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Joh Kap. 14

Impulse, Auslegungen, Kommentare und Bibelzitate aus dem Johannes-Evangelium Kap. 14


Das Kapitel 14 im Johannesevangelium gehört zu den Abschiedsreden (Kap 13-17). Die Abschiedsreden stellen den Übergang zur Passion und Kreuzigung dar. Es sind Worte im engsten Jüngerkeis, sein öffentliches Wirken ist abgeschlossen. Im Kapitel 14 spricht Jesus in konkretester und einzigartigster Weise über die heilige Dreifaltigkeit: Vater, Sohn und heiliger Geist. Jeder Bibelvers hat hier Gewicht.

In der österlichen Abschiedsrede erreichen wir den Höhepunkt der Offenbarung der Dreifaltigkeit. Johannes Paul II


Der Weg zum Vater Joh 14,1-14

Euer Herz erschrecke nicht! Glaubt an Gott und glaubt an mich! Joh 14:1

Jesus kennt mich und weiß, wie oft ich mich durcheinanderbringen lasse durch Zweifel, die aufkommen, Ereignisse, die ich nicht begreife und Aufregungen welcher Art auch immer. Jesus lädt mich ein, mich einfach in seine Arme fallen zu lassen. Viele Quellen der Unsicherheit in meinem Leben wird es wohl weiterhin geben. Trotz allem ist da immer Jesus, mein Herr, der mich stützt. Jesus bittet uns nur um eines: Glaubt an Gott, und glaubt an mich! Der Glaube gibt Sicherheit, auch in schwierigen Situationen. Auch wenn es zeitweise stürmisch zugeht und wir nicht wissen, wo uns der Kopf steht, können wir auf Jesus vertrauen.

Glaubt an Gott und glaubt an mich, sagt Jesus. Denn wenn ihr an Gott glaubt, müßt ihr folgerichtig auch an mich glauben. Das würde nicht folgen, wenn Christus nicht Gott wäre. Augustinus

Jesus will, dass unser Herz ruhig ist, voll Frieden, nicht verwirrt und verängstigt, wie wir es oft in unserer Welt erfahren. Er hat einen Plan für uns trotz aller Schwierigkeiten, die auftauchen können und die uns Sorgen bereiten; zu Hause, im Beruf, in der Familie. Euer Herz lasse sich nicht verwirren. Glaubt an mich. Gott mit mir. Für immer.


Im Haus meines Vaters sind viele Wohnungen. […] Ich gehe hin, um euch eine Stätte zu bereiten. […] So komme ich wieder und werde euch zu mir nehmen, damit auch ihr seid, wo ich bin.Joh 14:2‭-‬3

Das Ziel deines Lebensweges ist die Gemeinschaft mit Gott. Gott selbst ist das Haus mit den vielen Wohnungen. Wer einmal die Liebe Christi erfahren hat, weiß, dass es letztlich darum geht, immer mit Gott vereint zu sein. Jesus hat uns diese Stätte durch seine Eingaben erworben. Durch ihn haben wir ein Bürgerrecht im Himmel (Eph. 2,15-19). So können wir einst in unserem Sterben mit den Worten von Hedwig von Redern sprechen: Ach nein, das ist kein Sterben, wenn Christen heimwärts gehn, es ist nur ein Verwandeln, vom Glauben in das Sehn.

