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Johannes Kap. 08

Impulse, Auslegungen, Kommentare und Bibelzitate aus dem Johannes-Evangelium Kap. 8

Joh 8,1-11: Jesus vergibt einer Ehebrecherin

Lehrer, diese Frau wurde auf frischer Tat beim Ehebruch ertappt. Im Gesetz hat Mose uns befohlen, eine solche Frau zu steinigen. Was meinst du dazu? Joh 8:4-5

Diese Geschichte gehört zu den Höhepunkten des Evangeliums. Es wird darin die ganze Bedeutung dessen sichtbar, was Jesus gebracht hat. Sie gibt sehr gut seine Denkart und seine Geistigkeit wieder. Es geht um eine Auseinandersetzung mit den Schriftgelehrten und Pharisäern. Eine Frau wurde beim Ehebruch erwischt. Nach dem Gesetz steht darauf der Tod durch Steinigung. Die Ankläger wissen um Jesus Barmherzigkeit und um seine Liebe zu den Sündern. Aber spricht er sich für die Frau aus, handelt er gegen das Gesetz des Moses. Die Anfrage ist nicht echt, sondern eine hinterlistige Falle.

Sie fragten dies, um Jesus auf die Probe zu stellen und ihn dann anklagen zu können. Joh 8:6

Aber Jesus bückte sich nur und schrieb mit dem Finger auf die Erde. Joh 8:6

Jesus durchschaut seine Gegner. Er läßt sich nicht in die Diskussion ein. Sein Ziel ist es, eine Seele zu retten und offenbar zu machen, daß sich das Heil nur in der Liebe Gottes findet. Dazu ist er auf die Erde gekommen, dafür wird er am Kreuz sterben und der Vater wird ihn am dritten Tag auferwecken. Auf die Anfrage der Ankläger antwortet er gar nicht. Dennoch: alle warten auf sein Wort, die Gegner voll Selbstsicherheit, die Frau voll Angst. Aber stattdessen bückt er sich und schreibt auf die Erde. Jesus konfrontiert damit die Ankläger mit sich selbst. Er bringt sie selbst ins Spiel. Die aber begreifen nicht. Sie werden ungeduldig. Hartnäckig fragen sie weiter. Sie bestehen auf einer Antwort.

Als sie nicht lockerließen, richtete er sich auf und sagte: Wer von euch noch nie gesündigt hat, soll den ersten Stein auf sie werfen! Joh 8:7

Hier ist der erste Höhepunkt des Geschehens. Kein Wort von Jesus spricht diese Tatsache so entschieden aus: Alle sind Sünder! Es gibt kein Leben ohne Schuld. Jeder wird darauf gestoßen, bei sich selbst zu schauen, bei sich selbst wahrzunehmen, welche Schwachpunkte es da gibt. Unser Blick und unser Denken ist so häufig beim Anderen und dessen Fehlverhalten. Wenn wir mit dem Blick Jesu die Menschen sehen lernten, würden wir weniger Richten aber mehr aufrichten, weniger wegschauen sondern mehr hinschauen, weniger verurteilen aber mehr mit den Augen der Liebe und des Erbarmens den Menschen bei uns und auf der weiten Welt unser Ansehen schenken.

Dann bückte er sich wieder und schrieb weiter auf die Erde. Joh 8:8

Als die Ankläger das hörten, gingen sie einer nach dem anderen davon, die älteren zuerst. Joh 8:9

Jeder kommt zur Einsicht: Auch ich wäre fähig so zu handeln. Jesus Wort trifft ins Innerste. Niemand kann behaupten, ohne Schuld zu sein. Keiner wagt es, einen Stein zu werfen. Die Größe und Unbegreiflichkeit Gottes besteht nicht so sehr in seiner überragenden Weisheit und Allmacht, sondern in seiner Güte, in seiner unerschöpflichen Liebe, in seiner grenzenlosen Barmherzigkeit, nicht nur gegenüber der Ehebrecherin, sondern auch gegenüber deren Ankläger.

Schließlich war Jesus mit der Frau allein. Sie stand immer noch an der gleichen Stelle. Da richtete er sich erneut auf und fragte sie: Wo sind jetzt deine Ankläger? Hat dich denn keiner verurteilt? Joh 8:9-10

Das Geschehen kommt nun zu seinem zweiten Höhepunkt. Es beginnt ein kurzes und ergreifendes Gespräch zwischen Jesus und der Sünderin. Eine Frau, die einer großen Sünde beschuldigt worden war, und Er, der, obwohl er ohne Sünde war, die Sünden der ganzen Welt, unsere Sünden auf sich geladen hat. So groß unsere Armseligkeiten und Gebrechen auch sein und gewesen sein mögen, sie dürfen uns gewiss nicht entmutigen. Aber ihre Wirkung muss sein, dass wir uns demütigen und in die Arme der göttlichen Barmherzigkeit werfen.

