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09 Galater

Galater – Auslegungen

Galater Kapitel 1

Gal 1,3:

Gnade sei mit euch und Friede von Gott, unserm Vater, und dem Herrn Jesus Christus. Gal 1,3

Das Thema des Briefes ist die Freiheit des Christen vom Gesetz. Paulus möchte zur Erkenntnis zurück rufen, dass wir die Gotteskindschaft allein durch den Glauben empfangen und nicht durch unsere Werke. Auch wenn das jüdische Gesetz uns heute ferne ist, so stehen auch wir in der Gefahr, in eine ähnliche Gesetzlichkeit zurück zu fallen. Dann nämlich, wenn wir meinen, mit unseren Leistungen Gottes Gnade verdienen zu können. In dieser Haltung der Gesetzlichkeit gehorchen wir Gott aus Verpflichtung. Gott aber kommen wir aufgrund seiner Gnade nahe und diese ist in Christus erschienen, der uns frei macht für die Liebe und die Erfüllung des Willen Gottes. In der Gnade gehorchen wir aus Liebe und nicht aus Pflicht.  

Er hat sein Leben für unsere Sünden hingegeben. Gal 1:4  

Gal 1,6:

Mich wundert, dass ihr euch so schnell abwenden lasst von dem, der euch durch die Gnade des Christus berufen hat, zu einem anderen Evangelium. Gal 1:6

Allein der Glaube an Jesus rettet. Das ist das wahre Evangelium. In der Nachfolge Jesu stehen keine Regeln oder Forderungen, sondern seine Liebe. Diese Liebe ist reines Geschenk. Das ist der Kern des Evangeliums, den es zu verkündigen gilt. Nicht immer und in unserer heutigen Zeit immer weniger stoßen wir bei der Verkündigung der Liebe Jesu auf offene Ohren. Meistens Interessenlosigkeit, hin und wieder auf offensive Gegenwehr. Bleiben wir dennoch standfest. Ein übertriebenes Bedürfnis nach der Anerkennung anderer Menschen bringt uns vom Ziel ab. Wir können nicht immer Gott und den Menschen gleichzeitig gefallen.  

Rede ich denn jetzt Menschen oder Gott zuliebe? Oder suche ich Menschen zu gefallen? Wenn ich allerdings den Menschen noch gefällig wäre, so wäre ich nicht ein Knecht des Christus. Gal 1:10

Gal 1,12;16

Jesus Christus selbst ist mir erschienen und hat mir seine Botschaft offenbart. […] Die anderen Völker sollten durch mich von ihm erfahren. Ohne Zögern habe ich diesen Auftrag angenommen und mich mit keinem Menschen beraten. Gal 1:12,16

Paulus hat das Evangelium direkt von Jesus offenbart bekommen. Es kommt Paulus nicht auf Applaus an, sondern darauf, dass er Menschen zur Umkehr zu Jesus führt. Interessant ist die Erwähnung, dass er sich mit keinem Menschen berät. Auch wir dürfen darauf vertrauen, dass der Heilige Geist in uns ist und uns führt, so dass wir nicht unentwegt die Bestätigung anderer Menschen brauchen, wenn es um die Richtigkeit unseres Handelns geht. Dass schließt nicht aus, dass wir auf den Rat anderer hören. Wie so oft im Leben brauchen wir hier die von Gott geschenkte Weisheit und sollten wissen, mit wem und wann wir reden sollten und mit wem nicht. Wir können und sollten offen dafür sein, Rat von Menschen anzunehmen, die in der betreffenden Sache weiser und erfahrener sind als wir. Aber wir dürfen nicht so sehr von dem abhängig sein, was die Leute sagen, dass wir darüber versäumen, auf Gott selbst zu hören.  

