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Dt Kap 05

Deuteronomium Kap. 5


Die 10 Gebote hören

Höre, Israel, die Satzungen und Rechtsbestimmungen, die ich heute vor euren Ohren rede. Lernt und bewahrt sie, um sie zu tun! Dt 5:1

Die Zehn Gebote sind der vollkommene Ausdruck des Wesens Gottes und der von Gott gewünschten Lebensweise der Menschen. Heute wie damals sind sie gültig. Am Anfang steht das Höre! Das Erste, was ein Mensch tun muss, ist hören. Das hörende Ohr ist der Ausgangspunkt für alles wahre christliche Leben. Das wirkliche Hören ist dabei ein Akt der Liebe und des Berührtseins von der Stimme, die einen anredet. Immer mit dem Herzen müssen wir hören, was Gott zu uns redet.


Keine anderen Götter verehren

Du sollst außer mir keine anderen Götter verehren! Dt 5:7

Ein Gott ist all das, was den ersten Platz im Leben einnimmt. Viel zu häufig sind uns andere Dinge wichtig. Wer Gott an die erste Stelle setzen möchte, muss erkennen, was momentan die erste Stelle in seinem Leben einnimmt, sich von diesem Ersatzgott lossagen, der es nicht wert ist, verehrt zu werden, Gott um Vergebung bitten, seine Prioritäten neu ordnen, damit die Liebe zu Gott die Triebfeder hinter all seinem Tun ist und sich täglich prüfen, um sicherzustellen, dass Gott an erster Stelle steht.


Sich kein Abbild machen

Fertige dir keine Götzenstatue an, auch kein Abbild von irgendetwas am Himmel, auf der Erde oder im Meer. Dt 5:8

Wie würden wir uns vorkommen, wenn jemand ein Foto von uns machte, um es dann einzurahmen, es oft zu betrachten und anderen zu zeigen, von uns selbst jedoch keine Notiz nimmt? Auch Gott will nicht so behandelt werden. Er will eine echte Beziehung zu uns, nicht nur Rituale. Er will, dass wir ihn kennenlernen. Gott weiß, dass wir nicht alle unsere Möglichkeiten ausschöpfen und nicht all das werden, was er mit uns vorhat, wenn wir etwas anderes als ihn zum Mittelpunkt unseres Lebens machen.

Ich der Herr, dein Gott, bin ein eifersüchtiger Gott. Dt 5:9


Den Namen Gottes nicht missbrauchen

Du sollst meinen Namen nicht missbrauchen. Dt 5:11

Wir wissen, dass wir den Namen des Herrn nicht missbrauchen sollen, indem wir ihn unüberlegt oder verächtlich aussprechen. Gleichzeitig wird aber etwas Empfehlenswertes angeregt: Wir sollen den Namen Gottes gebrauchen, indem wir ihn loben und ihm die Ehre geben. Das ist das Gegenteil vom Missbrauch seines Namens. Vielleicht bringen wir es fertig, nicht zu fluchen. Doch finden wir auch Zeit, Gott zu loben und seinen Namen zu ehren? Der Name Gottes ist kostbar. Deshalb beten wir zuallererst: Dein Name werde geheiligt!


Den Sabbat achten

Achte den Sabbat als einen Tag, der mir allein geweiht ist! Dt 5:12

Johann Baptist Metz sagte einmal: Die kürzeste Definition von Religion ist Unterbrechung! Unterbrechungen sind wichtig. Unterbrechungen zeichnen die Woche aus. Jeder Sonntag unterbricht die Arbeitswoche. Unterbrechungen zeichnen das Kirchenjahr aus v.a. mir den großen Ostern- und Weihnachts-Festtage. Unterbrechungen zeichnen den Tagesablauf aus vom intensiven Gebet bis hin zum kurzen Stoßgebet. Das Unterbrechen und Innehalten kann jederzeit spontan gelebt werden. Ich unterbreche z. B. meinen Alltag, indem ich kurz zum Himmel schaue, tief durchatme, Gott mitteile, was mich augenblicklich bewegt, ihn um Beistand bitte und mich dann wieder meinen Aufgaben widme. Das Unterbrechen und Innehalten schenkt Erholung, schafft Raum, um Neues aufzunehmen.

