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Dt Kap 01

Deuteronomium Kap. 1


Mose spricht zu den Israeliten

In diesem Buch ist aufgeschrieben, was Mose den Israeliten sagte. Dt 1:1

Das Buch Deuteronomium ist die Abschiedsrede des Mose. Moses letzte Worte sind ernst und bewegend. Der Leitgedanke vom Anfang bis zum Ende ist Gehorsam, nicht ein blinder Gehorsam, sondern ein Gehorsam im Geist der Liebe und Ehrfurcht, gegründet auf ein Vertrauensverhältnis. Der Eigenwille führt uns ins Unglück. Im Gehorsam dagegen erfahren wir Frieden, Licht und Segen.


Gott ist geduldig

Vom Berg Horeb aus konnte man auf der Straße, die zum Gebirge Seïr führt, in elf Tagesmärschen Kadesch-Barnea erreichen. Dt 1:2

Elf Tage! Die Volk Israel hatten vierzig lange Jahre dazu gebraucht! Wie kam das? Betrachten wir unser Leben! Auch wir kommen nur langsam vorwärts! Wie viele Windungen und Krümmungen hat auch unser Weg aufzuweisen? Oft müssen wir zurückgehen und wieder und immer wieder neu anfangen. Wir sind oft  träge Wanderer, weil wir träge Schüler sind. Es ist demütigend für uns, dass wir im Lernen so träge sind, aber zugleich machen wir Erfahrungen mit der Gnade unseres Gottes. Wir dürfen ihm danken für die Methode seiner Unterweisung und die Geduld, in der er immer wieder dieselbe Aufgabe mit uns übt, bis wir sie uns gründlich eingeprägt haben.


Gott leitet uns

Am Berg Horeb hat der Herr zu uns gesprochen. Er sagte: Jetzt seid ihr lange genug hier gewesen. Dt 1:6

Gott bestimmte, wie lange die Israeliten an einem Ort bleiben und wohin sie dann gehen sollten. Sie brauchten sich über die Dauer und das Ziel ihrer Reise nicht den Kopf zu zerbrechen, noch sich um irgendetwas anderes zu sorgen. Gott sorgte für sie. Das war genug. Auch heute leitet Gott uns durch das Wort und durch den Heiligen Geist. Menschliche Gefühle können uns täuschen, und wir müssen sie stets aufrichtig prüfen, wenn sie uns nicht zu verkehrten Handlungen verleiten sollen. Auf das Wort Gottes und den heiligen Geist können wir dagegen vertrauen, ohne zu zweifeln.

Das Gott uns führt, glaube ich genauso fest, wie dass er uns erlöst hat. Jim Elliot 


Nicht streiten

Wie soll ich es schaffen, all eure Probleme und Streitigkeiten zu lösen? Die Last ist für mich allein zu schwer. Dt 1:12

Der Streit unter den Menschen war die Ursache, weshalb die Last für Moses so groß war. Wie ganz anders hätte es sein können, wenn sie in Frieden miteinander gezogen wären. Hätte jeder Einzelne das Wohlergehen des anderen gesucht, so wäre kein Streit entstanden. Der einzige Weg, Streit und alle Unzufriedenheit zu vermeiden, ist, sich selbst zu verleugnen und ernstlich das Beste des anderen zu suchen. Wer wirklich demütig ist, hat genug an der Nähe Christi. Wo aber das eigene Ich wirkt, da werden sich immer Neid und Streit, Verwirrung und jede böse Tat finden.