Galater Kapitel 2

Gal 2,16:

Trotzdem wissen wir inzwischen sehr genau, dass wir nicht durch Taten, wie das Gesetz sie von uns fordert, vor Gott bestehen können, sondern allein durch den Glauben an Jesus Christus. Gal 2:16

Bin ich das, was ich leiste und vorweisen kann? Oder bin ich das, was andere von mir sagen? Oder bin ich etwa das, was ich an Defiziten an mir erkenne und möglichst verberge? Paulus gibt hier eine befreiende Antwort. Klar, bemühen wir uns ein Leben zu führen, wie es Gott entspricht. Aber das ist nicht das Entscheidende. Das Entscheidende ist, dass Jesus Christus in mir lebt, der Sohn Gottes, der mich geliebt und sich selbst für mich dahin gegeben hat. Dies ist eine befreiende Erkenntnis. Ich kann meinen Leistungswahn, meinen Perfektionismus, meinen Konkurrenzkampf u.v.m. kreuzigen. Denn es entsteht ein in Christus gegründetes Selbstbewusstsein. Ich bin geliebt, wertgeschätzt mit allem, trotz allem.

Mein altes Leben ist mit Christus am Kreuz gestorben. Gal 2:19

Gal 2,20:

Ich bin mit Christus gekreuzigt und nun lebe ich, aber nicht mehr ich, sondern Christus lebt in mir. Gal 2:20

Paulus spricht nicht, dass er sich bekehrt hat, sondern dass er gestorben ist. Ich, doch nicht mehr ich. Das Ich selber, die eigentliche Identität des Menschen ist verändert worden. Er existiert noch und er existiert nicht mehr. Er ist durch ein Nicht hindurchgegangen und steht immerfort in diesem Nicht. Ich, doch nicht mehr ich. Das eigene Ich wird mir genommen und eingefügt in ein größeres, den Leib Jesu Christi. In diesem neuen Existenz-Raum bin ich ein Verwandelter und Aufgebrochener. Wir sind in die Liebe Christi hinein genommen. Das sind nicht nur Worte. Jesus liebt uns!

Mein vergängliches Leben auf dieser Erde lebe ich im Glauben an Jesus Christus, den Sohn Gottes, der mich geliebt hat und sein Leben für mich gegeben hat. Gal 2:20

Ich lebe, aber nicht mehr ich, sondern Jesus Christus lebt in mir. Gal 2,20

Man kann Gott nicht vollkommen lieben, wenn man die Zuneigungen zu den vergänglichen Dingen nicht aufgibt. Ach, Herr Jesus, wann werden wir, nachdem wir Dir alles geopfert, was wir haben, auch alles opfern, was wir sind? Wann werden wir Dir unseren freien Willen zum Brandopfer darbringen, dieses einzige Kind unseres Geistes? Wann werden wir diesen freien Willen binden und auf den Scheiterhaufen Deines Kreuzes, Deiner Dornen, Deiner Lanze legen, damit er wie ein Schäflein ein Deinem Wohlgefallen angenehmes Opfer sei, um durch das Feuer und das Schwert Deiner heiligen Liebe zu sterben und zu verbrennen? O Freiheit meines Herzens, wie gut wird es für dich sein, an das Kreuz des göttlichen Erlösers gebunden und ausgespannt zu sein! Wie wünschenswert ist es für dich, dir selbst zu sterben, um auf immer als Brandopfer des Herrn zu brennen! Franz von Sales

Nun lebe ich, aber nicht mehr ich, sondern Christus lebt in mir. Gal 2:20

Ich, doch nicht mehr ich, das ist und bedeutet Jesu Auferstehung für unser Leben. Wer das Herz des Menschen gewonnen hat, besitzt den ganzen Menschen. Jesus hat unser Herz gewonnen. Wir verzichten auf das Selber-sein-Wollen. Am auferstandenen Herrn halten wir uns fest, und wir wissen: Er hält uns fest! Beachte: An ihm halten WIR uns fest, so halten wir auch einander fest, werden ein Leib in ihm. Im Glauben dehnt sich das Ich des Glaubenden aus, um von einem Anderen bewohnt zu sein, um in einem Anderen zu leben, und so weitet sich sein Leben in der Liebe. Wenn wir so leben, gestalten wir die Welt um in der Kraft der Auferstehung.

