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23 Johannesbriefe

Erster Johannesbrief – Kommentare

Vorwort

Der erste Brief des Johannes entstand Ende des 1. Jahrhundert (Vergleich Römerbrief: 55 n. Chr.). Es ist mein persönlicher Lieblingsbrief. Um ihn wird es die nächsten Wochen gehen. Ist der Römerbrief eine umfassende systematische Darlegung der christlichen Heilsbotschaft, so hat der erste Johannesbrief keinen systematischen Aufbau, sondern umkreist vielmehr kreisförmig wiederkehrende Themen (Christus, Liebe, Leben, Gemeinschaft mit Gott etc.). Ein ganz zentraler Vers ist 1 Joh 4,16: Gott ist die Liebe. Nirgendwo klarer offenbart sich diese Liebe als in seiner Barmherzigkeit. Immer und überall vertrauen wir uns Gott an. Er liebt uns und wendet uns voller Barmherzigkeit zu. 

Erster Johannesbrief – Kapitel 1

1. Joh 1,1

Es war von Anfang an da; wir haben es gehört und mit eigenen Augen gesehen; wir haben es angeschaut und mit unseren Händen berührt: das Wort des Lebens. 1. Joh 1:1

Das Leben ist erschienen in der Welt und hat unter uns gelebt. Wir haben es gehört, gesehen und berührt. Nur wenn wir Jesus in den Evangelien betrachten, seine Worte hören, sein Tun anschauen und im Herzen ihn berühren, begegnen wir diesem Leben. Die Betrachtung und Begegnung mit seinem Leben ändert unser Leben grundlegend. Jede Begegnung mit Jesus verändert das Leben. Ja: Die persönliche Begegnung mit Jesus ist unsere Lebensgrundlage. Er führt uns zum Leben, weil er das Leben selbst ist.  

Das Leben ist erschienen. 1. Joh 1:2

1. Joh 1,3

Unsere Gemeinschaft ist mit dem Vater und mit seinem Sohn Jesus Christus. 1. Joh 1:3

Die Gemeinschaft mit Gott ist Grund unserer Freude. Kein anderes Geschenk gibt es, das unsere Herzen mit so unvergleichlicher Freude erfüllen könnte, eine Freude, die in ihrem Ursprung und Wesen göttlich ist. Er ist im Innersten unserer Seele. Die wahre Freude liegt nicht in den Dingen, die uns umgeben und auch nicht in Ereignissen, die uns widerfahren, nein: sie wohnt im Innersten der Seele, wo Gott anwesend ist. Diese Freude allein ist vollkommen, weil sie über diese Welt und unseren Tod fortdauern wird und vollendet wird, wenn wir in unsere Heimat im Himmel einziehen. 

Dies schreiben wir euch, damit eure Freude vollkommen sei. 1. Joh 1:4

1. Joh 1,5

Gott ist Licht. In ihm gibt es keine Finsternis.1. Joh 1:5

Gott ist Liebe. Das bringt das Wirken und das Sein Gottes zum Ausdruck. Seine Liebe spricht und wirkt. Gott ist ebenso Licht. Das nun bringt seine absolute Reinheit zum Ausdruck. Dieses reine Licht ist die Quelle von Leben und lässt uns leben. Nun ist die Liebe letztlich das einzige Licht, das eine dunkle Welt immer wieder erhellt und uns den Mut zum Leben und zum Handeln gibt. Die Liebe ist möglich und wir können sie tun! Die Liebe zu verwirklichen und damit das Licht Gottes in die Welt einzulassen, darum geht es. Wo Liebe ist, wird es hell in der Welt, geht ein Licht auf.  

Durch die Teilnahme an jenem Lichte bist du ein Licht. Wenn du dich aber von dem Lichte, wodurch du erleuchtet wirst, abwendest, kehrst du zu deiner Finsternis zurück. Augustinus

1. Joh 1,7

Wenn wir aber im Licht wandeln, wie er im Licht ist, so haben wir Gemeinschaft miteinander und das Blut Jesu Christi, seines Sohnes, reinigt uns von aller Sünde. 1. Joh 1:7 

Wir sind Lichtwandler! Wir wandeln im Licht, wenn wir Christus als Licht angenommen. Wenn wir ihn angenommen haben, schauen wir auf sein Kreuz. Schauen wir auf sein Kreuz, erkennen wir den Wert seines Opfers. Das Wort wurde Fleisch und war gehorsam bis zum Tod am Kreuz. Durch die Niedrigkeit Christi werden wir gereinigt. Denn wenn er sich nicht erniedrigt hätte und gehorsam geworden wäre bis zum Tode des Kreuzes, so wäre sein Blut zur Vergebung der Sünden, d.h. zu unserer Reinigung nicht vergossen worden. Wir sind Lichtwandler durch unseren Glauben an Christus! 

