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Joh Kap. 18

Impulse, Auslegungen, Kommentare und Bibelzitate aus dem Johannes-Evangelium Kap. 18


Jesus wird verraten und verhaftet Joh 18,1-11

Mt 26,47-56; Mk 14,43-52; Lk 22,47-53


Hannas verhört Jesus Joh 18,12-24


Petrus leugnet, dass er Jesus kennt Joh 18, 24-27

Mt 26,69-75; Mk 14,66-72; Lk 22,54-65


Jesus steht vor Pilatus vor Gericht Joh 18,28-37

Mt 27,11-14; Mk 15,2-5; Lk 23,1-5


Bist du der König der Juden?‭ Joh 18:33

Mit dem Hahnenschrei war der Tag angebrochen. Der hohe Rat bringt Jesus zu Pilatus, da nur er das Recht hatte Todesurteile zu fällen. Der römische Statthalter Pilatus führte meist morgens Gerichtsurteile durch. Jesus beansprucht im Verhör vor Pilatus sein Königsein, allerdings mit einem so ganz anderem Königreich. “Mein Reich ist nicht von dieser Welt.” (Joh 18:36). Was für Pilatus ein entscheidender Punkt war: das Nichtvorhandensein einer militärischen Macht, ein gewaltloses Reich und somit keine Gefahr für das römische Reich. Auf diesem Hintergrund lässt sich verstehen, dass Pilatus geradezu darum ringt, dass Jesus nicht verurteilt wird.

Alles zu wollen, was Gott will, es immer zu wollen, bei allen Gelegenheiten und ohne Einschränkungen, das ist das Reich Gottes, das ganz innen ist. François Fénelon


Mein Königreich gehört nicht zu dieser Welt. […] Mein Reich ist von ganz anderer Art. Joh 18:36

Passion Christi beginnt mit der Karwoche, mit den letzten Tagen in Jerusalem? Nein, sie beginnt mit seiner Geburt. Sein Verzicht auf das Reich als ein Reich dieser Welt ist nicht erst in Golgatha, sondern von Anfang an vollbracht. Jesus hätte Herr der Welt sein können (vgl. Versuchungen Jesu). Er lehnt ab, weil er weiß, dass sein Reich ganz anderer Art ist. Und dieses sein Reich bedeutet hier auf der Erde häufig Niedrigkeit, Schmähung, Verfolgung, heißt unverstanden bleiben, heißt Haß, Tod, Kreuz. In Gehorsam und in Freiheit geht Christus für uns diesen Weg, um uns seine Liebe bekannt zu machen. Oh Herr, hilf mir, immer tiefer dein Königreich zu begreifen.


Mein Königtum ist nicht von dieser Welt. Joh 18,36

Sein Königreich ist grenzenlos, d.h. seine Liebe wendet sich allen Menschen zu! Wir sind im Herzen Gottes, das ist unser tiefes Vertrauen. Im Gebet wenden wir uns dem König zu. Theresia vom Kinde Jesu vergleicht das Gebet mit einer Königin die allzeit freien Zutritt hat beim König und alles erlangen kann, worum sie bittet, denn seine Macht und Herrschaft besteht in der dienenden Liebe, die den Weg des Kreuzes ging. Diese Tat des Herrn bleibt in seinem Herzen in Ewigkeit, ist immer gegenwärtig und diese Haltung seines Herzens zieht uns an, vereint uns mit ihm.

Für mich ist das Gebet ein Schwung des Herzens, ein einfacher Blick zum Himmel empor, ein Schrei der Dankbarkeit und der Liebe, aus der Mitte der Prüfung wie aus der Mitte der Freude; kurz, es ist etwas Großes, Übernatürliches, das mir die Seele weitet und mich mit Jesus vereint. Theresia vom Kinde Jesu


Ich bin in die Welt gekommen, um für die Wahrheit einzustehen. Joh 18:37

Jesus hält beharrlich an seinem Auftrag fest, weswegen er das Fleisch annahm. Der Auferstandene hält auch beharrlich an dir fest. Er lässt dich nicht fallen, gibt dir immer wieder neu die Chance zur Umkehr. Vertrauen wir nicht auf unsere Stärke, sondern auf den Glauben. “Im Licht des Glaubens bin ich stark, standhaft und beharrlich, im Licht des Glaubens hoffe ich: Das lässt mich nicht schwach werden auf dem Weg, und ohne dieses Licht ginge ich in der Finsternis.” (Katharina von Siena). Gerade auch in Glaubenskämpfen, in den vielen Garten Getsemanies der Seelen dieser Welt, wo wir mit Entscheidungen ringen, am Glauben zweifeln, gilt es vertrauend auszuharren. Wer ausharret, wird gekrönt. Halten wir uns beharrlich vertrauend an den Herrn, der beharrlich an uns fest hält. Gibt es bei mir Momente des Zweifels?


Ich bin ein König. Und dazu bin ich Mensch geworden und in diese Welt gekommen, um ihr die Wahrheit zu bezeugen. Joh 18:37

Als Jesus nach dem Wunder der Brotvermehrung merkte, dass die Leute ihn im weltlichen Sinne zum König ausrufen wollten, zog er sich schlicht zurück. Jünger Jesu zu sein bedeutet, sich von jeglichen weltlichen Maßstäben los zu sagen (Macht, Besitz, Erfolg etc ). Jesus bezieht sein Königtum auf die Wahrheit eines Gottes, der die Liebe ist und diesen Gott bezeugen wir. Das ist unsere Berufung als Jünger Christi. Diese Wahrheit, von der Christus Zeugnis gibt, verlangt in besonderer Weise nach unserer Antwort. Sie verlangt nicht nur das Erfassen, nicht nur die Annahme vom Verstand her, sondern eine Antwort, die sich aus dem ganzen Leben ergibt.

Ein König, der ans Kreuz geht, muß der König eines wunderlichen Reiches sein. Nur, wer die tiefe Paradoxie des Kreuzesgedankens versteht, kann den ganzen Sinn des Wortes Jesu verstehen: Mein Reich ist nicht von dieser Welt (Joh 18, 36). Bonhoeffer


Pilatus übergibt Jesus zur Kreuzigung Joh 18,38-40

Mt 27,15-26; Mk 15,6-15; Lk 23,13-25

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