kleine Gesetzesübertretung von Gott getrennt. Großzügig wurde ihnen Vergebung für alle ihre Sünden gewährt, egal, wie groß oder klein. Wenn wir die Geschichte der Könige lesen, sehen wir, dass Gesetzesübertretungen die Folge und nicht die Ursache ihrer Entfremdung von Gott waren. Die Könige wandten zuerst ihre Herzen von Gott ab und missachteten dann Gottes Gesetz.

Die Priester brachten die Bundeslade an den vorgesehenen Platz. 1. Könige 8:6


Als die Priester den Tempel wieder verließen, kam eine Wolke auf ihn herab. Die Herrlichkeit des Herrn erfüllte das ganze Haus. 1. Kön 8:10-11

Heilige Orte wie Kirchen sind wertvoll in ihrer Andersartigkeit zu den Lebensräumen des Alltags. Sie dienen der Gottesbegegnung, sind Orte des Gebetes und der Gemeinschaft, der Umkehr und der Vergebung. Nicht für Gott sind sie gemacht, sondern für uns Menschen, die einen Zufluchtsort brauchen in allen ängstlichen Fragen. Die Wolke ist Zeichen der Gegenwart Gottes. Wenn wir ihm Platz machen, für ihn Zeit und offene Ohren haben, dann kann er ganz nahe sein und unser Denken und Leben erfüllen wie den Tempel. Andererseits entzieht sich Gott immer wieder allen menschlichen Versuchen, ihn auf bestimmte Orte festzulegen. Er bleibt unverfügbar. Es gibt keinen Anspruch auf Gottes Nähe.


Wirst du, Gott, wirklich auf der Erde wohnen? Ist nicht sogar der weite Himmel noch zu klein, um dich zu fassen, geschweige denn dieses Haus, das ich gebaut habe? 1. Kön 8:27

In seinem Gebet zur Einweihung des Tempels hob Salomo hervor, dass selbst die höchsten Himmel Gott nicht fassen können. Ist es nicht erstaunlich, dass Gott, den nicht einmal die Himmel fassen können, bereit ist, in den Herzen derer zu wohnen, die ihn lieben? Ja, er erweist allen seine Liebe, die ihm dienen und von ganzem Herzen mit ihm leben.

Hätte ich früher erkannt, was ich jetzt weiß, dass der winzige Palast meiner Seele einen so großen König beherbergt, dann hätte ich ihn nicht so häufig darin allein gelassen. Theresia von Avila


Lass deine Augen Tag und Nacht offen stehen über diesem Haus. 1. Kön 8:29

Lass deine Augen offen sein für die Not, das Unrecht und die Traurigkeit! Lass deine Augen offen sein auch über meinem Leben. Herr, ich brauche deinen Blick! Ich will von ganzem Herzen, dass du über mir wachst. Mich anschaust, liebevoll, zärtlich, aber auch prüfend und durchleuchtend. Unter deinen Augen will ich leben. Das ist das Allerwichtigste für mich. Von morgens bis abends, von abends bis morgens.

Erhöre das Gebet, das ich heute in aller Demut an dich richte! 1. Kön 8:28


Vergib deinem Volk Israel die Schuld, wenn sie hier im Tempel zu dir beten und dich um Hilfe anflehen! 1. Kön 8:33‭-‬34

Mehrmals bittet hier Salomo um Vergebung. Wir sind zutiefst auf Gottes Vergebung angewiesen. Er vergibt uns mit einer grenzenlosen Barmherzigkeit jede Schuld, sobald wir auch nur ein kleines Zeichen der Reue an den Tag legen. So ist Gott: barmherzig. Barmherzigkeit ist die Vergebung, die er uns niemals verweigert. Und wenn Gott uns vergibt, müssen wir uns auch selbst vergeben. Es nicht zu tun, bedeutet, sich selbst über Gott zu stellen.

Du zeigst ihnen, wie sie ein Leben führen können, das dir gefällt. Lass es wieder regnen. 1. Kön 8:35-36


Erhöre im Himmel, wo du thronst, die Bitten aller, die dich in ihrer Not suchen und die Hände flehend zu diesem Tempel hin ausstrecken. Du allein kennst alle Menschen durch und durch. 1. Kön 8:38‭-‬39

Der aber erhört, wohnt im Innern. Reinige nur das Gemach deines Herzens. Wo du auch sein, wo immer du beten magst, er ist drinnen, der erhört, er ist drinnen im Verborgenen. Der dich erhört, ist nicht außer dir. Geh nicht weit hinweg und hebe dich nicht in die Höhe, damit du ihn gleichsam mit Händen fassest. Im Gegenteil, wenn du dich erhebst, wirst du fallen. Wenn du dich erniedrigst, wird er sich dir nähern. Augustinus

Er erhört uns, um dann einzugreifen, sich in unser Leben einzumischen, uns vom Bösen zu befreien und mit Gutem zu überhäufen. O Vater, Du hast meine Gebete unendlich oft erhört


Voller Freude und Dankbarkeit dachten sie an das Gute. 1. Kön 8:66

Dankbarkeit bedeutet, dass man aufhört, seine Lasten zu zählen, und anfängt, stattdessen das Gute zu zählen. Dankbarkeit erlaubt uns zu sehen, was gut ist, und nicht nur, was schlecht ist. Zähle die Dinge, mit denen du gesegnet bist. Wenn es dir zur Gewohnheit wird, Gott zu danken, wird die Freude an ihm dein Leben bestimmen. In und durch Jesus leben wir in seiner Freude, ist die vollkommene Freude tiefster Kern unserer christlichen Identität. Wenn wir allerdings der Welt zu viel Macht über uns geben, kann diese Freude verschüttet werden.

Er möge unser Herz ganz nach ihm ausrichten. Haltet dem Herrn von ganzem Herzen die Treue. 1. Kön 8:58;61