Um dieses Lichtes würdig zu sein, müssen wir lieben, demütig unsere Heilsbedürftigkeit anerkennen und wie Petrus ausrufen: Herr, zu wem sollen wir gehen? Du hast Worte ewigen Lebens. Josemaria 

1. Joh 1,8

Wenn wir behaupten, ohne Sünde zu sein, betrügen wir uns selbst und verschließen uns der Wahrheit .1. Joh 1:8 

Zu behaupten, dass wir keine Sünde haben, ist Selbstgerechtigkeit. Wer blind wird für seine Sünden, entfernt sich so mehr und mehr von Gott. Die tiefe und nicht nur oberflächliche Erkenntnis der Sünden ist daher unerlässlich. Der Gedanke an unsre Sünden muss uns bitter sein, muss das Herz treffen, den Geist beunruhigen und einen inneren Schmerz verursachen und zuletzt die bußbereite Seele dazu bewegen, sich Gott hoffnungsvoll zuzuwenden. Gott hat uns in der Bitte “Vergib uns unsre Schuld” im Vaterunser die Größe seiner Güte gezeigt. Jesus befiehlt ausdrücklich darum zu bitten. Prägen wir diese Bitte daher tief unserm Herzen ein und halten wir daran fest. Jesus wird uns sicher die Milde des Vaters zuwenden. 

Selbst leichte und kleine Sünden soll man nicht gering achten. Mit kleinen Tropfen füllen sich die Flüsse. Augustinus

Wenn wir behaupten, sündlos zu sein, betrügen wir uns selbst. 1. Joh 1:8

Die Freiheit zum Verzeihen ist denen leichter zugänglich, die auch an sich selbst Fehler sehen. Die Perfekten und Fehlerlosen tun sich außerordentlich schwer mit dem Verzeihen. Einfach und sehr wirkungsvoll ist für mich diese Übung: Hat mich jemand mit seinem Verhalten verletzt, dann frage ich mich, ob ich mit dem gleichen Verhalten auch schon einmal jemanden in gleicher Weise verletzt habe. Die Antwort lautet bei mir immer: Ja! Das fördert in mir die Empathie, dass der andere wie auch ich nur Menschen sind, die sich immer wieder auch verletzen. Gott sei’s gedankt für die Kraft zur Versöhnung.

Ich bin auch nur ein Mensch! Apg 10:26

1. Joh 1,9

Wenn wir unsere Sünden bekennen, erweist Gott sich als treu und gerecht: Er vergibt uns unsere Sünden und reinigt uns von allem Unrecht, das wir begangen haben. 1. Joh 1:9

Wie passen Gott und ich zusammen? Kommt da nicht immer wieder Sünde dazwischen, die das Verhältnis stört? Was kann ich tun? Die Sünde nicht verschleiern oder verniedlichen, sondern ehrlichen Herzens bekennen vor Gott, aber oft auch vor Menschen. Das Bekennen der Sünden ist wichtig, um die Macht der Sünde zu brechen. Dann vergibt Gott. Immer? Ja, immer! Wir können wieder aufatmen und jubeln. Das Evangelium verkündet die Vergebung der Sünden und der Glaube nimmt sie an. Wenn wir unsere Sünden bekennen, so ist Er treu und gerecht, dass Er uns vergibt. Das einzig Richtige ist daher, sich Ihm anzuvertrauen und die Sünde zu Seinen Füßen zu legen.

