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13 1.Thessalonicher

1. Thessalonicher

1. Thessalonicher Kapitel 1

1. Thess 1,1: Einleitende Worte

Paulus, Silvanus und Timotheus an die Gemeinde der Thessalonicher, die in Gott, dem Vater, und dem Herrn Jesus Christus geborgen ist. 1. Thess 1:1

Im Jahre 51 geschrieben ist er das älteste Teil des ganzen Neuen Testamentes. Schnell musste damals Paulus aufgrund äußerer Bedrängnis weiter und die kleine neu gegründete Gemeinde in der Großstadt Thessalonich (200.000 Einwohner) dort alleine lassen. Entsprechend seine Sorge um sie und ihren jungen Glauben. Voller Herz, brennender Sorge und mütterlich väterlicher Liebe schreibt Paulus an sie und antwortet auf ihre Fragen und Nöte. Hier ist er uns ein Vorbild. Aus der Geborgenheit in Gott wenden wir uns den Nöten des Nächsten zu.

Die Nöte der Menschheit: das sollten die Sorgen aller sein! Pater Pio

1. Thess 1,1: Gnade und Friede

Gnade sei mit euch und Friede von Gott. 1. Thess 1:1

Das ist mehr als eine Eingangsfloskel. Bedenkenswert ist, dass zuerst die Gnade und dann der Friede genannt wird. Warum? Gnade ist die unverdiente aus seinem Herzen fließende Zuwendung Gottes, die wir täglich nötig haben. Frieden ist eine Folge dieser Gnade. Das Bewusstsein der Gnade bewirkt die Ruhe und Frieden in uns. Wer in Gottes Gnade ruht, hat Frieden auch in schwierigen Zeiten. Deshalb nennt Paulus in seinen Briefen zuerst die Gnade und dann den Frieden. Wende dich daher morgendlich an seine Gnade, sei dir deren Notwendigkeit für dich bewusst, dann wird sein Friede dich begleiten.

Habe großes Vertrauen in seine Barmherzigkeit und Güte, dass er dich niemals verlassen wird. Pater Pio

1. Thess 1,3: Glaube, Liebe, Hoffnung

Unablässig erinnern wir uns vor Gott, unserem Vater, an das Werk eures Glaubens, an die Mühe eurer Liebe und an die Standhaftigkeit eurer Hoffnung auf Jesus Christus, unseren Herrn. 1. Thess 1:3

Glaube, Liebe und Hoffnung! Die größte aber von diesen ist die Liebe. Sie ist der Motor für all deine Bemühungen in Worten und in Taten. Und ja: immer wieder hat Liebe mit Mühe zu tun und ist nicht einfach. Gerade darum: Sei dir immer und überall bewusst, dass die Liebe zum Nächsten ihre Quelle in der Liebe Gottes zu dir hat. Wir können nur lieben, weil die göttliche Liebe in unsere Herzen ausgegossen ist. Gerade wenn dir ein Mensch Mühe bereitet oder das Leid des anderen groß ist, tut es gut, daran zu denken, dass dieser Mensch von Gott geliebt ist. So lerne ich, diesen anderen nicht mehr mit meinen Augen und Gefühlen anzusehen, sondern aus der Perspektive Jesu Christi heraus, der Gottes Liebe zu uns ist! Vertraue: Gott wird uns die Kraft geben zu lieben so wie er uns geliebt hat, gerade da wo es schwer wird.

Verleihe mir die Kraft, einen Teil der Last meiner leidenden Mitmenschen auf mich zu nehmen. Mutter Teresa

Paulus spricht vom Werk des Glaubens. Echter Glaube wirkt sich immer auf unser Leben aus. Es tut gut, in sich zu gehen und sich konkret zu fragen: Wo setze ich heute meinen Glauben in Tat und Werk um? Wo wird mein Glaube an die Auferstehung lebendig? Paulus spricht weiter vom Ausharren in der Hoffnung. Diese Hoffnung ist allein auf Jesus gerichtet. Ausharren in der Hoffnung bedeutet, sich immer an ihn zu halten und auch in Leid und Schwierigkeiten nicht an Gott zweifeln, sondern in der Hoffnung auf sein Kommen zu leben. So hilf uns, Herr, zum Glauben, halt uns fest dabei und lass nichts die Hoffnung rauben.

