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Lev Kap 01-05

Impulse und Andachten zu Buch Levitikus Kap. 1-5

Rituale helfen im geistlichen Leben

Der Herr rief Mose zum heiligen Zelt und sprach dort mit ihm. Lev 1:1

Der Inhalt vom Buch Levitikus besteht aus Anordnungen für priesterlichen Dienst, v.a. Rituale und Opfervorschriften. Gott benutzte die Form des Opfers (v.a. Tieropfer), um sein Volk im Glauben zu unterweisen. Die Absicht hinter Gottes Gesetzen und Opfern war, zu einer echten Hingabe zu führen. Die Anbetung Gottes wurde da in festen Ritualen vollzogen. Was sind unsere konkreten Alltagsrituale, in denen Gottes Gegenwart in unser Leben hineinragt und in denen wir uns von Gottes Geist bestimmen lassen?

Anmerkung: die Tieropfer sind uns heute fremd. Damals aber hatten sie eine tiefe Bedeutung: Wenn die Menschen sahen, wie das Opfertier getötet wurde, ging ihnen die Bedeutung ihrer Sünde und Schuld auf. Wenn wir nun den Gekreuzigten, das Opferlamm Gottes, sehen, schauen wir ebenso auf unsere Schuld.


Das Brandopfer

Wenn jemand von euch mir, dem Herrn, ein Opfer darbringen will, dann soll er dafür ein Rind, ein Schaf oder eine Ziege aussuchen. Lev 1:2

Das erste Opfer, das Gott beschreibt, ist das Brandopfer. Ein Mensch, der gesündigt hatte, brachte einem Priester ein fehlerloses Tier. Der Mensch legte seine Hand auf den Kopf des Tieres als Zeichen dafür, dass er sich vollständig mit dem Tier als seinem Stellvertreter gleichsetzte. Dann tötete er das Tier und der Priester versprengte das Blut. Sinnbildlich übertrug der Mensch seine Sünden auf das Tier und so wurden seine Sünden weggenommen. Schließlich wurde das Tier auf dem Altar verbrannt, was die vollständige Hingabe dieses Menschen an Gott bedeutete. Am wichtigsten ist, dass diese Opfer auf den Tag hinwiesen, an dem das Lamm Gottes Jesus Christus sterben und ein für alle Mal die Sünde besiegen würde.

Er soll seine Hand auf den Kopf des Brandopfers stützen, so wird es ihm wohlgefällig angenommen und für ihn Sühnung erwirken. Lev 1:4


Die Haut abziehen

Er aber soll dem Brandopfer die Haut abziehen. Lev 1:6

Wann sollten wir uns denn abtöten, wenn nicht immer da, wo uns etwas gegen die Natur geht? Wir müssen dem Opfer die Haut abziehen, wenn wir wollen, daß es Gott wohlgefällig sei. So mußte es im Alten Bunde mit jedem Opfertier geschehen, bevor es Gott dargebracht wurde. Auch unser Herz ist erst dann so recht geeignet, der göttlichen Majestät als Dankopfer dargebracht und geschenkt zu werden, wenn es die alte Haut, d.h. die schlechten Gewohnheiten, Neigungen und Abneigungen, die überflüssigen Anhänglichkeiten an unser eigenes Ich und unseren Eigenwillen abgelegt hat. Franz von Sales


Das Speiseopfer

Jedes Speiseopfer und auch alle anderen Opfergaben müssen mit Salz gewürzt sein! Niemals darf das Salz fehlen, denn es ist ein Zeichen für meinen bleibenden Bund mit euch! Lev 2:13

Das Speiseopfer (Mehl, Kuchen etc.) war ein Dankgeschenk an Gott. Es erinnerte die Menschen daran, dass ihre Nahrung von Gott kommt und dass sie ihm deshalb ihr Leben verdanken. Das Salz durfte dabei nicht fehlen. Das Salz ist ein Symbol für Gottes Handeln im Leben eines Menschen, weil es alles durchdringt, vor dem Verderben schützt und Heilungsprozesse fördert.Gott will in unserem Leben handeln. Lassen wir es zu, dass er Teil von uns wird, dass er jeden Lebensbereich durchdringt, uns vor dem Bösen, das uns umgibt, schützt und unsere Sünden und Unzulänglichkeiten heilt!


Das Friedensopfer

Will jemand mir, dem Herrn , ein Friedensopfer darbringen und wählt er ein Rind dafür aus, so muss es ein fehlerloses Tier sein. Lev 3:1‭

Das Friedensopfer war Ausdruck von Dankbarkeit und eine Möglichkeit, Gemeinschaft zwischen einem Menschen und Gott herzustellen. Das Friedensopfer zeigt, was Christus für Gott und Menschen bewirkt hat: es ist nun Gemeinschaft möglich. Gott forderte das Volk Israel auf, ihr Friedensopfer persönlich, mit ihren eigenen Händen zu bringen. Mit ihrer Zeit und Kraft sollten sie ihren Dank gegenüber Gott ausdrücken. Jeder kann nur selbst seine Dankbarkeit gegenüber Gott und anderen Menschen zum Ausdruck bringen. Nehmen wir uns die Zeit, Gott und anderen, die uns geholfen und Gutes getan haben, zu danken.

Er selbst bringe die Stücke. Lev 7:30


Das Sündopfer

Wenn das ganze Volk Israel unabsichtlich gegen eines meiner Gebote verstößt, dann lädt es Schuld auf sich, selbst wenn es sich dessen nicht bewusst ist. Lev 4:13

Das Sündopfer war für Menschen, die eine Sünde begingen, ohne es zu merken, oder eine Sünde aus Schwäche oder Nachlässigkeit begingen, im Gegensatz zu offener Auflehnung gegenüber Gott. Die Opferrituale konnten einem Sünder nicht helfen, wenn er sein Opfer nicht in einer Haltung der Reue und mit der Bereitschaft, seine Sünden zu bekennen, brachte. Weil Christus am Kreuz gestorben ist, müssen wir heute keine Tiere mehr opfern. Doch das Bekenntnis der Sünden ist immer noch wesentlich, weil es ein Zeichen für Sündenerkenntnis, das Bewusstsein für Gottes Heiligkeit, Demut vor Gott und die Bereitschaft, sich von der Sünde abzuwenden, ist. Der Tod von Jesus hat wenig Wert für uns, wenn wir keine Reue zeigen und ihm nicht nachfolgen.

In allen diesen Fällen muss der Betreffende zuerst seine Schuld bekennen. Lev 5:5


Notwendigkeit der Vergebung

Jeder, der einen anderen Israeliten betrügt, wird zugleich mir untreu und sündigt gegen mich. Lev 5:21

Jeder, der dem anderen Schaden zufügt oder sich in welcher Art und Weise gegen ihn verfehlt, der sündigt gegen Gott. Das ist das Ineinander der Gottes- und Nächstenliebe. Und wir verfehlen uns leider viel zu häufig gegen den Nächsten. Darum gab es damals die Opfer. Gott möchte von uns heute kein Opfer von Tieren, aber den Glauben an Jesus Christus, der als Lamm Gottes die Sünde der Welt getragen hat. Denn mit Jesus Christus gibt sich Gott selbst als Opfer für die Schuld der Menschen. So sieht das Neue Testament das Sterben Jesu am Kreuz. Diese unermessliche Liebe und Hingabe Gottes bewirkt Gnade und Vergebung. Sie ist der Zugang zum Himmel. Darüber können wir nur dankbar staunen.

Ihm wird alles vergeben, was er getan hat. Lev 5:26