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1. Joh Kap 2

Impulse, Auslegungen, Kommentare und Bibelzitate aus dem ersten Brief des Johannes Kap. 2


Meine Kinder, dies schreibe ich euch, damit ihr nicht sündigt! Und wenn jemand sündigt, so haben wir einen Fürsprecher bei dem Vater, Jesus Christus, den Gerechten. 1. Joh 2:1

Sünde bedeutet, dass wir gegen den Willen Gottes handeln und dadurch die Gemeinschaft mit ihm unterbrochen wird. Durch Jesus wird sie wiederhergestellt. Er ist unser Fürsprecher im Himmel. Ganz persönlich tritt Jesus für uns ein, für jeden Menschen auf dieser Welt. Er hat die Trennung zwischen Gott und uns durch seinen Kreuzestod überbrückt. Er ist die Sühnung für unsere Sünden. Es ist ein Grund der Freude, dass der auferstandene Christus und die Wirksamkeit Seines Werkes am Kreuz für uns durch nichts angetastet werden können.

Er ist das Sühnopfer für unsere Sünden, aber nicht nur für die unseren, sondern auch für die der ganzen Welt.1. Joh 2:2


Daran erkennen wir, dass wir ihn erkannt haben, wenn wir seine Gebote halten. 1. Joh 2:3

Hier sind nicht die Zehn Gebote gemeint. Die weiteren über 600 Gebote des Gesetz des Moses ebenso nicht. Es ist das neue Gebot in Jesus Christus, dass der Seele enthüllt, was Gott gefällt, indem wir ihn immer tiefer erkennen. Je mehr man Jesus kennt, desto mehr liebt man ihn und versucht, ihm zu gefallen. Wir leben für Gott und bemühen uns, gehorsam zu sein. Der Gehorsam ist Ausdruck unseres Glaubens. Es ist kein blinder Gehorsam, sondern ein Gehorsam in Christus. Ihn benötigen wir als Kraftquelle. Sind wir dagegen nachlässig, nicht wachsam oder träge im Gebet und im Lesen der heiligen Schrift, fallen wir leicht.

Wer sagt: Ich habe ihn erkannt, und hält doch seine Gebote nicht, der ist ein Lügner und in einem solchen ist die Wahrheit nicht. 1. Joh 2:4


Wer aber sein Wort hält, in dem ist wahrhaftig die Liebe Gottes vollkommen geworden. Daran erkennen wir, dass wir in ihm sind. 1. Joh 2:5

In Ihm zu sein beschreibt die engste Form der Gemeinschaft. Christlicher Glaube ist eine Lebens- und Liebesgemeinschaft mit Christus. Betrachte daher Christus in der Bibel. Es ist nicht nur das wichtig, was Christus sagte, auch nicht, was er gebot, sondern vor allem die Offenbarung seiner Selbst. Betrachte Ihn z.B. wie Er die ganze Nacht hindurch im Gebet vor Gott verweilte, wenn Er am folgenden Tag eine wichtige Entscheidung treffen musste. Als Gläubige bekennen wir uns dazu, dass Christus unser wahrer Maßstab ist, wie sehr uns das auch demütigen mag. Wir dürfen und sollen nicht denken, dass wir es ihm gleichtun können. Aber sein Beispiel wirkt machtvoll auf unsere Seele, um unsere Aufmerksamkeit und Bereitwilligkeit zum Gehorsam zu wecken.

Wer sagt, dass er in ihm bleibt, der ist verpflichtet, auch selbst so zu wandeln, wie jener gewandelt ist. 1. Joh 2:6


Ich schreibe euch nicht ein neues Gebot, sondern ein altes Gebot, das ihr von Anfang an hattet. Das alte Gebot ist das Wort, das ihr von Anfang an gehört habt. 1. Joh 2:7

Das Gebot lautet, dass wir nach dem Vorbild der Liebe Christi lieben. Es handelt sich um ein altes Gebot, weil Jesus es den Jüngern im Abendmahlsaal gab. Das alte Gebot ist zugleich auch das neue Gebot, weil es jetzt nach seiner Auferstehung nicht mehr allein in ihm, sondern auch in seinen Jüngern wahr ist. Nach der Auferstehung lesen wir in der Apostelgeschichte: Petrus aber stand auf mit den Elfen (Apg 2,14). Sie handelten gemeinsam, kein Streit oder Selbstsucht war mehr zu sehen. Niemals lesen wir von einer solchen Veränderung bei ihnen, solange Jesus auf der Erde war. Schon Jesus hatte dieses Gebot neu genannt (Joh 13,34), obwohl es gar nicht so neu war (3Mos 19,18). Neu ist hier nur der Wechsel von “Liebe den Nächsten wie dich selbst” zu „Liebt einander wie ich euch geliebt habe “. Die christliche Liebe hat die aufopfernde Liebe Christi als Vorbild!

