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Phil Kap. 3

Impulse, Auslegungen, Kommentare und Bibelzitate aus dem Brief an die Philipper Kap. 3


Aber seit ich Christus kenne, ist für mich alles wertlos, was ich früher für so wichtig gehalten habe. Ich erachte es für Dreck, auf dass ich Christus gewinne und in ihm gefunden werde. Phil 3, 7-8

Dreck, Unrat, Verlust, Mist bis hin zum Kot … die Übersetzungen überschlagen sich hier. Alle meinen das Gleiche: den Dingen den richtigen Wert zumessen! Paulus war vor seiner Bekehrung ein Vorbild-Religiöser. Er war aber innerlich blind, soweit, dass er sogar die Christen verfolgte.  Erst die direkte Begegnung mit Jesus Christus ließ ihn aus seiner Blindheit erwachen und er erkannte: es zählt nur das Leben in Christus. Was unser Leben wertvoll macht, ist Gottes Ja zu uns in Christus. Verdient hat es keiner. Alles ist Gnade. Auch wir brauchen diese direkte persönliche Begegnung, um nicht zu erblinden, sondern mit offenen Augen nur auf ihn zu schauen. Die persönliche Begegnung findet statt im Gebet, dem Lesen der Bibel und im Empfang der Sakramente. So lernen wir Christus immer besser kennen und werden immer tiefer in ihm verwurzelt.


Seine Leiden möchte ich mit ihm teilen und mein Leben ganz für Gott aufgeben, so wie es Jesus am Kreuz getan hat . Phil 3:10

Du musst überall, wo du hingehst, Geduld mit dir nehmen, wenn du inneren Frieden haben willst. Denn das Kreuz ist ein fester Wegbegleiter. Entweder hast du einen körperlichen Schmerz oder die Psyche macht dir zu schaffen. Mal fühlst du dich von Gott verlassen, mal macht dir ein Mitmensch zu schaffen und oft bist du dir selbst eine Last. Und so wirst du überall ein Kreuz finden. Bitten wir den Herrn darum, uns die Kraft zu geben, die Kreuze zu tragen. Am Kreuze ist alles gelegen. Es führt kein anderer Weg zum Leben, zum wahren, inneren Frieden, als der Weg des Kreuzes, des täglichen Sterbens.

Denke oft daran, dass der Heiland uns durch Leiden und Dulden erlöst hat. Auch wir können unser Heil nur wirken durch geduldiges Ertragen der Schwierigkeiten, Widerwärtigkeiten und Unannehmlichkeiten. Franz von Sales


Noch bin ich nicht am Ziel angekommen. Aber eins steht fest: Ich will vergessen, was hinter mir liegt, und schaue nur noch auf das Ziel vor mir. Phil 3:13

Wir sind und bleiben Werdende in diesem Leben fortschreitend mit Christus auf dem Weg unserer inneren Entwicklung. Dieser Weg führt immer auch durch das Tal, wo wir mit uns selbst kämpfen, den Kampf darum, den Glauben so zu leben, dass wir dabei konsequent den Weg Gottes gehen. Wir sind hier lebenslang unterwegs. Der folgende Text von Luther drückt dies sehr schön aus: Das Leben ist nicht ein Frommsein, sondern ein Frommwerden, nicht eine Gesundheit, sondern ein Gesundwerden, nicht ein Sein, sondern ein Werden, nicht eine Ruhe, sondern eine Übung. Wir sind’s noch nicht, wir werden’s aber. Es ist noch nicht getan oder geschehen, es ist aber im Gang und im Schwang. Es ist nicht das Ende, es ist aber der Weg. Es glüht und glänzt noch nicht alles, es reinigt sich aber alles.


Ich lasse das, was hinter mir liegt, bewusst zurück, konzentriere mich völlig auf das, was vor mir liegt. Phil 3:13

Das Leben erfordert immer wieder, Bekanntes loszulassen und weiterzugehen. Wer am Alten emotional haften bleibt und nicht bewusst loslässt, kann auch nur schwer neues Land erobern. Es braucht innere Freiheit, um sich wieder mit ganzem Herzen auf neue Gegebenheiten einzulassen. Paulus bringt das in diesem Vers auf den Punkt: sich bewusst auf das vor einem Liegende konzentrieren. In der Phase des Loslassens fällt das schwer und das ist auch in Ordnung. In dieser Zeit darf ich nachsichig mit mir selbst sein und mir auch Zeit für den Abschied geben. Denn nur wenn ich Altes bewusst loslasse, bin ich offen für eine Neues.


Ich lasse das, was hinter mir liegt, bewusst zurück, konzentriere mich völlig auf das, was vor mir liegt, und laufe mit ganzer Kraft dem Ziel entgegen. Phil 3,13

Die Tugend des Maßhaltens bedeutet, Nein sagen zu können. Bildlich gesprochen heißt Maß halten: Dämme aufzurichten. Allerdings nicht Dämme auf vier Seiten, die unser Leben einengen und zum Stillstand bringen, sondern Dämme auf zwei Seiten, damit unsere Energien in eine eindeutige Richtung strömen können, stark, konzentriert und wirksam. Positiv formuliert bedeutet die Tugend des Maßhaltens also die Fähigkeit zur Fokussierung. Fokussierung ist das ruhige, gesammelte Gerichtetsein auf eine Sache. Nur wenn wir zu vielen Dingen Nein sagen, haben wir die Kraft für ein großes Ja. Das ist der Sinn dieser Tugend.


Wir aber sind Bürger im Himmel. Phil 3,20

Wir dagegen haben unsere Heimat im Himmel.  Phil 3:20

Unser Lebensweg führt zu diesem Ziel. Der Himmel ist aber nicht allein unsere Zukunft, sondern auch unsere Herkunft. Das himmlische Bürgerrecht verweist uns auf diese Erde, um das hier begonnene Reich Gottes zu leben, das überall dort aufbricht, wo wir in Gottes Liebe leben und sie in die Welt tragen. Dafür sind wir seine Gesandten. Wenn wir als Christen leben, dann, indem wir mit beiden Füßen auf dem Boden stehen und die Liebe im Heute praktizieren. Aber unsere Augen sind dabei fest auf das Ziel gerichtet, und dieses Ziel ist der Himmel. Es ist immer wieder wichtig, sich bewusst zu machen, warum und wofür man lebt. Denn nur wenn wir wissen, wohin wir gehören, können wir dem Herrn wirklich nachfolgen.

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