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1. Joh Kap 4

Impulse, Auslegungen, Kommentare und Bibelzitate aus dem ersten Brief des Johannes Kap. 4


Jeder Geist, der bekennt, dass Jesus Christus im Fleisch gekommen ist, der ist aus Gott. 1. Joh 4:2

Gott wurde Mensch wie wir. Er kam ins verletzliche und vergängliche Fleisch. Er hatte Hunger und Durst wie wir, freute sich, lachte, litt unter Schmerzen wie wir und starb einen schändlichen Tod. Jesus hätte in seiner eigenen Herrlichkeit kommen können. Er kam aber im Fleisch, d.h. er wurde ganz Mensch. Als Herr über Leben und Tod, an dem sich unser Leben entscheidet, ist er für viele nur eine Zumutung. Doch weil er in uns lebt, können wir Anteil haben an seiner überwindenden Kraft. Jesus ist größer als alle Widersacher.

Gott, der in euch wirkt, ist stärker als der Teufel, von dem die Welt beherrscht wird. 1. Joh 4:4


Wir sind aus Gott. 1. Joh 4:6

Gott ist für uns in Christus die Quelle jedes Segens. Er weiß, wer wir sind und wird uns seine Hand bei einem Fehltritt entgegenstrecken, damit nichts uns aufhalte. Um in dieser Gnade und Wahrheit zu leben, benötigen wir ein vollkommenes Vertrauen zu ihm. Wenden wir uns ihm zu und nicht der Welt. Angelus Silesius schreibt: Halt an! Wo läufst du hin? Der Himmel ist in dir! Suchst du Gott anderswo, du fehlst ihn für uns für.

Sie sind aus der Welt. 1. Joh 4:5


Wir wollen einander lieben; denn die Liebe ist aus Gott und jeder, der liebt, stammt von Gott und erkennt Gott. 1.Joh 4,7

Alles aus Liebe, nichts aus Zwang: …..hat Franz von Sales gesagt. Gerade in unserem Glaubensleben ist das wichtig. Viel zu häufig habe ich früher aus Zwang gebetet, weil ich dachte, dass Gott das von mir erwartet. Viel zu häufig habe ich überhaupt vieles getan aus Zwang. Ich war ein Gefangener meines “Ich muss und Ich soll”. Nein! Nichts aus Zwang, alles aus Liebe. Die kleinste Tat aus Liebe getan ist mehr wert als die größten Werke, die aus reiner Pflicht getan werden. Es lebe die Liebe!


Lasst uns einander lieben, denn die Liebe kommt von Gott. Wer liebt, ist ein Kind Gottes und kennt Gott. 1. Joh 4:7

Die Liebe ist die einzige Tugend, die maßlos sein darf. Wir können die Mitmenschen nie zu viel lieben und somit auch in der Liebe nie die Grenzen der Vernunft überschreiten, sofern die Liebe wirklich im Herzen wurzelt. Welch ein Glück, lieben zu dürfen, ohne ein Übermaß zu fürchten. Setze der Liebe keine Schranken, lasse sie ihre Äste breiten, so weit sie nur kann, gebe dich hin an Gott und denn Nächsten. “Das innerste Wesen der Liebe ist Hingabe.” (Edith Stein) Wo kannst du diese Hingabe in Liebe heute konkret Wirklichkeit werden lassen?


Geliebte, lasst uns einander lieben! Denn die Liebe ist aus Gott, und jeder, der liebt, ist aus Gott geboren und erkennt Gott. 1. Joh 4:7

Die Liebe ist die machtvolle Kraft in Gottes Wesen und so ist es auch die unentbehrliche Kraft im menschlichen Miteinander. Sie ist die Königin aller Tugenden. Es ist der wesentliche Teil unseres Glaubens, dass wir von der göttlichen Liebe geliebt werden und diese Liebe weiterlieben im Blick auf meine Mitmenschen. Eines ist klar: Die Ausübung der Liebe kann nicht von der Geburt aus Gott getrennt werden. Durch die Betätigung der Liebe aber beweist der Gläubige, dass er ein Kind Gottes ist.