Auferstehung ist unser Glaube, Wiedersehen unsere Hoffnung, Gedenken unsere Liebe. Augustinus

1. Thess 1,9: Ermutigung statt Tadel

Die Leute erzählen, wie ihr euch von den Götzen abgewandt habt und zu dem wahren und lebendigen Gott umgekehrt seid, um ihm zu dienen. 1. Thess 1:9

Eine so wichtige Haltung wird hier spürbar. Die Gemeinde war noch jung und es war nicht alles tiptop. Aber Paulus fängt zuerst damit an, aufzuzählen, was gut ist. Das ist ermutigend. Bei Kritik am anderen sind wir immer sehr schnell dabei. Achten wir im Umgang mit unseren Mitmenschen darauf, das Gute zu erwähnen. Das hat nichts mit Psycho-Tricks oder Schleimerei zu tun, sondern mit gelebtem Glauben. Beispiel: ich kritisiere durchaus immer wieder meine Schüler, wo es angebracht und notwendig ist, aber um ein Vielfaches mehr ermutige und stärke ich sie durch aufbauende Worte in Achtung ihrer Würde.

Eine Haltung bedarf der Übung. Weniger und dafür konkret Umsetzbares ist da oft besser als große allgemeine Vorsätze. Visualisiere dir einen Menschen, dem du heute begegnest und überlege dir eine Sache, die ihn positiv ausmacht oder eine Sache, die er gut gemacht hat und versuche bei der Begegnung dieses Positive ungekünstelt zu benennen.

1. Thess 1,10: Wartende auf Christus

So wartet ihr nun auf seinen Sohn, auf Jesus, den er von den Toten auferweckt hat und der für alle sichtbar vom Himmel kommen wird. 1. Thess 1:10

Der Brief befasst sich wie kein zweiter Brief ganz besonders mit der Wiederkunft des Herrn Jesus. Wir sind Wartende. Wir leben in einer Zwischenzeit in der die durch das Kreuz und die Auferstehung Christi bewirkte Erlösung bereits erfolgt ist, aber unser neues Leben in Christus erst zur Vollkommenheit gelangen muss. Das verleiht der Existenz der Christen eine Spannung auf die Zukunft, auf die Ewigkeit hin. Unser Leben geht nicht ins Leere. Das Ziel vor Augen, strecken wir uns vielmehr voll Hoffnung nach dem Siegespreis aus, den Gott uns in Jesus Christus schenkt. Der Glaube an seine Wiederkunft wirkt in unsere Gegenwart. Denn auch wenn wir nicht den Zeitpunkt wissen, sollten wir allezeit damit rechnen. Wartend und wachsam leben! Benedikt XVI

1. Thessalonicher Kapitel 2

1. Thess 2,2: Mutiger Glaube

Gott hat uns den Mut und die Kraft gegeben, euch seine rettende Botschaft zu verkünden trotz aller Widerstände, mit denen wir fertigwerden mussten. 1. Thess 2:2

Die Quelle zum Mut liegt nicht in uns selbst. Sie entspringt der Gemeinschaft mit Gott. Ich wünsche dir großen Mut, einen Mut, der auch in Widerständen und Schwierigkeiten ganz entschieden sagt: Es lebe Jesus! Ich diene ihm allein! Er ist mein Leben. In ihm bin ich geborgen. Durch diesen gelebten Glauben verkündigen wir Christus oft mehr als durch viele Worte. Allein an ihm richte ich mein Leben aus, und nicht daran, möglichst vielen Menschen zu gefallen. Gott möchten wir gefallen und ihm dienen wir. Er ist es auch, der zu unserem Heil unser Herz prüft und es reinigt. Das ist notwendig, die Gründe des Herzens müssen geprüft und manchmal auch korrigiert werden.

