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11 Philipper

Brief an die Philipper

Philipper Kapitel 1


Phil 1,3-4: Dankbarkeit und Freude

Ich danke meinem Gott immer wieder, wenn ich an euch denke, und das tue ich in jedem meiner Gebete mit großer Freude. Phil 1:3‭-‬4

Gott für andere Menschen zu danken ist wundervoll. Ich danke Gott immer wieder ganz bewusst für bestimmte Menschen, die er mir auf meinem Lebensweg geschenkt hat und die mir durch ihre Verbundenheit mit mir Freude bereiten. Dreizehn mal kommt dieses Wort Freude im Brief vor! Es ist wahrlich ein Brief der Freude. Diese Verbundenheit nun gründet in der Liebe. Wir dürfen und sollen darum beten, dass die Liebe sowohl in mir wie auch im anderen zunehme. Das ist so wichtig! “Ich bete darum, dass eure Liebe immer reicher und tiefer wird.” (Phil 1:9)

Für welche Menschen kannst du Gott danken? Welche Menschen bereiten dir Freude? Hälst du Fürbitte für sie, auf dass die Liebe in ihnen tiefer wird?


Phil 1,21: Christus ist das Leben

Für mich ist Christus das Leben, und das Sterben ein Gewinn. Phil 1:21

Lebenssinn besteht in der Gemeinschaft mit Jesus Christus. Sein Tod und seine Auferstehung sind die Frohe Botschaft. Das Sterben jeglicher Art als Gewinn anzusehen, bedeutet nicht, das Leben gering zu schätzen. Vielmehr ist es eine Neuausrichtung des Lebens auf Christus, denn wer liebt, will bei dem sein, den er liebt: der Auferstandene ist Anfang und Ziel unseres Lebens. Und jetzt kommt’s: durch diese Neuausrichtung sind wir allem gestorben, was uns so wichtig und unersetzlich erschien. Dies alles aber drängt nach außen zu anderen Menschen, um ihnen zu verkündigen, dass Christus das Leben ist:

Wenn nur jeder erfährt, wer Jesus Christus ist!  Phil 1:18


Phil 1,27: Lebt nach dem Evangelium

Das Entscheidende ist: Lebt so , dass es im Einklang mit dem Evangelium von Christus steht! Phil 1:27

Ich nehme mit stets vor, mit allen Menschen aus meinem Umfeld friedvoll umzuggehen, nach dem Willen Gottes, dem Evangelium von Christus. Es gibt Tage, da gelingt das richtig gut. Und es gibt diese anderen Tagen, wo ich aus welchen Gründen auch immer pampig zu meinem Nächsten bin oder mehr. Da gelingt mir nicht, was ich mir vorgenommen habe. In diesem Mißlingen muss ich auch Barmherzigkeit mir selbst erweisen, über dieses Mißlingen darf ich mir keine Sorgen machen, nein: “Alle eure Sorge werft auf ihn; denn er sorgt für euch.” (1. Petrus 5,7), er verweigert die Barmherzigkeit keinem, der sie erfleht. “Ich will nun einmal dem Letzten hier genauso viel geben wie dir.”(Mt 20:14) Gott sieht unser Bemühen, versagen wir, dürfen wir das in sein unerschöpfliches Meer der Barmherzigkeit werfen.


Philipper Kapitel 2

Phil 2,3 Bescheidenheit

Seid bescheiden. Phil 2:3

Bescheidenheit ist die Erkenntnis, dass wir unsere Fähigkeiten allein von Gott empfangen haben. Es sind Geschenke Gottes, für die wir dankbar sein dürfen und die wir nach seinem Willen einsetzen dürfen. Das englische Wort für Bescheidenheit humility geht auf das lat. Humus zurück, was Erdreich oder Boden bedeutet. Bescheidenheit bedeutet auf dem Boden zu bleiben, nicht stets nach immer höher, mehr, besser usw. zu streben, sondern mit dem zufrieden zu sein, was man hat. Dabei geht es vor allem um die Bescheidenheit der Seele: die Demut


Phil 2,3: Demut

In Demut achte einer den anderen höher als sich selbst. Phil 2:3

Demut bedeutet nicht, sich klein zu machen oder seinen eigenen Wert zu leugnen. Demut bedeutet eine realistische Selbsteinschätzung, bei der man seiner eigenen Geringheit Vergleich mit der Größe Gottes bewusst wird. Falsche Demut ist also, wenn man sich selbst nur schlecht macht. Nein. Wir Menschen sind ja Gottes Ebenbild, wenn wir uns selbst verachten, verachten wir Gott. Demütige Menschen sind nicht Menschen, die sich selbst kleinmachen oder entwerten, sondern es sind Menschen, die den Mut zu ihrer eigenen Wahrheit haben und daher bescheiden auftreten. Sie wissen, daß alle Abgründe dieser Welt auch in ihnen sind. Daher verurteilen sie niemanden. Demut besteht nicht darin, dass wir uns für minderwertig halten, sondern darin, dass wir vom Gefühl unserer eigenen Wichtigkeit frei sind. Stattdessen halten wir unser Herz ganz unten, ganz ruhig, zu Füßen des Kreuzes.

