Anmeldung ->

1. Sam Kap 13-24

Impulse, Auslegungen, Kommentare und Bibelzitate aus dem ersten Buch Samuel Kap. 13-24


Die Angst des Sauls

Samuel hatte Saul befohlen, eine Woche auf ihn zu warten. Doch als Samuel nach einer Woche immer noch nicht in Gilgal erschienen war, verlor Saul die Geduld, denn seine Leute begannen schon davonzulaufen. 1. Sam 13:8

Krieg mit den Philistern droht. Saul hat vergeblich auf Samuel gewartet, der Gott mit der Darbringung von Opfern um Beistand bitten soll. Als der Seher nicht kommt, entscheidet sich Saul, Gott selbst zu opfern. Ein No-Go. Die Angst Sauls war größer als sein Vertrauen auf Gottes Beistand. Angst ist die Abwesenheit von Vertrauen. Und das entpuppt sich auch als Kernfrage an uns: Was ist größer: unsere Angst oder unser Vertrauen?

Angst oder Mut, Zaghaftigkeit oder Vertrauen – manchmal muss ich täglich entscheiden, was ich wähle. Ich will mehr Mut und Vertrauen lernen! Barbara Jakob.


Das Vertrauen des Jonathan

Es ist dem Herrn nicht schwer, durch viele oder durch wenige zu retten! 1. Sam 14:6

Ein tiefes Vertrauen strahlen diese Worte von Jonathan, dem Sohn Sauls, aus! Er weiß, dass es allein auf Gottes Kraft und Wirken an kommt. Unsere Angst und unsere manchmal so kleine Kraft nimmt Gott in seine Hand. Es gibt nichts, mit dem wir allein zurechtkommen müssen, denn Gott ist da! Wie er hilft, ist seine Sache. Unsere Sache ist es, ihm in die Hände zu legen, was unser Herz bewegt. Was gibt dir Hoffnung in den Kämpfen deines Lebens? Wenn du mit der Angst zu kämpfen hast, mit Zweifeln und Unsicherheit oder keine Kraft mehr hast: an wen wendest du dich?

Er kann erretten alle, die zu ihm treten. Martin Luther


Eigensinn ist Götzendienst

Gehorsam ist wichtiger als das Schlachten von Opfertieren. Es ist besser, auf den Herrn zu hören, als ihm das beste Opfer zu bringen. 1. Sam 15:22

Dies sind die zurechtweisenden Worte Samuels an Saul. Opfer sind nicht unwichtig, aber Opfer sind wertlos, wenn sie nicht aus einer Haltung der Liebe geschehen. Wenn wir auf den Herrn hören, spüren wir, dass es ihm allein um die Liebe geht. Auf Gott hören ist so wichtig. Mein Leben ist ein Hören und Empfänglichsein. Aber dann auch das andere: Leben ist Gehorchen und Handeln, Aktivwerden und Schritte wagen und in der Liebe handeln. Immer in und aus Gott heraus vollzieht sich dieses Tätigsein. Sich selbst und seinen Eigensinn zurückstellend. Gott gehört an die erste Stelle. Nicht mein, sondern Gottes Wille geschehe.

Eigensinn ist nichts anderes als Götzendienst. 1. Sam 15:23


David wird von Samuel zum König gesalbt

Für die Menschen ist wichtig, was sie mit den Augen wahrnehmen können. Ich dagegen schaue jedem Menschen ins Herz. 1. Sam 16:7

Im Hirtenjunge David wird der Unscheinbarste von Gott als Nachfolger ausgesucht. Saul ist ein körperlich großer und beeindruckender Mann. David stammt aus dem kleinen Bethlehem (Mich 5,2) und ist der Jüngste im Haus seines Vaters. Und er wird zum König gesalbt! Gott benutzt auch heute noch das Kleine und Unbedeutende, um das Starke zunichte zu machen. Äußerlichkeiten zeigen nicht, wie eine Person wirklich ist. Gott ist der Einzige, der in unser Inneres blicken kann. Gott kennt uns besser als wir uns selbst.