So reden wir nun auch, nicht um Menschen zu gefallen, sondern Gott, der unsere Herzen prüft.1. Thess 2:4

1. Thess 2,7: Mütterliche Liebe

Wir sind in eurer Mitte zart gewesen, wie eine nährende Frau ihre eigenen Kinder pflegt. 1. Thess 2:7

Es gibt wohl kein passenderes Bild von Liebe und Zuneigung und Hingabe, wie das einer Mutter mit ihren kleinen Kindern! Mütterliche Liebe ist erstens zart. Sie ist voller Sanfmut. Mütterliche Liebe ist zweitens nährend, gibt etwas von dem weiter, was sie selbst aufgenommen hat. Mütterliche Liebe ist drittens pflegend. Darin opfert sie sich auf zum Wohl des Kindes. Sie schenkt ihr Leben. Orientieren wir uns in der Liebe an diesen mütterlichen Tugenden, indem wir zart und sanfmütig mit der Seele des Nächsten umgehen, geben wir ihm in Wort und Tat nährende und aufbauende Nahrung und nicht zuletzt auch uns selbst als Mensch, der einem Menschen begegnet.

In solcher inniger Liebe zu euch waren wir bereit, euch nicht nur Gottes Heilsbotschaft, sondern auch unser Leben zu schenken, so lieb hatten wir euch gewonnen. 1. Thess 2:8

1. Thess 2,13: Empfangen + aufgenommen

Darum danken wir Gott unablässig dafür, dass ihr das Wort Gottes, das ihr durch unsere Verkündigung empfangen habt, nicht als Menschenwort, sondern als Gottes Wort angenommen habt und jetzt ist es in euch, den Glaubenden, wirksam. 1. Thess 2,13

Das Empfangen bezieht sich auf das Ohr. Wir hören oder lesen das Wort Gottes. Das Aufnehmen bezieht sich auf das Herz. Nur in denen, die es tatsächlich innerlich aufgenommen haben, kann dieses Wort wirken. Es ist eine gute und wichtige Übung, jeden Tag einen Vers der Bibel mit in den Tag zu nehmen, ihn ständig bei sich tragend. Ist das Wort empfangen und aufgenommen worden, zeigt es seine Wirkung in uns, so dass wir würdig wandeln können. Würdig wandeln! Gemeint ist damit unser Verhalten in allen Lebensbereichen im Denken, Reden und Tun. Gott ruft uns und das darf man uns auch ansehen…

….daß ihr möchtet würdig wandeln des Gottes, der euch berief zu seinem Reich und seiner Herrlichkeit. 1. Thess 2:12

1. Thess 3,2: Stärkende Fürsorge

Timotheus nun sollte euch in eurem Glauben stärken und ermutigen. 1. Thess 3:2

Schwierigkeiten aller Art begegnen uns. Es ist oft nicht leicht. Was deinen Geist betrifft, so sei ganz ruhig und vertraue dich immer mehr und vollkommen Jesus an! Bemühe dich, immer und in allem dem Willen Gottes nachzukommen, sowohl bei den angenehmen als auch bei den unangenehmen Dingen, und sorge dich nicht um morgen. In und mit Jesus werden wir diese Situationen, die uns widerfahren, bestehen. Timotheus wurde zur jungen Gemeinde in Thessaloniki geschickt, um sie im Glauben zu stützen. Lassen wir uns von dieser liebenden Fürsorge inspirieren. Lasst uns gegenseitig im Glauben stärken, damit wir fest stehen. Wen kannst du heute im Glauben stärken und ermutigen? Von wem lässt du dich heute im Glauben stärken und ermutigen?

Er sollte mir berichten, ob euer Glaube all diesen Angriffen standgehalten hat oder ob euch der Versucher zu Fall bringen konnte. 1. Thess 3:5

1. Thess 3,9: Freude im Glauben

Wie sollen wir Gott nur dafür danken, dass er uns durch euch so viel Freude schenkt! 1. Thess 3:9

Welche Haltung steckt hinter diesen Worten von Paulus an die Thessaloniker? Können wir uns selbst diese Haltung zu eigen machen? Hier ist nicht die weltliche Freude gemeint, sondern die Freude im Glauben darüber, was Gott im Leben des Nächsten wirkt und dass jemand in Jesus ist. So schreibt Paulus weiter: “Wir leben wieder auf, seit wir wissen, dass ihr unbeirrt beim Herrn bleibt.” (1. Thess 3:8). Es ist die Haltung, dass wir im Glauben an Christus eine Familie Gottes sind und wir voll Freude sind, wenn der andere fest im Herrn steht. Werde dir einer Person in deinem Leben bewusst, die dir in dieser Weise Freude bereitet und danke Gott dafür.