Wenn wir behaupten, wir hätten nicht gesündigt, machen wir Gott zum Lügner und geben seinem Wort keinen Raum in unserem Leben. 1. Joh 1:10

Erster Johannesbrief – Kapitel 2

1. Joh 2,1

Meine Kinder, dies schreibe ich euch, damit ihr nicht sündigt! Und wenn jemand sündigt, so haben wir einen Fürsprecher bei dem Vater, Jesus Christus, den Gerechten. 1. Joh 2:1

Sünde bedeutet, dass wir gegen den Willen Gottes handeln und dadurch die Gemeinschaft mit ihm unterbrochen wird. Durch Jesus wird sie wiederhergestellt. Er ist unser Fürsprecher im Himmel. Ganz persönlich tritt Jesus für uns ein, für jeden Menschen auf dieser Welt. Er hat die Trennung zwischen Gott und uns durch seinen Kreuzestod überbrückt. Er ist die Sühnung für unsere Sünden. Es ist ein Grund der Freude, dass der auferstandene Christus und die Wirksamkeit Seines Werkes am Kreuz für uns durch nichts angetastet werden können.

Er ist das Sühnopfer für unsere Sünden, aber nicht nur für die unseren, sondern auch für die der ganzen Welt.1. Joh 2:2

1. Joh 2,3

Daran erkennen wir, dass wir ihn erkannt haben, wenn wir seine Gebote halten. 1. Joh 2:3

Hier sind nicht die Zehn Gebote gemeint. Die weiteren über 600 Gebote des Gesetz des Moses ebenso nicht. Es ist das neue Gebot in Jesus Christus, dass der Seele enthüllt, was Gott gefällt, indem wir ihn immer tiefer erkennen. Je mehr man Jesus kennt, desto mehr liebt man ihn und versucht, ihm zu gefallen. Wir leben für Gott und bemühen uns, gehorsam zu sein. Der Gehorsam ist Ausdruck unseres Glaubens. Es ist kein blinder Gehorsam, sondern ein Gehorsam in Christus. Ihn benötigen wir als Kraftquelle. Sind wir dagegen nachlässig, nicht wachsam oder träge im Gebet und im Lesen der heiligen Schrift, fallen wir leicht.

Wer sagt: Ich habe ihn erkannt, und hält doch seine Gebote nicht, der ist ein Lügner und in einem solchen ist die Wahrheit nicht. 1. Joh 2:4

1. Joh 2,5

Wer aber sein Wort hält, in dem ist wahrhaftig die Liebe Gottes vollkommen geworden. Daran erkennen wir, dass wir in ihm sind. 1. Joh 2:5

In Ihm zu sein beschreibt die engste Form der Gemeinschaft. Christlicher Glaube ist eine Lebens- und Liebesgemeinschaft mit Christus. Betrachte daher Christus in der Bibel. Es ist nicht nur das wichtig, was Christus sagte, auch nicht, was er gebot, sondern vor allem die Offenbarung seiner Selbst. Betrachte Ihn z.B. wie Er die ganze Nacht hindurch im Gebet vor Gott verweilte, wenn Er am folgenden Tag eine wichtige Entscheidung treffen musste. Als Gläubige bekennen wir uns dazu, dass Christus unser wahrer Maßstab ist, wie sehr uns das auch demütigen mag. Wir dürfen und sollen nicht denken, dass wir es ihm gleichtun können. Aber sein Beispiel wirkt machtvoll auf unsere Seele, um unsere Aufmerksamkeit und Bereitwilligkeit zum Gehorsam zu wecken.

Wer sagt, dass er in ihm bleibt, der ist verpflichtet, auch selbst so zu wandeln, wie jener gewandelt ist. 1. Joh 2:6

1. Joh 2,7

Ich schreibe euch nicht ein neues Gebot, sondern ein altes Gebot, das ihr von Anfang an hattet. Das alte Gebot ist das Wort, das ihr von Anfang an gehört habt. 1. Joh 2:7

Das Gebot lautet, dass wir nach dem Vorbild der Liebe Christi lieben. Es handelt sich um ein altes Gebot, weil Jesus es den Jüngern im Abendmahlsaal gab. Das alte Gebot ist zugleich auch das neue Gebot, weil es jetzt nach seiner Auferstehung nicht mehr allein in ihm, sondern auch in seinen Jüngern wahr ist. Nach der Auferstehung lesen wir in der Apostelgeschichte: Petrus aber stand auf mit den Elfen (Apg 2,14). Sie handelten gemeinsam, kein Streit oder Selbstsucht war mehr zu sehen. Niemals lesen wir von einer solchen Veränderung bei ihnen, solange Jesus auf der Erde war. Schon Jesus hatte dieses Gebot neu genannt (Joh 13,34), obwohl es gar nicht so neu war (3Mos 19,18). Neu ist hier nur der Wechsel von “Liebe den Nächsten wie dich selbst” zu „Liebt einander wie ich euch geliebt habe “. Die christliche Liebe hat die aufopfernde Liebe Christi als Vorbild!