Im Glauben soll man sich nach ihm sehnen, damit man ihn durch die Sehnsucht erlange; die Sehnsucht der Liebe ist die Bereitung der Wohnung. Augustinus


Wohin ich aber gehe, wisst ihr, und ihr kennt den Weg. Thomas spricht zu ihm: Herr, wir wissen nicht, wohin du gehst, und wie können wir den Weg kennen? Joh 14:4-5

Jesus sagt, dass die Jünger Ziel und Weg kennen. Thomas verneint dies. Jesus aber kann nicht lügen, also wußten sie es, aber sie wußten nicht, daß sie es wissen. Zu diesem Wissen will Jesus sie und auch dich führen. Darum sagt Jesus nun den Schlüsselvers im 14. Kapitel: Ich bin der Weg, ich bin die Wahrheit, und ich bin das Leben! Ohne mich kann niemand zum Vater kommen. Sie kannten den Weg, weil sie den kannten, welcher der Weg ist. Sie kannten das Ziel, weil sie den kannten, welcher das Ziel ist, Leben und Wahrheit in Jesus. Wir können uns an Jesus als dem Weg, der uns zum Ziel unseres Lebens führt, orientieren, auch wenn der für uns oft im Halbdunkel verläuft. Christus ist und bleibt die Antwort auf alle unsere Probleme. Die Lehre Christi ist er selbst in Person.

Wohin gehen wir, wenn nicht zu ihm? Welches ist der Weg, auf dem wir gehen, als eben er selbst? Wir gehen zu ihm durch ihn. Und sowohl er als auch wir gehen zum Vater. Augustinus


Ich bin der Weg und die Wahrheit und das Leben; niemand kommt zum Vater als nur durch mich! Joh 14:6

Ich bin der Weg. Joh 14,6

Es geht hier um den wirklich richtigen Weg, den Weg meiner Bestimmung, den Weg zu Gott. Es geht hier um die Antwort auf meine Suche nach dem Heil. Wenn Jesus sagt: Ich bin der Weg, dann ruft er uns damit auch zur Umkehr von unseren selbst gewählten Wegen auf. Denn nur bei Jesus finden wir, was wir suchen und brauchen. Auf ihn muss ich blicken, ihn um Hilfe bitten, wenn ich nicht weiterweiß, und darauf vertrauen, dass er schon die Lösung für meine Probleme hat.

Jesus Christus weiß allein, wo der Weg hingeht. Wir aber wissen, dass es ganz gewiss ein über alle Maßen barmherziger Weg sein wird. Bonhoeffer


Ich bin die Wahrheit. Joh 14,6

Glaube ohne Wahrheit gibt keine Sicherheit. Glaube bleibt dann nicht mehr als ein schönes Gefühl. Auch wenn menschlich erkannte Wahrheit immer nur Stückwerk bleibt, so ist doch die Liebe zur Wahrheit unerlässlich. Daher: Liebe ich die Wahrheit? Suche ich aufrichtig danach, was wahrhaft gut ist oder passe ich mich der Welt an? Vor allem: Suche ich nach der Wahrheit in meinem Leben, wie Gott mich gedacht hat und was er mit mir vorhat? Voller Zuversicht wissen wir: die Wahrheit über mein Leben, mein Woher, Wozu und Wohin ist in Christus, der selbst die Wahrheit ist, verborgen. Im Glauben an ihn offenbart er mir diese Wahrheit auf seine Art und Weise und immer individuell. In ihm finde ich seine Wahrheit für mich. Die Seelsorge, der Dienst am Nächsten möchte dies ebenso: dem anderen helfen sich und seine zugesprochene Wahrheit in Gott und seinem Plan für uns zu finden.

Die größte Wohltat, die man einem Menschen erweisen kann, besteht darin, dass man ihn vom Irrtum zur Wahrheit führt. Thomas von Aquin


Ich bin das Leben. Joh 14,6

Das Leben so gesehen ist ein zweifelhaftes Geschenk. Denken wir nur an die vielen dunklen Seiten, die ein Leben oft enthält, das Schreckliche, das wir erleben müssen. Zum wirklichen Geschenk wird Leben erst dann, wenn ihm eine Verheißung mitgegeben wird, die stärker ist als alles Unheil, das uns widerfährt, wenn es in einer Kraft lebt, die zuspricht, dass es gut ist, ein Mensch zu sein. Unser Leben wird dann ein gutes Geschenk, wenn wir eingetaucht werden in die Verheißung, die nur Gott selbst geben kann: Es ist gut, daß Du bist !!! Das Geschenk des Lebens wurde uns gegeben. Ist es ein gutes Geschenk? Ja, weil das Leben, auf das wir getauft sind eine Person ist: Jesus Christus