Der Heilige Geist gibt uns einen neuen Blick für die Mitmenschen, dass wir sie stets als Brüder und Schwestern in Jesus achten und lieben. Papst Franziskus

1. Thess 3,12: Überströmende Liebe

Euch aber lasse der Herr wachsen und überströmend werden in der Liebe zueinander. 1. Thess 3:12

Der Kern ist die Liebe. Alles andere ist Nebensache. Es ist die Liebe in all ihren wundervollen Facetten, die uns zu gesegneten Menschen macht: Schaue mit einem milden Blick auf die Fehler und Schwächen des anderen. Bemühe dich immer und überall in Geschwisterlichkeit dich jedem Menschen, zuzuwenden. Denke stets gut über den anderen. Jesus nennt uns seine Freunde! Sein Freund ist nun mein Freund! Dem Freund wende ich mich in liebender Verbundenheit zu. Wahres spirituelles Wachstum erkennt man daran, ob ein Mensch beziehungsfähiger wird.

Man muss lieben, lieben, nichts weiter als lieben. Pater Pio

1. Thess 3,13: Ganz für Gott leben

So werdet ihr innerlich stark, ihr lebt ganz für Gott, unseren Vater, und könnt frei von aller Schuld vor ihn treten, wenn Jesus, unser Herr, kommt mit allen, die zu ihm gehören. 1. Thess 3:13

Ganz für Gott zu leben ist unsere Ziel, an dem wir uns orientieren. Dazu müssen wir achtsam leben, um so eine innere Stärke zu entwickeln und unsere Herzen zu stärken. Lasst uns das gemeinsam tun. Dennoch: So vieles kann uns zum Fall bringen und tut es bisweilen auch. Das macht uns demütig und lässt uns dankbar werden für die Vergebung, die uns in Jesus Christus zuteil wird. Durch ihn können wir trotz aller Schwächen, Fehler und Irrungen voller Hoffnung und Zuversicht sein. Durch ihn können wir geheiligt und frei von aller Schuld vor Gott, den Vater treten. Gelobt sei Jesus Christus!

Dieses einzige Leben muß an Leib und Seele geheiligt und von Gott erfüllt werden, dem unsichtbaren Gott, dem wir in ganz sichtbaren und materiellen Dingen begegnen. Josemaria

1. Thessalonicher Kapitel 4

1. Thess 4,3: Unsere Heiligung

Das ist der Wille Gottes, eure Heiligung. 1. Thess 4:3

Heiligung bedeutet schlicht Absonderung. Gott will, dass wir ganz und gar ihm gehören. Wir tun dies durch die Annahme von Gottes Wort in der Bibel, durch Eingebungen des heiligen Geistes und durch das Gebet. Durch die Bibel formt Gott unser Denken um. So übernehmen wir seine Gedanken. Durch Eingebungen lenkt er uns. Rufen wir oft den heiligen Geist um Hilfe an. Durch das Gebet sind wir unentwegt innig verbunden mit ihn. Vernachlässigen wir es nicht.

Die Rolle, die wir in der Heiligung spielen, ist sowohl eine passiv, aufgrund derer wir davon abhängig sind, dass Gott uns heiligt, als auch eine aktive, aufgrund derer wir danach trachten, Gott zu gehorchen. Wayne Grudem

1. Thess 4,10: Maßlose Liebe

Eure Liebe kann nie groß genug sein. 1. Thess 4:10

Christliches Leben muß stets neu an Christus Maß nehmen. Maßlos liebt er uns. Für uns heißt das: das Maß der Liebe ist die Liebe ohne Maß. Welche Freude, lieben zu können, ohne ein Übermaß fürchten zu müssen! Ein solches gibt es nicht, wo man in Gott liebt. Die Liebe zum Nächsten ist Ausdruck der Liebe zu Gott. Die Liebe besteht darin, das Wesen des anderen als Ganzes zu mögen und zu wollen. Wenn wir darin ein Leben lang unterwegs sind, ständig wachsend und Fehltritte mit eingeschlossen, so stehen wir in der Nachfolge und nehmen Maß an ihm.