Vertrauen auf Gott

Dein Gott hat dir das Land gegeben, das vor dir liegt. Zieh hinauf, nimm es in Besitz. Habt keine Angst! Lasst euch nicht entmutigen! Dt 1:21

Zieht ohne Angst in das verheißene Land. Doch die Israeliten hatten Angst und Zweifel, obwohl Gott ihnen so häufig schon geholfen hatte. Auch uns kann in Schwierigkeiten Angst und Zweifel kommen. Dem gilt es stets entgegen zu steuern. Wenn man ungeachtet aller Schwierigkeiten Gott nachfolgt, bekommt man einen mutigen, starken Glauben. Wir können sehen, wie Gott uns hilft, und daraus lernen, ihm zu vertrauen. Gott gibt uns die Kraft, unsere Hindernisse zu überwinden. Wenn wir uns auf die negativen Seiten einer Situation konzentrieren, werden wir ängstlich und untätig. Wie viel besser ist die Konzentration auf das Positive: auf Gottes Führung und Zusagen.


Immer auf Gott blicken

Da kamt ihr alle her zu mir und spracht: Lasst uns Männer vor uns hersenden, die für uns das Land erkunden. Dt 1:22

Darin aber drückte sich der Zweifel aus, denn der Glaube kundschaftet nicht aus, was Gott gegeben hat. Hätten sie nicht Gott vertrauen können? Sie zweifelten und nahmen es nun selbst in die Hand. Für uns heißt das: Immer auf Gott blicken und sich nicht zu sehr auf die Schwierigkeiten konzentrieren. Schwierigkeiten sind Gelegenheiten zur Entfaltung der Macht Gottes. Entweder löst Gott die Schwierigkeiten auf oder er zeigt uns den richtigen Weg auf oder er gibt uns schlicht Kraft. Wie er uns in Schwierigkeiten hilft, dass sollten wir seiner göttlichen Vorsehung überlassen.


Mit Vertrauen gegen die Angst

Das Volk ist größer und höher gewachsen als wir, die Städte sind groß und bis an den Himmel befestigt. Dt 1:28

Die großen Völker und großen Städte ist ein Bild für all das, was uns Angst macht. Immer wieder geht es um das Vertrauen, dass den Israeliten hier fehlte. Der Mensch will sehen und dann glauben, aber im Reich Gottes wird geglaubt und dann gesehen. Und das eben ist Vertrauen! Uns steht doch der zur Seite, der die Erde schuf und erhält. Warum half Gott immer wieder den Israeliten? Weil er sie liebte. Warum hilft Gott dir heute? Weil er dich liebt!


Glaube an Gottes Hilfe

Ihr habt auch erlebt, wie der Herr, euer Gott, euch auf dem Weg durch die Wüste geholfen hat. Bis hierher hat er euch getragen wie ein Vater sein Kind. Dt 1:31

Unser Gott wird nie sagen: Ihr erwartet zu viel von mir. Es ist seine Freude, den kühnsten Erwartungen des Glaubens zu entsprechen. Der Glaube ist das Geheimnis der ganzen Sache, er ist die Quelle und der Antrieb des christlichen Lebens von Anfang bis Ende. Der Glaube schwankt oder zweifelt nie. Der Unglaube dagegen zweifelt immer und kann deshalb nie die Herrlichkeit Gottes sehen. Er ist taub für Gottes Stimme und blind für sein Handeln. Wegen des Unglaubens konnte Israel vierzig Jahre lang nicht in das Land der Verheißung einziehen.

Der Herr, euer Gott, geht vor euch her! Er selbst kämpft für euch. Dt 1:30


Der Irrweg des Eigenwillens

Ihr aber sollt wieder umkehren und in die Wüste in Richtung Rotes Meer ziehen. Dt1:40

Das Volk wollte nun doch anders und kämpfen. Als Gott ihnen befohlen hatte, das Land in Besitz zu nehmen, weigerten sie sich. Und als ihnen befohlen wurde, in die Wüste zurückzukehren, weigerten sie sich wiederum. Der Herr konnte sie auf den Wegen des Eigenwillens nicht begleiten. Wenn Gott mit und für uns ist, dann sind wir in allem Überwinder. Aber wir können nie auf Gott rechnen, wenn wir ungehorsam sind. Es ist Torheit zu glauben, Gott sei mit uns, wenn wir verkehrte Wege gehen.

Sie jagten euch, wie es die Bienen tun, und zersprengten euch. Dt 1:44