Galater Kapitel 3

Gal 3,7:

Die wirklichen Nachkommen von Abraham sind alle, die glauben. Gal 3:7

Gott ruft Abraham. Er ruft auch dich. Abraham hörte auf Gott. Hören wir ebenso auf Gott! Abraham hatte Schwächen. Wir ebenso. Trotz Abrahams Schwäche nahm ihn Gott wieder an. Sind wir untreu, bleibt er uns treu. Abraham war ein Mann des Glaubens. Allein auf unseren Glauben an Christus kommt es an. Abraham vertraute Gott. Auf unser Vertrauen auf Gott kommt es allein an. Abraham fällt vor Gott nieder und betet ihn an. Tun wir es ihm gleich. Abraham fürbittet für andere Menschen. Erkennen wir die Kraft der Fürbitte. Abraham war bereit für Gott alles loszulassen. Geben wir uns mit Herz und Verstand ganz Gott hin.

Gal 3,7;11

Die wirklichen Nachkommen von Abraham sind alle, die glauben. […] Nur der wird Gottes Anerkennung finden und leben, der ihm vertraut. Gal 3:7,11

Wir empfangen Gott nicht durch Werke, sondern allein durch den Glauben. Wenn wir glauben, dass Gott uns aufgrund unserer Leistungen annimmt, werden wir uns immer abgelehnt fühlen, wenn wir das Richtige nicht schaffen. Aber wenn wir erkennen, dass Gott uns aufgrund dessen annimmt, was er selbst getan hat, werden wir wirklich frei sein. Gott wendet sich dem Menschen aus Liebe zu. Die einzige Herausforderung dabei ist, Gott und seinen Zusagen zu vertrauen wie Abraham. In Vers 16 spricht Paulus von einem Nachkommen Abrahams und meint damit Jesus Christus. Wörtlich ist dort von einem Samen die Rede. Wo Samen sind, kann eine Ernte wachsen. Jesus ist sozusagen der Same von allem Guten, das Gott uns geben möchte. Gott pflanzt diesen Samen ein, doch dann ist es nötig, sein Wachstum zu fördern, ihn also zu ernähren, zu bewässern und zu pflegen.Gott gab sein Versprechen Abraham und seinem Nachkommen. […]

Dieser Eine ist Christus. Gal 3:16

Gal 3,24:

Seit Christus aber finden wir durch den Glauben Gottes Anerkennung. Gal 3:24‭

Schau auf Jesus. Betrachte ihn vom Augenblick seiner Empfängnis an. Sieh, wie er uns auf seinen Schultern dadurch trug, dass er den Auftrag annahm, uns durch seinen Tod, seinen Tod am Kreuz zu erlösen. Der Tod und das bittere Leiden unseres Erlösers ist der ansziehendste und zugleich gewaltigste Beweggrund, der unsere Herzen in diesem sterblichen Leben beseelen kann. Es lebe Jesus, dessen Tod offenbart, wie stark die Liebe ist!Diese Liebe! Diese Hingabe! Diese Barmherzigkeit! Wir müssen uns nicht mehr abstrampeln, um etwas zu erreichen, das sowieso unerreichbar ist: das richtige Leben hinzubekommen. Ihr seid schon richtig, weil ihr Kinder Gottes seid:

Nun seid ihr alle zu Kindern Gottes geworden, weil ihr durch den Glauben mit Jesus Christus verbunden seid. Gal 3:26

Gal 3,27:

Ihr, die ihr auf Christus getauft seid, habt Christus angezogen. Gal 3, 27

Christus hat unsere Gewänder angezogen: den Schmerz und die Freude des Menschseins, den Hunger, den Durst, die Müdigkeit, die Hoffnungen und Enttäuschungen, die Angst vor dem Sterben, all unsere Not bis in den Tod hinein. Und er hat uns seine Kleider gegeben. Wir ziehen Christus an, er schenkt uns seine Gewänder und die sind keine Äußerlichkeit. Sie bedeuten, dass wir in Seinsgemeinschaft mit ihm treten, dass seine und unsere Existenz ineinander übergehen, sich gegenseitig durchdringen.