Und doch schreibe ich euch ein neues Gebot, was wahr ist in Ihm und in euch. Die Finsternis vergeht und das wahre Licht scheint schon. 1. Joh 2:8

1. Joh 2,10

Wer seinen Bruder liebt, der bleibt im Licht, und nichts Anstößiges ist in ihm. 1. Joh 2:10

Alles erscheint einfach, solange alles glatt läuft. Wenn aber dein Nächster falsch handelt, dann dient das dem Zweck, dich auf die Probe zu stellen. Wir lieben auch dann, wenn der Nächste falsch handelt. Würden wir Böses mit Bösem vergelten, so wäre dies ein Anlass zum Anstoß. Dann hätten uns nur die natürlichen Gefühle geleitet. Weil wir aber Christus im Glauben und Gehorsam nachfolgen, wandeln wir in der Liebe. Wir sind dazu berufen, zu ertragen und stark zu sein. Dann kommt man dahin, in fast allen Dingen, die einem tagsüber begegnen, ähnlich geduldig zu werden, wie Gott Selbst es ist.

Wer aber seinen Bruder hasst, der ist in der Finsternis und wandelt in der Finsternis und weiß nicht, wohin er geht, weil die Finsternis seine Augen verblendet hat.
1. Joh 2:11

1. Joh 2,15

Habt nicht lieb die Welt, und nicht was in der Welt ist. Wenn einer die Welt lieb hat, so ist die Liebe des Vaters nicht in ihm. 1. Johannes 2:15

Alle wahren Liebenden sind sich darin gleich, daß alle ihr ganzes Herz Gott schenken und dies aus ganzer Kraft tun. Ungleich aber sind sie dadurch , daß sie alle es anders und auf verschiedene Weise tun. Es gibt solche, die zwar fest entschlossen sind, Gott zu lieben, aber doch noch schwach sind. Sie lieben wohl die göttliche Güte, ihre heilige Liebe ist aber vermengt mit so vielen anderen Zuneigungen, daß sie sozusagen noch im Kindesalter steht. Sie lieben außer dem Herrn noch eine Unzahl überflüssiger, eitler und gefährlicher Dinge. Ihre Liebe ist noch schwach und jung und da sie von einer Menge anderer Anhänglichkeiten umgeben ist, kann sie nicht so viele Früchte hervorbringen, als wenn sie das ganze Herz besäße. Wenn die Liebe zu geschaffenen Dingen unseren Geist auf ihre Seite ziehen und zum Ungehorsam gegen Gott verleiten will, dann stellt sich die gottliebende Seele dem entgegen mit der Frage: Wer ist wie Gott? Was haben die geschaffenen Dinge Gutes an sich, das es das menschliche Herz mehr als Gott anziehen könnte? Weltliche Reichtümer und Genüsse haben etwas Verlockendes, wer aber in diese Äpfel beißt, wird betäubt werden. Wer ihnen zu große Aufmerksamkeit schenkt, stirbt daran. Um solcher Trugbilder von Genüssen willen verlassen wir die Liebe des himmlischen Bräutigams! Wie können wir aber dann sagen, daß wir ihn über alles lieben, wenn wir seiner Gnade solch geringfügige Eitelkeiten vorziehen?

Liebt nicht diese Welt und hängt euer Herz nicht an irgendetwas, das zu dieser Welt gehört. Denn wer die Welt liebt, kann nicht zugleich Gott, den Vater, lieben. 1. Joh 2:15

Die Liebe zur Welt besteht nicht darin, Geschmack an ihren Dingen zu finden (Musik, Theater, Essen etc.). Das tun wir als Christen doch auch. Wir genießen diese Dinge als Geschenke Gottes. Die hier genannte Weltliebe meint diese Dinge als eigentlichen Lebenszweck zu betrachten und darin immer in den Egoismus, in die Gier und den Stolz abzugleiten. Geht man diesen Weg, kann man nicht zugleich Gott lieben.

