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2 Sam Kap 01-11

Impulse, Auslegungen, Kommentare und Bibelzitate aus dem zweiten Buch Samuel Kap. 1-11


Tod Sauls und Tod Jonathans

Da zerrissen David und die Männer, die bei ihm standen, ihre Gewänder. 2. Sam 1:11

In Kapitel 31 (1. Samuel) stirbt Sauls Sohn Jonathan im Kampf gegen die Philister und Saul nimmt sich selbst das Leben. David trauert. Den Schmerz um seinen Freund Jonatan schließt er nicht in seinem Inneren ein. Er drückt ihn aus, gibt ihm Raum. Seine Empfindungen zuzulassen, kann in der Trauer wichtig und hilfreich sein. Was aber erstaunlich ist: David beklagt auch den Tod von Saul, der ihn jahrelang verfolgt und mit dem Tode bedroht hat. Der Thron ist jetzt frei. Aber im Lied Davids ist kein Triumph oder Jubel zu hören. Er trauert. David schildert, was Saul und Jonatan an Gutem bewirkt haben. Das soll in Erinnerung bleiben. So würdigt er die Toten. Er weiß: Nicht er muss über sie urteilen, sondern Gott „wird den Erdkreis richten mit Gerechtigkeit“ (Ps 9,9).

David stimmte dieses Klagelied an über Saul und seinen Sohn Jonathan. 2. Sam 1:17


Öffentliche Salbung Davids zum König

Eines Tages kamen die Männer von Juda zu David nach Hebron und salbten ihn zu ihrem König. 2. Sam 2:4

Du bist der Mann, der mein Volk Israel weiden soll wie ein Hirte seine Schafe. 2. Sam 5:2

David wird öffentlich zum König gesalbt. David ist ein sehr bekanntes Vorbild des Herrn Jesus Christus. David ist der einzige König, der in Bethlehem geboren wurde, wie Jesus auch. David wird Hirte des Volkes genannt, Jesus selbst nennt sich den guten Hirten. Das Bild von Jesus als Hirten ist ein königliches Bild, denn Könige wurden im alten Israel als eingesetzte Hirten verstanden. Weiden ist seine königliche Aufgabe des Regierens. Halt dich im Leben fest an dem königlichen Hirten Jesus und überlaß dich ganz seiner treuen Liebe, die allein helfen kann. Er will in deinem Herzen wie ein König auf seinem Throne herrschen und deine Seele weiden.

Wir sind dein Volk und gehören zu dir. 2. Sam 5:1


Tanzen für den Herrn

Sie tanzten und lobten den Herrn mit allerlei Instrumenten. 2. Sam 6:5

Tanz und Gesang begleiten die Rückkehr der Bundeslade nach Jerusalem. Im Bild des Tanzes ist enthalten, dass sie sich ganz vom Rhythmus des Liedes und der Führung des Bräutigams leiten lässt. Die Schönheit und Vollkommenheit des Tanzes besteht gerade darin, nicht eigene Bewegungen auszuführen, sondern bis in die geringste Körperbewegung hinein sich führen zu lassen. So ist die Tanzende durch die Musik gleichsam sich selbst enteignet. Ihre eigene Bewegungsfreiheit hat sie ganz hingegeben an die Musik, oder besser: sie gibt ihre Freiheit in jedem Moment an die Musik und lässt sich führen. So besteht die Vollkommenheit des Tanzes in Gehorsam und Hingabe an die Musik. Es ist die Freude Gottes, wenn wir uns in solcher Weise ganz führen lassen von der Musik des Heiligen Geistes.

Ich habe dem Herrn zu Ehren getanzt. […] Ihm zu Ehren will ich auch künftig tanzen. 2. Sam 6:21


Unsere und Gottes Pläne

Bedenke doch, ich wohne in einem Zedernpalast und die Lade Gottes weilt hinter einem Zelttuch! 2. Sam 7:2

David möchte einen Tempel für Gott bauen, in dem die Bundeslade und damit die Anwesenheit Gottes ihren gebührenden Platz finden soll. Er wird von Gott aber zurück gewiesen. Sein Sohn Salomo sollte den Tempel bauen. Deshalb erstellte David “nur” die Baupläne und sammelte das nötige Material, damit sein Sohn Salomo sofort mit dem Bau des Tempels beginnen konnte, nachdem er König geworden war. Was sagt uns das? David akzeptierte seine Rolle in Gottes Plan und versuchte nicht, seine Grenze zu überschreiten. Manchmal sagt Gott nein zu unseren Plänen. Wenn er das tut, sollten wir die anderen Gelegenheiten nutzen, die er uns gibt.