Das einzig Wichtige im Leben sind die Spuren der Liebe, die wir hinterlassen, wenn wir gehen. Albert Schweitzer

1. Thess 4,11: Ruhe und Besonnenheit

Achtet darauf, dass ihr ruhig und besonnen lebt. 1. Thes 4,11

Achtsamkeit ist die Tugend, die mir Gottes Gegenwart bewusst macht. Achtsamkeit als Kunst, ganz im gegenwärtigen Augenblick zu verweilen ohne an etwas Anderes zu denken, auch nicht an Zukünftiges oder Vergangenes. Hektik herrscht dann, wenn deine Gedanken immer schon sieben Schritte voraus sein müssen, anstatt da zu sein, wo du bist. So viele von uns haben die Nase gestrichen voll von dieser Hetze. Entschleunigen ist angesagt, zurück zum Anfang gehen, innehalten. Dennoch wissen wir alle, dass es mächtige Ablenkungen gibt. Aber ich entferne mich geschickt davon und gehe ganz allmählich wieder davon weg, wie jemand, der sich aus einer großen Menschenmenge zurückzieht. Das zu tun, ist ein großes Geheimnis im inneren Leben. Wenn man es anders macht, verliert man seinen Frieden in Jesus und die Gnade, die der gegenwärtige Augenblick und die anstehende Tätigkeit enthält.Was lenkt mich vom Leben in und mit Jesus heute ab und wie kann ich dem entgegenwirken?

1. Thess 4,13: Ewiges Leben erhoffen

Ihr sollt nicht so trauern müssen wie die Menschen, denen die Hoffnung auf das ewige Leben fehlt. 1. Thess 4:13

Wir trauern beim Tod eines uns geliebten Menschen, trösten andere und werden selbst getröstet. Diese Trauer ist wichtig. Die christliche Trauer wird umhüllt von der Hoffnung des Wiedersehens. Hier aber gab es Menschen in Thessalonich, die keinen klaren hoffnungsvollen Blick für die Zukunft der Toten hatten. Daher ermahnt Paulus uns. Wir wissen nicht im Einzelnen, was uns bevor steht. Wohl aber wissen wir im ganzen, daß unser Leben nicht ins Leere läuft. Erst wenn diese unsere Zukunft als positive Realität gewiß ist, wird auch die Gegenwart lebbar. Wer Hoffnung hat, lebt anders. Der Tod ist ein Heimgang, ein Hinübergehen ins Licht.

Wenn wir glauben, dass Jesus gestorben und auferstanden ist, so wird Gott auch die Entschlafenen durch Jesus mit ihm führen. 1. Thess 4:14

1. Thess 4,16: Trost und Ermunterung

Christus, der Herr, wird vom Himmel herabkommen. 1. Thess 4:16

Für uns ist das Kommen des Herrn Trost und Ermunterung. Wir werden beim Herrn sein. Vielleicht gehen wir durch schwierige Umstände in dieser Welt. Dann dürfen wir Mut fassen, indem wir an sein Kommen denken. Vielleicht trauern wir im Hinblick auf einen unserer Lieben, den der Herr heimgeholt hat. Dann dürfen wir uns trösten lassen im Gedanken daran, dass wir bald vereint sind mit denen, die uns vorangegangen sind. Wenn uns Paulus auffordert: “So tröstet nun einander mit diesen Worten!” (1. Thess 4:18), so finde ich Folgendes dabei sehr wichtig, wenn wir uns im Glauben Trost spenden. Trost hilft immer zwei Menschen: dem Getrösteten und dem Tröstenden:

Wer Halt gewährt, verstärkt in sich den Halt. Wer Trost spendet, vertieft in sich den Trost. Martin Buber

1. Thessalonicher Kapitel 5

1. Thess 5,6: Wachen und Nüchtern sein

Lasst uns wachen und nüchtern sein! 1. Thess 5:6

Die Bibel redet von einer zweifachen Ankunft des Sohnes Gottes. Einmal als er Fleisch annahm und Mensch wurde. Das zweite Mal, wenn er am Ende der Zeiten kommen wird. Die zweite Ankunft wird in der Bibel der Tag des Herrn genannt. Die Erwartung dieses Tages gehört zu unserem Glauben! Wachsamkeit brauchen wir, um auf unseren Herrn zu warten. Nüchternheit brauchen wir, damit die Dinge dieser Welt nicht Macht über uns bekommen. Wir sind Kinder des Lichts!!! So leben wir dem Licht und nicht der Welt. In allem jeder Zeit nur eines: Jesus Christus, das Licht der Welt!