Das ewige Leben, was er selbst ist, ist in ihm, damit, wo er ist, auch wir seien, nämlich in ihm. Augustinus


Wenn ihr mich wirklich kennt, werdet ihr auch meinen Vater kennen. Joh 14:7

Der Vater hat uns durch seinen Sohn erlöst und als seine geliebten Kinder angenommen. Der Vater hat sich sichtbar gemacht in seinem Sohn. Im Sohn können wir den Vater anschauen. Wir schauen ihn im Sohn an und er geht auf uns in Liebe zu im Sohn durch Menschen, durch sein Wort und in den Sakramenten. So lernen wir seine Gegenwart in unserem Alltag zu erkennen. Er liebt uns, läßt uns seine Liebe in seinem Sohn sehen und spüren, und aus diesem ,,Zuerst’’ Gottes kann als Antwort auch in uns die Liebe aufkeimen. Das ist göttliche Begegnung mit Gott, der für mich Sorge trägt.

Es gibt keinen Gott außer dir, der für alles Sorge trägt. Weisheit 12,13


Glaubst du nicht, dass ich im Vater bin und der Vater in mir ist? Joh 14:10

Sein ganzes Leben war in unaufhörlicher Hingabe und liebender Aufmerksamkeit auf den Vater hin ausgerichtet, ein innerer Jubel voller Anbetung und Liebe, des Dankes und der ununterbrochenen Fürbitte für alle Menschen. In seinem Beten war er so sehr eins mit sich und mit Gott, dass er sagen konnte: Ich bin im Vater, und der Vater ist in mir. Lebensbuch der monastischen Gemeinschaften von Jerusalem


Jesus verspricht den Heiligen Geist Joh 14,15-31

Liebt ihr mich, so haltet meine Gebote! Joh 14:15

Dreimal spricht Jesus von der Liebe zu ihm und dem Halten seiner Gebote! Die Verbindung ist hier das Entscheidende. Das Doppelgebot der Gottes- und Nächstenliebe ist kein starres Gebot, sondern nährt sich aus der Liebe zu ihm. Wir werden mehr aus dieser Liebe leben und dadurch Liebe werden. Weil die Liebe uns liebt, werden wir Liebe werden. Wenn wir Jesus lieben und ihm nachfolgen, hat das Konsequenzen. Was wir dann tun oder nicht tun, folgt nicht mehr unserer Berechnung, sondern orientiert sich an seinem Willen. Bei alldem bleibt die Liebe des Herrn zu uns bedingungslos. Jesus ist da, voller Liebe, voller Kraft, voller Geist. Beachte, Jesus sagt nicht: Wenn ihr meine Gebote haltet, liebe ich euch, sondern: “Wer meine Gebote annimmt und danach lebt, der liebt mich wirklich.” (Joh 14,21)

Jesus, ich liebe dich! Nach dir verlangt meine Seele. Für diesen Tag nur sei meine sanfte Stütze! Komm, um zu herrschen in meinem Herzen, schenk mir dein Lächeln gerade für heute! Thérèse von Lisieux


Dann werde ich den Vater bitten, dass er euch an meiner Stelle einen anderen Helfer gibt, der für immer bei euch bleibt. Dies ist der Geist der Wahrheit. […] Er bleibt bei euch und wird in euch leben. Joh 14:16‭-‬17

Der Heilige Geist ist die Kraft, durch die uns Christus seine Nähe erfahren läßt. Er ist die Person, der uns täglich neu die Weisheit schenkt, den Willen Gottes zu erkennen und die Kraft ihn auszuführen. Bitten wir täglich im Bewusstsein unserer Schwäche um Weisheit und Kraft. Beten wir darum! Öffnen wir dem Heiligen Geist jeden Raum unseres Herzens, v.a. aber den Raum unserer Beziehungen, damit sie von Liebe und Wahrheit durchdrungen werden. Hören wir auf seinen Rat, auf seine Eingebungen, die er uns schenkt.

