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Dt Kap 15-25

Deuteronomium Kap. 15-25


Um die Armen sorgen

Seid nicht hartherzig […] Verschließt euch nicht vor ihrer Not! Du sollst ihm deine Hand weit auftun. Stattdessen seid großzügig. […] Seid nicht geizig! Dt 15:7-9

Ein offenes Herz und eine weit geöffnete Hand entsprechen Gottes Wesen. Also nun, wie wir Gelegenheit haben, lasst uns das Gute wirken gegenüber allen. Das menschliche Elend umgibt uns in tausenderlei Formen. Überall finden wir gebrochene Herzen, gebeugte Seelen, unglückliche Familien. Witwen und Waisen begegnen uns täglich auf unseren Wegen. Wie verhalten wir uns ihnen gegenüber? Verhärten wir unsere Herzen und verschließen wir unsere Hände vor ihnen? Das Liebesgebot ist nicht nur das wichtigste, sondern auch das schwerste Gebot. Weil man es nicht einfach abhaken kann. Es fordert immer mehr von uns, denn Liebe ist nie einfach nur erfüllt. Liebe zieht uns immer zu mehr, zum Höheren, zu Gott

Gebt ihnen gern, was sie brauchen, ohne jeden Widerwillen. Dafür wird euch der Herr , euer Gott, bei all eurer Arbeit segnen und euch Gelingen schenken. Dt  15:10


Gott das Beste geben

Er verabscheut es auch, wenn ihr ihm kranke oder minderwertige Rinder, Schafe oder Ziegen opfert. Dt 17:1

Dass dieses Gebot überhaupt genannt wurde, weist wahrscheinlich darauf hin, dass einige Israeliten Gott minderwertige Tiere opferten. Die Darbringung eines fehlerhaften Opfers zeigte, dass das Herz nicht völlig für Gott schlug. Damals wie heute fällt es schwer, Gott unser Bestes zu geben. Doch unsere Opfergaben zeigen, was uns am wichtigsten ist. Wenn wir Gott mit dem abspeisen, was übrig bleibt, liegt es auf der Hand, dass er nicht die Mitte unseres Lebens ist. Geben wir Gott die Ehre, den ersten Anspruch auf unser Geld, unsere Zeit und unsere Gaben zu haben!


Der Prophet

Er wird euch einen Propheten wie mich senden, einen Mann aus eurem Volk. Auf den sollt ihr hören! Dt 18:15

In Apg 7,37 bezieht Stephanus den Vers auf Jesus. Das Kommen von Jesus Christus auf die Erde war Gottes Plan. Wie groß ist die Gnade, auf die Stimme eines solchen Propheten hören zu können! Es ist die Stimme Gottes, die durch den Mund des Menschen Christus Jesus redet, nicht im Donner, Blitz und flammendem Feuer, sondern mit einer zarten, sanften Stimme der Liebe und Barmherzigkeit, die mit besänftigender Kraft auf das zerbrochene Herz und auf den betrübten Geist herabkommt, wie die Tautropfen des Himmels auf eine dürre Landschaft. Doch vergessen wir nie, dass diese Stimme uns aus den Heiligen Schriften entgegenklingt


Treue zu Gott

Ihr aber gehört zum Herrn, eurem Gott. Darum haltet ihm allein die Treue. Dt 18:13

Das Gelobte Land bietet nicht nur Milch und Honig, sondern auch viele religiöse Abwege. Gottes Volk soll sich dem nicht anpassen. Das Volk soll sich an Gott halten. Das ist möglich, weil er rettet! Auch wenn wir uns von ihm entfernt haben sollten, bleibt die Lösung immer gleich: wieder eins werden mit ihm.  Der Wüstenvater Ägydius sagte: “Die Eine dem Einen!” Das will heißen: die eine Seele dem einen Gott. Wenn viele Wünsche und Zuneigungen in einem Herzen sind, besteht die Gefahr, dass es vertrocknet. Wer nach der göttlichen Liebe verlangt, muß achtsam seinen Geist und seine Zuneigung für sie bewahren.