Was gehört nun zum Wesen dieser Welt? Selbstsüchtige Wünsche, die Gier nach allem, was einem ins Auge fällt, das Prahlen mit Wohlstand und Macht. All dies kommt nicht von Gott, unserem Vater, sondern gehört zur Welt. 1. Johannes 2:16

1. Joh 2,17

Die Welt vergeht und ihre Lust. Wer aber den Willen Gottes tut, der bleibt in Ewigkeit. 1. Joh 2:17

Die Liebe zur Welt lässt sich mit der Liebe zu Gott nicht vereinbaren. Der Grund ist der, dass diese Welt und alles, was ist und was sie bringt, der Vergänglichkeit unterworfen ist. Ob es sich um Reichtum oder Stellung, Vergnügen, Macht oder was auch immer handelt, alles wird zunichte werden. Und um all dieses Vergängliche bemühen sich die Menschen und sind erfüllt von dem Wunsch, mehr zu scheinen, als sie sind. Gott dagegen ist ewig bleibend. Darum akzeptiert und nimmt Gott auch nur das an, was wirklich bleibt: die Liebe zu ihm und zum Nächsten.

Die Welt vergeht mit ihrer Lust. Wer aber den Willen Gottes tut, der bleibt in Ewigkeit. 1. Joh 2:17

Der Ernst der Welt ist der Tod. Der Ernst fängt dort an, wo unser Leben aufhört. Der Unernst der Welt ist der Augenblick, das Vorletzte, die Lust der Welt. Es liegt nun beim Menschen, ob er ernst oder unernst in der Welt leben will, ob er beim Vorletzten verharren oder zum Letzten durchdringen will, ob er die Lust der Welt als Letztes ansieht oder die Vergänglichkeit dieser Lust. Memento mori: Gedenke daran, daß einmal alles zu Ende geht, daß der Augenblick des Sterbens über dich kommt mit der Gewißheit, daß die Welt eine Welt des Todes ist und daß der Gewalt der Zeit nichts standhalten kann. Laßt uns an die Grenzen der Welt, der Zeit denken und es wird ein Wunderbares geschehen. Die Augen werden uns aufgetan dafür, daß die Grenze der Welt der Anfang eines Neuen ist, der Ewigkeit. Hier verliert die Zeit ihre Gewalt an die Ewigkeit, das Letzte in der Welt, der Tod, wird zu einem Vorletzten. Bonhoeffer

1. Joh 2,20

Ihr habt die Salbung von dem Heiligen und wisst alles .1. Joh 2:20

Die Gabe des Heiligen Geistes kennzeichnet den Christen. Der Herr sprach von Ihm als dem lebendigen Wasser, das Er dem Gläubigen geben würde. Nicht der Herr selbst ist damit gemeint, sondern der Heilige Geist, welchen der Herr uns als eine unaufhörlich in uns sprudelnde, frische Quelle lebendigen Wassers schenkt. Er ist nicht ein Brunnen, sondern eine Quelle, ein Urquell Wassers, der ins ewige Leben quillt. So haben wir also am Anfang unseres Glaubensweges nicht nur ewiges Leben empfangen, sondern tragen in uns auch durch Gnade die Kraft des Heiligen Geistes zu einem Leben der Herrlichkeit.

1. Joh 2,25

Das hat Christus uns zugesagt: ewiges Leben in der Verbindung mit ihm . 1. Joh 2:25

Die Redewendung “Bleibt in Ihm!” kommt im zweiten Kapitel ganze 10 mal vor! Hier geht es um die tiefe Gemeinschaft mit Gott. Mit Jesus kennen wir die Wahrheit in Person. Ihm nach zu folgen bedeutet in der Gemeinschaft mit dem Vater und dem Sohn bleiben. “Wer den Sohn leugnet, der hat auch den Vater nicht. Wer den Sohn bekennt, der hat auch den Vater.” (1. Joh 2:23) Das Geheimnis eines Lebens mit Christus liegt im Bleiben. Alles, was zu tun ist, ist das Bleiben bei Jesus. Den Rest wirkt seine Gegenwart in uns.

