Anmeldung ->

12 Kolosser

Brief an die Kolosser

Kolosser Kapitel 1


Kol 1,4: Glaube und Liebe

Wir haben von eurem Glauben an Jesus Christus gehört und davon, wie ihr allen Christen in Liebe verbunden seid. Kol 1:4

Das sind die zwei entscheidenden Seiten des christlichen Lebens: Treue zu Christus und die Liebe zu den Mitmenschen. Beides gehört zusammen. In der Nächstenliebe setzten wir letztlich unseren Glauben an Christus in die Tat um. Es geht darum, unser ganzes Tun, gerade das alltägliche in Beruf und Familie, mit Christus in Verbindung zu bringen, um ihn eben darin zu finden. In dieser Verbindung wird uns Christus nicht fragen, wie viel wir geleistet haben, sondern mit wie viel Liebe wir unsere Taten vollbracht haben.

Der Mensch ist so viel Mensch und so groß Mensch, als er liebt. Alfred Delp


Kol 1,15: Christus als Ebenbild Gottes

Christus ist das Ebenbild des unsichtbaren Gottes. Kol 1:15

Mit Vers 15 beginnt der an Tiefe und Schönheit beeindruckende feierliche Christushymnus (Vers 15-20). Im alten Testament offenbart sich Gott vor allem in einer Wolke oder im Feuer, bleibt jedoch unsichtbar. Christus ist gekommen, damit wir durch ihn diesen bislang unsichtbaren Gott kennen lernen, wie er ist. Jesus sagte” Wer mich sieht, der sieht den Vater (Joh 14, 9). Jesus ist die Vergegenwärtigung Gottes selbst, in dem die ganze Liebe und das ganze Leben Gottes zu uns kommt, einst, heute und in alle Ewigkeit. Begreifen wir das Geschenk dieser Gnade!

Gott war unbegreiflich, unnahbar, unsichtbar und unvorstellbar. Er ist Mensch geworden, uns nahe gekommen in einer Krippe, damit wir ihn sehen und begreifen können. Bernhard von Clairvaux


Kol 1,15: Christus als Erstgeborener

Er ist der Erstgeborene vor aller Schöpfung. Durch ihn ist alles erschaffen, was im Himmel und auf der Erde ist. […] Denn Christus war vor allem anderen und alles hat nur durch ihn Bestand. Kol 1:15-17

Der Hymnus betrachtet zuerst die Bedeutung von Christus in der Schöpfungsgeschichte. Der Titel Erstgeborener bedeutet nicht, dass Jesus das zuerst erschaffene Wesen ist, sondern betont die Vorrangstellung Christi vor der ganzen Schöpfung. Der Titel Erstgeborener bezeichnet Ihn als den, der die erhabenste Stellung inne hat. Wenn alle Dinge in Ihm und durch Ihn geschaffen wurden, so wurden sie auch für Ihn geschaffen. Christus ist nicht nur der, durch den alle Dinge geworden sind, sondern er ist es auch, der sie am Leben erhält. Das alles kannst du auf dich beziehen. Du wurdest von ihm auf ihn hin geschaffen! Sei dir dessen stets bewusst. Du bist ein Teil von Gottes Schöpfung. Lass Jesus dieses Stück Schöpfung – eben dich – gut und heil machen.


Kol 1,19: Christus der Erlöser

Gott hat beschlossen, mit seiner ganzen Fülle in ihm zu wohnen und alles im Himmel und auf der Erde durch ihn mit sich zu versöhnen. Kol 1, 19-20