Es macht mir nichts aus anzuerkennen und zu wiederholen, daß ich nichts bin und nichts gelte als ein reines Nichts. Der Herr ließ mich aus dem armen Volk geboren werden und hat an alles übrige gedacht. Ich habe ihn machen lassen. Papst Johannes XXIII


Phil 2,4: Auf den anderen schauen

Jeder soll auch auf das Wohl der anderen bedacht sein, nicht nur auf das eigene Wohl. Phil 2, 4-5

Neid ist die Sünde des Unbehagens über das Glück des Nächsten. Wenn wir unser Leben voll danach ausrichten, selbst gut da zu stehen, machen wir uns selbst zur Nummer Eins. Gott dagegen möchte, dass wir in Liebe uns selbst wie auch den Anderen im Blick haben. “Wie die Wurzel allen Übels die Ichsucht ist, so ist auch die Wurzel alles Guten die Liebe. Ohne sie ist der Reiche arm, mit ihr ist der Arme reich. (Augustinus). Jeden Tag gilt es neu zu erkennen und zu glauben: Mit Gott ist überall gut sein. Ohne Ihn nirgends, denn Gott IST die Liebe.


Phil 2,5: Christus zum Vorbild nehmen

Nehmt euch Jesus Christus zum Vorbild. Phil 2:5

Christus hat sein Leben für uns hingegeben. Da wir ihm nun nach folgen, geben auch wir uns dem anderen hin. Christliche Existenz ist Pro-Existenz: Dasein für den Nächsten. Wie diese Pro-Existenz konkret aussieht beschreibt Paulus so: gegenseitige Ermutigung, liebevoller Trost, herzliche und mitfühlende Liebe, ganz einig sein, fester Zusammenhalt, in Demut den einen anderen höher achten als sich selbst, nichts aus Selbstsucht tun! Das darf nie als reine Werteethik angenommen werden, sondern wird immer auf Christus bezogen und von ihm bewegt, der unser Vorbild ist. Die Liebe des Herrn ist Grund und Halt für das Zusammenleben mit unseren Mitmenschen.

Jeder schaue nicht auf das Seine, sondern jeder auf das des anderen. Phil 2:4


Phil 2,6: Christus-Hymnus

Obwohl er in jeder Hinsicht Gott gleich war, hielt er nicht selbstsüchtig daran fest, wie Gott zu sein. Nein, er verzichtete darauf und wurde einem Sklaven gleich: Er wurde wie jeder andere Mensch geboren und war in allem ein Mensch wie wir. Phil 2:6

Die kommenden Verse beinhalten einen einzigartigen Christus-Hymnus. Er beginnt mit der göttlichen Präexistenz Jesu und seiner Erniedrigung im Menschwerden. Gott ist ein naher Gott, er kommt zu uns herunter, kommt uns in Jesus Christus nahe und wird wie wir, erniedrigt sich darin selbst, teilt unser menschliches Schicksal und ist uns so ganz nahe in unserer Not. Dieser Weg führt ihn ans Kreuz, ein grausamer Tod, den er auf sich nahm, um für den Weg zum Leben freizumachen. Alles tat er im Gehorsam zum Vater. In dem Geheimnis seines Gehorsams bis zum Tod am Kreuz wurde der neue und ewige Bund verwirklicht. Darum hat ihn der Vater erhört. Jesus Name steht nun über allem. Vor Jesus müssen einmal alle auf die Knie fallen. Jeder wird bekennen, dass Christus der Herr ist.

Jesus Christus ist der Herr! Phil 2:11


Phil 2,12: Hörende Klugheit

Die Klugheit wird euch geduldig machen mit euch selbst und mit den anderen. Phil 2,12

Wenn wir weise, wenn wir klug werden wollen, dann brauchen wir ein hörendes Herz. Ein hörendes Herz ist wach, interessiert, aufnahmefähig, schaut in Ruhe hin und nimmt wahr, was geschieht ohne sofort zu urteilen, ohne schon Bescheid zu wissen. Klugheit und ein hörendes Herz sind nicht trennbare Geschwister. Die wahre Klugheit bleibt stets hellhörig offen für die Eingebungen Gottes. Heiliger Geist, erleuchte mein Herz und lass mich das Wort Gottes verstehen. Jesus sei immer in deinen Gedanken, in deinem Herzen und vor deinen Augen.