Nicht du sollst mir ein Haus bauen, sondern ich werde dir ein Haus bauen! 2. Sam 7:11


Die Dankbarkeit Davids

Wer bin ich schon? So gütig bist du zu den Menschen! 2. Sam 7:18-19

Wer bin ich schon? Staunend und dankbar erkennt David, wie Gott sein Leben unverdientermaßen gnädig führt. David dachte, dass er etwas Großes für Gott tun müsste. Und Gott zeigt ihm, was er alles für David getan hat und tun will. So großartig sind Gottes Ideen für ein Leben! Ist das nicht auch unsere Erkenntnis, dass Gott viel mehr schenkt, als wir je erarbeiten könnten?

Wie mächtig bist du! Keiner ist dir gleich. […] Welches Volk auf der Erde hat solche Wunder erlebt wie wir? […] Auf dein Wort kann man sich verlassen. Du hast mir, deinem Diener, so viel Gutes verheißen. […] Bitte segne mich und mein Haus. 2. Sam 7:22-23; 28-29


Gutes tun

Ich möchte ihm Gutes tun, damit er Gottes Güte durch mich erfährt. 2. Sam 9:3

Zur Zeit Davids versuchten die meisten Könige, die Familien ihrer Thronrivalen zu töten, damit deren Nachkommen keinen Anspruch mehr auf den Thron erheben konnten. Aber David behandelte Mefi-Boschet, den Sohn Jonatans und Enkel Sauls, freundlich. Andere Menschen erfahren durch uns Gottes Güte. Die Liebe ist das Wohlgefallen am Guten; das Gute ist der einzige Grund der Liebe. Egal, wo und wie, du hast jeden Tag die Möglichkeit Gutes zu tun, das sind häufig ganz kleine Dinge. Tue es immer in Rückbindung an Gott, der uns zuerst geliebt hat.

Lieben heißt: jemandem Gutes tun wollen. Thomas von Aquin


Handeln und Glauben

Sei mutig und entschlossen! […] Der Herr aber möge tun, was er für richtig hält. 2. Sam 10:12

Wir brauchen ein Gleichgewicht zwischen unserem Handeln und unserem Glauben an Gott. Die Israeliten sollten tun, was sie konnten, und mithilfe ihres Verstandes die besten Strategien entwickeln und eigene Mittel optimal nutzen, mutig und entschlossen. Bei alledem soll der Wille des Herrn geschehen. Das Ergebnis liegt in Gottes Hand. Wir sollten unseren Verstand und unsere Mittel dazu gebrauchen, Gott zu gehorchen, und gleichzeitig auf Gott vertrauen, der über die Ergebnisse bestimmt.


Der schwere Fall Davids

Da fiel sein Blick auf eine Frau. […] Sie war sehr schön. […] David sandte Boten zu ihr und ließ sie holen. Batseba kam, und er schlief mit ihr. 2. Sam 11:2‭-‬4

Das ist König Davids Tiefpunkt seines Lebens, denn die Frau war verheiratet. David hätte das Dach verlassen und vor der Versuchung fliehen sollen. Stattdessen gab er der Versuchung nach. Die Folgen waren verheerend bis dahin, dass er den Ehemann in den Tod schickt. Nach außen ist zwar alles in guter Ordnung: David kümmert sich sogar aufopfernd um die Witwe. Aber David weiß genau, dass alles gelogen ist. Und Gott weiß es. David hätte sich jederzeit entscheiden können, innezuhalten und sich vom Bösen abzuwenden. Doch sobald die Sünde ihren Anfang nimmt, ist sie schwer zu stoppen. Um der Versuchung zu entgehen, sollten wir Gott im Gebet ernsthaft um Hilfe bitten, uns von allen Menschen, Orten und Situationen fernzuhalten, die uns in Versuchung bringen könnten.

Der Herr aber verabscheute, was David getan hatte. 2. Sam 11:27