1. Joh 2,27

Doch der Heilige Geist, den euch Christus gegeben hat, er bleibt in euch. Deshalb braucht ihr keine anderen Lehrer, der Heilige Geist selbst ist in allen Fragen euer Lehrer. Was er euch sagt, ist wahr und ohne Lüge. Haltet also an dem fest, was euch der Geist lehrt: Bleibt mit Christus verbunden. 1. Joh 2:27

Immer wieder gibt es kleine und große Entscheidungen und Fragen, wo einfach nicht klar ist, wie wir handeln sollen. Schon die Christen der ersten Stunde (Apg) haben in diesen Situationen den hl. Geist angerufen. Ich kann und soll in allen Angelegenheiten die Hilfe des hl. Geistes anrufen. Er instruiert mich. Manchmal unscheinbar, manchmal offensichtlich, manchmal nicht so, wie wir es erwartet hätten, aber er instruiert. Gerade vor schwierigen Gesprächen beispielsweise bete und bitte ich zum heiligen Geist: Gib du mir die richtigen Worte ein. Laß mich den anderen verstehen. Leite uns auf unserem Wege und lass das Band der Liebe nicht reißen. Amen

Der Heilige Geist, den euch Christus gegeben hat, er bleibt in euch. […] Haltet also an dem fest, was euch der Geist lehrt: Bleibt mit Christus verbunden. 1. Joh 2:26-27

Christus ist der Gegenstand, den der Vater uns vor Augen stellt, und wenn unser Auge einfältig auf Ihn gerichtet ist, dann können wir sicher sein, dass auch unser ganzer Leib voller Licht sein wird. Unmöglich kann jemand wirklich auf Christus blicken und Ihn zum Gegenstand des täglichen Dienstes und Wandels machen, wenn er gleichzeitig etwas in Angriff nimmt, das der Herr nicht gut heißt. Das Wort Gottes muss in uns wohnen. Sind wir damit zufrieden, nur das zu tun, was Ihm wohl gefällt, dann wird Er uns auch ganz sicher zu Hilfe kommen

Lasst euch durch nichts von Christus trennen. Dann werden wir ihm voller Zuversicht entgegengehen und brauchen nicht beschämt zurückzuweichen. 1. Joh 2:28

Erster Johannesbrief – Kapitel 3

1. Joh 3,1

Seht, welch eine Liebe hat uns der Vater erwiesen, dass wir Kinder Gottes heißen sollen! 1. Joh 3:1

Ein Kind liebt man nicht wegen seiner Tüchtigkeit, seinen Besitz u.ä. sondern um seiner selbst willen liebt man es. Das ist das ganze Geheimnis eines Kindes, daß es uns durch sein bloßes Dasein nötigt, es zu lieben, und daß es davon lebt, für nichts geliebt zu werden. Darin, daß wir so von uns selber denken würden, läge unsere Erlösung: daß wir einmal den Mut hätten, gratis zu leben, und uns mal getrauen würden, uns einfach schon durch unser Dasein als berechtigt zu empfinden.

Seht doch, wie sehr uns der Vater geliebt hat! Seine Liebe ist so groß, dass er uns seine Kinder nennt – und wir sind es wirklich! Als seine Kinder sind wir Fremde für diese Welt, weil Gott für sie ein Fremder ist. 1. Joh 3:1

Gott ist es, der uns zuerst geliebt und uns in Jesus als seine Kinder angenommen hat. In unserem Leben ist alles eine Gabe seiner Liebe: Wie könnten wir einem so großen Geheimnis gegenüber gleichgültig bleiben? Wie sollten wir auf die Liebe des himmlischen Vaters nicht mit einem Leben als dankbare Kinder antworten? In Christus hat er sich uns ganz geschenkt und ruft uns zu einer tiefen persönlichen Beziehung zu ihm. Je mehr wir also Jesus nachahmen und mit ihm verbunden bleiben, desto mehr treten wir ein in das Geheimnis der göttlichen Heiligkeit. Wir entdecken, daß wir von ihm unendlich geliebt sind, und das spornt uns an, unsererseits unsere Brüder zu lieben. Die Liebe bringt immer einen Akt der Selbstentsagung mit sich, das »Sich-selbst-Verlieren«, und macht uns gerade auf diese Weise glücklich. Benedikt

1. Joh 3,2-3

Wenn er erscheint, so werden wir ihm ähnlich sein. Denn wir werden ihn sehen. Wer solche Hoffnung hat im Vertrauen auf ihn, der reinigt sich, wie Er rein ist.1. Joh 3:2‭-‬3

Durch den Blick auf Christus werden wir immer mehr in sein Bild verwandelt. Hier auf der Erde werden wir ihm zwar nie gleich werden, aber wir dürfen ihm nacheifern und seinen Fußspuren folgen. Wir leben in der sicheren Hoffnung, ihn sehen zu dürfen. Diese Hoffnung reinigt uns. Und diese Reinigung haben wir täglich notwendig, weil wir außer dem Leben Christi auch die alte Natur in uns haben. Reinigung und Ausrichtung nach der Norm, die da Christus ist, der rein ist.

