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16 2.Timotheus

2. Timotheus – Auslegungen

2. Timotheus Kap.1

2. Tim 1,7:

Gott hat uns nicht einen Geist der Furchtsamkeit gegeben, sondern der Kraft und der Liebe und der Zucht. 2. Tim 1:7

Gott gibt dir seinen Geist der Kraft. Der in uns wohnende heilige Geist gibt Kraft in Gefahren, Versuchungen und Lebensstürmen, die ein jeder von uns hat. Gott gibt uns seinen Geist der Liebe. Ertrage jeden Menschen, wie Gott dich erträgt. Belehre andere nicht durch Worte, sondern durch deine Taten der Liebe. Gott gibt uns seinen Geist der Zucht , d.h. er gibt uns die notwendige Selbstbeherrschung und Disziplin, die ein geistliches Leben erfordert, um sich immer wieder auf das Wesentliche zu konzentrieren.

Sei auch du bereit, für die rettende Botschaft zu leiden. Gott wird dir die Kraft dazu geben. 2. Tim 1:8

Dieser Brief ist der zuletzt geschriebene von Paulus, er sitzt in der Todeszelle. Der Aufruf zum Leiden für die rettende Botschaft bekommt dadurch noch mal ein ganz anderes Gewicht. Nur ein paar Verse später daher auch die Ermutigung: “Sind wir mit Christus gestorben, werden wir auch mit ihm leben.” (2. Tim 2:11). Er spricht hier in Vergangenheit: Wir sind gestorben! Christus zu folgen bedeutet, dass wir gegenüber unserem eigenen Weg gestorben sind. Unser Wille ist es allein im Geist ihm zu folgen. Gegenüber sich selbst zu sterben, ist immer auch schmerzhaft, aber notwendig, darum der Aufruf: “Werde stark im Glauben durch die Liebe, die dir mit Jesus Christus geschenkt ist.” (2. Tim 2:1)

Im Leid erfährt der Mensch Gottes Kraft, im Handeln baut er zu sehr auf sich und wird schwach. Im Leiden wird er geläutert und daher weise und besonnen. Johannes vom Kreuz

2. Timotheus Kap. 2

2. Tim 2,24:

Wer Gott dienen will, soll sich nicht herumstreiten, sondern allen Menschen freundlich begegnen. 2. Tim 2:24

Der Streit in der Welt, die Unversöhnlichkeit miteinander rührt oft davon her, daß wir eingeschlossen sind in die eigenen Interessen und Meinungen, in unsere eigene winzige Sonderwelt. Der Egoismus hält uns in unseren Interessen und Wünschen gefangen, die uns voneinander trennen. Daher meide Streit! Konflikte sind zwar unvermeidlich, aber bewahre dir in diesen Konflikten die Sanftmut und den Blick für Lösungen. Man erreicht mehr mit einem freundlichen Blick, mit einem guten Wort der Ermunterung als mit vielen Vorwürfen. Dazu braucht es stets auch Disziplin, so dass wir nicht geradewegs nach unseren Stimmungen handeln.

Nur die Disziplinierten sind frei im Leben. Wenn man nicht diszipliniert ist, ist man ein Sklave seiner Stimmungen. Eliud Kipchoge

2. Tim 2,24:

Ein Diener des Herrn…muss zu allen freundlich sein … und auch mit schwierigen Menschen Geduld haben können. 2 Tim 2:24

Du hast sicher auch schwierigen Menschen in deinem Umfeld, die dich ab und zu auf die Palme bringen, stachelige Persönlichkeiten. Ich kenne das auch. Häufig hast du nicht die Möglichkeit, diesen Menschen aus dem Weg zu gehen z.B. wenn es im Beruf ist. Bevor du nun diese Leute innerlich ablehnst, sie verurteilst und evtl. mit Dritten über sie lästerst, versuche freundlich mit Ihnen um zu gehen, sie in ihrer Art und Weise im Rahmen deiner psychischen Möglichkeiten zu “ertragen”. Das ist, was dem Herrn gefällt. Sehe es u.a. als spirituelle Übung. Es wird dir nicht immer gelingen, mir auch nicht, aber auf den Versuch kommt es an.

2. Tim 2,24:

Ein Knecht des Herrn aber soll nicht streiten, sondern gegen alle milde sein, lehrfähig, duldsam, der in Sanftmut die Widersacher zurechtweist. 2. Tim 2, 24

Sanftmut ist nicht Weichlichkeit! In der Sanftmut verwische und verkleinere ich nicht blauäugig eigene und fremde Fehler. Sanfmut bleibt bei der Wahrheit und hat auch den Mut sie zu sagen, aber eben sanft und nicht unbarmherzig und gefühlslos. Der Sanftmütige sieht sehr wohl, was er selbst oder andere falsch machen, er gerät dabei jedoch nicht in Zorn, sondern sieht hinter all den Fehlern den Menschen, der viel Geduld und Liebe braucht, um sich zu verbessern.

