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Jak Kap 2

Impulse, Auslegungen, Kommentare und Bibelzitate aus dem Brief des Jakobus Kap. 2


Lasst euch nicht vom Rang und Ansehen der Menschen beeindrucken! Stellt euch einmal vor, zu eurem Gottesdienst kommt ein vornehm gekleideter Mann mit goldenen Ringen an seinen Fingern. Zur selben Zeit kommt einer, der arm ist und schmutzige Kleidung trägt. Wie würdet ihr euch verhalten? Ihr würdet euch von dem Reichen beeindrucken lassen und ihm eifrig anbieten: Hier ist noch ein guter Platz für Sie! Aber zu dem Armen würdet ihr sicherlich sagen: Bleib stehen oder setz dich neben meinem Stuhl auf den Fußboden. Habt ihr da nicht mit zweierlei Maß gemessen und euch in eurem Urteil von menschlicher Eitelkeit leiten lassen? Jak 2:1-5

Mich beeindruckt am Jakobusbrief immer wieder seine Konkretheit z.B. in Jak 2,1-5 bzgl. der vorurteilsfreien Begegnung mit dem Nächsten. Ich finde diese Stelle so konkret beeindruckend und für sich selbst sprechend, dass ich sie ohne Kommentar so stehen lassen will.  


Lebt nach dem wichtigsten Gebot in Gottes Reich: Liebe deinen Mitmenschen wie dich selbst! Wenn ihr das in die Tat umsetzt, handelt ihr richtig. Jak 2:8

Du hast Mitverantwortung in deinem Verhalten. Dein Verhalten bewirkt etwas in der Welt. “Wenn Du die Welt verändern willst, dann beginne bei dem Menschen, den Du jeden Morgen im Spiegel anschaust.” (Carl Gustav Jung). Du kannst dich verändern. Im Kleinen kannst du an dir arbeiten. Sei achtsam, dass durch dein Verhalten Positives in die Welt gebracht wird: zeige Verständnis, schenke Zeit, zeige, dass der andere willkommen ist, dass du ihn wahrnimmst u.v.m. so wirst du Stück für Stück die Welt um dich verändern. Ich bete morgens: “Heute gehe ich mit dir Gott in die Welt hinaus. Zeige mir Herr, wo ich die Liebe in Taten umsetzen kann.”


Welchen Wert hat es, wenn jemand behauptet, an Christus zu glauben, aber an seinen Taten ist das nicht zu erkennen? Jak 2:14

Glaube an Christus ist mehr als etwas Fürwahrhalten, es ist gehorsamer Glaube. Glaube und Gehorsam im Tun gehören zusammen. Echter Glaube in Christus äußert sich in guten Werken, die er in uns vollbringt. Negativ und knallhart formuliert: “Nutzlos ist ein Glaube, der nicht in die Tat umgesetzt wird: Er ist tot.’ (Jak 2:17). Positiv formuliert: “Meinen Glauben kann ich dir zeigen. Du brauchst dir nur anzusehen, was ich tue.” (Jak 2:18). Als Beispiel für das Ineinander von Glaube und Gehorsam wird hier Abraham genannt als er im Glauben selbst seinen Sohn geopfert hätte.    


Welchen Wert hat es, wenn jemand behauptet, an Christus zu glauben, aber an seinen Taten ist das nicht zu erkennen? Jakobus 2:14

Egal, wo und wie, du hast jeden Tag die Möglichkeit Gutes zu tun, das sind häufig ganz kleine Dinge, z.B. achte ich darauf, dass wenn ich mit einem Schüler auf Toilette gehen muss, dass ich das nicht huschi-buschi mache, möglichst schnell, sondern in der gebotenen Achtsamkeit und Würde. Die Liebe ist das Wohlgefallen am Guten; das Gute ist der einzige Grund der Liebe. “Lieben heißt: jemandem Gutes tun wollen” (Thomas von Aquin), immer in Rückbindung an Gott, der uns zuerst geliebt hat. Wo kannst du heute Gutes tun, einem bildlich gesprochen einen “kleinen Blumenstrauß” schenken?

Gott will keine Theoretiker des Glaubens, er will Praktiker der Liebe. (Friedrich Hahn)  


Genauso nutzlos ist ein Glaube, der nicht in die Tat umgesetzt wird: Er ist tot. Jak 2:17

Liebe im Herzen zu haben und auf der Zunge – das genügt nicht. Sie muss in Taten übergehen. Ihr habt als Kloster die Häuser der Kranken, als Kreuzgang die Straßen der Stadt. Die Armen sind unsere Herren, sie sind unsere Könige. Man muss ihnen gehorchen. Es ist keine Übertreibung, sie so zu bezeichnen, denn in den Armen ist unser Herr gegenwärtig. Lasst uns Gott lieben, aber mit der Kraft unserer Arme und im Schweiße unseres Angesichts. Selten wirkt man etwas Gutes ohne Anstrengung. Die Bereitschaft, unseren Willen mit dem Willen Gottes in Einklang zu bringen, ruft in uns eine tiefe innere Ruhe hervor, aus der die Kraft zu Taten der Nächstenliebe erwächst. Man darf den Nächsten nicht leiden sehen, ohne mit ihm zu leiden. Vinzenz von Paul  

Seid aber Täter des Wortes und nicht bloß Hörer, die sich selbst betrügen. Jak 1:22  


Wir werden nur dann von Gott angenommen, wenn unser Glaube auch Taten hervorbringt. Der Glaube allein genügt nicht. Jak 2:24

Allein der Glaube rettet. Durch noch so viele guten Taten kannst du dir den Himmel nicht verdienen. Das ist Kern der Paulinischen Rechtfertigungslehre. Und jetzt lesen wir Jak 2,24 “Der Glaube allein genügt nicht.” Dieser scheinbare Widerspruch ist in Wahrheit eine gegenseitige Ergänzung, denn Jakobus meint die Taten der Nächstenliebe, ohne die auch für Paulus der Gottesglaube nichtig ist. Jakobus will nicht sagen, man werde durch seine guten Taten gerettet bzw. wird von Gott entlohnt. Gnade empfangen wir gratis und unverdient. Wo kann ich heute Glaube in Taten ausdrücken?  

So wie der Körper ohne den Geist tot ist, so auch der Glaube ohne Taten. Jak 2:26    

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