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Jak Kap 4

Impulse, Auslegungen, Kommentare und Bibelzitate aus dem Brief des Jakobus Kap. 4


Wieso gibt es denn bei euch so viel Kämpfe und Streitigkeiten? Kommt nicht alles daher, dass in euch die Leidenschaften und Triebe um die Vorherrschaft kämpfen? Jak 4:1

Es geht um Streit um Zwietracht unter den Menschen. Wie häufig sehen wir uns im Recht, sind langsam in der Sanftmut u.v.m. und übersehen dabei, dass hier unsere Leidenschaften und Triebe im Kampf um die Vorherrschaft mit unserem Gehorsam gegenüber Gott stehen. Es geht um einen inneren geistlichen Kampf, der in einem jeden von uns immer wieder tobt, eine Art innere Zerrissenheit, die immer wieder neu unsere Entscheidung abverlangt: Vertrauen auf Jesus!


Wisst ihr denn nicht, dass Freundschaft mit der Welt Feindschaft gegen Gott bedeutet? Jak 4:4

Laß dich nicht von weltlichen Dingen gefangen nehmen. Wenn du dich von weltlichen Dingen her definierst, von Anerkennung, Erfolg, Besitz, Schönheit u.v.m., wenn du darin Sinn und Wesens deines Daseins siehst, trennst du selbst die Verbindung zu Gott. Wenn die Welt aber über dich herrscht, dann kann Gott nicht in dir herrschen. Und nur wenn Gott in dir herrscht, wirst du wirklich frei. Dann kommst du in Berührung mit dem innersten Sinn und Wesens deines Daseins, dem Bild, das Gott sich von dir gemacht hat.

Die Welt gleicht einem Meer, das Sturm und Gewitter aufwühlen. Liebst du Gott, so wandelst du über den Wogen, und unter deinen Füßen liegt die Flut. Liebst du die Welt, so wirst du von ihr verschlungen. Augustinus


Gott widersteht den Hochmütigen. Den Demütigen aber gibt er Gnade. Jak 4:6

Lassen wir uns nicht in Dinge ein, die über unser Vermögen gehen. Die kleinen Tugenden werden mehr im Herabsteigen als im Emporsteigen geübt und sind daher der Kraft unserer Beine angepaßt: Geduld haben, den Nächsten ertragen, Hilfsbereitschaft, Demut, ein freundlicher Mut, Liebenswürdigkeit, Duldsamkeit unserer eigenen Unvollkommenheit ge- genüber, solche kleine Tugenden also. Ich sage damit nicht, daß man im Gebet nicht emporsteigen soll, aber Schritt für Schritt. Ich empfehle Ihnen die heilige Einfachheit. Franz von Sales


Naht euch zu Gott, so naht er sich zu euch. Jak 4,8

Einem jedem von uns ist Gott nahe, ausnahmslos. Meister Eckart schreibt dazu: Der Mensch soll sich in keiner Weise je als fern von Gott ansehen, weder eines Gebrechens wegen noch wegen irgendetwas sonst. Und wenn dich auch je deine großen Vergehen so weit abtreiben mögen, dass du dich nicht als Gott nahe ansehen könntest, so solltest du doch Gott als dir nahe annehmen. Sei dir im Glauben bewusst: nichts, aber auch gar nichts kann die von der Liebe Gottes trennen. Er ist in dir so wie du in ihm bist.


Unterstellt euch Gott und widersetzt euch dem Teufel. Dann muss er von euch fliehen. Nahet euch Gott, und er wird sich euch nahen. Säubert die Hände, ihr Sünder, und reiniget die Herzen, ihr Wankelmütigen. Jak 4:7-8

“Unterstellt euch” kam aus der Militärsprache und meint damit, dass wir gehorsam Gottes Nähe suchen, der sich dann uns naht. Wie wunderbar ermutigend. Gott ist viel allgegenwärtiger, konkreter, wirklicher und näher, als du je von ihm denken kannst, er ist die Liebe selbst und Quelle des Lichts. Mit diesem Nahen ist auch eine Reinigung verbunden. Die Reinigung der Hände meint das wir im Tun das unterlassen, was der Liebe widerspricht. Die Reinigung der Herzen meint darüber hinaus, unseres Innerstes von negativen Erinnerungen, schmerzlichen Verletzungen, Enttäuschungen u.a. befreien zu lassen. Es geht um eine Vollhingabe meines ganzen Seins an Gott. Keine Wankelmütigkeit, wo ich auf zwei Hochzeiten tanze, zwei Herren diene. Gott will dich nicht halb, er will dich ganz.


Beugt euch vor dem Herrn! Dann wird er euch aufrichten. Jakobus 4:10

Jakobus ermutigt uns zur Haltung der Demut. Sie ist so wichtig, weil Gott uns da nahen will, wo wir sind und nicht dort, wo wir im Glanze des Scheines unser echtes Sein verbergen. Hochmut und Scheinhaftigkeit verfehlen Gott. Beugen wir uns dagegen und halten Gott unsere Schattenseiten hin, wird Gott sich uns nahen. Demut besteht nicht darin, dass wir uns für minderwertig halten, sondern darin, dass wir vom Gefühl unserer eigenen Wichtigkeit frei sind. Je mehr wir verstehen, dass wir aus uns heraus nichts sind und so an Demut wachsen, umso mehr werden wir in der Wahrheit Gottes wandeln und leben. Demut macht dich so aufnahmebereit für Gottes Willen.


Redet nicht schlecht übereinander. Jak 4:11

Für den Nachfolger Jesu kann der Gottesdienst nie mehr vom Dienst am anderen gelöst werden. Daher: Seufzet und klagt nicht gegeneinander! Richten macht blind, aber die Liebe macht sehend. In der Liebe erkenne ich den Anderen als den, dem unter dem Kreuz vergeben ist. Das unaufhaltsame Kritisieren wollen kann ein böser Stachel in unserer Seele sein. Richten ist ein entwürdigendes Abfertigen. Dieses Aburteilen der Mitmenschen richtet sich zugleich gegen Gott selbst, denn durch die Menschwerdung Christi begegnen wir in jedem Nächsten Gott selbst. Der andere Mensch ist mir lebendiger Anspruch auf meine Liebe und meinen Dienst. Widerstehen wir dem Richtgeist! Barmherzigkeit!


Ihr wisst ja noch nicht einmal, was morgen sein wird! Was ist denn schon euer Leben? Nichts als ein flüchtiger Hauch, der – kaum ist er da – auch schon wieder verschwindet. Jakobus 4:14

Du denkst, Gott lenkt. Vorausplanen ist notwendig, seine Sicherheit darin zu suchen jedoch ein Irrweg. Es kommt darauf an, im Bewusstsein der Abhängigkeit von Gott zu leben. Niemand weiß, was der nächste Tag bringt. Wohl kannst du dir etwas vornehmen, doch deine Zukunft liegt immer in Gottes Hand selbst, er allein ist der ewige Lebenslenker. Weder deine Zeit noch dein Leben gehören dir selbst. Alles ist Geschenk und Leihgabe aus Gottes Gnadenhand an dich. Deine Aufgabe ist es Gottes Plan für dich anzunehmen. Im Einzelnen kannst nur du das ergründen. Für jeden allerdings und somit auch für dich gilt: Gottes Plan ist es, dass du ganz in seiner Liebe lebst und diese Liebe lebst.

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