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1. Joh Kap 1

Impulse, Auslegungen, Kommentare und Bibelzitate aus dem ersten Brief des Johannes Kap. 1

Jeder Brief im neuen Testament ist wichtig. Persönlich ragen für mich der Römerbrief und der erste Brief des Johannes dennoch heraus. Der Brief an die Römer wurde im Jahr 55 von Paulus geschrieben und seine umfassende systematische Darlegung der christlichen Heilsbotschaft macht ihn für uns so wertvoll. Der erste Brief des Johannes dagegen entstand wahrscheinlich Ende des 1. Jahrhundert, also erheblich später. Er hat keinen systematischen Aufbau, sondern umkreist vielmehr kreisförmig wiederkehrende Themen (Christus, Liebe, Leben, Gemeinschaft mit Gott etc.). Es ist mein persönlicher Lieblingsbrief.


Das Wort, das zum Leben führt, war von Anfang an da. Wir haben es selbst gehört und mit eigenen Augen gesehen, ja, wir haben es angeschaut und sogar mit unseren Händen berührt. 1. Joh 1:1

Die persönliche Begegnung mit Jesus ist unsere Lebensgrundlage. Er führt uns zum Leben, weil er das Leben selbst ist. Die Erscheinung dieses Lebens fand nirgends anders als auf dieser Erde statt. Nur wenn wir Jesus in den Evangelien betrachten, ihn hören, anschauen und im Herzen berühren, begegnen wir diesem Leben. Erkennen wir bewusst welch großes Geschenk und welch große Gnade und gegeben ist, dass wir ihn betrachten und begegnen dürfen. Die Betrachtung und Begegnung mit dem Leben schenkt und ändert unser Leben grundlegend.

Das Leben ist erschienen. 1. Joh 1:2


Unsere Gemeinschaft ist mit dem Vater und mit seinem Sohn Jesus Christus. 1. Joh 1:3

Die Gemeinschaft mit Gott ist Grund zur vollkommenen Freude. Kein anderes Geschenk gibt es, das unsere Herzen mit so unvergleichlicher Freude erfüllen könnte, eine Freude, die in ihrem Ursprung und Wesen göttlich ist. Er ist im Innersten unserer Seele. Die wahre Freude liegt also nicht in den Dingen, die uns umgeben und auch nicht in Ereignissen, die uns widerfahren, nein: sie wohnt im Innersten der Seele, wo Gott anwesend ist.

Dies schreiben wir euch, damit eure Freude vollkommen sei. 1. Joh 1:4


Das ist die Botschaft, die wir von ihm gehört haben und euch verkündigen, dass Gott Licht ist und in ihm gar keine Finsternis ist. 1. Joh 1:5

Gott ist Liebe. Das bringt die Tätigkeit Gottes zum Ausdruck. Gott ist ebenso Licht. Das bringt die innewohnende absolute Reinheit des göttlichen Wesens zum Ausdruck. Wo Gottes Herrlichkeit erscheint, da wird es hell in der Welt. Licht ist Quelle von Leben. Licht bedeutet Erkenntnis, bedeutet Wahrheit im Gegensatz zum Dunkel der Lüge. So läßt Licht uns leben, zeigt uns den Weg. Licht bedeutet, weil es Wärme schenkt, auch Liebe. Wo Liebe ist, geht ein Licht auf in der Welt. Nichts kann uns dieses Licht nehmen und uns in die Finsternis zurückstoßen. Wer wirklich aus der Finsternis herausgeführt wurde, wandelt im Licht.

Wenn wir sagen, dass wir Gemeinschaft mit ihm haben und doch in der Finsternis wandeln, so lügen wir und tun nicht die Wahrheit. 1. Joh 1:6


Wenn wir aber im Licht wandeln, wie er im Licht ist, so haben wir Gemeinschaft miteinander und das Blut Jesu Christi, seines Sohnes, reinigt uns von aller Sünde. 1. Joh 1:7

Wir wandeln im Licht, wenn wir Christus angenommen haben und dadurch haben wir Gemeinschaft miteinander und kennen den Wert des Opfers Christi. Niemand konnte vor dem Kreuz die Wirksamkeit dieses Blutes kennen. Erst von jenem Augenblick an ist sie unser Teil. Je heller das Licht mit seiner alles offenbarenden Kraft erstrahlt, umso deutlicher zeigt es die reinigende Wirkung dieses Blutes.