1. Joh 3,4

Wer sündigt, lehnt sich gegen Gott und seine Gebote auf, denn sündigen heißt: Gottes Gebote missachten. 1. Joh 3:4

Es ist darunter nicht zu verstehen, dass man in eine Sünde fällt. Das tun wir immer wieder und Gott vergibt uns in Jesus durch seine großen Barmherzigkeit. Ihr wisst ja, dass Christus auf diese Erde kam, um die Sünden der Menschen wegzunehmen (1. Joh 3:5). Doch das Sündigen hier in vers 4 bedeutet, in der Sünde zu leben ohne Reue, Buße und Einsicht über sein falsches Verhalten. Es bedeutet somit, die Sünde ständig zu tun, so dass sie das ganze Leben kennzeichnet. Es bedeutet, Gott völlig außer Acht zu lassen und nach eigenem Willen zu handeln, weil es einem so gefällt. Bleiben wir in Christus, damit wir nie in solch einen Seelenzustand fallen. Lassen wir uns nicht vom richtigen Weg abbringen!

Wer in ihm bleibt, der sündigt nicht. Wer sündigt, der hat ihn nicht gesehen und nicht erkannt. 1. Joh 3:6

Jeder, der aus Gott geboren ist, tut nicht Sünde. 1. Joh 3:9

Wer ein Kind Gottes ist, der sündigt nicht, weil der Sohn Gottes ihn bewahrt. 1. Joh 5:18

1. Joh 3,11

Von Anfang an habt ihr diese Botschaft gehört: Wir sollen einander lieben. 1. Joh 3:11

Jesus forderte uns auf, nicht nur an die Liebe Gottes in Christus zu uns zu glauben, sondern auch einander zu lieben, wie Er uns geliebt hat. Wie gehen wir miteinander um? Liebe zeigt sich nicht unbedingt in großen Worten oder Gesten. Liebe zeigt sich im Hingeben, im Teilen, im Mitfühlen und in der Art und Weise, wie wir uns einander zuwenden. Die Liebe ist uns gegeben, damit wir durch sie alle Schwierigkeiten überwinden.

1. Joh 3,16

Wie sehr Christus uns liebt, haben wir daran erkannt, dass er sein Leben für uns opferte. Ebenso müssen auch wir bereit sein, unser Leben für unsere Geschwister hinzugeben. 1. Joh 3:16

Die Last (=seine Menschlichkeit) des anderen zu tragen, kostet Mühe und Kraft. Ich erlebe das täglich in der Schule als Lehrer und Kollege. Trage (=liebe) nicht nur da, wo es leicht fällt z.B. bei Menschen, die du sehr lieb hast, sondern auch da wo es Opfer von dir verlangt und weh tut, dich Überwindung kostet. Dies ist die Nachahmung der Liebe Christi. Dazu müssen wir immer wieder auch unseren Egoismus und Ich-Zentriertheit überwinden. Dieser verschwindet nie vollständig, aber der, der größer ist und in uns lebt, hilft uns, ihm täglich widerstehen zu können.

Lasst euer Leben von Gottes Geist bestimmen. Gal 5:16

1. Joh 3,17

Wer aber die Güter dieser Welt hat und seinen Bruder Not leiden sieht und sein Herz vor ihm verschließt — wie bleibt die Liebe Gottes in ihm? 1. Joh 3:17

Das Wort „sehen“ hat hier die tiefere Bedeutung von betrachten, ins Auge fassen, wahrnehmen. Man erfasst die Not des Nächsten mit klarem Blick. Wer sein Herz davor verschließt: Wie bleibt die Liebe Gottes in ihm? Der Apostel setzt diese Frage still und doch ernst hinzu. Man muss nich gleich für den Nächsten sterben, aber wie oft können wir mit einfachen Mitteln helfen und tun es doch nicht. Unsere Lippen reden leider nur allzu leicht von Liebe, ohne sie zu verwirklichen.