Ihr seid allzumal Kinder des Lichts und Kinder des Tages. 1. Thess 5:5

1. Thess 5,8: Glaube, Liebe, Hoffnung

Wir aber, die wir dem Tag angehören, wollen nüchtern sein, angetan mit dem Brustpanzer des Glaubens und der Liebe und mit dem Helm der Hoffnung auf das Heil. 1. Thess 5:8

Jesus möchte unser Herz ganz für sich besitzen, aber er weiss auch, wie leicht wir uns in den Angelegenheiten dieser Welt verstricken. Der Brustpanzer schützte das Herz des Soldaten. Unser Glaube an Christus und unsere Liebe zu ihm schützt unser Herz. Der Helm dagegen schützte den Kopf des Soldaten. Der Kopf steht für unsere Gedanken. Der Helm der Hoffnung soll uns schützen vor unguten Gedanken (Zweifel, Mißtrauen u.a.). Kopf und Herz, Herz und Kopf, beides übergeben wir Gott, der uns schützt und leitet. Welch Ermutigung! Welch Trost.

Ermutigt und tröstet einander. 1. Thess 5:11

1. Thess 5,13: Miteinander im Frieden

Lebt im Frieden miteinander! 1. Thess 5:13

Um dies zu ermöglichen, müssen wir zuallerst Frieden in unserem Herzen schaffen. Mutter Teresa sagte: “Der Frieden beginnt zu Hause und in unseren eigenen Herzen. Wie können wir Frieden in die Welt bringen, wenn wir keinen Frieden in uns haben?” Aus diesem Frieden im Herzen, den allein Gott schenken kann, dürfen wir dann weiter mit den Worten von Franz von Assisi beten: “Herr, mach mich zum Werkzeug deines Friedens! Wo Hass ist, lass mich Liebe säen.” Das gilt es im Einerlei des Alltags durch Gottes Gnade umzusetzen. Darauf allein kommt es an. Das ist das Gesetz Christi. Wie leicht sind wir jedoch geneigt, uns zu wehren, wenn wir angegriffen werden. Darum schreibt Paulus weiter:

Seht darauf, dass niemand Böses mit Bösem vergilt, sondern trachtet allezeit nach dem Guten. 1. Thess 5:15

1. Thess 5,14: Zurechtweisen + Aufbauen

Weist die zurecht, die ihr Leben nicht ordnen. Baut die Mutlosen auf, helft den Schwachen und bringt für jeden Menschen Geduld und Nachsicht auf. 1. Thess 5:14

Wenn ein Verhalten nicht gut ist, weisen wir in aller Sanftmut und Liebe zurecht. Wir schweigen nicht um des Friedens Willen, sind uns aber immer bewusst, dass wir irren können. Die Mutlosen bauen wir auf, solche, die durch die Umstände des Lebens entmutigt und enttäuscht sind. Dem körperlich und geistlich Schwachen helfen wir. In allem haben wir Geduld. Veränderung braucht Zeit. In allem haben wir Nachsicht und sündigen lieber durch zu große Barmherzigkeit als durch zu große Strenge.

Zuviel Nachsicht ist falsch, zu wenig Nachsicht ist auch falsch. Die Mitte ist schwer. Aber wenn ich mich schon verfehle, will ich mich lieber durch zu große Milde verfehlen als durch zu große Strenge. Franz von Sales

1. Thess 5,14: Den Schwachen helfen

Helft den Schwachen und bringt für jeden Menschen Geduld und Nachsicht auf 1. Thess 5:14

Die Last des anderen tragen bedeutet, dass wir uns niemals endgültig vom anderen distanzieren dürfen, wenn wir nicht mehr miteinander klar kommen. Geht aufeinander zu und sucht das gemeinsame Gespräch. Sprecht über eure Schwierigkeiten im Umgang miteinander. Haltet keinen faulen Frieden miteinder. Aber lasst euch einander stehen in eurer Unterschiedlichkeit, lernt euch lieben und schätzen. Überwindet euch, weil Christus uns längst überwunden hat! “Wir, die Starken, haben die Pflicht, die Schwächen der Schwachen zu tragen, anstatt selbstgefällig nur an uns zu denken. Jeder von uns soll auf den anderen Rücksicht nehmen, damit es ihm gut geht und er gefördert wird.” (Röm 15:1‭-‬2)