Der siebte Tag ist ein Ruhetag, der mir, dem Herrn , deinem Gott, gehört. Dt 5:14


Weitere Gebote

Ehre deinen Vater und deine Mutter! Dt 5:16

Du sollst nicht töten! Dt 5:17

Du sollst nicht die Ehe brechen! Dt 5:18

Du sollst nicht stehlen! Dt 5:19

Sag nichts Unwahres! Dt 5:20

Papst Franziskus weist daraufhin, dass die scheinbare Negativität, die in den Geboten zum Ausdruck kommt (nicht töten, nicht stehlen…) in Jesus zu positiven Geboten der Liebe werden, um Platz für Gott zu schaffen, und dann um Seiner Liebe willen auch Platz für andere im Herzen zu schaffen. Die 10 Gebote sind gewissermaßen das Röntgengerät Christi. Es  funktioniert wie ein Foto-Negativ, das Sein Antlitz hervortreten lässt.


Nicht begehren

Begehre auch nichts von dem, was deinem Mitmenschen gehört. Dt 5:21

Begehren ist der Wunsch, das Eigentum eines anderen für sich haben zu wollen. Wir sollen nicht nach etwas streben, das einem anderen gehört. Solche Wünsche machen uns nicht nur unglücklich, sie können uns auch zu anderen Sünden wie Ehebruch oder Diebstahl verleiten. Neid bringt nichts, denn Gott kann uns alles geben, was wir wirklich brauchen, auch wenn er uns nicht immer alles gibt, was wir wollen. Wenn wir aufhören möchten, den Besitz eines anderen zu begehren, müssen wir üben, mit dem zufrieden zu sein, was wir haben. Anstatt über das nachzudenken, was wir nicht haben, ist es besser, Gott für alles zu danken, was er uns gegeben hat, und zu versuchen zufrieden zu sein.


Nach seinen Geboten leben

Mögen sie immer so große Ehrfurcht vor mir haben und stets bereit sein, nach meinen Geboten zu leben! Dt 5:29

Es ist ein Unterschied, ob man etwas tut, weil man es tun muss, oder ob man etwas tut, weil man es tun will. Gott liegt nichts an erzwungenen religiösen Übungen und dem widerwilligen Einhalten von Vorschriften. Er will, dass wir ihm unser Herz und unser Leben ganz hingeben. Wenn wir ihn lieben, folgt unweigerlich der Gehorsam in der Tat ihm gegenüber.

Die gute Absicht reicht für ein gutes Handeln nicht aus, es muss in die Tat umgesetzt werden. Ich überlege mir z.B. wie ich heute konkret mit einer Person umgehen kann, die mir Schwierigkeiten bereitet. Klugheit überlegt, welche Handlungen zu welchem Ergebnis führen werden und wählt die Handlung aus, die zum gewünschten Ziel führt. Mit diesen Überlegungen und im Gebet gehe ich dann in diese Begegnung.


Gottes Weg folgen

Folgt immer dem Weg, den der Herr, euer Gott, euch gewiesen hat!  Dt 5:33

Haben wir ihm unser Herz gegeben, so folgt alles andere von selbst. Ein Mensch, der Gott liebt, wird gerne alle Gebote Gottes beobachten und tun. Nichts hat Wert für Gott, was nicht aus der Liebe zu ihm entspringt. Das Herz ist der Ausgangspunkt des Lebens. Wird es von der Liebe Gottes regiert, so wird sich das in der Befolgen seiner Gebote äußern. Wir lieben seine Gebote, weil wir ihn lieben. Jedes Wort Gottes ist wertvoll für ein Herz, das ihn liebt.

Der Heilige Geist führt uns weg vom Kopf hin zum Herzen. Brennan Manning