Mögen eure Herzen stets geführt werden durch den Heiligen Geist. Amen


Ich lebe und ihr werdet leben. Joh 14,19

Du lebst durch das Mitsein mit ihm, der das Leben selber ist. Ewiges Leben haben wir nicht aus uns selbst, sondern durch das Mitsein mit dem, der das Leben selbst ist. Die bloße Unzerstörbarkeit der Seele allein könnte ewiges Leben nicht zu wirkliches Leben machen. Leben kommt uns aus dem Geliebtsein von dem, der das Leben ist, aus dem Mitlieben und Mitleben mit ihm. Jesus ist nicht eine Gestalt der Vergangenheit. Er lebt und als Lebender geht er uns voraus. Er ruft uns, ihm, dem Lebenden nachzugehen und so selber den Weg des Lebens zu finden. Wo begegnest du heute Jesus?

Das ganze Leben besteht aus Gelegenheiten, Jesus zu begegnen. Guardini


Ich bin in meinem Vater, ihr seid in mir und ich bin in euch. Joh 14,20

Suche die Beziehung mit dir selbst! Halte inne und frage, wer du bist und was du willst. Der innere Dialog ist unerlässlich. Wenn wir den Kontakt zu uns selbst verlieren, dann funktionieren wir nur noch. Flüchte dich nicht in die Opferrolle, steck den Kopf nicht in den Sand indem du alles auf die Umstände schiebst. Erkenne stattdessen deine Bedürfnisse und vertrete sie. Und erkenne die Krise (z.B. Burnout-Gefährdung) auch als Chance. “Gott spricht zu uns durch Misserfolge und Krisen, um uns aufzuwecken, zur Besinnung zu bringen und vor der Selbstzerstörung zu retten.“ (Faustina). Die Krise als Chance neu zu entdecken, worauf es im Kern ankommt: Beziehung! Die Beziehung zu mir selbst und die Beziehung zu Jesus sind eine Einheit, weil wir in ihm und er in uns ist. Daher: 1. Lebe die Beziehung zu Jesus und 2. Sei im Dialog mit dir selbst


Ich bin in meinem Vater, ihr seid in mir und ich bin in euch. Joh 14,20

So zieht der Herr die gottliebende Seele ganz an sich, wenn er ihr seine göttliche Liebe offenbart. Er rafft all ihre Fähigkeiten zusammen und birgt sie förmlich im Schoß seiner mütterlichen Zärtlichkeit. Brennend vor Liebe ergreift er die Seele, vereinigt sich mit ihr, drückt sie an seine Lippen. Die gelockte Seele gibt sich nicht nur hin, sondern wirkt mit aller Kraft mit, eine immer innigere Verbundenheit mit Gott zu gewinnen. Sie ist sich aber dessen voll bewußt, daß ihr Eins-und Verbundensein mit dieser über alles erhabenen Güte ganz vom göttlichen Wirken abhängt, ohne das sie nicht den geringsten Versuch wagen könnte, sich mit ihr zu vereinigen. Wie glücklich ist doch eine Seele, die in der Stille ihres Herzens das heilige Empfinden der göttlichen Gegenwart liebend bewahrt!

