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Kol Kap. 3

Impulse, Auslegungen, Kommentare und Bibelzitate aus dem Brief an die Kolosser Kap. 3


Richtet eure Gedanken auf Gottes unsichtbare Welt. Kol 3,2

Im Kapitel 3 geht es um praktische Anweisungen, um Aufzählungen von Laster und Tugenden, die mich in ihrer Dichte und Konkretheit immer wieder beeindrucken. Die Laster könnt ihr ja selbst nachlesen. Hier allein, was sich in wenigen Versen an Tugenden findet. Wir sollen uns hinwenden zu:

– herzliches Mitgefühl
– Güte
– Bescheidenheit
– Nachsicht üben
– geduldig sein
– einander ertragen
– sich gegenseitig vergeben
– mit jedem freundlich reden
– Gutes und Hilfreiches sagen
– die richtigen Worte finden

Wenn wir über die Tugend sprechen, sprechen wir über Christus. Ambrosius


Richtet eure Gedanken auf Gottes himmlische Welt und nicht auf das, was diese irdische Welt ausmacht. Kol 3:2

Inneren Frieden gewinnt der, wer sich nicht unnötig um alles kümmert, was andere sagen und tun. Inneren Frieden gewinnt der, der seine Gedanken immer wieder auf Gottes himmlische Welt ausrichtet. Der Christ hat in den himmlischen Dingen seine Ruhestätte, denn die irdische Welt vergeht. Ja, wir leben in dieser irdischen Welt und wir dürfen sie auch mit allen Sinnen und Gottes Geschenken darin genießen, aber wir sollten nicht zu sehr darin verhaftet sein. Schon morgen könnte unser Leben vorbei sein. Dann sind wir vergangen. Darum in der Welt leben, aber mit den Gedanken stets bei dem Allerhöchsten sein, nicht nachlässig im Gebet und verbunden mit Christus, dem Erlöser.


Ihr seid gestorben und euer Leben ist verborgen mit dem Christus in Gott. Kol 3:3

Wo vom lebendigen Gott die Rede ist, steht immer dies Sterben dazwischen. Tod und Leben so auf einer Linie, das vermöchte man nur, wenn man mit Gottes eigenen Augen zu schauen vermöchte. Für uns Menschen sind die Unterschiede zwischen Tod und Leben ungeheuer groß, für Gott fallen sie in eins zusammen. Für Gott ist der Mensch nicht mehr und nicht weniger, nicht ferner und nicht näher, ob er lebt oder stirbt. Der Tod ist die Hölle und die Nacht und die Kälte, wenn ihn unser Glaube nicht verwandelt. Aber das ist ja das Wunderbare, daß wir den Tod verwandeln können. Bonhoeffer


Ihr seid gestorben, und euer Leben ist verborgen mit dem Christus in Gott. Kol 3:3

Aus Raupen werden sie Schmetterlinge. Wir tun es ebenso, wenn wir geistliche Menschen sind. Wir geben unser menschliches Leben auf, um ein höheres Leben zu führen, ein Leben über uns selbst, indem wir dieses ganze neue Leben in Gott mit Jesus Christus verbergen, der es allein sieht, kennt und schenkt. Ihr lebt also nicht mehr in euch selbst und auch nicht innerhalb eurer natürlichen Lebensbedingungen. Eure Seele lebt nicht mehr nach ihrer eigenen Weise, sondern auf eine Weise, die sie übersteigt. Jesus Christus ist aber unsere Liebe und unsere Liebe ist das Leben unserer Seele. So ist unser Leben in Gott verborgen mit Jesus Christus.


Ertragt einander und vergebt euch gegenseitig, wenn jemand euch Unrecht getan hat. Denn auch Christus hat euch vergeben. Kol 3:13

Jede Vergebung muss damit beginnen, dass man sich der Wahrheit stellt, d.h. man fasst ganz klar das zu Vergebende ins Auge und benennt auch den Schmerz dazu. Die weitere Fähigkeit zu vergeben beruht letztlich auf der Erkenntnis unserer gemeinsamen Menschlichkeit und auf dem Eingeständnis, dass wir einander, weil wir menschlich sind, unvermeidlich verletzen und voneinander verletzt werden. Nur wenn wir die Vergebung unserer Sünden durch Jesus annehmen, können wir auch anderen vergeben. Das gehört zutiefst zusammen. Nicht vergeben zu können ist wohl einer der mächtigsten Gegenspieler der vollkommenen Freude!