1. Thess 5,16: Allezeit sich freuen

Freut euch allezeit! 1. Thess 5:16

Schauen wir darauf, dass Gott uns jeden Morgen neu seine Liebe schenkt. Das ist der Grund der wahren Freude, solange wir leben, unabhängig davon, welche Kreuze uns begegnen. Im Gebet empfangen wir ganz bewusst diese Liebe. Auch in traurigen Umständen können wir uns an dieser Liebe freuen. Traurigkeit bezieht sich immer auf diese Erde, auf Umstände, in die wir in diesem Leben kommen können. Wirkliche Freude bezieht sich immer auf den Herrn und das, was im Himmel ist. Tiefe Freude erwächst aus dem Blick auf Jesus, den wir lieben mit ganzem Herzen, mit ganzer Seele und mit all unseren Gedanken.

Fliehe die Traurigkeit, denn diese befällt die Herzen, die sich an die Dinge dieser Welt Klammern. Pater Pio

1. Thess 5,17: Ohne Unterlass beten

Betet ohne Unterlass ! 1. Thess 5:17

Die christliche Sache lebt und stirbt mit dem Gebet, das Gebet ist das Herz christlichen Lebens. Beten ist nicht nur bitten und auch nicht nur danken. Beten heißt erstlich einmal so stille werden, daß wir Gottes Wort an uns vernehmen, heißt dann aber, diesem Wort Antwort geben, sei es in Worten oder inTaten. Beten heißt Gott nahekommen und nahe bleiben wollen, weil er uns nahegekommen ist. Beten können wir nur, weil Christus da ist, in ihm hat unser Gebet seinen Grund, denn durch ihn haben wir Gott zum Vater. Christus ist aber auch die Kraft unseres Betens und nur aus dieser Kraft können wir ohne Unterlaß beten. Aber eben weil Christus unsere Kraft ist, die uns zum Vater führt, darum macht das Gebet uns fröhlich und stark, darum kann ein Mensch, der betet, nicht mehr Angst haben und nicht mehr traurig sein. Im Gebet ist Christus, ist Gott uns nahe. Nahet euch zu Gott, so naht er sich zu euch. Bonhoeffer

1. Thess 5,17: Nicht aufhören zu beten

Hört niemals auf zu beten. 1. Thes 5:17

Ein Altvater sagte: Das anhaltende Gebet verbessert in kurzem den Geist. Apophthegmata

Abbas Johannes sprach: Ich gleiche einem Menschen, der unter einem großen Baum sitzt und sieht, wie viele wilde Tiere und Schlangen gegen ihn herankommen. Kann er gegen sie nicht mehr bestehen, dann klettert er eilig auf den Baum und rettet sich. So auch ich: Ich sitze in meinem Kellion und sehe, wie schlechte Gedanken auf mich zukommen, und wenn ich gegen sie nichts mehr kann, dann fliehe ich zu Gott im Gebet und werde so vor dem bösen Feind gerettet. Apophthegmata

Beten verwandelt unser Denken, weil wir alles darin Gott hinhalten und dadurch nicht mehr um uns selbst kreisen. Gottes Geist durchdringt mehr und mehr meinen Geist und schenkt ihm Frieden

1. Thess 5,18: In allem dankbar

Seid in allem dankbar. Denn das ist der Wille Gottes in Christus Jesus für euch. 1. Thess 5:18

Durch Dankbarkeit beten wir in der richtigen Herzenshaltung. Wenn wir nicht mehr danken können, werden wir unglücklich. Wir aber befassen uns mit allen möglichen negativen Dingen und mehren so uns den Hang zur Traurigkeit. Wenn wir offene Augen für die Güte Gottes haben, dann werden wir in allen(!) Umständen des Lebens immer noch Gründe finden, für die wir danken können. Wenn wir wirklich davon überzeugt sind, dass uns alles zum Guten mitwirkt, dann werden wir auch immer Grund zum Danken haben. Deshalb wollen wir den Herrn bitten, dass Er uns ein dankbares Herz erhält. Oh heiliger Geist, hilf uns: “Lasst den Geist Gottes ungehindert wirken!” (1. Thess 5:19)

Dankbarkeit ist der Wächter am Tor der Seele gegen die Kräfte der Zerstörung. Gabriel Marcel