In Jesus Christus seid ihr alle eins. Gal 3:28

Galater Kapitel 4

Gal 4,4:

Als aber die Zeit erfüllt war, sandte Gott seinen Sohn, geboren von einer Frau. Gal 4:4

Nicht durch eine Frau geboren, sondern von einer Frau geboren. Wäre der Sohn Gottes nur durch eine Frau geboren worden, so hätte er unsere Menschlichkeit nicht wirklich angenommen, was er aber getan hat, indem er von Maria Fleisch annahm. Jesus als göttliche Person hat unsere menschliche Natur voll angenommen. Er ist der Sohn Gottes, von Ihm gezeugt, und gleichzeitig ist er Sohn einer Frau, Sohn Marias. Er kommt von ihr. Er ist von Gott und von Maria.

Gal 4,6:

Weil ihr denn Kinder seid, hat Gott gesandt den Geist seines Sohnes in eure Herzen, der schreit: Abba, lieber Vater! Gal 4:6

Alle, die glauben sind aus Gott geboren, haben teil am göttlichen Leben, als Söhne und Töchter im Sohn. Wir haben den Geist Jesu in unsere Herzen gesendet bekommen. Durch Ihn rufen wir Abba, Vater! Abba ist die vertrauensvolle Gottesanrede im Aramäischen, der Sprache Jesu. Durch den Heiligen Geist empfängt der Gläubige das Bewusstsein seiner Beziehung zu Gott als seinem Vater. Gott kommt uns nahe, und wir dürfen ihm nahe kommen.

Haben sie ihr Herz weit offen vor Gott. Gehen Sie Ihren Weg in seiner Gegenwart immer fröhlich weiter. Franz von Sales

Gal 4,19:

Meine Kinder , um die ich noch einmal Geburtswehen leide, bis Christus in euch Gestalt gewinnt. Gal 4:19

Wir haben Christus allein durch Glauben empfangen und deshalb müssen wir unser Leben auch ganz im Glauben leben. Wir sehen ein, dass wir Veränderung nötig haben und wir werden immer wieder von uns selbst enttäuscht, ja verurteilt, wenn sie nicht geschieht. Die Kraft, die wir einsetzen, um uns zu ändern, sollten wir noch mehr ins Beten stecken und ins Vertrauen darauf, dass Gott seinen Teil tut. Durch meinen Glauben wirkt Gott in mir und ich werde wunderbare Verwandlungen erleben. Lasse Gott in deinem Leben Gott sein! Statt zu sagen: Ich werde mich nie ändern, sage: Gott wirkt in mir, während ich ihm vertraue. Gott stärkt mich in meinen Schwächen und hilft mir, schlechte Gewohnheiten zu überwinden.

Galater Kapitel 5

Gal 5,1:

Zur Freiheit hat Christus uns befreit! Gal 5:1

Glaube bedeutet loszulassen und sich Gott zu überlassen. Das führt dich in eine tiefe Freiheit, denn im Vertrauen darauf, dass er mich lenkt, werde ich frei von aller Ich-Verkrampfung und Ich-Bezogenheit. Wenn ich mich im Gebet vor Gott hinsetze und ihm meine leeren Hände hinhalte, dann spüre ich diese Freiheit, die von dem Sich-Überlassen ausgeht. Ich lasse mich in Gott hineinfallen. Ich weiß, daß Er mich hält, daß ich in Seinen guten Händen einfach sein darf, wie ich bin. Das ist es, was den Glauben von Christen im Kern ausmacht: die Erfahrung der Freiheit, zu der Christus uns befreit hat.

