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Lev Kap 19

Impulse und Andachten zu Buch Levitikus Kap. 19

Die Eltern achten

Jeder von euch soll seine Mutter und seinen Vater achten. Lev 19:3

Zur Liebe und Ehre Gottes gehört auch, dass wir unsere Eltern (oder diejenigen, die Gott uns an Stelle unserer Eltern gegeben hat) mit Respekt behandeln. Wir dienen, gehorchen, lieben und ehren sie, weil Gott uns liebt und schätzt. In der Ehrung unserer Eltern, ob sie es verdient haben oder nicht, bringen wir Gott Ehre entgegen. Natürlich geht unser Gehorsam zuerst Gott voraus, daher würde dies nicht den Gehorsam gegenüber unseren Eltern einschließen, wenn sie uns bitten, etwas zu tun, was Gott gegenüber ungehorsam oder entehrend wäre. Wir ehren unsere Eltern, indem wir vorsichtig sind, wie wir über sie sprechen und an sie denken. Wir ehren sie, indem wir sicherstellen, dass wir mit ihnen in Kontakt sind und nicht zulassen, dass sie isoliert und einsam sind. Wir können sie sowohl verbal als auch finanziell unterstützen, wenn dies möglich oder notwendig ist. Das wahrscheinlich Wichtigste, was wir tun können, ist, ihnen zu verzeihen.


Den Sabbat einhalten

Jeder von euch soll den Sabbat als Ruhetag einhalten. Lev 19:3

Herr Gott, deine Weisheit und Gnade kennen keine Grenzen! Ich bin so dankbar, dass du mir jede Woche einen Ruhetag geschenkt hast, an dem ich dich suchen und in den Treffen mit meinen Brüdern und Schwestern in Christus gesegnet werden kann. Vater, lehre mich, diesen Tag weise zu nutzen. Sowohl in der Ruhe, als auch in der Suche nach dir. Hilf mir, dieses Gebot zu verstehen und ihm zu gehorchen. Ich bitte im Namen Jesu, Amen.

Ihr sollt euch nicht an die Götzen wenden. Lev 19:4


Nicht stehlen

Ihr sollt nicht stehlen. Lev 19:11

Herr Gott, du bist der Geber aller Dinge. Du hast mich beherbergt und mir Nahrung gegeben. Du hast mir so viele gute Dinge gegeben. Ich bete, dass ich wie der Apostel Paulus in seiner Haltung sein möge, zufrieden zu sein, ganz gleich, wie seine Situation sein mag. Ob hungrig oder wohlgenährt, ob im Überfluss oder im Mangel lebend. Ändere mein Herz, o Gott, dass ich mit allem, was du mir gibst, zufrieden bin. Ich will nicht mehr begehren als das, was du mir in deiner Weisheit und Gnade gegeben hast. Darum bitte ich dich im Namen Jesu, Amen.


Nicht lügen

Ihr sollt nicht lügen. 19:11

Deine Sprache soll ruhig, offen und gerade, schlicht, natürlich und aufrichtig sein. Hüte dich vor jeder Doppelzüngigkeit, Geziertheit und Schlauheit. Wenn es auch nicht immer gut ist, unbedingt alles herauszusagen, was wahr ist, so ist es doch nie gestattet, die Unwahrheit zu sagen. Gewöhne dich daran, niemals bewusst zu lügen, weder um dich zu entschuldigen, noch aus einem anderen Grund. Bedenke immer, dass Gott der Gott der Wahrheit ist (Ps 33,4). Hast du aus Unachtsamkeit gelogen, dann stelle womöglich sofort durch eine Erklärung oder Zurücknahme deine Behauptung richtig. Eine aufrichtige Entschuldigung wirkt immer besser als eine noch so schöne Lüge. Franz von Sales


Ehrfurcht vor Gott

Begegnet mir, eurem Gott, mit Ehrfurcht, denn ich bin der Herr. Lev 19:14

Als Kinder haben wir keine Angst vor dem Vater, wohl aber Ehrfurcht vor Gott, die Sorge, jene Liebe zu zerstören, auf die unser Leben gegründet ist. Gottesfurcht ist jenes Bewußtsein für die Verantwortung, das wir haben müssen, Verantwortung für den Teil der Welt, der uns im Leben anvertraut ist. Verantwortung, diesen Teil der Welt und der Geschichte, der wir sind, gut zu verwalten und so dem rechten Aufbau der Welt, dem Sieg des Guten und des Friedens zu dienen. Benedikt XVI