Phil 2,14: Alles ohne Murren tun

Tut alles ohne Murren. Phil 2:14

Für Benedikt ist das Murren das schlimmste Laster des Mönches. Es verschließt ihn gegenüber Gott. Ja, das Leben ist oft hart. Doch es geht darum, dass wir mitten in der Härte unseres Lebens auf Gott harren und hoffen, die Härte unseres Lebens öffnet uns für Gott. Achten wir außerdem, uns nicht schon von Kleinigkeiten aus der Bahn werfen zu lassen, nicht auf jede kleine Widrigkeit sofort mit schlechter Laune zu reagieren.


Phil 2,15: Wie Sterne am Himmel

Wenn ihr als Kinder Gottes […] lebt, werdet ihr unter euren Mitmenschen wie Sterne am Nachthimmel leuchten. Phil 2:15

Wir leuchten, wenn wir am “Wort des Lebens” (Phil 2,16) fest halten: Jesus Christus. Durch ihn bringt Gott Licht in unser Leben, das uns verändert. Bitten wir den Herrn, dass das Licht seines Wortes und seiner Liebe in uns nicht ausgelöscht, sondern heller und größer wird, so dass wir mit ihm Menschen des Tages seien, Sternenlichter für unsere Zeit. Wir leuchten, so dass die Menschen um uns herum das Licht sehen und zur Lichtquelle hingezogen werden. Das Leuchten des Lichts in uns kann jedoch durch unser Tun geschwächt werden. Paulus mahnt hier vor allem vor dem Murren, dem ständigen sich Beklagen über dieses oder jenes. “Tut alles ohne Murren.” (Phil 2,14) Bedenken wir stattdessen stets das Geschenk, dass er uns seinen Willen offenbart und ebenso die Kraft, ihn auch so auszuführen, wie es ihm gefällt.

Ihr sollt sein wie ein Fenster, durch das Gottes Güte in die Welt hineinleuchten kann. Edith Stein

Philipper Kapitel 3


Phil 3,7-8: Christus gewinnen

Aber seit ich Christus kenne, ist für mich alles wertlos, was ich früher für so wichtig gehalten habe. Ich erachte es für Dreck, auf dass ich Christus gewinne und in ihm gefunden werde. Phil 3, 7-8

Dreck, Unrat, Verlust, Mist bis hin zum Kot … die Übersetzungen überschlagen sich hier. Alle meinen das Gleiche: den Dingen den richtigen Wert zumessen! Paulus war vor seiner Bekehrung ein Vorbild-Religiöser. Er war aber innerlich blind, soweit, dass er sogar die Christen verfolgte.  Erst die direkte Begegnung mit Jesus Christus ließ ihn aus seiner Blindheit erwachen und er erkannte: es zählt nur das Leben in Christus. Was unser Leben wertvoll macht, ist Gottes Ja zu uns in Christus. Verdient hat es keiner. Alles ist Gnade. Auch wir brauchen diese direkte persönliche Begegnung, um nicht zu erblinden, sondern mit offenen Augen nur auf ihn zu schauen. Die persönliche Begegnung findet statt im Gebet, dem Lesen der Bibel und im Empfang der Sakramente. So lernen wir Christus immer besser kennen und werden immer tiefer in ihm verwurzelt.


Phil 3,10: Das Kreuz als dein Begleiter

Seine Leiden möchte ich mit ihm teilen und mein Leben ganz für Gott aufgeben, so wie es Jesus am Kreuz getan hat . Phil 3:10

Du musst überall, wo du hingehst, Geduld mit dir nehmen, wenn du inneren Frieden haben willst. Denn das Kreuz ist ein fester Wegbegleiter. Entweder hast du einen körperlichen Schmerz oder die Psyche macht dir zu schaffen. Mal fühlst du dich von Gott verlassen, mal macht dir ein Mitmensch zu schaffen und oft bist du dir selbst eine Last. Und so wirst du überall ein Kreuz finden. Bitten wir den Herrn darum, uns die Kraft zu geben, die Kreuze zu tragen. Am Kreuze ist alles gelegen. Es führt kein anderer Weg zum Leben, zum wahren, inneren Frieden, als der Weg des Kreuzes, des täglichen Sterbens.