Und doch schreibe ich euch ein neues Gebot, was wahr ist in Ihm und in euch. Die Finsternis vergeht und das wahre Licht scheint schon. 1. Joh 2:8


Wer seinen Bruder liebt, der bleibt im Licht, und nichts Anstößiges ist in ihm. 1. Joh 2:10

Alles erscheint einfach, solange alles glatt läuft. Wenn aber dein Nächster falsch handelt, dann dient das dem Zweck, dich auf die Probe zu stellen. Wir lieben auch dann, wenn der Nächste falsch handelt. Würden wir Böses mit Bösem vergelten, so wäre dies ein Anlass zum Anstoß. Dann hätten uns nur die natürlichen Gefühle geleitet. Weil wir aber Christus im Glauben und Gehorsam nachfolgen, wandeln wir in der Liebe. Wir sind dazu berufen, zu ertragen und stark zu sein. Dann kommt man dahin, in fast allen Dingen, die einem tagsüber begegnen, ähnlich geduldig zu werden, wie Gott Selbst es ist.

Wer aber seinen Bruder hasst, der ist in der Finsternis und wandelt in der Finsternis und weiß nicht, wohin er geht, weil die Finsternis seine Augen verblendet hat.
1. Joh 2:11


Habt nicht lieb die Welt, und nicht was in der Welt ist. Wenn einer die Welt lieb hat, so ist die Liebe des Vaters nicht in ihm. 1. Johannes 2:15

Alle wahren Liebenden sind sich darin gleich, daß alle ihr ganzes Herz Gott schenken und dies aus ganzer Kraft tun. Ungleich aber sind sie dadurch , daß sie alle es anders und auf verschiedene Weise tun. Es gibt solche, die zwar fest entschlossen sind, Gott zu lieben, aber doch noch schwach sind. Sie lieben wohl die göttliche Güte, ihre heilige Liebe ist aber vermengt mit so vielen anderen Zuneigungen, daß sie sozusagen noch im Kindesalter steht. Sie lieben außer dem Herrn noch eine Unzahl überflüssiger, eitler und gefährlicher Dinge. Ihre Liebe ist noch schwach und jung und da sie von einer Menge anderer Anhänglichkeiten umgeben ist, kann sie nicht so viele Früchte hervorbringen, als wenn sie das ganze Herz besäße. Wenn die Liebe zu geschaffenen Dingen unseren Geist auf ihre Seite ziehen und zum Ungehorsam gegen Gott verleiten will, dann stellt sich die gottliebende Seele dem entgegen mit der Frage: Wer ist wie Gott? Was haben die geschaffenen Dinge Gutes an sich, das es das menschliche Herz mehr als Gott anziehen könnte? Weltliche Reichtümer und Genüsse haben etwas Verlockendes, wer aber in diese Äpfel beißt, wird betäubt werden. Wer ihnen zu große Aufmerksamkeit schenkt, stirbt daran. Um solcher Trugbilder von Genüssen willen verlassen wir die Liebe des himmlischen Bräutigams! Wie können wir aber dann sagen, daß wir ihn über alles lieben, wenn wir seiner Gnade solch geringfügige Eitelkeiten vorziehen?


Liebt nicht diese Welt und hängt euer Herz nicht an irgendetwas, das zu dieser Welt gehört. Denn wer die Welt liebt, kann nicht zugleich Gott, den Vater, lieben. 1. Joh 2:15

Die Liebe zur Welt besteht nicht darin, Geschmack an ihren Dingen zu finden (Musik, Theater, Essen etc.). Das tun wir als Christen doch auch. Wir genießen diese Dinge als Geschenke Gottes. Die hier genannte Weltliebe meint diese Dinge als eigentlichen Lebenszweck zu betrachten und darin immer in den Egoismus, in die Gier und den Stolz abzugleiten. Geht man diesen Weg, kann man nicht zugleich Gott lieben.

Was gehört nun zum Wesen dieser Welt? Selbstsüchtige Wünsche, die Gier nach allem, was einem ins Auge fällt, das Prahlen mit Wohlstand und Macht. All dies kommt nicht von Gott, unserem Vater, sondern gehört zur Welt. 1. Johannes 2:16


Die Welt vergeht und ihre Lust. Wer aber den Willen Gottes tut, der bleibt in Ewigkeit. 1. Joh 2:17

Die Liebe zur Welt lässt sich mit der Liebe zu Gott nicht vereinbaren. Der Grund ist der, dass diese Welt und alles, was ist und was sie bringt, der Vergänglichkeit unterworfen ist. Ob es sich um Reichtum oder Stellung, Vergnügen, Macht oder was auch immer handelt, alles wird zunichte werden. Und um all dieses Vergängliche bemühen sich die Menschen und sind erfüllt von dem Wunsch, mehr zu scheinen, als sie sind. Gott dagegen ist ewig bleibend. Darum akzeptiert und nimmt Gott auch nur das an, was wirklich bleibt: die Liebe zu ihm und zum Nächsten.


