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Gal Kap 6

Impulse, Auslegungen, Kommentare und Bibelzitate aus dem Brief an die Galater Kap. 6


Einer trage des andern Last, so werdet ihr das Gesetz Christi erfüllen. Gal 6,2

Dieser Vers hat mich im Frühjahr lange begleitet. Er ist mir wichtig geworden in der Vertiefung der Nächstenliebe im gelebten Alltag, wo ich bei so einigen Menschen nicht von Herzen sagen kann, dass ich sie liebe. Resignieren? Nein! Das Gesetz Christi ist die Liebe. Hier dürfen wir kein Deut davon abrücken. Die Liebe allerdings ist facettenreich. Es gibt neben der tiefen, emotionalen Liebe, wo zwei eins sind, auch die Liebe, die erträgt ohne das große Gefühl. Einer trage des anderen Last – hier geht es darum, den anderen in seinem niemals perfekten und mich auch manchmal störenden Sosein zu ertragen, ihm nie die Türe zu schließen auf Basis der Selbsterkenntnis, dass wir keinen Deut besser sind, sondern genauso von der Gnade und Barmherzigkeit unseres Gottes abhängig sind. Es geht darum die Last der Menschlichkeit des anderen zu tragen.

“Wer sich jedoch einbildet, besser zu sein als die anderen, der betrügt sich selbst.” (Gal 6:3)


Einer trage des anderen Lasten, und so sollt ihr das Gesetz des Christus erfüllen! Gal 6:2

Akzepziere, dass andere einen eigenen Willen und eine eigene Persönlichkeit haben. Wir müssen das Verhalten des anderen nicht zwanhaft gut heißen, aber der andere hat das Recht auf seine eigene Sichtweise. Du selbst willst sicherlich auch nicht, dass andere dich da grundlegend verändern wollen, geschweige denn, ob das überhaupt geht. Die Ecken und Kanten anderer zu akzeptieren ist eine tägliche Herausforderung. Was der Mensch an sich oder anderen nicht bessern kann, muß er geduldig tragen, bis Gott es anders fügt. Denn keiner ist ohne Fehler


Jeder soll dem anderen helfen, seine Last zu tragen. Auf diese Weise erfüllt ihr das Gesetz, das Christus uns gegeben hat. Gal 6:2

Wir alle müssen die Fehler der anderen ertragen können und dürfen uns darüber nicht wundern. Sind wir auch selbst einmal eine Zeitlang in keinen Fehler gefallen, so kommt doch wieder eine Zeit, da wir in einem fort fallen und einen groben Fehler nach dem anderen begehen werden.

Wer sich jedoch einbildet, besser zu sein als die anderen, der betrügt sich selbst. Gal 6:3


Darum soll jeder sein Leben genau prüfen. Dann wird er sich über seine guten Taten freuen können, aber keinen Grund zur Überheblichkeit haben. Gal 6:4

Den eigenen Lebenswandel gilt es immer wieder zu prüfen. Wir werden sicherlich neben unseren Schwächen auch einiges Gutes erkennen. Darüber dürfen, ja sollen wir uns freuen, denn es ist ja Gottes Geschenk, dass er in uns gewirkt hat. Vor Stolz und Überheblichkeit sollen wir uns dagegen hüten. Bin ich der überheblichen Überzeugung, der einzige Urheber meiner guten Taten zu sein, verschließe ich mich in der Folge in mein eigenes Ego und trenne mich selbst vom Urheber des Lebens.

Wer sich nur auf sich selbst verlässt, den erwartet der ewige Tod. Wer sich aber durch den Geist Gottes führen lässt, der wird durch ihn ewiges Leben empfangen. Gal 6:8


Lasst uns also nicht müde werden, Gutes zu tun. Gal 6:9

Nur Gott kann uns verändern. Aus uns selbst heraus können wir nichts. Gott hat uns zur Vollkommenheit berufen und uns ein vollkommenes Herz gegeben. Es auszubilden ist ein Prozess, der Vertrauen, Geduld und Zeit benötigt. Wenn wir der Wahrheit ins Auge sehen, unsere Fehler zugeben und unser Vertrauen auf Gott setzen, dass er uns verändert, werden wir auch die Folgen sehen: dass wir in ihm und durch ihn, immer mehr dazu befähigt werden, Gutes zu tun. Aber wir müssen seinem Zeitplan dabei vertrauen. Veränderungen geschehen nicht immer dann, wenn wir meinen, dass sie stattfinden sollten.