1. Thess 5,21-22: Alles prüfen

Prüft alles, das Gute behaltet! 1. Thess 5:21-22

Nicht immer ist ersichtlich, was das Gute ist und wir stehen ratlos da. Nehme dir drei Dinge an. Erstens, dass du selbstkritisch bist mit dir und deiner Sichtweise. So bleibst du beweglich und somit empfänglich für Gottes Eingebungen. Zweitens: du kannst nicht häufig genug, die Hilfe des heiligen Geistes erbitten. Ohne ihn geht nichts und er allein hilft uns, das Gute zu erkennen. Drittens: versuche immer aus der Liebe zu handeln, die der heilige Geist in unsere Herzen ausgießt. Sie allein erkennt das Gute. Eine Kleinigkeit, aus Liebe getan, wie wertvoll ist das! Vertraue der Macht der Liebe, auch gerade dann wenn sie scheinbar nichts konkret erreicht und vordergründig scheitert wie Jesu Liebe, die am Kreuz endet.

Haltet euch fern von dem Bösen in jeglicher Gestalt! 1. Thess 5:22

1. Thess 5,23: Gottgefälliges Leben

Möge Gott, von dem aller Friede kommt, euch helfen, ein Leben zu führen, das ihm in jeder Hinsicht gefällt.1. Thess 5:23

Dazu ein Gebet von Thomas von Aquin: Verleih mir, allmächtiger Gott, dass ich alles, was Dein Wille ist über meinem Leben umsichtig erforsche, wahrhaftig erkenne und vollkommen erfülle. Ordne mein Leben so, wie es Dir zur Ehre und mir zum Heile sein kann. Gib mir dazu, o Herr, ein starkes Herz, ein freies Herz, ein wachsames Herz, ein unwandelbares Herz. Mache mich schlicht ohne Überheblichkeit, ernst ohne Trauer, wahrhaft ohne Täuschung, mutig ohne Furcht, rührig ohne Leichtsinn. Lass meinen Weg gerade und sicher zum Ziele kommen. Lass mich immer auf Dich hoffen, liebreicher Gott meines Lebens! Amen!

1. Thess 5,23: Kommen des Herrn

Er bewahre euch ganz und gar, damit ihr fehlerlos seid an Geist, Seele und Leib, wenn unser Herr Jesus Christus kommt. 1. Thess 5:23

Das wichtigste Wort in diesem Brief-Abschluss-Gebet ist Kommen. Was bedeutet das Kommen des Herrn? Auf lateinisch heißt dieses Kommen adventus, also Advent. Es gibt zum Einen das endgültige Kommen des Herrn am Ende der Zeit. Es gibt zum Anderen das Kommen des Herrn heute im Hier und Jetzt . Er klopft täglich neu an die Tür unseres Herzens und verlangt nach unserer Hingabe, wodurch er dann im Weiteren auch durch uns selbst ins Leben der anderen Menschen eintritt. Er sucht eine lebendige Wohnung in unserem Herzen.

Dieses mein Herz gehört Dir…, mein Jesus. Nimm denn dieses mein Herz, fülle es mit Deiner Liebe, und dann befiehl mir, was Du willst. Pater Pio

1. Thess 5,24: Ziel der Gemeinschaft

Der, der euch beruft, ist treu. Er wird euch ans Ziel bringen. 1.Thess 5:24 

Gott ruft uns zur Gemeinschaft mit ihm. Bei der Wiederkunft Christi wird diese Gemeinschaft ihre Vollendung finden. Das ist unser Ziel. Voll liebender Fürsorge bereitet er uns auf diese Begegnung vor. So wirkt das Zukünftige in unsere Gegenwart heute hinein. Die Zukunft ist schon in der Gegenwart enthalten, wo Gott in seiner unvergänglichen Liebe uns umsorgt und erzieht, uns keinen Augenblick verläßt und uns wie ein Vater oder Mutter im Wachstumsprozeß ständig begleitet hin zu diesem Ziel. Dieser Prozeß der Heiligung ist ein Geschenk Gottes, wir aber sind aufgefordert, dem mit unserem ganzen Ich uns zu öffnen und voll Liebe und Hingabe Ja zu sagen. 

Die Gnade unseres Herrn Jesus Christus sei mit euch.1. Thess 5:28