Der Hymnus betrachtet nun die Bedeutung von Christus als Retter in der Erlösungsgeschichte. Dazu Gedanken von Bonhoeffer: Gott ist ein Gott des Tragens. Der Sohn Gottes trug unser Fleisch, er trug darum das Kreuz, er trug alle unsere Sünden und schuf durch sein Tragen Versöhnung. Die Gestalt des Jammers und des Schmerzes. So sieht der Weltversöhner aus. Die Schuld der Menschheit ist auf ihn gefallen. So teuer wird Gott die Versöhnung mit der Welt. Nur indem Gott an sich selbst das Gericht vollzieht, kann Friede werden zwischen ihm und der Welt und zwischen Mensch und Mensch. Das Geheimnis dieses Leidens und Sterbens ist die Liebe Gottes zum Menschen. Was Christus widerfuhr, das widerfuhr in ihm allen Menschen. In der Gestalt des Gekreuzigten erkennt und findet der Mensch sich selbst. Von Gott angenommen, im Kreuze gerichtet und versöhnt, das ist die Wirklichkeit der Menschheit: Gott hat Frieden gestiftet, als Jesus am Kreuz sein Blut vergoss. Kol 1, 20


Kol 1,27: Christus ist uns nahe

Dabei geht es um ein unbegreifliches Wunder, das Gott für alle Menschen auf dieser Erde bereithält. Ihr, die ihr zu Gott gehört, dürft dieses Geheimnis verstehen. Es lautet: Christus lebt in euch! Kol 1:27

Das ist der Kern des Christentums. Gott ist uns nahe, so nahe, dass er sogar in uns lebt. An keinen Ort müssen wir gehen, zu keiner Zeit müssen wir hier oder dort sein. Zu jeder Zeit und an jedem Ort können wir ihn anbeten, der in uns ist, können wir seine Hilfe erbitten, da er uns hört. Christus lebt in euch. Welch großes Geheimnis: Gott schenke euch tiefes Verstehen, damit ihr die ganze Größe seines Geheimnisses erkennt.


Kol 1,29: Bedeutung der Arbeit

Das ist das Ziel meiner Arbeit, dafür kämpfe ich, und dafür mühe ich mich ab. Christus, der mit seiner Macht in mir wirkt, schenkt mir die Kraft dazu. Kol 1:29

Wir sind dann reich, wenn wir in unserer Arbeit etwas gefunden haben, dem wir uns mit Leib und Seele widmen können und sie nicht nur teilnahms- und seelenlos ableisten. Unter vielem anderen gibt eben auch deine Arbeit deinem Leben Sinn. Und Christus gibt dir die Kraft dazu. Zugleich ist es unerläßlich, daß du dich von der Arbeit nicht versklaven läßt, daß du sie nicht zum Götzen macht, indem du meinst, in ihr den letzten und endgültigen Sinn deines Lebens zu finden. Arbeit ist gut und notwendig, aber wenn sie im Leben einen Platz einnimmt, für den sie nie gedacht war, dann wird etwas an sich Gutes zu unserem Feind, der an uns zehrt und uns verzehrt.

Kolosser Kapitel 2


Kol 2,7: In Christus verwurzelt

Wie ein Baum in der Erde, so sollt ihr in Christus fest verwurzelt bleibe und nur er soll das Fundament eures Lebens sein. Kol 2:7

Bilder sind immer wieder beeindruckend. Einmal das Bild des Baumes (=Ich), der seine Wurzeln tief in den Boden versenkt (=Jesus). Der Baum bekommt über seine Wurzeln seine Nahrung, so soll auch der Christ allein durch Christus genährt werden, der allein die Quelle des Leben ist, der uns hilft, unser tägliches Kreuz zu tragen und Früchte zu bringen. Zum anderen das Bild des Hauses (=Ich) mit einem festen Fundament (=Jesus). Steht unser Haus auf diesem Fundament können uns die Stürme unseres Lebens und der Welt nichts anhaben, können wir unser Leben um seinetwillen verlieren, um es zu gewinnen. Oh Herr, du bist meine Wurzel, du bist mein Fundament. Gelobt seist du!