Durch Christus sind wir frei geworden, damit wir als Befreite leben. Gal 5:1

Mein Herz bebt in Freude, wenn ich sehe, wie gut Gott zu uns Menschen ist. Als Beweis seiner Liebe gibt er uns ein unbegreifliches Geschenk: sich selbst in der Person seines Sohnes. Dieses Geheimnis der Liebe werden wir in Ewigkeit nicht ausschöpfen. O Menschheit, weshalb denkst du so wenig daran, dass Gott wahrhaftig unter uns ist?

Wir aber vertrauen darauf, dass wir durch den Glauben an Jesus Christus von Gott angenommen werden. Er hat uns ja durch seinen Geist diese Hoffnung geschenkt. Gal 5:5

Gal 5,6:

Bei ihm gilt allein der Glaube, der sich in Taten der Liebe zeigt. Gal 5:6

Unsere Werke sind Zeichen des Glaubens und der Liebe Gottes, der die Liebe ist. Wir müssen zu jener Begegnung mit Gott in Christus geführt werden, die in uns die Liebe weckt und uns das Herz für den Nächsten öffnet, so daß Nächstenliebe für uns nicht mehr ein sozusagen von außen auferlegtes Gebot ist, sondern Folge unseres Glaubens, der in der Liebe wirksam wird.

Wer dieses eine Gebot befolgt: Liebe deinen Mitmenschen wie dich selbst! , der hat das ganze Gesetz erfüllt. Gal 5:14

Gal 5,19-21:

Wer so lebt, wird niemals in Gottes Reich kommen. Gal 5:19-21

Der Geist Gottes duldet unsere Selbstsucht nicht. Beide kämpfen gegeneinander an, so dass wir das Gute, das wir doch eigentlich wollen nicht ungehindert tun können. Das ist unser täglicher geistlicher Kampf. Paulus führt hier einen ganzen Lasterkatalog auf, um zu zeigen wohin ein Leben ohne Gottes Geist führt: sexuelle Unmoral, ausschweifendes Leben, Aberglaube, Feindseligkeit, Streit, Eifersucht, Wutausbrüche, hässliche Auseinandersetzungen, Uneinigkeit, Spaltungen, Neid, Trunksucht, Fressgelage und ähnliche Dinge. Darum:

Lasst euer Leben von Gottes Geist bestimmen. Wenn er euch führt, werdet ihr allen selbstsüchtigen Wünschen widerstehen können. Gal 5:16

Wer zu Jesus Christus gehört, der hat sein selbstsüchtiges Wesen mit allen Leidenschaften und Begierden ans Kreuz geschlagen. Gal 5:24

Gal 5,22-23:

Dagegen bringt der Geist Gottes in unserem Leben nur Gutes hervor. Gal 5:22‭-‬23

Lass es zu, dass die Gnade in dir Frucht bringt. Entscheide dich täglich neu für Gott. Verlier nicht den Mut, denn du besitzt die Kraft des Heiligen Geistes. Wenn du die Versuchung verspürst, dich in deiner Schwäche zu verstricken, dann richte deine Augen auf den Gekreuzigten und sage: Herr, ich bin ein armseliger Mensch, aber du stärkst mich. Nur dann, wenn du den Heiligen Geist in dein Leben einlädst und ihn bittest, dir in jeder Lage zu helfen, kannst du wirklich so leben, wie es Gott gefällt. Durch Gottes Geist haben wir neues Leben, darum wollen wir uns jetzt ganz von ihm bestimmen lassen!