Habt keine Angst

Hört, ihr Israeliten! Ihr werdet heute gegen eure Feinde kämpfen. Habt keine Angst! Fürchtet euch nicht! Weicht nicht vor ihnen zurück und lasst euch nicht einschüchtern! Dt 20:3

Das tiefe Geheimnis der Kraft zum Vorangehen (gerade bei scheinbar unlösbaren Schwierigkeiten) liegt in dem Wissen um die Gegenwart des Herrn und in der Erinnerung an seine gnädigen Wege mit uns in der vergangenen Zeit. Gott stärkte die Zuversicht der Israeliten, indem er sie daran erinnerte, dass er immer bei ihnen sein würde und dass er sie bereits vor möglichen Gefahren gerettet hatte. Sie waren dazu angetan, alle Furcht und Mutlosigkeit zu verbannen und das verzagte Herz mit Mut und Vertrauen zu erfüllen. Auch wir können uns sicher fühlen, wenn wir daran denken, dass Gott stärker ist als alles andere

Der Herr, euer Gott, zieht mit euch in die Schlacht! Er kämpft auf eurer Seite und gibt euch den Sieg über eure Feinde! Dt 20:4


Suche nach dem Guten

Seht nicht untätig zu. Dt  22:1

Verweigert niemandem eure Hilfe! Dt 22:3

Liebe kennt kein Maß. Wie schwach aber bin ich häufig, emotional wie auch im Handeln, weit entfernt vom Vorbild Jesus. Gott sei Dank für seine Barmherzigkeit in Jesus Christus. Dann gilt es in Bescheidenheit seine Schwächen anzunehmen, das kleine Gute zu suchen im Tag, wozu man auch fähig ist es auszuführen, ohne Übertreibung und Ungeduld, dennoch im Bewußtsein, dass unser Verhältnis zu Gott ein neues Leben im Dasein-für-andere ist. Nehmt euch vor, in den belanglosen Dingen anderen zu Gefallen zu sein, in kleinen Dingen anders zu handeln als sonst. Ja: Nicht die unendlichen, unerreichbaren Aufgaben, sondern der jeweils erreichbare Nächste ist Gott in Menschengestalt

Nimm dir nicht zuviel vor. Es genügt die friedliche, ruhige Suche nach dem Guten an jedem Tag zu jeder Stunde, und ohne Übertreibung und ohne Ungeduld. Papst Johannes XX III


An andere denken

Wenn ihr ein neues Haus baut, dann sichert das Flachdach mit einem Geländer! Sonst seid ihr schuld, wenn jemand abstürzt und ums Leben kommt. Dt 22:8

Gott möchte, dass wir stets an das Wohl anderer denken. Das wird an diesem Beispiel ersichtlich. Beim Bauen ihrer Häuser sollten sie daher nicht bloß sich und ihre Bequemlichkeit, sondern auch die Sicherheit anderer berücksichtigen. Wie sind wir so geneigt, immer nur an uns, an unsere eigenen Interessen, Bequemlichkeiten und Vorteile zu denken! Wir tun alles nur für uns selbst, weil leider meistens das Ich Ursache und Ziel unserer Unternehmungen bildet.  Wir müssen in der neuen Schöpfung leben, um von der niedrigen Selbstsucht frei zu bleiben. Die beständige Beschäftigung des Herzens mit Christus ist das Geheimnis alles wirklichen praktischen Christentums. Nur wenn wir seinen Geist in uns wirken lassen und in seine Fußstapfen treten werden wir seinem Bild mehr und mehr gleichförmig werden.


Gerecht urteilen

Steckt euch nicht zwei verschieden schwere Gewichtssteine in die Tasche, um beim Wiegen zu betrügen! Dt 25:13

Wir klagen gleich über den Nächsten, wollen aber nicht, daß man sich über uns beklage. Was wir für andere tun, scheint uns immer zu viel, was andere für uns tun, zählt in unseren Augen nicht. Wir haben ein mildes, nachsichtiges und höfliches Herz für uns, gegen die anderen aber ein hartes, strenges und unerbittliches. Sei also gleichmäßig gerecht in all deinem Tun. Versetze dich immer in die Lage deines Mitmenschen und ihn an deine Stelle, dann wirst du richtig urteilen. Prüfe darum oft dein Herz, ob es gegen den Nächsten so gesinnt ist, wie du es von ihm erwartest, wenn du an seiner Stelle wärest, dann handelst du richtig. Franz von Sales