Gerecht handeln

Es soll bei euch gerecht zugehen. Lev 19:15

Das hebräische Wort für Gerechtigkeit Zedaka ist ein Beziehungswort, soll heißen, es geht darum sich in konkreten Beziehungen, zu Gott, zu den Mitmenschen und zur Umwelt, angemessen zu verhalten im Sinne der Gerechtigkeit. Das hört sich schnell abstrakt und fern an, beginnt aber in meinem unmittelbaren Umfeld: evtl. gibt es an der Arbeit jemanden der ungerecht behandelt wird. Gerecht sein heißt da: mich nicht raushalten, sondern den Mund aufmachen, den Konflikt riskieren und mich nicht resignierend darauf zurück zu ziehen, dass man ja doch nichts machen kann. “Die Nächstenliebe ist immer mit der Gerechtigkeit verbunden.” (Vinzenz von Paul)

Wo geschieht bei dir heute in diesem Sinne die Verlebendigung des göttlichen Wortes?


Nicht nachtragend sein

Sei nicht nachtragend! Lev 19:18

Vergeben oder verzeihen bedeutet, einer Person nicht mehr böse zu sein, obwohl sie etwas falsch gemacht hat. Das griechische Wort, das in der Bibel mit Vergebung übersetzt wird, bedeutet wörtlich „fortgehen lassen“. Jemandem zu vergeben heißt, nicht nachtragend zu sein, d.h. loszulassen und dem anderen sein Fehlverhalten nicht nach zu tragen. Das heißt nicht, den Fehler gut zu heißen oder so zu tun, als ob er nie geschehen wäre. Vergeben bedeutet schlicht, nicht nachtragend zu sein.


Nächstenliebe (1)

Liebe deinen Mitmenschen wie dich selbst! Lev 19:18

Auch wenn es wohl kein Wort gibt, dass so missbraucht und verkitscht wird, besteht die eigentliche Revolution der Botschaft Jesu in der Liebe. Gott ist die Liebe und in dieser Liebe sollen wir bleiben. Weil er uns liebt, können wir lieben. Liebe muss ständig gepflegt werden, sie braucht viel Geduld und Nachsicht, besonders in Beziehungen mit Problemen und Unstimmigkeiten. Leider: das Bedürfnis des Menschen, im Recht zu sein, ist so groß, dass er bereit ist, dafür sich selbst, seine Beziehungen und sogar die Liebe zu opfern. Dennoch: Jeder Tag ist eine Chance, die Liebe neu zu entdecken.

Hege keinen Hass gegenüber deinem Mitmenschen! Lev 19:17


Nächstenliebe (2)

Deinen Nächsten sollst du lieben wie dich selbst. Lev 19:18

Das Nächstenliebe-Gebot im AT steht im hebräischen Urtext im Dativ. Es heißt dort nicht man solle jemanden lieben, sondern man solle jemandem lieben. Durch den Dativ ist der Schwerpunkt auf das Tun gelegt. Das heißt, das Gebot der Nächstenliebe und Selbstliebe zielt nicht zuerst auf Gefühl, sondern auf Handeln. In der Tat, Liebe zu mir selbst und zum Nächsten als Gefühl lässt sich nicht vorschreiben oder erzwingen. Aber Liebe als liebevolles Zugehen auf den Nächsten, als liebevoller Umgang mit mir selbst im Handeln und konkretem Tun, das lässt sich recht wohl gebieten.

Der eigentliche Gottesdienst der Christen ist die Liebe. Benedikt XVI


Respekt vor älteren Menschen

Steht in Gegenwart alter Menschen auf und begegnet ihnen mit Respekt. Lev 19:32

Den alten Menschen Ehre entgegenzubringen, das umfaßt eine dreifache Verpflichtung ihnen gegenüber: Annahme, Beistand und Wertschätzung ihrer Eigenschaften. Es gilt, sich davon zu überzeugen, daß Achtung und Liebe gegenüber den alten Menschen, die sich trotz des Schwindens ihrer Kräfte als lebendiger Teil der Gesellschaft fühlen sollen, zu einer wirklich menschlichen Zivilisation gehört. Schon Cicero schrieb, daß die Last des Alters für den leichter ist, der sich von den Jungen geachtet und geliebt fühlt.