Die Frucht des heiligen Geistes ist:Liebe, Freude und Frieden; Geduld, Freundlichkeit und Güte, Treue, Nachsicht und Selbstbeherrschung. Gal 5:22‭-‬23

Die Frucht des Geistes aber ist Liebe, Freude, Friede, Langmut, Freundlichkeit, Güte, Treue , Sanftmut, Selbstbeherr­schung. Gal 5:22

Während Paulus zwölf Früchte des Heiligen Geistes aufzählt, spricht er doch nur wie von einer Frucht. Gewiß ist die Liebe die einzige Frucht des Heiligen Geistes und diese Liebe ist freudig, friedfertig, geduldig, freundlich, gütig, langmütig, sanft, treu, bescheiden, enthaltsam und keusch. Die Liebe wird eine Frucht genannt, weil sie uns erquickt und wir uns an ihrer erquickenden Süße erfreuen. Der Heilige Geist, der in uns wohnt, will unsere Seele geschmeidig, lenksam und gehorsam für seine göttlichen Anregungen und himmlischen Eingebungen der Liebe machen.

Dagegen bringt der Geist Gottes in unserem Leben nur Gutes hervor: Liebe, Freude und Frieden; Geduld, Freundlichkeit und Güte, Treue, Nachsicht und Selbstbeherrschung. Gal 5:22-23

Freude ist das Zeichen der Einheit mit Gott und der Gegenwart Gottes. Freude ist die Konsequenz eines von Liebe brennenden Herzens. Am meisten schenkt, wer Freude schenkt. Wir werden nie wissen, wie viel Gutes ein einfaches Lächeln vollbringen kann. Friede beginnt mit einem Lächeln. Lächle fünfmal am Tag einem Menschen zu, dem Du gar nicht zulächeln willst. Tu es um des Friedens willen. Denn: Wenn Du Menschen verurteilst, hast Du keine Zeit, sie zu lieben. Wenn wir wirklich lieben wollen, müssen wir lernen, aufrichtig zu vergeben. Gottes Liebe kennt keine Grenzen. Auch unsere Liebe darf keine kennen. Unser Glaube ist ein Evangelium der Liebe. Es offenbart uns Gottes Liebe zu den Menschen und verlangt als Antwort die Liebe der Menschen zu Gott. Gib Dich ganz Jesus: Er ist der Weg zum Vater. Er ist das Licht in der Dunkelheit dieser Welt. (Teresa von Kalkutta)

Die Frucht, die der Geist wachsen lässt, ist dagegen: Liebe, Freude, Frieden, Geduld, Freundlichkeit, Güte, Treue, Sanftmut und Selbstbeherrschung. Gal 5:22‭-‬23

Wir sind keine “Heiligen” und immer wieder auch schwach. In dieser Schwachheit sind wir bei Gott angenommen, trotzdem möchte Gott, dass wir uns innerlich-charakterlich weiterentwickeln. Für mich dient dieser Bibelvers häufig als Reflexions-Grundlage am Abend: Gab es heute Situationen, wo ich lieblos, ungeduldig, streng, streitsüchtig, gleichgültig gegenüber meinem Nächsten war? Warum war das so? Überforderung, unaufgearbeitete Konflikte? Wo war ich verletzt und habe Böses mit Bösen vergolten? Haben heute mein Glauben, meine Worte und meine Taten übereingestimmt?

Galater Kapitel 6

Gal 6,2

Einer trage des andern Last, so werdet ihr das Gesetz Christi erfüllen. Gal 6,2

Dieser Vers hat mich im Frühjahr lange begleitet. Er ist mir wichtig geworden in der Vertiefung der Nächstenliebe im gelebten Alltag, wo ich bei so einigen Menschen nicht von Herzen sagen kann, dass ich sie liebe. Resignieren? Nein! Das Gesetz Christi ist die Liebe. Hier dürfen wir kein Deut davon abrücken. Die Liebe allerdings ist facettenreich. Es gibt neben der tiefen, emotionalen Liebe, wo zwei eins sind, auch die Liebe, die erträgt ohne das große Gefühl. Einer trage des anderen Last – hier geht es darum, den anderen in seinem niemals perfekten und mich auch manchmal störenden Sosein zu ertragen, ihm nie die Türe zu schließen auf Basis der Selbsterkenntnis, dass wir keinen Deut besser sind, sondern genauso von der Gnade und Barmherzigkeit unseres Gottes abhängig sind. Es geht darum die Last der Menschlichkeit des anderen zu tragen.