Wer nicht liebt, hat Gott nicht erkannt; denn Gott ist die Liebe. 1.Joh 4,8

Lass dich in deinem Herzen von der Liebe berühren, die dir entgegenkommt oder die in dir aufflammt. Gott selbst berührt dich dabei und öffnet dich für das Geheimnis einer klaren und lauteren Liebe, die allen und allem gilt. In dieser Liebe bist du in Gott und in dieser Liebe wirst du erst ganz zum Menschen, so wie Gott ihn gedacht hat. In deiner Liebe, auch wenn sie noch so vermischt ist mit Besitzansprüchen und Habenwollen, leuchtet immer auch etwas auf von der spirituellen Liebe, die deine tiefste Sehnsucht nach Liebe erfüllt. Traue deiner Liebe, aber gehe deiner Liebe auch auf den Grund, damit du dort Gott findest als die eigentliche Quelle deiner Liebe. Und folge deiner Liebe bis zum Ende. Dann wird sie dich zu Gott führen, der die Liebe selber ist. Anselm Grün.


Darin ist die Liebe Gottes zu uns geoffenbart worden, dass Gott seinen eingeborenen Sohn in die Welt gesandt hat, damit wir durch ihn leben sollen. 1. Joh 4:9

Das Leben ist ihm Sohn. Er ist das Leben. Ihn hat Gott in Seiner Liebe in die Welt gesandt. Es war der Sohn, der gesandt wurde, um Mensch zu werden und mit dem Menschen Umgang zu haben. Gottes Gabe war Christus, der nicht nur hernieder kam, um uns Leben zu geben, sondern um als eine Sühnung für unsere Sünden zu sterben. Unser alter Mensch ist zwar noch vorhanden, doch wissen wir ihn mit Christus gekreuzigt, so dass wir der Sünde nicht mehr dienen.


Das Einzigartige an dieser Liebe ist: Nicht wir haben Gott geliebt, sondern er hat uns seine Liebe geschenkt. 1. Joh 4:10

Diese Liebe ist Freundschaft mit Gott. Es ist keine Liebe, die etwas haben will. Denn durch die Gottesliebe lieben wir Gott um der Liebe seiner selbst willen in Anbetracht seiner Güte. Von Ewigkeit her liebte Gott jede Seele. Wir wissen um seine Liebe zu uns, da er sie laut verkündet hat. Er treibt er seine heilige liebevolle Beziehung zu uns auf die Spitze, indem er sich schenkt in Christus. Die Freundschaft ist echte Freundschaft, weil sie gegenseitig ist. Gott weiß doch, daß wir ihn lieben. Wir besprechen uns mit ihm jederzeit, so oft wir wollen, im heiligen Gebet, da wir all unser Leben, unsere Bewegung und unser Sein nicht nur mit ihm haben, sondern in ihm und durch ihn.

In ihm leben, weben und sind wir. Apg 17:28


Geliebte, wenn Gott uns so geliebt hat, so sind auch wir es schuldig, einander zu lieben. Niemand hat Gott jemals gesehen. Wenn wir einander lieben, so bleibt Gott in uns und seine Liebe ist in uns vollkommen geworden. 1. Joh 4:11-12

Niemand hat Gott jemals gesehen. Aber seine Liebe war in Christus vollkommen kundgemacht worden. Gott bleibt in uns. Wir ziehen uns von uns selbst und von allem, was uns hier umgibt, zurück und finden in Gott den Ruhepunkt für unsere Herzen, während wir uns noch auf der Erde befinden. Dieses Bleiben ist ein Akt Seiner Gnade uns gegenüber, die wir auf dem Erlösungswerk Christi ruhen. Es ist kein kurzfristiger Besuch, sondern ein ewiges liebendes Bleiben des Vaters bei seinen Kindern. Diese Liebe Gottes soll in dieser Welt von uns widergespiegelt werden. Wie ernst sollten wir diesen Auftrag nehmen. Wir sind berufen, insbesondere durch die Tätigkeit der göttlichen Liebe in unseren Herzen und in unseren Wegen, Zeugen Gottes in der Welt zu sein.