Die Welt vergeht mit ihrer Lust. Wer aber den Willen Gottes tut, der bleibt in Ewigkeit. 1. Joh 2:17

Der Ernst der Welt ist der Tod. Der Ernst fängt dort an, wo unser Leben aufhört. Der Unernst der Welt ist der Augenblick, das Vorletzte, die Lust der Welt. Es liegt nun beim Menschen, ob er ernst oder unernst in der Welt leben will, ob er beim Vorletzten verharren oder zum Letzten durchdringen will, ob er die Lust der Welt als Letztes ansieht oder die Vergänglichkeit dieser Lust. Memento mori: Gedenke daran, daß einmal alles zu Ende geht, daß der Augenblick des Sterbens über dich kommt mit der Gewißheit, daß die Welt eine Welt des Todes ist und daß der Gewalt der Zeit nichts standhalten kann. Laßt uns an die Grenzen der Welt, der Zeit denken und es wird ein Wunderbares geschehen. Die Augen werden uns aufgetan dafür, daß die Grenze der Welt der Anfang eines Neuen ist, der Ewigkeit. Hier verliert die Zeit ihre Gewalt an die Ewigkeit, das Letzte in der Welt, der Tod, wird zu einem Vorletzten. Bonhoeffer


Ihr habt die Salbung von dem Heiligen und wisst alles .1. Joh 2:20

Die Gabe des Heiligen Geistes kennzeichnet den Christen. Der Herr sprach von Ihm als dem lebendigen Wasser, das Er dem Gläubigen geben würde. Nicht der Herr selbst ist damit gemeint, sondern der Heilige Geist, welchen der Herr uns als eine unaufhörlich in uns sprudelnde, frische Quelle lebendigen Wassers schenkt. Er ist nicht ein Brunnen, sondern eine Quelle, ein Urquell Wassers, der ins ewige Leben quillt. So haben wir also am Anfang unseres Glaubensweges nicht nur ewiges Leben empfangen, sondern tragen in uns auch durch Gnade die Kraft des Heiligen Geistes zu einem Leben der Herrlichkeit.


Das hat Christus uns zugesagt: ewiges Leben in der Verbindung mit ihm . 1. Joh 2:25

Die Redewendung “Bleibt in Ihm!” kommt im zweiten Kapitel ganze 10 mal vor! Hier geht es um die tiefe Gemeinschaft mit Gott. Mit Jesus kennen wir die Wahrheit in Person. Ihm nach zu folgen bedeutet in der Gemeinschaft mit dem Vater und dem Sohn bleiben. “Wer den Sohn leugnet, der hat auch den Vater nicht. Wer den Sohn bekennt, der hat auch den Vater.” (1. Joh 2:23) Das Geheimnis eines Lebens mit Christus liegt im Bleiben. Alles, was zu tun ist, ist das Bleiben bei Jesus. Den Rest wirkt seine Gegenwart in uns.


Wenn in euch bleibt, was ihr von Anfang an gehört habt, so werdet auch ihr in dem Sohn und in dem Vater bleiben. 1. Joh 2:24

Doch der Heilige Geist, den euch Christus gegeben hat, er bleibt in euch. Deshalb braucht ihr keine anderen Lehrer, der Heilige Geist selbst ist in allen Fragen euer Lehrer. Was er euch sagt, ist wahr und ohne Lüge. Haltet also an dem fest, was euch der Geist lehrt: Bleibt mit Christus verbunden. 1. Joh 2:27

Immer wieder gibt es kleine und große Entscheidungen und Fragen, wo einfach nicht klar ist, wie wir handeln sollen. Schon die Christen der ersten Stunde (Apg) haben in diesen Situationen den hl. Geist angerufen. Ich kann und soll in allen Angelegenheiten die Hilfe des hl. Geistes anrufen. Er instruiert mich. Manchmal unscheinbar, manchmal offensichtlich, manchmal nicht so, wie wir es erwartet hätten, aber er instruiert. Gerade vor schwierigen Gesprächen beispielsweise bete und bitte ich zum heiligen Geist: Gib du mir die richtigen Worte ein. Laß mich den anderen verstehen. Leite uns auf unserem Wege und lass das Band der Liebe nicht reißen. Amen


Der Heilige Geist, den euch Christus gegeben hat, er bleibt in euch. […] Haltet also an dem fest, was euch der Geist lehrt: Bleibt mit Christus verbunden. 1. Joh 2:26-27

Christus ist der Gegenstand, den der Vater uns vor Augen stellt, und wenn unser Auge einfältig auf Ihn gerichtet ist, dann können wir sicher sein, dass auch unser ganzer Leib voller Licht sein wird. Unmöglich kann jemand wirklich auf Christus blicken und Ihn zum Gegenstand des täglichen Dienstes und Wandels machen, wenn er gleichzeitig etwas in Angriff nimmt, das der Herr nicht gut heißt. Das Wort Gottes muss in uns wohnen. Sind wir damit zufrieden, nur das zu tun, was Ihm wohl gefällt, dann wird Er uns auch ganz sicher zu Hilfe kommen

Lasst euch durch nichts von Christus trennen. Dann werden wir ihm voller Zuversicht entgegengehen und brauchen nicht beschämt zurückzuweichen. 1. Joh 2:28

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