“Wer sich jedoch einbildet, besser zu sein als die anderen, der betrügt sich selbst.” (Gal 6:3)

Einer trage des anderen Lasten, und so sollt ihr das Gesetz des Christus erfüllen! Gal 6:2

Akzepziere, dass andere einen eigenen Willen und eine eigene Persönlichkeit haben. Wir müssen das Verhalten des anderen nicht zwanhaft gut heißen, aber der andere hat das Recht auf seine eigene Sichtweise. Du selbst willst sicherlich auch nicht, dass andere dich da grundlegend verändern wollen, geschweige denn, ob das überhaupt geht. Die Ecken und Kanten anderer zu akzeptieren ist eine tägliche Herausforderung. Was der Mensch an sich oder anderen nicht bessern kann, muß er geduldig tragen, bis Gott es anders fügt. Denn keiner ist ohne Fehler

Jeder soll dem anderen helfen, seine Last zu tragen. Auf diese Weise erfüllt ihr das Gesetz, das Christus uns gegeben hat. Gal 6:2

Wir alle müssen die Fehler der anderen ertragen können und dürfen uns darüber nicht wundern. Sind wir auch selbst einmal eine Zeitlang in keinen Fehler gefallen, so kommt doch wieder eine Zeit, da wir in einem fort fallen und einen groben Fehler nach dem anderen begehen werden.

Wer sich jedoch einbildet, besser zu sein als die anderen, der betrügt sich selbst. Gal 6:3

Gal 6,4:

Darum soll jeder sein Leben genau prüfen. Dann wird er sich über seine guten Taten freuen können, aber keinen Grund zur Überheblichkeit haben. Gal 6:4

Den eigenen Lebenswandel gilt es immer wieder zu prüfen. Wir werden sicherlich neben unseren Schwächen auch einiges Gutes erkennen. Darüber dürfen, ja sollen wir uns freuen, denn es ist ja Gottes Geschenk, dass er in uns gewirkt hat. Vor Stolz und Überheblichkeit sollen wir uns dagegen hüten. Bin ich der überheblichen Überzeugung, der einzige Urheber meiner guten Taten zu sein, verschließe ich mich in der Folge in mein eigenes Ego und trenne mich selbst vom Urheber des Lebens.

Wer sich nur auf sich selbst verlässt, den erwartet der ewige Tod. Wer sich aber durch den Geist Gottes führen lässt, der wird durch ihn ewiges Leben empfangen. Gal 6:8

Gal 6,9:

Lasst uns also nicht müde werden, Gutes zu tun. Gal 6:9

Nur Gott kann uns verändern. Aus uns selbst heraus können wir nichts. Gott hat uns zur Vollkommenheit berufen und uns ein vollkommenes Herz gegeben. Es auszubilden ist ein Prozess, der Vertrauen, Geduld und Zeit benötigt. Wenn wir der Wahrheit ins Auge sehen, unsere Fehler zugeben und unser Vertrauen auf Gott setzen, dass er uns verändert, werden wir auch die Folgen sehen: dass wir in ihm und durch ihn, immer mehr dazu befähigt werden, Gutes zu tun. Aber wir müssen seinem Zeitplan dabei vertrauen. Veränderungen geschehen nicht immer dann, wenn wir meinen, dass sie stattfinden sollten.