Wir haben gesehen und bezeugen, dass der Vater den Sohn gesandt hat als Retter der Welt. 1. Joh 4:14

Das Bekenntnis muß Zeugnis werden. Wir sind Zeugen und treten mit unserer ganzen Existenz dafür ein. Weil wir gesehen haben, können wir Zeuge sein. Als Sehende legen wir Zeugnis ab. Bitten wir den Herrn, daß er uns sehend macht. Helfen wir uns gegenseitig zum Sehen, damit wir auch die Menschen unserer Zeit sehend machen können, so daß sie durch die ganze selbstgemachte Welt hindurch Gott wieder erkennen können. Zeuge für Jesus Christus sein bedeutet vor allem auch: Zeuge für eine Weise des Lebens sein. In einer Welt voller Verwirrung müssen wir wieder Zeugnis geben von den Maßstäben, die Leben zu Leben machen. Dieser großen gemeinsamen Aufgabe aller Glaubenden müssen wir uns mit großer Entschiedenheit stellen: Es ist die Verantwortung der Christen in dieser Stunde, jene Maßstäbe rechten Lebens sichtbar zu machen, die uns in Jesus Christus aufgegangen sind.

Wer nun bekennt , dass Jesus der Sohn Gottes ist, in dem bleibt Gott und er in Gott. 1. Joh 4:15


Wir haben die Liebe erkannt und geglaubt, die Gott zu uns hat. Gott ist Liebe und wer in der Liebe bleibt, der bleibt in Gott und Gott in ihm. 1. Joh 4:16

Gott ist die Liebe. Was für ein Satz! Gott ist keine abstraktes Wesen, sondern seine Liebe wird ganz konkret in Jesus Christus. Je mehr diese Liebe, die auf Frieden und Vertrauen zielt, unsere Herzen erreicht, desto mehr lebt Gott in uns. Wir wenden uns in allen Lagen an Ihn, dessen Liebe in uns eine Wohnung für Ihn bereitet hat. Wenn ich in seiner Liebe bleibe, dann kann ich nicht anders als mich bei Gott völlig daheim zu fühlen. Könnte es einen größeren Segen geben? Es drängt uns etwas von dieser Liebe heraus fließen zu lassen, um sie in der Welt sichtbar zu machen.


Gott ist die Liebe. 1. Joh 4,16

Auch wenn es wohl kein Wort gibt, dass so missbraucht und verkitscht wird, besteht die eigentliche Revolution der Botschaft Jesu in der Liebe. Weil er uns liebt, können wir lieben. Liebe muss ständig gepflegt werden, sie braucht viel Geduld und Nachsicht, besonders in Beziehungen mit Problemen und Unstimmigkeiten. Leider: das Bedürfnis des Menschen, im Recht zu sein, ist so groß, dass er bereit ist, dafür sich selbst, seine Beziehungen und sogar die Liebe zu opfern. Dennoch: Jeder Tag ist eine Chance, die Liebe neu zu entdecken. Gott gibt uns das Herz, nicht um zu hassen, sondern um zu lieben. Gib jedem Geschehen seinen Sinn und iedem Tag seinen Tropfen Freude durch das Leben und Wirken in der Liebe.

Der eigentliche Gottesdienst der Christen ist die Liebe. Benedikt XVI


Gott ist Liebe 1 Joh. 4, 16

Das ist nicht eine allgemeine Lebensweisheit oder Phrase oder fromme Selbstverständlichkeithält, sondern es ist der reale, einzige, unzerstörbare Grund, auf dem ein ganzes Leben aufgebaut wird. Das Ziel heißt: wir bleiben in Gott und Gott bleibt in uns. Es ist Wahrheit und es ist Wirklichkeit. Darum ist die Gegenwart die wichtigste Stunde! Die Gegenwart ist die verantwortungsvolle Stunde Gottes mit uns, die Gegenwart in ihrer ganzen Wirklichkeit und Vielgestaltigkeit. Wer aus der Gegenwart flieht, flieht Gott. Bonhoeffer


Darin hat Gottes Liebe ihr Ziel erreicht, so dass wir dem Tag des Gerichts voller Zuversicht entgegen gehen können. 1. Joh 4:17

Am Ende werden wir vor Jesus stehen und Rechenschaft ablegen. Das Begegnen mit ihm ist der entscheidende Akt des Gerichts. Die Begegnung mit ihm ist es, die uns umbrennt zum Eigentlichen unserer selbst. In dem Schmerz dieser Begegnung, in der uns das Unreine und Kranke unseres Daseins offenbar wird, ist Rettung. Die Berührung seines Herzens heilt uns in einer gewiß schmerzlichen Verwandlung. Aber es ist ein seliger Schmerz, in dem die heilige Macht seiner Liebe uns brennend durchdringt, so daß wir endlich ganz wir selber und dadurch ganz Gottes werden. So wird auch das Ineinander von Gerechtigkeit und Gnade sichtbar: Unser Leben ist nicht gleichgültig, aber unser Schmutz befleckt uns nicht auf ewig, wenn wir wenigstens auf Christus, auf die Wahrheit und auf die Liebe hin ausgestreckt geblieben sind. Er ist im Leiden Christi letztlich schon verbrannt. Im Augenblick des Gerichts erfahren und empfangen wir dieses Übergewicht seiner Liebe über alles Böse in der Welt und in uns. Benedikt XVI