Die Verwurzelung ist vielleicht das wichtigste und meistverkannte menschliche Bedürfnis. Simone Weil


Kol 2,7: Voller Dankbarkeit

Seid immer voller Dankbarkeit! Kol 2:7

Das beste Heilmittel gegen den Neid ist der dankbare Blick auf das, was einem selbst geschenkt wurde. Wenn wir mit unseren eigenen Gaben Frieden schließen, werden wir uns nicht ärgern. In dem Herzen, das stets Dankbarkeit erweist, verbleibt die Gnade.” (Isaak der Syrer). Dankbarkeit besänftigt die Gier nach Neuem und verringert Konsumbedürfnis und Reizhunger. Sie lässt einen für einen Moment innehalten und mit dem Erreichten zufrieden sein. Das bedeutet Entspannung.


Kol 2,9: Christus genügt

Nur in Christus ist Gott wirklich zu finden, denn in ihm lebt er in seiner ganzen Fülle. Kol 2:9

Das Thema des Briefes ist die Fülle in Christus. Es geht um das so wichtige “Christus genügt!” und wie dieses Genügen unser Leben praktisch durchdringt. Der Vers Kol 2,9 ist letztlich der Grundgedanke, welcher den ganzen Brief durchzieht, so schon im ersten Vers: “Paulus, ein Apostel von Jesus Christus, durch Gott berufen” (Kol 1:1). Gott beruft in seiner Gnade einen jeden von uns. In unserer Verantwortung liegt es, diese Berufung immer klarer zu erkennen in und durch unsere Beziehung zu Christus. Der Mensch ist nicht das, was er selbst aus sich macht, sondern das, wozu Gott ihn macht in und durch Christus


Kol 2,14: Die Vergebung annehmen

Gott hat den Schuldschein, der uns mit seinen Forderungen so schwer belastete, für ungültig erklärt. Ja, er hat ihn zusammen mit Jesus ans Kreuz genagelt und somit auf ewig vernichtet. Kol 2:14

Unser Stolz erschwert uns oft nicht nur dem Nächsten zu vergeben, sondern ebenso die Vergebung uns selbst gegenüber auszusprechen. Gerade fromme Menschen sind oft streng mit sich selbst und klagen sich bei Fehlschlägen heftig an. Bitte Gott um Vergebung, beichte deinen Fehlschlag in Reue und dann lass es gut sein. Ansonsten beleidigst du die Barmherzigkeit Gottes und zweifelst an ihr. Dabei leben wir in dieser Verheißung: “Keine der Sünden, die er früher begangen hat, wird ihm angerechnet.” (Ez 33,16). Gottes größte Freude besteht im Vergeben. Herr, voll Vertrauen komme ich zu dir. Vergib mir und hilf mir, auch mir selbst vergeben zu können.

Ich glaube, wenn Gott uns vergibt, müssen wir uns auch selbst vergeben. Es nicht zu tun, bedeutet, sich selbst über Gott zu stellen. Clive Staples Lewis

Kolosser Kapitel 3


Kol 3,2: Den Tugenden folgen

Richtet eure Gedanken auf Gottes unsichtbare Welt. Kol 3,2

Im Kapitel 3 geht es um praktische Anweisungen, um Aufzählungen von Laster und Tugenden, die mich in ihrer Dichte und Konkretheit immer wieder beeindrucken. Die Laster könnt ihr ja selbst nachlesen. Hier allein, was sich in wenigen Versen an Tugenden findet. Wir sollen uns hinwenden zu:

– herzliches Mitgefühl
– Güte
– Bescheidenheit
– Nachsicht üben
– geduldig sein
– einander ertragen
– sich gegenseitig vergeben
– mit jedem freundlich reden
– Gutes und Hilfreiches sagen
– die richtigen Worte finden

Wenn wir über die Tugend sprechen, sprechen wir über Christus. Ambrosius


Kol 3,2: Gedanken ausrichten auf Gott

Richtet eure Gedanken auf Gottes himmlische Welt und nicht auf das, was diese irdische Welt ausmacht. Kol 3:2

Inneren Frieden gewinnt der, wer sich nicht unnötig um alles kümmert, was andere sagen und tun. Inneren Frieden gewinnt der, der seine Gedanken immer wieder auf Gottes himmlische Welt ausrichtet. Der Christ hat in den himmlischen Dingen seine Ruhestätte, denn die irdische Welt vergeht. Ja, wir leben in dieser irdischen Welt und wir dürfen sie auch mit allen Sinnen und Gottes Geschenken darin genießen, aber wir sollten nicht zu sehr darin verhaftet sein. Schon morgen könnte unser Leben vorbei sein. Dann sind wir vergangen. Darum in der Welt leben, aber mit den Gedanken stets bei dem Allerhöchsten sein, nicht nachlässig im Gebet und verbunden mit Christus, dem Erlöser.