Solange uns noch Zeit bleibt, wollen wir allen Menschen Gutes tun, vor allem aber denen, die mit uns an Jesus Christus glauben. Gal 6:10

Gal 6,14:

Ich aber kenne nur einen Grund zum Rühmen: das Kreuz unseres Herrn Jesus Christus. Gal 6:14

Beim Kreuz hat der Mensch nichts zu sagen. Es ist nicht mein Kreuz, sondern das Kreuz unseres Herrn Jesus Christus. Meine Sünde war das Einzige, womit ich an Christi Kreuz beteiligt war. Meine Sünde hat mit seinem Kreuz zu tun, denn sie brachte Ihn dorthin. Wenn ich erkenne, was das Kreuz ist, vernichtet es mein Eigenlob und bringt auch Wahrheit ins Innere. Danke, Jesus, für alles, was du am Kreuz vollbracht hast. Dank sei dir, von dem alles Gute kommt, sooft es mir wohlergeht! Ich aber bin vor dir eine Leere und ein Nichts, ein unbeständiger, schwacher Mensch. Wessen könnte ich mich rühmen? Lass mich mit dir gekreuzigt sein, dass die Selbstverliebtheit und der Ehrgeiz nicht mehr unter dem Kreuz hervorkriechen können.

Weil er starb, starb auch diese Welt für mich, und ich bin tot für ihre Ansprüche und Forderungen. Gal 6:14

Ich aber kenne nur einen Grund zum Rühmen: das Kreuz unseres Herrn Jesus Christus. Weil er starb, starb auch diese Welt für mich, und ich bin tot für ihre Ansprüche und Forderungen. Gal 6:14

Wir suchen keinen anderen Schatten als den des Kreuzes, kein anderes Mahl, als uns hier bereitet ist. Ihm gelten unsere Tränen und unser Rufen. Wir wollen keine andere Nahrung als die Früchte des Kreuzes. Es sei uns ferne, uns in irgendetwas anderem zu rühmen. Wenn Jesus, der groß war, weil er Gott ist, im Kreuz seine Erhöhung und Verherrlichung findet, was bleibt dann anderes zu tun,was bleibt anderes zu sagen als: Habt in euch die gleiche Gesinnung, wie sie auch in Jesus Christus war. Unser Heil ist, daß unser Herr uns im Kreuz erlöst hat. Denn obwohl alle Akte seines Lebens, selbst die geringsten, unendlich hinreichend waren, unser Heil zu wirken, war es dennoch der Wille seines göttlichen Vaters und sein eigener, daß es nicht anders vollendet werde als im Kreuz. Grund genug, uns seiner zu rühmen! Franz von Sales

Von mir aber sei es ferne, mich zu rühmen, als nur des Kreuzes unseres Herrn Jesus Christus, durch das mir die Welt gekreuzigt ist und ich der Welt. Gal 6:14

Leben Sie ganz in Unserem Herrn. Er soll die See sein, auf der Ihr Herz sich bewegt. Und so wie die Seiltänzer in ihren Händen immer die Balancestange halten, um ihren Körper richtig im Gleichgewicht zu halten in den vielfachen Bewegungen, die sie auf einem so gefährlichen Stand auszuführen haben, so sollen auch Sie das heilige Kreuz Unseres Herrn festhalten, damit Sie sicher gehen in den Gefahren, welche die verschiedenartigen Begegnungen und Unterhaltungen für Ihre Gefühle bedeuten könnten. Auf diese Weise werden all Ihre Regungen ausgeglichen sein durch das Gegengewicht des einzigen und so liebenswerten Willens dessen, dem Sie Ihren ganzen Leib und Ihr ganzes Herz geweiht haben. Franz von Sales

Gal 6,15:

Wichtig ist allein, dass wir durch Christus zu neuen Menschen geworden sind. Gal 6:15

Immerfort empfange ich mich aus Deiner Hand. Das ist meine Wahrheit und meine Freude. Immerfort blickt Dein Auge mich an, und ich lebe aus Deinem Blick, Du mein Schöpfer und mein Heil. Lehre mich, in der Stille Deiner Gegenwart das Geheimnis zu verstehen, dass ich bin. Und dass ich bin durch Dich und vor Dir und für Dich. Romano Guardini

Die Gnade unseres Herrn Jesus Christus sei mit euch, liebe Brüder und Schwestern. Amen! Gal 6:18