Denke oft daran, dass der Heiland uns durch Leiden und Dulden erlöst hat. Auch wir können unser Heil nur wirken durch geduldiges Ertragen der Schwierigkeiten, Widerwärtigkeiten und Unannehmlichkeiten. Franz von Sales


Phil 3,13: Auf das Ziel schauen

Noch bin ich nicht am Ziel angekommen. Aber eins steht fest: Ich will vergessen, was hinter mir liegt, und schaue nur noch auf das Ziel vor mir. Phil 3:13

Wir sind und bleiben Werdende in diesem Leben fortschreitend mit Christus auf dem Weg unserer inneren Entwicklung. Dieser Weg führt immer auch durch das Tal, wo wir mit uns selbst kämpfen, den Kampf darum, den Glauben so zu leben, dass wir dabei konsequent den Weg Gottes gehen. Wir sind hier lebenslang unterwegs. Der folgende Text von Luther drückt dies sehr schön aus: Das Leben ist nicht ein Frommsein, sondern ein Frommwerden, nicht eine Gesundheit, sondern ein Gesundwerden, nicht ein Sein, sondern ein Werden, nicht eine Ruhe, sondern eine Übung. Wir sind’s noch nicht, wir werden’s aber. Es ist noch nicht getan oder geschehen, es ist aber im Gang und im Schwang. Es ist nicht das Ende, es ist aber der Weg. Es glüht und glänzt noch nicht alles, es reinigt sich aber alles.

Das Leben erfordert immer wieder, Bekanntes loszulassen und weiterzugehen. Wer am Alten emotional haften bleibt und nicht bewusst loslässt, kann auch nur schwer neues Land erobern. Es braucht innere Freiheit, um sich wieder mit ganzem Herzen auf neue Gegebenheiten einzulassen. Paulus bringt das in diesem Vers auf den Punkt: sich bewusst auf das vor einem Liegende konzentrieren. In der Phase des Loslassens fällt das schwer und das ist auch in Ordnung. In dieser Zeit darf ich nachsichig mit mir selbst sein und mir auch Zeit für den Abschied geben. Denn nur wenn ich Altes bewusst loslasse, bin ich offen für eine Neues.


Phil 3,20: Heimat im Himmel

Wir aber sind Bürger im Himmel. Phil 3,20

Unser Lebensweg führt zu diesem Ziel. Der Himmel ist aber nicht allein unsere Zukunft, sondern auch unsere Herkunft. Das himmlische Bürgerrecht verweist uns auf diese Erde, um das hier begonnene Reich Gottes zu leben, das überall dort aufbricht, wo wir in Gottes Liebe leben und sie in die Welt tragen. Dafür sind wir seine Gesandten. Wenn wir als Christen leben, dann, indem wir mit beiden Füßen auf dem Boden stehen und die Liebe im Heute praktizieren. Aber unsere Augen sind dabei fest auf das Ziel gerichtet, und dieses Ziel ist der Himmel. Es ist immer wieder wichtig, sich bewusst zu machen, warum und wofür man lebt. Denn nur wenn wir wissen, wohin wir gehören, können wir dem Herrn wirklich nachfolgen.

Philipper Kapitel 4


Phil 4,1: Im Herrn fest stehen

Steht fest im Herrn, Geliebte! Phil 4,1

Im Herrn Christus fest stehen gibt uns eine geistliche Festigkeit, die uns in den Stürmen des Lebens hält. Stehen wir fest in ihm, hält er uns. Verlieren wir daher nie den Mut. Sage immer wieder am Tag von Herzen “Jesus hilft” und du wirst sehen, dass er es tun wird. Sein Friede macht uns in den Schwierigkeiten ruhig. Seine Gnade genügt uns in jeder Situation. Habe ich einen festen Glauben und ein tiefes Vertrauen, kann mich nichts beunruhigen! Mut bedeutet, sich den Situationen des Lebens zu stellen, nicht alleine, sondern mit ihm und aus der Gewissheit heraus, dass er, der König in Ewigkeit ist, uns trägt, ruft und uns mit seinem Frieden segnet alle Tage unseres Lebens.


Phil 4,4: Freut euch

Freut euch zu jeder Zeit, dass ihr zum Herrn gehört. Philipper 4:4

Freude ist das Schlüsselwort des Briefes. Insgesamt 17 mal kommt es vor. Freude kann man nicht befehlen! Das hängt von meiner Gefühlslage ab. Und Paulus tut es doch, im Gefängnis sitzend, seinen Tod erwartend. Es geht ihm um die tiefer gehende Freude, die in Not und Schwierigkeit nicht angetastet wird. Es ist eine Freude, welche die Not nicht leugnet, aber gerade in der Not Gott findet, erkennt, dass wir dem Herrn gehören. Ja: Der Ursprung der Freude ist die Beziehung zu Christus, denn Christus ist die Freude.