Oh Gott wo irrte ich umher, dich unendliche Schönheit zu suchen! Ich suchte dich draußen, und du warst mitten in meinem Herzen. Augustinus


Wir werden zu ihm kommen und bei ihm wohnen. Joh 14:23

Gott wohnt in uns. Gott ist der ganz Inseitige. Er will bei uns wohnen wie ein Geliebter. Die Mystiker sprechen vom Einwohnen Gottes in unserer Seele. Gott will nicht nur Wenigen so nahe sein, sondern allen Menschen. Mit welcher Liebe verlangt doch das göttliche Herz nach unserer Liebe! Wohnen möchte er bei uns, nicht nur zeitweiser Gast beim Morgengebet sein. Das ist Gottes Wille nach innigster Lebensgemeinschaft mit uns. Damit Gott in uns wohnen kann, müssen wir auf ihn hören. Es liegt an uns, ob wir seiner Nähe innewerden und hören oder sie durch Oberflächlichkeit, Hektik, Zerstreuung nicht wahrnehmen und überhören.

Gott wohnt, wo man ihn einlässt. Martin Buber


Der Beistand aber, der Heilige Geist, den der Vater senden wird in meinem Namen, der wird euch alles lehren und euch an alles erinnern, was ich euch gesagt habe. Joh 14:26

Die Beziehung zum heiligen Geist ist unerlässlich! Beistand nennt ihn Jesus. Ja, er steht uns bei in allem! Was tut er? Er lehrt! Nicht laut, sondern leise. Meist wirkt der Heilige Geist im Stillen, ohne viel Lärm. Er erinnert! Er weckt in das Gespür für das, was Gott uns zu sagen hat. Manchmal muss er uns aufrütteln, damit wir begreifen, was Gott uns zeigen will. Er ist es, der uns immer wieder neu zu Jesus führt. Er erleuchtet uns, damit wir uns unserer persönlichen Berufung bewusst werden, im Kleinen und im Großen. Er hilft bei großen und kleinen Entscheidungen. Im tiefsten Kern aber erschließt uns der Geist das eigentliche Geheimnis des Menschen. Es ist das Geheimnis der Gotteskindschaft.

Wir werden uns durch den heiligen Geist der Hand des Vaters überlassen mit der Spontaneität und dem Vertrauen eines Kindes, das sich in die Arme seines Vaters wirft. Josefmaria


Ja, meinen Frieden gebe ich euch, einen Frieden, den euch niemand sonst auf der Welt geben kann. Joh 14:27

Jesus verspricht nicht Problemlosigkeit! Viele meinen, dass sie Frieden haben, wenn Jesus ihr Problem löst. Und wenn das Problem anhält, obwohl wir damit zu Jesus gegangen sind, Tag für Tag, Jahr um Jahr? Nicht die Lösung des Problems, sondern nur Jesus selbst kann den wahren Frieden geben. Nur die Beziehung zu ihm schenkt uns Frieden. Jesus verspricht uns seinen Frieden in der Welt, in unserem Alltag, in unserer Sorge. Es ist der Friede Christi, der alles in mir durchdringen will, unabhängig davon, wie groß der Unfriede in meinem Herzen sein mag. Wir bekommen diesen inneren Frieden geschenkt, indem wir Jesus vertrauen.

Egal, was passiert, ich weiß, dass du größer bist als all meine Sorgen und Probleme. Ich weiß, dass du über allem stehst und an meiner Seite bist, mich führen willst. Ich vertraue dir, und ich gebe dir alles hin. Amen


Ja, meinen Frieden gebe ich euch – einen Frieden, den euch niemand sonst auf der Welt geben kann. Joh 14:27

Der auferstandene Herr, der selbst der Friede IST, mache überall seine Kraft des Friedens spürbar, lasse uns immer wieder in diesen seinen Frieden fallen. Manches versucht uns diesen Frieden zu rauben: Nervösität, Hektik, allgemeine Anspannung u.v.m. Diese von leichten bis nahezu unerträglichen Stresssituationen gehören zu unserem Alltag. Unser innerer von Christus geschenkter Friede hängt davon ab, wie wir mit solchen Situationen fertig werden. Wir können uns wie eine Amöbe verhalten und die Stimmung um uns herum förmlich aufsaugen, oder aber wir versuchen in Christus zu bleiben und hier gewissermaßen dem eine Grenze zu ziehen, das uns aus der Fassung bringen könnte. Unsere Sache soll es sein, diesen geschenkten Frieden zu bewahren. Wir müssen unser innerstes Wesen unter Kontrolle haben und nicht die Welt um uns herum.


