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Ri Kap 08-18

Impulse, Auslegungen, Kommentare und Bibelzitate aus dem Buch Richter Kap. 8-18


Regiert vom Herrn

Der Herr allein soll euch regieren. Ri 8:23

Das Volk wollte Gideon zu seinem König machen, aber Gideon betonte, dass der Herr über sie herrschen sollte. Trotz seiner Wankelmütigkeit verlor Gideon nie aus den Augen, wie wichtig es für ein Volk und einen einzelnen Menschen ist, Gott an die erste Stelle zu setzen. Hat Gott den ersten Platz in unserem Leben? Wenn ja, muss er auf jeden Bereich unseres Lebens Einfluss haben. Er regiert unser Leben.


Immer wiederkehrende Umkehr

Wir haben gegen dich gesündigt! Wir haben dich verlassen und anderen Göttern gedient! Ri 10:10

Es wiederholt sich unentwegt. Abfall von Gott. Erkenntnis der Sünde und Bekenntnis. Annahme von Gott. Damals wie heute. Auch wenn sie immer wieder Götzen dienten, am Ende kehrten die Israeliten um zu Gott. Oft war er schlicht und einfach die letzte Hoffnung. Es geschieht so viel unnötiges Leid, weil wir Gott erst dann anrufen, wenn wir alle anderen Mittel ausgeschöpft haben. Statt zu warten, bis eine Situation ausweglos erscheint, sollten wir uns gleich an Gott wenden. Er hat die nötigen Mittel, um jeder Art von Problem zu begegnen. Zögern wir nicht, ihn zu bitten und warten wir nicht zu lange.

Sie beseitigten die fremden Götter und dienten wieder dem Herrn. Da konnte er ihr Elend nicht länger ertragen. Ri 10:16


Vorausbilder auf die endgültige Befreiung

Wieder taten die Israeliten, was dem Herrn missfiel. Deshalb ließ er zu, dass die Philister sie vierzig Jahre lang unterdrückten. Ri 13:1

Im alten Testament gibt es neben dem großen Exodus aus Ägypten im Kleinen das wiederkehrende Muster von Gefangenschaft und Befreiung. Gottes Volk brachte sich durch seine Sünde in Gefangenschaft, aus der es Gott in seiner Gnade wieder befreite. Auch im Buch der Richter wird von diesen Gefangenschaften und Befreiungen berichtet. Sie wirken jeweils wie ein „Mini-Exodus“. Hinter diesen Befreiungen leuchtet Gottes Verheißung auf eine größere und endgültige Befreiung durch Christus und sein Erlösungswerkauf. Er hat uns befreit aus der Macht der Sünde und des Todes. Es ist der große, endgültige Exodus.

Er wird beginnen, Israel von den Philistern zu befreien. Ri 13:5


Simson und Jesus

Der Sohn, den du bekommst, wird schon im Mutterleib Gott geweiht sein. Ri 13:5

Wie Jesu Geburt Maria verkündet wurde, so verkündet ein Engel dem Manoach einen Sohn namens Simson. Simson Sieg über die Feinde wird als Bild für den Sieg Jesu über Sünde und Tod gesehen. Dass Simson die Säulen umstößt wird zum Bild für die Auferstehung Jesu, in der er die Tore des Todes zerbricht. Simson wird wie Jesus gebunden und verspottet. Sein Tod, durch den die Feinde zugrundegehen, wird Bild für den Tod Jesu am Kreuz, durch den er uns befreit hat.

Er stieß die Säulen mit aller Kraft um. Ri 16:30


Unsere Grenzen akzeptieren

Der Engel erwiderte: Du fragst nach meinem Namen? Er ist unbegreiflich für dich! Ri 13:18

Warum nannte der Engel seinen Namen nicht? Damals glaubten die Menschen, mit dem Namen einer Person auch ihren Charakter zu kennen und zu wissen, wie man sie beherrschen konnte. Indem der Engel seinen Namen nicht nannte, entzog er sich Manoachs Kontrolle. Außerdem erklärte er, dass sein Name ein Geheimnis war, das den menschlichen Verstand und jede Vorstellungskraft überstieg. Manoach bat den Engel also um eine Antwort, die er nicht hätte verstehen können. Manchmal stellen wir Gott Fragen, auf die wir keine Antwort erhalten. Vielleicht bedeutet das kein Nein, sondern wir haben um Einsichten gebeten, die unseren Verstand übersteigen oder die wir nicht akzeptieren könnten.


Simson, der Krieger

Da begegnete ihm ein junger, brüllender Löwe! Da kam der Geist des Herrn über ihn, sodass er den Löwen zerriss. Ri 14:5‭-‬6

In Simson sehen wir das Bild eines Kriegers. Dazu ein Text von Anselm Grün: Der Krieger grenzt sich gegenüber den Erwartungen anderer ab. Das führt in Konflikte. Viele vermeiden Konflikte, weil sie damit schlechte Erfahrungen gemacht haben. Aber um unser Selbst zu entwickeln, dürfen wir den Konflikten nicht aus dem Weg gehen. Sonst werden wir voller Groll. Und der wird sich bei jeder unpassenden Gelegenheit entladen. Gewalt ist ein unangemessener Umgang mit Aggressionen. Wer gewaltsam wird, wird von seiner Aggression beherrscht, anstatt mit ihr umzugehen. Aggressionen wollen das Verhältnis von Nähe und Distanz regeln und mich dazu befähigen, mich gut gegenüber den Erwartungen der anderen abzugrenzen. Gewalt übt nur der aus, der dem anderen Macht über sich gegeben hat. Weil er sich nicht abgrenzen konnte, will er den vernichten, der ihn innerlich besetzt hält. Doch damit zerstört er auch sich selbst. Der Gewaltsame tut sich selbst Gewalt an. Er tötet seine Seele.

Herr mein Gott, erinnere dich an mich! Ri 16:28


Das Buch der Richter – ein Rückblick

Macht euch keine Sorgen! Der Herr weiß, was ihr vorhabt, und er wird euch beistehen. Richter 18:6

Das Buch der Richter beschreibt einen etwa 350 Jahre langen Abschnitt in der Geschichte des Volkes Israels. Es steht direkt nach dem Buch Josua, denn es knüpft unmittelbar an die Inbesitznahme des Landes unter Josua an. Das Buch der Richter zeichnet das Bild einer Epoche der Untreue und des Niedergangs in Israel. Trotz der Mahnung des Josua fällt das Volk wiederholt von Gott ab. Trotzdem werden die Lichtstrahlen der Gnade und Rettung Gottes sichtbar, die Er durch die Richter bewirkt. Richter waren Führer im Volk Gottes. Das Buch selbst nennt zwölf Männer konkret mit Namen. Von sieben Richtern wird gesagt was sie taten. Ihre Geschichte wird unterschiedlich ausführlich berichtet.