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1. Petr Kap 1

Impulse, Auslegungen, Kommentare und Bibelzitate aus dem ersten Brief des Petrus Kap. 1


Petrus, Apostel Jesu Christi, an die Fremdlinge in der Zerstreuung, die auserwählt sind gemäß der Vorsehung Gottes, des Vaters, in der Heiligung des Geistes, zum Gehorsam und zur Besprengung mit dem Blut Jesu Christi. 1. Petr 1:1-2

Was ein Vers! Da steckt viel drin. Zuerst: Wir leben als Fremde auf dieser Welt, die wir alle irgendwann verlassen müssen. Unsere wahre Heimat ist der Himmel. Durch dieses Bewusstsein leben wir anders in der Welt. Weiter geht es hier um die Gegenwart des dreifaltigen Gottes, von der hier in einzigartiger Weise die Rede ist: Wir sind vom Vater erwählt, nicht aufgrund unserer Leistungen, sondern durch seine Gnade. Der Geist heiligt uns daraufhin, schenkt unserer Seele innerlich die neue Geburt und das wahre Leben im Geist. Der Sohn Gottes wiederum ist durch sein Blut die Quelle für die Reinigung unserer Seelen. Erwählung, Heiligung, Reinigung! Das macht Mut und gibt Hoffnung. Und das ist das Ziel des Briefes. So lautet der letzte Vers des Briefes:

Damit wollte ich euch Mut machen und euch bezeugen, dass Gott barmherzig ist und euch wirklich liebt. Daran haltet fest! 1. Petr 5:12


Jetzt erfüllt uns eine lebendige Hoffnung. 1. Petr 1:3

Herr Jesus, du wirst immer meine Hoffnung und mein Heil im Land der Lebenden sein, gerade auch dann, wenn mir großes Leid widerfährt. An dir halte ich fest. Dadurch bewährt sich mein Glauben. Du bist da in deiner ganzen Kraft und bewahrst mich in deiner Liebe. Auch im kleinen zwischenmenschlichen Leiden bist du zugegen, wenn der andere mir in welcher Form auch immer zur Last wird. Deine Geduld soll mich umfassen, wenn ich anderen gegenüber ungeduldig werde. Deine Herzlichkeit soll mich umgürten, wenn ich anderen gegenüber mürrisch werde. Dein Segen soll mich behüten, wenn ich innerlich gegen den anderen rebelliere. In allem folge ich dem großen Ziel des Lebens, dich immer tiefer zu erkennen. Die Liebe zu dir ist die Mitte meines Lebens, Quelle unaussprechlicher Freude.


Wir sind neu geboren, weil Jesus Christus von den Toten auferstanden ist und jetzt erfüllt uns eine lebendige Hoffnung. 1. Petr 1:3

Tragender Grund unserer Hoffnung ist das Kreuz und die Auferstehung Christi. Christ sein heißt: hinter uns liegt der Tod, er wartet nicht mehr auf uns. Auf uns wartet die Liebe, von der wir ein Teil werden. Die Folge ist eine Spannung zwischen „schon“ und „noch nicht“, in der wir auf dieser Welt leben. Diese Spannung lässt uns die gegenwärtige Wirklichkeit in einem anderen hoffnungsvollen Licht sehen. So beseelt uns nicht nur eine rein weltliche Hoffnung, sondern vor allem jene Hoffnung, die aus dem Glauben kommt und die in der Zuversicht lebt, dass Gott in Jesus Christus sein endgültiges Ja zum Menschen gesprochen hat und die erkennt: “Gottes Sehnsucht ist der Mensch” (Augustinus)

Ihr habt ihn nie gesehen und liebt ihn doch. Richtet euch daher ganz auf Jesus Christus aus. 1. Petr 1:8;13


Bleibt wachsam und besonnen. 1. Petrus 1:13

Werde wachsam für das Ziel deines Glaubens: das ist der Glaube und die Bindung an Christus als Kinder Gottes, auf dessen Barmherzigkeit wir hoffen. Du gehörst ganz und gar zu Gott. Das ist deine tiefste Berufung. An ihm richtest du dein Leben aus durch dein Gebet und durch die heilige Schrift. Dadurch lernen wir Gott kennen und ihm gehorchen. “Ihr sollt heilig sein, denn ich bin heilig” (1,16) Besonnenheit ist dabei wichtig. Sie hilft uns, uns nicht von unseren Leidenschaften hinreißen zu lassen, sondern zu lieben. In der Wachsamkeit machst du Platz für Christus in deinem Herzen. Und darin öffnest und begegnest du ganz neu und in einer tiefen Weise auch deinem Nächsten. Das Leben für die anderen hingeben. Nur dann leben wir Christi Leben und werden eins mit Ihm. Das ist das neue Leben in Gott.


Weil ihr Gottes Kinder seid, gehorcht ihm und lebt nicht mehr wie früher, als ihr euch von euren Leidenschaften beherrschen ließt und Gott noch nicht kanntet.1. Petr 1:14

Du solltest brennen und du bist kalt, du solltest wachen und du bist träge, du solltest hungern und du bist satt, du solltest glauben und du hast Angst, du solltest hoffen und du greifst nach der Macht, du solltest lieben und du kommst nicht von dir los, du solltest Christus den Herrn sein lassen und du fällst ihm ins Wort, du solltest in ihm Wunder tun und du tust nicht einmal das Alltägliche.

Glaube sei kein Ding für fromme Abend- und Morgenstunden. Glaube heißt Gott Gott sein lassen, auch in unserem Tun, gerade in unserem Tun ihm gehorsam sein. Bonhoeffer


Ihr sollt heilig sein, denn ich bin heilig. 1. Petrus 1:16

Man müsse, um heilig zu werden, Aufsehen erregende Taten vollbringen, sich außerordentlichen Frömmigkeitsübungen hingeben, große Härten ertragen, viele Fasten halten, die Welt verlassen und in die Wüste fliehen, und man müsse Tag und Nacht im Gebet verbringen. Natürlich ist das alles gut. Aber das ist es nicht, was Gott von allen fordert. Die Heiligkeit besteht also nicht in großen Dingen, sondern in der treuen Beobachtung der Gebote Gottes und in der Pflichterfüllung an dem Platz, an den Gott uns gestellt hat. Er ist ein Mensch, der Gott fürchtet, der ihn ehrlich liebt und ihm in Treue dient. Er ist ein Mensch, der sich nicht vom Hochmut aufblähen und nicht von der Eigenliebe beherrschen lässt, der wirklich demütig ist und klein in seinen eigenen Augen. (Jean Marie Vianney)


Er hat euch losgekauft […] mit dem kostbaren Blut eines unschuldigen und fehlerlosen Lammes, das für uns geopfert wurde, dem Blut von Christus. 1. Petr 1:18‭-‬20

Mögen wir, festgewurzelt im Glauben, freudig in der Hoffnung und glühend in der Liebe an Christus fest halten. Wer trotz Leiden und eigener Wunden an ihm festhält, der hat verstanden, was Jesu Erlösung für ihn bedeutet. “Ihr seid wiedergeboren […] durch das lebendige Wort Gottes.” (1. Petr 1:23). Er macht neue Menschen aus uns, sodass wir alles Alte ablegen. Sein Wort ist gut und wirkt in uns täglich neu. Durch sein Wort hütet er unsere Seele. Das ist das Einzigste, worauf es ankommt.

Liebt einander von ganzem Herzen. 1. Petr 1:22

Ihr habt ja von seinem Wort gekostet und selbst erlebt, wie gut der Herr ist. 1. Petr 2:3

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