Ich gehe und ich komme zu euch. Joh 14, 28

Das Gehen ist der Tod Jesus. Sein Sterben ist ein Akt der Liebe. Die Liebe aber ist unsterblich. Deshalb verwandelt sich sein Gehen in ein neues Kommen, in eine tiefer reichende und nicht mehr endende Form von Gegenwart. Gerade indem er geht, kommt er. Sein Gehen eröffnet eine ganz neue und größere Weise seiner Anwesenheit. Sein Gehen wird zum Kommen in der universalen Weise der Gegenwart des Auferstandenen gestern, heute und in Ewigkeit.

Auferstehung ist unser Glaube, Wiedersehen unsere Hoffnung, Gedenken unsere Liebe. Augustinus


Ich gehe und ich komme zu euch. Joh 14,28

Wir Menschen denken stets in Raum und Zeit. Das geht nicht anders. Zum Verständnis der Himmelfahrt müssen wir aber anders an die Sache rangehen. Es ist nicht so, dass Himmelfahrt bedeutet, dass Jesus von der Erde in den Himmel geht, wie von A nach B. Er ist schlichtweg bei der Himmelfahrt nicht weg gegangen, sondern gerade dadurch in eine Seinsweise eingetreten, in der er für immer bei uns und für uns da ist. Sein scheinbares Weggehen ist also sein eigentliches Kommen. Nun ist er nicht mehr an einer einzelnen Stelle der Welt wie vor der „Himmelfahrt“, nun ist er für alle und allerorten mit seiner raumüberschreitenden Macht gegenwärtig und rufbar. Christus beim Vater ist nicht fern von uns, höchstens sind wir fern von ihm.


Mein Vater ist größer als ich. Joh 14:28

Wie ist dieses Wort Jesus zu vestehen? Vom Wesen und Sein war und ist er zu jeder Zeit Gott, dem Vater gleich und mit eins. In seiner Menschwerdung erniedrigte er sich jedoch, nahm Knechtsgestalt an und diente der ganzen Welt. Der Herr sprach hier also nicht von seinem Sein als Gott, sondern davon, dass er sich im Dienst auf der Erde dem Willen des Vaters unterordnet. Der Herr sprach hier als der demütige Diener, der er war während seines Wirkens auf der Erde. Folgen wir in Bezug darauf unserem Herrn: immer uns als Diener zu verstehen, immer in der Demut wandelnd. Demütig dienen!

Wer ist es also, der die Welt gemacht hat? Christus Jesus, aber in der Gottesgestalt. Wer ist unter Pontius Pilatus gekreuzigt worden? Christus Jesus, aber in der Knechtsgestalt. Augustinus


Steht auf, wir wollen gehen! Joh 14:31

Mit diesem Satz endet das große 14. Kapitel des Johannesevangelium. Es bleibt nicht bei Worten. Es geht um´s Gehen mit Christus. Hier machen sie sich auf zum Ölberg. Auch für uns kann diese Aufforderung am Anfang des Tages nach dem Morgengebet stehen. So tragen wir unsere Worte des Gebetes in den Tag, wird Gebet Leben und Leben Gebet. Unsere Tritte mögen dabei schwanken, Jesus befestigt sie. Keine eigene Wachsamkeit hilft, wenn Jesus heiliges Auge nicht wacht. Und so können wir stets mit Zuversicht in den Tag aufbrechen, wenn wir in Jesus bleiben.

Bei Jesus bleiben bedeutet aufbrechen. Franziskus

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