Wir sind in dieser Welt schon ebenso mit dem Vater verbunden, wie Christus es ist. 1. Joh 4:17


Furcht ist nicht in der Liebe, sondern die vollkommene Liebe treibt die Furcht aus, denn die Furcht hat mit Strafe zu tun; wer sich nun fürchtet, ist nicht vollkommen geworden in der Liebe. 1. Joh 4:18

Das Gericht Gottes ist Hoffnung, weil es Gerechtigkeit und Gnade ist. Wäre es bloß Gnade, die alles Irdische vergleichgültigt, würde uns Gott die Frage nach der Gerechtigkeit schuldig bleiben. Wäre es bloße Gerechtigkeit, würde es für uns alle am Ende nur Furcht sein können. Wir dürfen aber alle unsere Sorgen auf Ihn werfen, denn Er ist besorgt für uns und hat uns lieb. Das Gericht versetzt uns nicht in Angst, so ernst es zweifellos auch sein wird. Denn Er hat unser Gericht auf dem Kreuz bereits getragen, all unser großes und kleines Versagen. Die vollkommene Liebe zu Christus treibt die Furcht aus und schenkt uns durch den Glauben Frieden mit Gott. Wenn ich mich vor Gott noch fürchte, dann bin ich nicht vollendet in der Liebe.


Wir lieben, weil Gott uns zuerst geliebt hat. 1. Joh 4:19

Christus ist die Quelle der göttlichen Liebe in uns. Sie muss nicht zuerst in uns entstehen, um dadurch Seine Liebe hervorzurufen. Jeder ist gewollt, jeder ist geliebt, jeder ist gebraucht. Welche andere Antwort können wir auf eine so große Liebe geben, wenn nicht die eines offenen Herzens, das zu lieben bereit ist? Die Liebe zu Christus kommt in dem Willen zum Ausdruck, das eigene Leben mit den Gedanken und Empfindungen Seines Herzens in Einklang zu bringen


Sollte nun jemand behaupten: Ich liebe Gott und dabei seinen Bruder oder seine Schwester hassen, dann ist er ein Lügner. Wenn er schon seine Geschwister nicht liebt, die er sehen kann, wie will er dann Gott lieben, den er nicht sieht? 1. Joh 4:20

Der Nächste mag mir im Verhalten und Wort nicht gefallen. Gerade wenn natürliche Gründe zur Abneigung vorhanden sind, strahlt die Liebe umso heller. Und manchmal liegt der Fehler aber auch bei mir und meiner begrenzten Sichtweise. So oder so: Gott verbindet die Liebe zu ihm mit der Liebe zum Nächsten. Durch sein Wort und Geist leitet er uns dabei. Denn Liebe kann sehr verschieden sein kann. Die Liebe muss angepasst sein. Das erfordert den Geist der Unterscheidung. Ist mein Nächster schwach im Glauben, leicht verwundbar oder niedergeschlagen? Oder ist er stark genug, ein klares Wort zu ertragen und Nutzen daraus zu ziehen?


Vergesst nicht, dass Gott selbst uns aufgetragen hat: Wer Gott liebt, der muss auch seinen Bruder und seine Schwester lieben. 1. Joh 4:21

Wenn ich die Zuwendung zum Nächsten aus meinem Leben ganz weglasse und nur fromm sein möchte, dann verdorrt auch die Gottesbeziehung. Dann ist sie nur noch korrekt, aber ohne Liebe. Nur meine Bereitschaft, auf den Nächsten zuzugehen, ihm Liebe zu erweisen, macht mich auch fühlsam Gott gegenüber. Nur der Dienst am Nächsten öffnet mir die Augen dafür, was Gott für mich tut und wie er mich liebt. Gottes- und Nächstenliebe sind untrennbar: Es ist nur ein Gebot. Benedikt XVI

Kinder aber, die ihren Vater lieben, die lieben auch ihre Brüder und Schwestern. 1. Joh 5:1

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