Wenn wir sagen, dass wir keine Sünde haben, so verführen wir uns selbst und die Wahrheit ist nicht in uns. 1. Joh 1:8

Zu behaupten, dass wir keine Sünde haben, ist ein Zeichen von Selbstgerechtigkeit. Wer seine Sünde in seinem Inneren verbirgt, entfernt sich mehr und mehr von Gott. Wir besitzen in Christus das neue Leben, aber unsere alte Natur ist noch vorhanden. Wir haben aber die tröstliche Gewissheit, dass unser alter Mensch mit Christus gekreuzigt worden ist, so dass wir der Sünde nicht mehr dienen. Durch den Geist Gottes halten wir die alte Natur ganz unter der Macht des Todes Christi, so dass sie nicht zum Ausbruch kommt. Dazu braucht es aber Wachsamkeit. Wenn eine ungute Abhängigkeit des Herzens vorhanden ist, wird Gott stets bei uns sein, um uns zu stärken.


Wenn wir behaupten, sündlos zu sein, betrügen wir uns selbst. 1. Joh 1:8

Die Freiheit zum Verzeihen ist denen leichter zugänglich, die auch an sich selbst Fehler sehen. Die Perfekten und Fehlerlosen tun sich außerordentlich schwer mit dem Verzeihen. Einfach und sehr wirkungsvoll ist für mich diese Übung: Hat mich jemand mit seinem Verhalten verletzt, dann frage ich mich, ob ich mit dem gleichen Verhalten auch schon einmal jemanden in gleicher Weise verletzt habe. Die Antwort lautet bei mir immer: Ja! Das fördert in mir die Empathie, dass der andere wie auch ich nur Menschen sind, die sich immer wieder auch verletzen. Gott sei’s gedankt für die Kraft zur Versöhnung.

Ich bin auch nur ein Mensch! Apg 10:26


Wenn wir aber unsere Sünden bekennen, dann erfüllt Gott seine Zusage treu und gerecht: Er wird unsere Sünden vergeben und uns von allem Bösen reinigen. 1. Joh 1:9

Wenn wir Gottes teure Gnade empfangen, indem wir unsere Sünden bekennen und er sie vergibt, dann machen wir uns stets neu auf den Weg, werden verändert, gereinigt von alldem, was uns von Gott trennt. Das ist die Buße, die Jesus von uns fordert: Kehrt um zu Gott und glaubt an die rettende Botschaft! (Mk 1:15) Vergebung und Buße/Umkehr gehören zutiefst zusammen. Die tägliche “Um-kehr” hin zu Gott gehört wesenhaft zur Identität des Christen. Ein erforschender Rückblick auf den Tag (Was lief gut? Was lief schlecht) kann dabei helfen und sei er noch so kurz.


Wenn wir aber unsere Sünden bekennen, so ist er treu und gerecht, dass er uns die Sünden vergibt und uns reinigt von aller Ungerechtigkeit. 1. Joh 1:9

Wie passen Gott und ich zusammen? Kommt da nicht immer wieder Sünde dazwischen, die das Verhältnis stört? Was kann ich tun? Die Sünde nicht verschleiern oder verniedlichen, sondern ehrlichen Herzens bekennen vor Gott, aber oft auch vor Menschen. Das Bekennen der Sünden ist wichtig, um die Macht der Sünde zu brechen. Dann vergibt Gott. Immer? Ja, immer! Wir können wieder aufatmen und jubeln. Das Evangelium verkündet die Vergebung der Sünden und der Glaube nimmt sie an. Wenn wir unsere Sünden bekennen, so ist Er treu und gerecht, dass Er uns vergibt. Das einzig Richtige ist daher, sich Ihm anzuvertrauen und die Sünde zu Seinen Füßen zu bekennen.

Wenn wir sagen, dass wir nicht gesündigt haben, so machen wir ihn zum Lügner, und sein Wort ist nicht in uns. 1. Johannes 1:10

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