David besiegt Goliath

Ich aber komme mit der Hilfe des Herrn . Er ist der allmächtige Gott. 1. Sam 17:45

Diese Worte spricht David zu Goliat vor dem Kampf, bevor er ihn besiegt. Die Geschichte von David und Goliat gilt als Sieg des Kleinen über den Großen. Es gibt in der Tat nichts, was uns eine solche Entschiedenheit und ausdauernde Kraft verleihen kann, wie das Bewusstsein, dass wir für Gott handeln und das Gott mit uns ist. Wenn wir die Gewissheit haben, dass wir auf Seiner Seite stehen und Seine Hand mit uns ist, kann uns nichts von dem Weg des Dienstes ablenken, wohin er uns auch führt. Paulus sagte:

Alles vermag ich in dem, der mich kräftigt. Phil 4,13


Der Wert der Freundschaft

Jonatan liebte David so sehr wie sein eigenes Leben. 1. Sam 18:1

Als David und Jonatan (Sohn von Saul) einander begegneten, wurden sie sofort gute Freunde. Ihre Freundschaft gehört zu den tiefsten und innigsten in der Bibel. Sie gründeten ihre Freundschaft auf ihre Hingabe an Gott, nicht nur auf ihre gegenseitige Treue. Sie ließen nichts zwischen sich treten, nicht einmal ihre Karriere oder familiäre Probleme. Sie wuchsen noch enger zusammen, wenn ihre Freundschaft auf eine Bewährungsprobe gestellt wurde. Sie blieben bis zum Ende Freunde. Sei heute bewusst dankbar für die Freundschaften, die dir Gott geschenkt hat.

Freundschaft gehört zu jenen Dingen, die das Leben lebenswert macht. Clive Staples Lewis


Eifersucht des Sauls

Im ganzen Volk war David beliebt. 1. Sam 18:5


Seitdem war Saul eifersüchtig auf David. 1. Sam 18:9

Im Wesen von Gott ernannt war David schon König. Aber öffentlich war dies noch nicht. Hier war Saul der König. Saul versuchte David zu töten, weil er neidisch auf Davids Beliebtheit war. Vielleicht waren andere Menschen schon einmal auf dich eifersüchtig und haben dich in irgendeiner Weise angegriffen. Vielleicht haben deine Stärken diese Leute eingeschüchtert, weil ihnen dadurch eigene Mängel bewusst wurden. Wir könnten diese Menschen meiden oder uns an ihnen rächen. Die bessere Reaktion ist jedoch, sie freundschaftlich zu behandeln und Gott um die Kraft zu bitten, diese Menschen weiterhin zu lieben, wie David Saul weiter liebte. Dies ist ein beeindruckendes Beispiel für die Feindesliebe im alten Testament.

Liebe ist die einzige Kraft, die einen Feind in einen Freund verwandelt. Martin Luther King


Demut des Davids

Ich bin doch nur ein armer und einfacher Mann! 1. Sam 18:23

Während Saul durch seine Beliebtheit stolz und arrogant wurde, blieb David auch noch demütig, als ihm die ganze Nation zujubelte. Obwohl David fast mit allem, was er anfing, Erfolg hatte, und obwohl er im ganzen Land berühmt wurde, weigerte er sich, die Unterstützung des Volkes als Vorteil gegen Saul auszunutzen. Wir dürfen nicht zulassen, dass Beliebtheit unsere Selbstwahrnehmung verfälscht. Es ist relativ leicht, bescheiden zu sein, wenn man nicht im Scheinwerferlicht steht, aber wie reagieren wir auf Anerkennung und Ehre?

Solange wir hier auf Erden leben, ist Demut unsere Vollkommenheit selbst. Augustinus


David verschont Saul

David wies seine Männer zurecht und erlaubte ihnen nicht, sich an Saul zu vergreifen. 1. Sam 24:8

Die Mittel, die wir benutzen, um ein Ziel zu erreichen, sind genauso wichtig wie das angestrebte Ziel selbst. Davids Ziel war es, König zu werden, deshalb drängten seine Männer ihn, Saul zu töten, als er die Gelegenheit dazu erhielt. Davids Weigerung war kein Ausdruck von Feigheit, sondern von Mut, dem Mut, sich gegen die Gruppe zu stellen und das zu tun, was er für richtig hielt. Auch wir sollten unsere moralischen Grundsätze nicht verletzen, indem wir dem Druck einer Gruppe nachgeben oder den leichten Weg wählen.