Kol 3,3: Sterben und Leben

Ihr seid gestorben und euer Leben ist verborgen mit dem Christus in Gott. Kol 3:3

Wo vom lebendigen Gott die Rede ist, steht immer dies Sterben dazwischen. Tod und Leben so auf einer Linie, das vermöchte man nur, wenn man mit Gottes eigenen Augen zu schauen vermöchte. Für uns Menschen sind die Unterschiede zwischen Tod und Leben ungeheuer groß, für Gott fallen sie in eins zusammen. Für Gott ist der Mensch nicht mehr und nicht weniger, nicht ferner und nicht näher, ob er lebt oder stirbt. Der Tod ist die Hölle und die Nacht und die Kälte, wenn ihn unser Glaube nicht verwandelt. Aber das ist ja das Wunderbare, daß wir den Tod verwandeln können. Bonhoeffer


Kol 3,3: Neues Leben

Ihr seid gestorben, und euer Leben ist verborgen mit dem Christus in Gott. Kol 3:3

Aus Raupen werden sie Schmetterlinge. Wir tun es ebenso, wenn wir geistliche Menschen sind. Wir geben unser menschliches Leben auf, um ein höheres Leben zu führen, ein Leben über uns selbst, indem wir dieses ganze neue Leben in Gott mit Jesus Christus verbergen, der es allein sieht, kennt und schenkt. Ihr lebt also nicht mehr in euch selbst und auch nicht innerhalb eurer natürlichen Lebensbedingungen. Eure Seele lebt nicht mehr nach ihrer eigenen Weise, sondern auf eine Weise, die sie übersteigt. Jesus Christus ist aber unsere Liebe und unsere Liebe ist das Leben unserer Seele. So ist unser Leben in Gott verborgen mit Jesus Christus.


Kol 3,13: Einander vergeben

Ertragt einander und vergebt euch gegenseitig, wenn jemand euch Unrecht getan hat. Denn auch Christus hat euch vergeben. Kol 3:13

Jede Vergebung muss damit beginnen, dass man sich der Wahrheit stellt, d.h. man fasst ganz klar das zu Vergebende ins Auge und benennt auch den Schmerz dazu. Die weitere Fähigkeit zu vergeben beruht letztlich auf der Erkenntnis unserer gemeinsamen Menschlichkeit und auf dem Eingeständnis, dass wir einander, weil wir menschlich sind, unvermeidlich verletzen und voneinander verletzt werden. Nur wenn wir die Vergebung unserer Sünden durch Jesus annehmen, können wir auch anderen vergeben. Das gehört zutiefst zusammen. Nicht vergeben zu können ist wohl einer der mächtigsten Gegenspieler der vollkommenen Freude!

Viele Male tragen wir ein Verzeichnis der Dinge mit uns herum, die uns angetan wurden. Das macht uns bitter und diese Bitterkeit lassen wir dann bei irgendeiner Gelegenheit wieder heraus. Ein Teufelskreis. Es gibt kein menschliches Zusammenleben ohne Verzeihung. Denn ob wir wollen oder nicht, immer wieder werden wir einander verletzen. Die Bereitschaft zur Vergebung betrifft nicht an erster Stelle Menschen, mit denen wir wenig zu tun haben, sondern die Allernächsten, denen wir am meisten unser Herz geöffnet und die uns tief verletzt haben: Dem Ehepartner, den Kinder, Eltern, Schwiegereltern, Nachbarn etc.


