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1. Sam Kap 01-12

Impulse, Auslegungen, Kommentare und Bibelzitate aus dem ersten Buch Samuel Kap. 1-12


Vorbemerkung

Das Buch soll über das Leben von Samuel, dem letzten Richter Israels, über die Herrschaft und den Niedergang des ersten Königs Saul und über die Wahl und Vorbereitung von David, dem größten König Israels, berichten. Das Buch beginnt in der Zeit der Richter und beschreibt Israels Übergang von einer Theokratie (Leitung durch Gott) zu einer Monarchie (Leitung durch einen König).


Hoffnung – Die verzweifelte Hanna

Vor lauter Verzweiflung weinte Hanna hemmungslos. Unter Tränen betete sie. 1. Sam 1:10

Kinderlos, Spott der Nebenfrau u.a. waren der Grund für Hannas Verzweiflung. So wie sie plagen sich unzählige Menschen mit unlösbaren Problemen ab. Doch sie gab die Hoffnung nicht auf, sondern betete. Sie brachte ihr Problem ehrlich vor Gott. Und dieser Gott hört ihr Gebet und handelt. Sie wird schwanger werden und ihren Sohn Samuel zur Welt bringen. Samuel bedeutet „von Gott erbeten”. Darin liegt das Heilmittel gegen Entmutigung: Sage Gott, wie du wirklich empfindest und überlasse ihm deine Probleme.

Geh hin in Frieden! Der Gott Israels gewähre dir deine Bitte, die du an ihn gerichtet hast! 1. Sam 1:17


Gelassenheit – Samuels Übergabe an den Herrn

So will auch ich nun mein Versprechen halten: Ich gebe Samuel dem Herrn zurück. Sein ganzes Leben lang soll er Gott gehören. 1. Sam 1:28

Hanna hatte Gott versprochen, im Falle einer Schwangerschaft, dass ihr Kind ganz Gott gehören soll. Dieses Versprechen löst sie nun ein und übergibt wahrscheinlich im Alter von 3 Jahren ihren Sohn Samuel an den Priester Eli, damit er im Haus des Herrn diente. Da Samuels Leben von Gott kam, gab Hanna ihn nicht wirklich auf, sondern gab ihn Gott zurück, der ihr diesen Sohn überhaupt erst geschenkt hatte. Indem sie ihren einzigen Sohn Gott weihte, weihte Hanna ihr ganzes Leben und ihre Zukunft dem Herrn. Diese Verse veranschaulichen, welche Art von Geschenken wir Gott geben sollten. Bekommt Gott von uns nur einige Zeichen der Zuneigung oder geben wir ihm unser ganzes Leben?


Freude – der Dankgesang der Hanna

Mein Herz ist voll Freude über den Herrn. 1. Sam 2,1

Hanna lobte Gott dafür, dass er ihr Gebet um einen Sohn erhört hatte. Sie singt aus Dankbarkeit ein Lied. Ihre Haltung, ihre Worte sind uns Vorbild. Die Freude ist die rechte Frömmigkeitshaltung und damit Zeugnis für die Verlässlichkeit des Glaubens. Das Leben bietet viele Möglichkeiten, die Freude bereiten. Es ist der Wille des Herrn, dass wir das auch genießen, vorausgesetzt wir vergessen nicht den Urgrund der Freude: Christus. Unsere Freude kommt daher, dass uns niemand unseren Christus nehmen kann. Gott ist der Gott der Freude.

Du bist der einzige und wahre Gott. Du bist ein Fels, keiner ist so stark und unerschütterlich wie du. 1. Sam 2:2

Er beschützt jeden, der ihm vertraut. 1. Sam 2:9


Gehorsam – Gott spricht mit Samuel

Da trat der Herr zu ihm und rief wie vorher: Samuel, Samuel! Der Junge antwortete: Sprich nur, ich höre. Ich will tun, was du sagst. 1. Sam 3:10

Gott redet zu Menschen an jedem Ort und zu jeder Zeit. Gott redet heute, indem er uns Gedanken kommen lässt, die nicht unsere eigenen sind, oder uns auf Worte der Schrift stoßen lässt, die wir sonst überlesen hätten; indem er uns Menschen in den Weg stellt, die uns weitersagen, was Gott von uns will. Gott redet, und er hofft, dass wir auf ihn hören und danach leben. In der Beziehung zu Gott kommt es entscheidend darauf an, dass wir auf ihn hören und seinem Wort folgen. Auch wenn es nicht immer mit dem Klang einer menschlichen Stimme geschieht, spricht Gott immer klar durch sein Wort. Um seine Botschaften zu empfangen, müssen wir bereit sein, zuzuhören und zu tun, was er uns sagt. Wie Samuel sollten wir bereit sein, “hier bin ich” zu sagen, wenn Gott uns aufruft, zu handeln.

Richtet euer ganzes Leben nach dem Herrn aus und gehorcht ihm allein. 1. Sam 7:3


Die Krönung Sauls zum König

Erstaunt erwiderte Saul: Wie kommst du darauf? Ich bin doch nur ein Benjaminiter, ich gehöre zum kleinsten und unbedeutendsten Stamm Israels. 1. Sam 9:21

Das Volk möchte einen König, weil alle anderen Völker auch einen haben. Es ist eine Abkehr von Gott. “Sie wollen mich nicht mehr als ihren König anerkennen.” (1. Sam 8:7 ). Gott erfüllt ihnen dennoch diese Bitte. Gottes Wahl fällt auf Saul. Der mittlerweile erwachsene und angesehene Prophet Samuel teilt dies Saul unter vier Augen mit, doch dieser wehrt ab mit Begründung seiner Kleinheit. Saul litt immer wieder unter einem Gefühl von Minderwertigkeit, um die er lebenslang egozentrisch kreiste. Bei der öffentlichen Wahl dann versteckte er sich, weil er Angst hat, zu versagen. Saul war es stets wichtig, was andere über ihn dachten und sagten. Das Fatale war nun nicht sein Minderwertigkeitsgefühl, sondern dass er sich nie entschloss mit ganzem Herzen und mit all seinen Stärken und Schwächen sich Gott hinzugeben.

Feierlich krönten sie Saul in der Gegenwart des Herrn zum König. 1. Sam 11:15


Fürbitte & Erinnerung

Ich werde weiterhin für euch beten. […] Vergesst nie, wie viel Gott schon für euch getan hat! 1. Sam 12:24

Samuel war mit der Forderung der Israeliten nach einem König nicht einverstanden, aber er versicherte ihnen, dass er weiter für sie beten und sie lehren würde. Wir mögen Meinungsverschiedenheiten mit anderen Menschen haben, aber wir sollten nicht aufhören, für sie zu beten und sie zu lieben. Weiter erinnert Samuel das Volk daran, sich Zeit zu nehmen, um über die großen Dinge nachzudenken, die Gott für Israel getan hatte. Indem wir uns Zeit zum Nachdenken nehmen, können wir unsere Aufmerksamkeit auf Gottes Güte lenken und unseren Glauben stärken. Vergesse nie, was Gott für dich schon alles getan hat. Das stärkt deinen Glauben.