Vergebt euch gegenseitig. Kol 3:13

Das eine ist es, jemanden zu vergeben. Das andere ist, jemanden um Vergebung zu bitten. Das empfinden viele als bitter, weil wir uns vor Demütigung fürchten. Wie schwer fällt es uns, aus ganzem Herzen um Vergebung zu bitten! Da gehen wir bildhaft gesprochen in die Knie. Das ist oft schwerer als selbst zu vergeben. Mein Schlüsselerlebnis war folgendes: Streit mit einer Mitarbeiterin. Ein Jahr nicht miteinander gesprochen. Dann die Überwindung: Ich bat um Vergebung. Sie vergab mir und gestand auch ein, selbst nicht ganz unschuldig gewesen zu sein. Damals habe ich mir geschworen: Das passiert mir nie wieder! Wenn es Streit gibt, gehe ich spätestens am nächsten Morgen wieder auf den anderen zu.


Vergebt euch gegenseitig. Kol 3:13

Viele Male tragen wir ein Verzeichnis der Dinge mit uns herum, die uns angetan wurden. Das macht uns bitter und diese Bitterkeit lassen wir dann bei irgendeiner Gelegenheit wieder heraus. Ein Teufelskreis. Es gibt kein menschliches Zusammenleben ohne Verzeihung. Denn ob wir wollen oder nicht, immer wieder werden wir einander verletzen. Die Bereitschaft zur Vergebung betrifft nicht an erster Stelle Menschen, mit denen wir wenig zu tun haben, sondern die Allernächsten, denen wir am meisten unser Herz geöffnet und die uns tief verletzt haben: Dem Ehepartner, den Kinder, Eltern, Schwiegereltern, Nachbarn etc.

Vergebung ist die Macht, welche die Ketten der Bitterkeit und die Fesseln der Selbstsucht zerbricht. Corrie ten Boom

Wenn wir über eine Sünde, nachdem wir Vergebung erfahren haben, noch lange grübeln, rauben wir Jesus und uns selbst viel Freude. Corrie ten Boom


Wichtiger als alles andere ist die Liebe. Wenn ihr sie habt, wird euch nichts fehlen. Sie ist das Band, das euch verbindet. Kol 3:14

Unsere guten Taten kommen aus dem Glauben, der in der Liebe wirksam ist. Große Liebe vermag kleine Dinge in große umzuwandeln und nur Liebe allein verleiht unseren Taten Wert. Liebe gründet dabei nicht unbedingt immer auf Empfindungen, sondern auf Taten. Es ist ein Willensakt, ein Schenken. Lieben können wir dabei nur dadurch, dass wir selbst Geliebte und Beschenkte sind. Jesus hat gespürt, dass er unsere Liebe wecken muss, indem er uns seine Liebe vor Augen stellt, und das nicht nur einen Tag lang, sondern tagtäglich. Deshalb hat er sich dafür entschieden, in unserer Mitte zu wohnen.

Liebe ist die alles überragende Tugend. Jerry Bridges


Der Friede des Christus regiere in euren Herzen. Kol 3:15

Das Leben ist wechselhaft. Mal ist Sonnenschein, mal Regen, mal geht´s uns gut, mal werden wir von unserem Stimmungen hingerissen. Sich vom Frieden des Christus regieren zu lassen, bedeutet zu versuchen, diese Wechselhaftigkeit mit einem gewissen gelassenen Lächeln zu betrachten mit der Erkenntnis, dass in dieser Welt hier nichts Bestand hat. Darum sollen wir das Wort des Christus reichlich in uns wohnen lassen (Kol 3,16), nur für ihn und durch ihn zu leben, so kommt der Frieden in unser Herz. Und es gibt nichts in der Welt, das so wertvoll wäre wie der Herzensfrieden. Oh Herr, hilf uns, in deinem Frieden zu verharren und uns von weltlichen Dingen nicht beunruhigen zu lassen


Und was immer ihr tut in Wort oder Werk, das tut alles im Namen des Herrn Jesus und dankt Gott, dem Vater, durch ihn. Kol 3:17

Gott, du willst nicht, dass ich meine Arbeit aufgebe und mich aus den Verpflichtungen dieser Welt löse, um nur an dich zu denken. Ich soll dich vielmehr in meinen Arbeiten suchen. Ihr müsst diese Betätigungen heiligen, in dem ihr in ihnen Gott sucht. Deshalb will ich mein ganzes Tun mit dir in Verbindung bringen, um dich darin zu finden; in Glaube, Vertrauen und Liebe und in dem Verlangen, von deiner erbarmenden Liebe Zeugnis zu geben. Nichts entspricht dem Evangelium mehr, als auf der einen Seite bei Gott Kraft für die eigene Seele zu sammeln und dann hinzugehen und das Leid der anderen mitzutragen. Wir sind berufen, die Güte Gottes sichtbar werden zu lassen. Vinzenz von Paul

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