Kol 3,13: Um Vergebung bitten

Vergebt euch gegenseitig. Kol 3:13

Das eine ist es, jemanden zu vergeben. Das andere ist, jemanden um Vergebung zu bitten. Das empfinden viele als bitter, weil wir uns vor Demütigung fürchten. Wie schwer fällt es uns, aus ganzem Herzen um Vergebung zu bitten! Da gehen wir bildhaft gesprochen in die Knie. Das ist oft schwerer als selbst zu vergeben. Mein Schlüsselerlebnis war folgendes: Streit mit einer Mitarbeiterin. Ein Jahr nicht miteinander gesprochen. Dann die Überwindung: Ich bat um Vergebung. Sie vergab mir und gestand auch ein, selbst nicht ganz unschuldig gewesen zu sein. Damals habe ich mir geschworen: Das passiert mir nie wieder! Wenn es Streit gibt, gehe ich spätestens am nächsten Morgen wieder auf den anderen zu.

Vergebung ist die Macht, welche die Ketten der Bitterkeit und die Fesseln der Selbstsucht zerbricht. Corrie ten Boom

Wenn wir über eine Sünde, nachdem wir Vergebung erfahren haben, noch lange grübeln, rauben wir Jesus und uns selbst viel Freude. Corrie ten Boom


Kol 3,14: Die Tugend der Liebe

Wichtiger als alles andere ist die Liebe. Wenn ihr sie habt, wird euch nichts fehlen. Sie ist das Band, das euch verbindet. Kol 3:14

Unsere guten Taten kommen aus dem Glauben, der in der Liebe wirksam ist. Große Liebe vermag kleine Dinge in große umzuwandeln und nur Liebe allein verleiht unseren Taten Wert. Liebe gründet dabei nicht unbedingt immer auf Empfindungen, sondern auf Taten. Es ist ein Willensakt, ein Schenken. Lieben können wir dabei nur dadurch, dass wir selbst Geliebte und Beschenkte sind. Jesus hat gespürt, dass er unsere Liebe wecken muss, indem er uns seine Liebe vor Augen stellt, und das nicht nur einen Tag lang, sondern tagtäglich. Deshalb hat er sich dafür entschieden, in unserer Mitte zu wohnen.

Liebe ist die alles überragende Tugend. Jerry Bridges


Kol 3,15: Frieden im Herzen durch Christus

Der Friede des Christus regiere in euren Herzen. Kol 3:15

Das Leben ist wechselhaft. Mal ist Sonnenschein, mal Regen, mal geht´s uns gut, mal werden wir von unserem Stimmungen hingerissen. Sich vom Frieden des Christus regieren zu lassen, bedeutet zu versuchen, diese Wechselhaftigkeit mit einem gewissen gelassenen Lächeln zu betrachten mit der Erkenntnis, dass in dieser Welt hier nichts Bestand hat. Darum sollen wir das Wort des Christus reichlich in uns wohnen lassen (Kol 3,16), nur für ihn und durch ihn zu leben, so kommt der Frieden in unser Herz. Und es gibt nichts in der Welt, das so wertvoll wäre wie der Herzensfrieden. Oh Herr, hilf uns, in deinem Frieden zu verharren und uns von weltlichen Dingen nicht beunruhigen zu lassen


Kol 3,17: Alles im Namen des Herrn tun

Und was immer ihr tut in Wort oder Werk, das tut alles im Namen des Herrn Jesus und dankt Gott, dem Vater, durch ihn. Kol 3:17

Gott, du willst nicht, dass ich meine Arbeit aufgebe und mich aus den Verpflichtungen dieser Welt löse, um nur an dich zu denken. Ich soll dich vielmehr in meinen Arbeiten suchen. Ihr müsst diese Betätigungen heiligen, in dem ihr in ihnen Gott sucht. Deshalb will ich mein ganzes Tun mit dir in Verbindung bringen, um dich darin zu finden; in Glaube, Vertrauen und Liebe und in dem Verlangen, von deiner erbarmenden Liebe Zeugnis zu geben. Nichts entspricht dem Evangelium mehr, als auf der einen Seite bei Gott Kraft für die eigene Seele zu sammeln und dann hinzugehen und das Leid der anderen mitzutragen. Wir sind berufen, die Güte Gottes sichtbar werden zu lassen. Vinzenz von Paul