Kinder Gottes müssen immer Frieden und Freude verbreiten. Josemaría Escrivá


Phil 4,4: Nochmals freut euch

Und noch einmal will ich es sagen: Freut euch! Phil 4:4

Betont wiederholt hier Paulus den Aufruf zur Freude! Der Kern ist, dass diese christliche Freude unabhängig von unseren Umständen ist. Die Freude in Gott hängt davon ab, ob ein Mensch sich sowohl auf hellen wie eben auch auf dunklen Wegen bei Gott weiß. Die Freuden der Welt dagegen dürfen wir zwar genießen, immer aber im Bewusstsein, dass sie flüchtig sind und in ihnen nicht die wahre tiefe Freude zu finden ist. Die tiefe, ewige Freude verändert dagegen alles. Nicht nur unser Innenleben, sondern darin auch unser Verhältnis zu unseren Mitmenschen. Christliche Freude kann nie für sich isoliert betrachtet werden. Sie drängt nach aussen. Nicht ohne Grund ist daher der anschließende Bibelvers folgender:

Alle Menschen sollen eure Güte und Freundlichkeit erfahren. Der Herr kommt bald! Phil 4:5


Phil 4,6: Sich keine Sorgen machen

Macht euch keine Sorgen! Ihr dürft in jeder Lage zu Gott beten. Sagt ihm, was euch fehlt, und dankt ihm! Phil 4:6

Keine Sorgen machen! Sich nicht den Kopf zerbrechen. Nicht verzweifeln. Auch wenn wir das nie voll und ganz schaffen in unserer Unvollkommenheit, so ist es doch die Richtung in die wir gehen. Wenn wir mit Christus verbunden sind, der uns nahe ist, werden wir durch seine Gnade auch geistlich wachsen und immer standhafter werden und nicht bei jedem kleinen Windchen, das uns entgegen weht in Angst und Sorge verfallen. Wir dürfen eben nie und nimmer vergessen, dass er uns immer und überall nahe ist. Und doch tun wir Ihn gerade im Strudel des Alltags immer wieder doch vergessen und lassen uns dann von diesem Alltag überwältigen. Und da steht dann dieser schlichte, aber für unser Leben so elementar wichtige Satz: Sagt ihm, was euch fehlt und dankt ihm !!!


Phil 4,7: Frieden im Herzen durch Jesus

Der Friede Gottes, der allen Verstand übersteigt, wird eure Herzen und eure Gedanken bewahren in Christus Jesus! Phil 4:7

Um den Frieden unserer Seelen in Jesus zu finden und zu bewahren, ist es notwendig, immer wieder auch los zu lassen, vor allem sich selbst, im Blick auf den gekreuzigten Jesus, der sein Leben los ließ. Viel zu häufig hängt unser Herz an vielen anderen Dingen, schöne wie nicht so schöne (materieller Besitz, Sorgen, Beziehungen etc.). Eine wachsende und inniger werdende Jesusbeziehung und der damit einhergehende innere Frieden hängt wesentlich mit diesem “Loslassen-Können” zusammen. Das Evangelium beginnt mit dem Frieden und es schließt mit dem Frieden, um uns zu lehren, dass dies das Erbe ist, dass Gott uns, seinen Kindern, hinterlassen hat. Der Friede des Herrn sei mit dir und begleite dich durch den heutigen Tag.

Das Maß unseres inneren Friedens ist das Maß unserer Hingabe, also unserer Loslösung. Jacques Philippe


Phil 4,13: Kraft und Stärke durch Christus

Alles kann ich durch Christus, der mir Kraft und Stärke gibt. Phil 4:13

Dieses Wort enthält die unumstößliche Verheißung, daß Gott seine Kinder nicht verläßt, wenn sie Ihn nicht verlassen. Mit Gott habe ich alles. Er allein genügt. Er gibt KRAFT und STÄRKE! Ob ich nun weltlich gesehen wenig oder viel habe, kann ich mit beidem zufrieden sein, weil ich eben in ihm alles habe. Aus seinem großen Reichtum gibt Gott uns durch Jesus Christus alles, was ihr zum Leben brauchen. Und darum endet der Brief mit folgendem Schlussakkord:

Gott, unserem Vater, gebühren Lob und Ehre in alle Ewigkeit. Amen. Phil 4:20