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Tit Kap 3

Impulse, Auslegungen, Kommentare und Bibelzitate aus dem Brief an Titus Kap. 3


Jederzeit bereit sein, Gutes zu tun. Tit 3:1

Hier geht es um unsere generelle Bereitschaft, gute Werke zu tun. Damit weitet sich das Betätigungsfeld auf alle Mitmenschen aus. Helfen wir ihnen? Unterstützen wir sie, wenn sie es nötig haben? Sind wir wirklich zu jedem guten Werk bereit oder nur zu ganz bestimmten? Sind wir grosszügig, hilfsbereit, offen und ehrlich? Zeigen wir Mitempfinden, wenn unsere Mitbürger in Schwierigkeiten sind? Gleichen wir unserem Herrn, der innerlich bewegt war, als er die Menschen in ihrem Elend sah und ihnen half? Zu jedem guten Werk bereit zu sein, gehört zum Lebensprogramm christlicher Existenz. Unsere innere Bereitschaft ist gefragt.


Kein Christ darf gehässig über andere reden oder gar Streit suchen. Er soll vielmehr jedem freundlich und liebevoll begegnen. Tit 3:2

Die Kernbotschaft lautet, dass unser Leben von Güte und Menschenliebe geprägt sein soll. So wie Gott uns begegnet ist, sollen wir unseren Mitmenschen begegnen. Reden wir nicht schlecht von anderen. Jeder Mensch ist ein Geschöpf Gottes und hat damit eine bestimmte Würde. Achten wir darauf, dass wir niemand durch Worte unbedacht verletzen! Suchen wir nicht den Streit, sondern jagen dem Frieden nach. Bemühen wir uns um Freundlichkeit. Wenn wir unseren Mitmenschen so begegnen, sehen sie in uns etwas von Christus und dieses Verhalten wird Gott segnen.

Ehre ist es dem Mann, vom Streit abzustehen; wer aber ein Narr ist, stürzt sich hinein» (Spr 20,3).


Es ist erschienen die Freundlichkeit und Menschenliebe Gottes, unseres Retters. Titus 3,4

In Jesus ist die Freundlichkeit und Menschenliebe Gottes erschienen. Er ist das Ebenbild des unsichtbaren Gottes (Kol 1,15). Johannes fällt überwältigt zu Boden als er dem verherrlichen Christus begegnet (Offenb 1,17). Unser menschlicher Verstand kann nur schattenhaft die Größe und Herrlichkeit Christus erahnen. Schwer zu begreifen, dass er trotz dieser Größe in seiner Liebe zu den Menschen so nah ist und sie maßlos über uns ausschüttet.


Erschienen ist die Güte und Menschenfreundlichkeit unseres Gottes. Titus 3,4

Das ist das Reich Gottes: Gott selbst ist nahe! Er ist nahe, weil er Mensch geworden ist, Mensch bleibt und stets bei uns ist in seinem Wort, in der heiligen Eucharistie und in allen Gläubigen. Wir dürfen uns diesem Gott nähern. Das Reich Gottes verkündigen heisst daher, heute von Gottes Nähe zu uns zu sprechen. In Jesus ist Gott mit uns und für uns. Er geht mit uns unsere Wege.


Erschienen ist die Güte und die Menschenliebe unseres Gottes. Tit 3, 4

Er ist erschienen. Er hat sich gezeigt. Er ist aus dem unzugänglichen Licht herausgetreten, in dem er wohnt. Er selbst ist in unsere Mitte hereingekommen. Das ist die große Freude von Weihnachten: Gott ist erschienen. Er ist nicht mehr bloß Idee, nicht bloß durch Worte zu erahnen. Er ist erschienen.

Die hohen Festtage aber legen uns Schweigen auf, um so mehr, als sie selbst vom Geheimnis, das sie uns darstellen, widerhallen und göttlich sprechen. Franz von Sales


Als aber die Freundlichkeit und Menschenliebe Gottes, unseres Retters, erschien. Titus 3:4

Die Verse 4-7 werden jedes Jahr an Weihnachten gelesen. Wir glauben an die Freundlichkeit und Menschenliebe Gottes. In Jesus hat Gott sich wahrhaftig als Heiland-Gott erwiesen, der die Menschen liebt und sie retten möchte. Gute Werke sind Ergebnis dieser Rettung, jedoch niemals das Mittel, um sie zu bekommen. Sie bringen keinen Menschen in den Himmel. Unsere eigenen Werke sind vor Gott unbrauchbar. Um gerettet zu werden, war ein ganz anderes Werk nötig, das Werk unseres Heilands am Kreuz. Wer sich darauf stützt, wird errettet.

Er rettete uns, nicht weil wir etwas geleistet hätten, womit wir seine Liebe verdienten, sondern aus lauter Güte. In seiner Barmherzigkeit hat er uns zu neuen Menschen gemacht. Titus 3:5


So sind wir allein durch seine Gnade von aller Schuld befreit. Als seine Kinder und Erben dürfen wir jetzt die Hoffnung auf das ewige Leben haben. Titus 3:7

Leben wir dieser Befreiung würdig. Leben wir in der Hoffnung und lassen wir in Jesus unsere Sorgen schmelzen. Schmeißen wir das Grübeln aus dem Hinterkopf. Ich nehme sie wahr und übergebe sie dir: „Jesus, sorge Du! Du Herr bist ein guter Fürsorger. Ich vertraue dir und sehe meine Sorgen als Thermometer für meinen Hochmut, denn ich sehe mich selbst als Lösung für die Probleme. Dabei ist doch Christus der Erlöser! Sorgen entstehen da, wo ich nur meine eigenen begrenzten Kräfte sehe und nicht die Macht Gottes im Blick habe.

Hüten Sie sich vor Überhastung, Melancholie und Ängstlichkeit! Sie wollen doch um nichts in der Welt Gott beleidigen. Das genügt, um frohen Herzens zu leben. Franz von Sales


Auch unsere Leute sollen lernen, überall da, wo es die Bedürfnisse erfordern, Gutes zu tun, damit sie kein fruchtloses Leben führen. Titus 3:14

Wir sollen lernen, Gutes zu tun. Es ist Übung nötig, um zu erkennen , wie und wann wir jemand helfen sollen. Darin wachsen wir in der Liebe. Wir können die Mitmenschen nie zu viel lieben und somit auch in der Liebe nie die Grenzen der Vernunft überschreiten, sofern die Liebe wirklich im Herzen wurzelt. Mit den Worten von Alfred Delp: Wenn durch einen Menschen ein wenig mehr Liebe und Güte, ein wenig mehr Licht und Wahrheit auf der Welt war, hat sein Leben einen Sinn gehabt.

Alle […] sollen sich darum bemühen, Gutes zu tun. Tit 3:8

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