Kolosser Kapitel 4


Kol 4,2: Aspekte des Gebets

Verharrt im Gebet und wacht darin mit Danksagung und betet zugleich auch für uns. Kol 4,2

Ein wundervoller Vers, in dem uns gleich vier Aspekte des Gebets nahe gelegt werden. Erstens veharren wir im Gebet, wenn wir nicht nur unser mündlich gesprochenes Gebet als solches verstehen, sondern letztlich unser ganzes Leben zum Gebet wird. Zweitens wachen wir im Gebet, indem wir kontemplativ auch in den Mühlen des Alltags immer wachsam sind und verbunden bleiben mit Gott, von der Zerstreutheit unserer Gedanken uns wieder im zukehren. Das alles geschieht drittens in Danksagung. Welch Segen ist ein Leben, dass wir in der Danksagung leben. Viertens sollen wir für andere beten. Das fürbittende Gebet gehört in die Seele eines jeden Christen. Oh Herr hilf uns, dass unser Gebet zum Leben wird und unser Leben zum Gebet.

Das Hören vollzieht sich im Gebet. Die christliche Sache lebt und stirbt mit dem Gebet, das Gebet ist das Herz christlichen Lebens. Das Gebet ist so elementar unersetzlich wichtig für unser Leben. Durch das Gebet zieht es den großen Gott in das kleine Herz. Die Kraft des Menschen ist das Gebet, das sich Gott anvertraut. So bringt das Gebet zwei Liebende zusammen: Gott und die Seele. In dieser Zusammenkunft werden wir fähig sein Wort zu hören, dass dann wiederum in der tätigen Liebe wirksam wird. So wird Gebet zum Leben und das Leben selbst zum Gebet.

Betet! Der Mensch ist von Gott nie weiter entfernt als ein Gebet. Beten macht das Herz weit, bis es so groß ist, dass es Gottes Geschenk, nämlich ihn selbst, in sich aufnehmen kann. Das Gebet bewirkt, dass Wunder geschehen. Sogar in unserer modernen Welt! Um beten zu können, müssen wir lernen zu schweigen. Im Schweigen sehen wir alles in einem neuen Licht. Gott ist der Freund der Stille. Je mehr wir im stillen Gebet bleiben, desto mehr können wir in unserem aktiven Leben geben. Bete zu Gott wie ein kleines Kind. Es kann seine Gefühle in einfachen Worten ausdrücken, die so viel sagen. Das ist der Beginn des Gebetes: Zu wissen, dass Gott mich liebt, dass ich für größere Dinge geschaffen bin. (Teresa von Kalkutta)


Kol 4,17: Deinen Dienst erfüllen

Erfüll den Dienst, den dir der Herr gegeben hat, treu und gewissenhaft! Kol 4:17

Der Herr gibt einem jeden von uns einen Dienst auf dieser Erde, eine Aufgabe, die für jeden höchst individuell ist. Der Herr hat dir einen Dienst gegeben! Mache dir das immer wieder bewusst und schaue achtsam auf dein Leben, wo dich Gott hingestellt hat und zu welchem Zweck. Es kommt dabei nicht auf große und spektakuläre Aktionen an. Die großen Gelegenheiten, Gott zu dienen, sind selten: kleine gibt es immer. Es kommt hier darauf an, dass du treu deine Aufgabe erfüllst. Herr, ich will mein ganzes Leben in deinen Dienst stellen, sprich du mit mir und sage mir, was ich als Nächstes tun soll.

Wer alles auf den Dienst Gottes richtet, für den ist alles Gebet. Ignatius von Loyola