Solange uns noch Zeit bleibt, wollen wir allen Menschen Gutes tun, vor allem aber denen, die mit uns an Jesus Christus glauben. Gal 6:10


Ich aber kenne nur einen Grund zum Rühmen: das Kreuz unseres Herrn Jesus Christus. Gal 6:14

Beim Kreuz hat der Mensch nichts zu sagen. Es ist nicht mein Kreuz, sondern das Kreuz unseres Herrn Jesus Christus. Meine Sünde war das Einzige, womit ich an Christi Kreuz beteiligt war. Meine Sünde hat mit seinem Kreuz zu tun, denn sie brachte Ihn dorthin. Wenn ich erkenne, was das Kreuz ist, vernichtet es mein Eigenlob und bringt auch Wahrheit ins Innere. Danke, Jesus, für alles, was du am Kreuz vollbracht hast. Dank sei dir, von dem alles Gute kommt, sooft es mir wohlergeht! Ich aber bin vor dir eine Leere und ein Nichts, ein unbeständiger, schwacher Mensch. Wessen könnte ich mich rühmen? Lass mich mit dir gekreuzigt sein, dass die Selbstverliebtheit und der Ehrgeiz nicht mehr unter dem Kreuz hervorkriechen können.

Weil er starb, starb auch diese Welt für mich, und ich bin tot für ihre Ansprüche und Forderungen. Gal 6:14


Ich aber kenne nur einen Grund zum Rühmen: das Kreuz unseres Herrn Jesus Christus. Weil er starb, starb auch diese Welt für mich, und ich bin tot für ihre Ansprüche und Forderungen. Gal 6:14

Wir suchen keinen anderen Schatten als den des Kreuzes, kein anderes Mahl, als uns hier bereitet ist. Ihm gelten unsere Tränen und unser Rufen. Wir wollen keine andere Nahrung als die Früchte des Kreuzes. Es sei uns ferne, uns in irgendetwas anderem zu rühmen. Wenn Jesus, der groß war, weil er Gott ist, im Kreuz seine Erhöhung und Verherrlichung findet, was bleibt dann anderes zu tun,was bleibt anderes zu sagen als: Habt in euch die gleiche Gesinnung, wie sie auch in Jesus Christus war. Unser Heil ist, daß unser Herr uns im Kreuz erlöst hat. Denn obwohl alle Akte seines Lebens, selbst die geringsten, unendlich hinreichend waren, unser Heil zu wirken, war es dennoch der Wille seines göttlichen Vaters und sein eigener, daß es nicht anders vollendet werde als im Kreuz. Grund genug, uns seiner zu rühmen! Franz von Sales


Von mir aber sei es ferne, mich zu rühmen, als nur des Kreuzes unseres Herrn Jesus Christus, durch das mir die Welt gekreuzigt ist und ich der Welt. Gal 6:14

Leben Sie ganz in Unserem Herrn. Er soll die See sein, auf der Ihr Herz sich bewegt. Und so wie die Seiltänzer in ihren Händen immer die Balancestange halten, um ihren Körper richtig im Gleichgewicht zu halten in den vielfachen Bewegungen, die sie auf einem so gefährlichen Stand auszuführen haben, so sollen auch Sie das heilige Kreuz Unseres Herrn festhalten, damit Sie sicher gehen in den Gefahren, welche die verschiedenartigen Begegnungen und Unterhaltungen für Ihre Gefühle bedeuten könnten. Auf diese Weise werden all Ihre Regungen ausgeglichen sein durch das Gegengewicht des einzigen und so liebenswerten Willens dessen, dem Sie Ihren ganzen Leib und Ihr ganzes Herz geweiht haben. Franz von Sales


Wichtig ist allein, dass wir durch Christus zu neuen Menschen geworden sind. Gal 6:15

Immerfort empfange ich mich aus Deiner Hand. Das ist meine Wahrheit und meine Freude. Immerfort blickt Dein Auge mich an, und ich lebe aus Deinem Blick, Du mein Schöpfer und mein Heil. Lehre mich, in der Stille Deiner Gegenwart das Geheimnis zu verstehen, dass ich bin. Und dass ich bin durch Dich und vor Dir und für Dich. Romano Guardini

Die Gnade unseres Herrn Jesus Christus sei mit euch, liebe Brüder und Schwestern. Amen! Gal 6:18

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