Die Erbarmenswerte steht der Barmherzigkeit gegenüber! Augustinus

Nein, Herr, antwortete sie. Ich verurteile dich auch nicht, entgegnete ihr Jesus. Joh 8:11

Die Ehebrecherin erfährt bedingungslose Vergebung. Durch Jesus erfährt sie die barmherzige Liebe Gottes. Jesu Sündenvergebung ist nicht von Voraussetzungen abhängig. Sie ist an keine Bedingungen geknüpft. Jesus eröffnet ihr eine neue Zukunft. Entscheidend ist der neue Anfang für diese Frau. Jesus fragt nicht nach begangenen Sünden. Jesus setzt stillschweigend voraus, dass die Frau aus Herzensantrieb von heute an ein anderes, ein neues Leben beginnen wird. Dass gerade die Verlorenen Verständnis, Güte und Erbarmen brauchen, das war es, was Jesus mit seinem Leben und seiner Botschaft sagen, zeigen und bringen wollte.

Du kannst gehen, aber sündige nun nicht mehr! Joh 8:11

Nach der Vergebung erfolgt die Aufforderung, nicht mehr zu sündigen. Jesus heißt das, was die Frau getan hat, nicht gut. Es war Sünde, aber Jesus hackt nicht darauf herum. Er fordert sie aber nachdrücklich auf, die Sünde zu meiden! Jesu Sündenvergebung ruft die Umkehr hervor, nicht umgekehrt. Gottes Liebe ist reines Entgegenkommen. Gottes Liebe ist stets zuvorkommende Liebe, eine Liebe, welche die Liebe des Menschen hervorlockt und hervorruft. Es ist eine Liebe, die den Menschen in seiner tiefsten, innersten Schicht erreichen möchte, um dann aus einem absolut sich von Gott geliebt und angenommen Wissen die Umkehr zum Gott der Liebe und zu einem neuen Leben zu bewirken.

Der Herr verurteilt die Sünde, nicht den Sünder. Hätte er nämlich die Sünde geduldet, hätte er gesagt: Auch ich verurteile dich nicht, geh, lebe, wie du willst. Augustinus

Joh 8,12-20: Jesus ist das Licht der Welt

Ich bin das Licht der Welt. Joh 8,12

Jesus als das Licht der Welt ist für mich persönlich eine wichtige Anrufung. Jesus bringt Licht in meine Dunkelheit. Dadurch werde ich selbst zum Licht. Dadurch dass Jesus in mir ist, meinem Herzen, strahlt sein Licht auf mich und dieses Licht strahlt wieder in die Welt. Lassen wir es strahlen und verstecken es nicht. Dazu ist es zu wertvoll:das Licht des Lebens – Jesus!

Ich bin das Licht der Welt. Joh 8,12

Gottes Schöpfung beginnt mit dem Wort: Es werde Licht! Wo Licht ist, da entsteht Leben. Das ist der Grund, warum der Schöpfungsbericht in der Osternacht als Prophetie auf Jesus Auferstehung gelesen wird. Gott sagt an Ostern neu: Es werde Licht! Die Auferstehung Jesu ist eine Eruption des Lichts. Der Auferstandene ist Licht der Welt, Gott selbst, der eine neue Schöpfung mitten in der alten werden läßt. Ja, in der Auferstehung ist der Sohn Gottes als Licht der Welt erstanden. Jetzt können wir, wenn wir mit ihm und für ihn leben, im Licht leben.

Was bedeutet es für dich, im Licht zu leben? Wie wirkt sich dass auf deinen Alltag aus.

Ich bin das Licht für die Welt. Joh 8:12

So wie das Auge ohne Licht nichts sehen kann, so kann der menschliche Geist ohne das Licht des Geistes Gottes nichts erkennen. Licht ist direkt auf Jesus Christus bezogen. Licht ist Zeichen für die Gegenwart Christi, der als Licht für die Welt bezeichnet wird. Die Sonne wird zum Zeichen für Jesus. Daher sind die meisten Kirchen geostet, so dass der Gottesdienst in Richtung der aufgehenden Sonne gefeiert wird. Um die Gegenwart Jesu in dem gewandelten Brot anzuzeigen, brennt in der Nähe des Tabernakels ein Licht, das sog. ewige Licht.

Joh 8,21-30: Jesus warnt vor dem kommenden Gericht

Joh 8,31-47: Jesus spricht über die wahren Kinder Gottes

Wenn ihr euch nach meinen Worten richtet, seid ihr wirklich meine Jünger. Joh 8,31

Disziplin ist für manche ein Reizwort. Liebe jedoch benötigt auch Disziplin, wenn wir z.B. um der Liebe willen unseren u.a auch unseren ich-zenrierten Anteilen zurückstellen, dass wir nicht impulsiv und undedacht handeln, sondern stets die handlungsbegleitende Frage habe “Was möchte Jesus von mir in dieser oder jener Situation?” Ich dachte immer, Disziplin sei eine Last, das tun zu müssen, was wir manchmal gar nicht wollen? Kommt Freude nicht dadurch, dass wir tun, was wir wollen? Ist Freiheit nicht der Zustand, in dem wir niemals das tun müssen, was wir nicht wollen? Nein! Das ist ein weltliches Verständnis von Selbstdisziplin. Im Glauben dagegen bewirkt Disziplin Freude! Freude ist die Freiheit, das zu tun, was getan werden muss und dazu bedarf es der Disziplin. Sicher: Disziplin fällt nicht leicht, ist auch kein Spaß, aber sie Ist der beste innere Begleiter, den wir uns wünschen können. Aus Disziplin erwächst Selbstachtung. Der Mensch, dem es gelingt, “nein” zu sagen, erlangt ein Gefühl der Würde.

Joh 8,47-59: Jesus erklärt, dass er ewig ist