2. Tim 2,24:

Ein Knecht des Herrn aber soll nicht streiten, sondern milde sein gegen jedermann, fähig zu lehren, geduldig im Ertragen von Bosheiten. 2. Tim 2:24

Verwenden Sie Ihre größtmögliche Sorge darauf, daß Sie inmitten der Ihren recht milde werden. Daran sollen Sie denken, wenn Sie das Haus betreten, wenn Sie es verlassen, am Morgen, zu Mittag, ja zu jeder Stunde. Ich sage Ihnen also, daß Sie Ihre besondere Aufmerksamkeit darauf lenken sollen, sich recht sanftmütig zu verhalten. Üben Sie kräftig Ihr Herz in der inneren und äußeren Milde und halten Sie es in Ruhe inmitten der vielfältigen Angelegenheiten, die sich ergeben. Hüten Sie sich sehr vor Übertreibung, sie ist die Pest der heiligen Frömmigkeit. Franz von Sales

Ich sage nicht, daß man weich und nachsichtig sein soll, wohl aber sanft und gütig.

2. Timotheus Kap. 3

2. Tim 3,15

Die heilige Schrift zeigt dir den Weg zur Rettung, den Glauben an Jesus Christus. 2. Tim 3:15

Das Wort Gottes ist die erste Quelle deiner christlichen Spiritualität. Es nährt deine persönliche Beziehung zum lebendigen, gegenwärtigen Gott. Höre das Wort Gottes immer mit Aufmerksamkeit und Ehrfurcht. Nimm es in dein Herz auf. Pflege die Stille, um das Wort des Herrn zu hören und darüber nachzudenken, damit es durch das Wirken des Heiligen Geistes alle Tage deines Lebens immer neu in dir wohnt, in dir lebt und zu dir spricht.

Gott gab uns sein Wort, aus dem wir seinen Willen erkennen sollen. Die Bibel will gelesen und bedacht sein, täglich neu. Bonhoeffer

2. Timotheus Kap. 4

2. Tim 4,5:

Du aber sei nüchtern in allem. 2. Tim 4,5

Das “Du aber” kommt in diesem Brief gleich 3 mal vor. Das “Du aber” kann auch für dich fruchtbringend werden: wenn andere etwas so oder so tun, siehe du stets die Möglichkeit, es anders zu tun. Reagieren andere aufbrausend, reagiere du nüchtern. Reden andere ungut, rede du gut. Rechne nicht mit der Zustimmung des anderen. Das ist irrelevant. Die Zustimmung Gottes ist relevant. Sei dem Herrn nahe und halte an ihm fest, egal, was andere tun, sagen oder glauben.

Mehr als alles aber empfehle ich Ihnen, immer die heilige Sanftmut und Liebenswürdigkeit bei allen Anlässen zu üben, die dieses Leben Ihnen zweifellos oft bietet. Franz von Sales

2. Tim 4,5:

Sei nüchtern in allem. 2. Tim 4:5

Begegnet uns ein Kreuz, so stehen wir in Gefahr, uns ganz von den dadurch verursachten Sorgen einnehmen zu lassen oder uns durch Genußmittel davon abzulenken. Das Wort Gottes rät uns in Schwierigkeiten stets nüchtern zu sein. Was bedeutet das? Das lat. Wort für Nüchternheit nocturnus bedeutet nächtlich. Damit war der Zustand gemeint, in dem der Mönch sich in den nächtlichen Stunden vor dem morgendlichen Gottesdienst jeder Speise enthalten hat. Nüchternheit als Tugend im geistlichen Sinn bedeutet, sich leer zu machen für Gott, nüchtern zu sein für Gott, indem ich loslasse, indem ich die Kontrolle aufgebe und mich bedingungslos in die Hand Gottes begebe und mich mit seinen Gaben füllen lasse. In diesem Sinne: Sei nüchtern!

2. Tim 4,7:

Ich habe den guten Kampf des Glaubens gekämpft. 2. Tim 4:7

Schon im ersten Timotheusbrief sprach Paulus vom guten Kampf des Glaubens. Dieser ist so wichtig für uns! Jeden Tag bemühen wir uns in diesem Kampf zu bestehen, der gegen die Sünde gerichtet ist und unsere aufmerksame Wachsamkeit erfordert. Ung ganz klar, wir werden immer wieder auch hinfallen. Bitte nicht resignieren! Erhebe dich sofort und nimm den guten Kampf wieder auf. Und selbst wenn es dir zehn tausendmal passieren sollte, dass du fällst, dann vollziehe diese Bewegung eben zehn tausendmal: steh auf. Bis an dein Lebensende.

Siebenmal fällt der Fromme und steht wieder auf. Spr 24:16