1. Joh 3,18

Lasst uns einander lieben: nicht mit leeren Worten, sondern mit tatkräftiger Liebe und in aller Aufrichtigkeit. 1. Joh 3:18

Wir wollen nicht mit Wort und Zunge lieben, sondern in Tat und Wahrheit. 1. Joh 3,18

Du bist Zeuge der Auferstehung Jesu. Wenn nicht du, wer dann? Du bist Missionar Christi in der Welt, gesandt von Gott selbst, ohne den wir nichts vollbringen können. “Ich bin dein, hilf mir!” (Ps 119,94) Er der Weinstock, wir die Reben. “Stell dir deine Seele als einen Baum vor, der von der Liebe erschaffen ist und deshalb einzig von der Liebe zu leben vermag.” (Katharina v. Siena). Der Kern der Mission ist dieses Lieben aufgrund unseres Geliebtseins.

Die Liebe trägt die Seele, wie die Füße den Leib tragen. Ohne Liebe kann die Seele nicht leben. Sie muß etwas lieben, sie ist aus Liebe geschaffen. (Katharina v. Siena).

1. Joh 3,20

Wenn unser Gewissen uns schuldig spricht, dürfen wir darauf vertrauen, dass Gott größer ist als unser Gewissen. Er kennt uns ganz genau. 1. Joh 3,20

Verabscheue deine Fehler, aber gelassen, ohne Aufgeregtheit, unbesorgt. Man muss mit seinen Fehlern Geduld haben und Nutzen daraus ziehen. Wenn es dir an Geduld fehlt, wird deine Unvollkommenheit wachsen anstatt zu verschwinden. Denn nichts stärkt unsere Fehler so sehr wie Ungeduld und die fixe Idee, sie loswerden zu müssen. Wir brauchen Geduld, um das Elend Anderer zu ertragen, noch mehr Geduld aber, um uns selbst ertragen zu lernen. Reagiere unaufhörlich mit Demut auf dein tägliches Versagen. Pater Pio

Wenn unser Gewissen uns schuldig spricht, dürfen wir darauf vertrauen, dass Gott größer ist als unser Gewissen. Er kennt uns ganz genau. 1. Joh 3,20

Verabscheue deine Fehler, aber gelassen, ohne Aufgeregtheit, unbesorgt. Man muss mit seinen Fehlern Geduld haben und Nutzen daraus ziehen. Wenn es dir an Geduld fehlt, wird deine Unvollkommenheit wachsen anstatt zu verschwinden. Denn nichts stärkt unsere Fehler so sehr wie Ungeduld und die fixe Idee, sie loswerden zu müssen. Wir brauchen Geduld, um das Elend Anderer zu ertragen, noch mehr Geduld aber, um uns selbst ertragen zu lernen. Reagiere unaufhörlich mit Demut auf dein tägliches Versagen. Pater Pio

Doch auch wenn unser Gewissen uns schuldig spricht, dürfen wir darauf vertrauen, dass Gott barmherziger mit uns ist als wir selbst. Er kennt uns ganz genau. 1. Joh 3:20

Das Verurteilen unserer Herzen entsteht aus dem Bewusstsein unseres Versagens. Das sind dunkle Stunden für uns, wenn unser Versagen in uns schreit, wenn schwere Erfahrungen von Krankheit und Verlust uns quälen und den Zweifel an Gottes Liebe nähren. Auf einmal ist alles weg, was wir an Mut und Zuversicht hatten. So ist unser Herz: Es gelingt ihm, Gedanken wachsen zu lassen, die Gottes Liebe verdunkeln. Wenn mein Vertrauen zu Jesus schwindet, dann verschlingen mich meine Zweifel. Darum geht es mir wie Petrus auf dem stürmischen Meer: Als er nicht auf Jesus schaut, sieht er nur noch die Wellen und versinkt. Aber Jesus reicht ihm die Hand und zieht ihn heraus. Das tut er auch noch heute!

Kann uns also unser Gewissen nicht mehr verurteilen, meine Lieben, dann dürfen wir voller Freude und Zuversicht zu Gott kommen. 1. Joh 3:21

1. Joh 3,22

Er wird uns geben, worum wir ihn bitten; denn wir richten uns nach seinen Geboten und leben, wie es ihm gefällt. 1. Joh 3:22

Die beste Art zu beten ist, mit wenig Worten beten, aber nicht zu wenig. So bitten wir in der Stille des Herzens, weil Gott nicht mit lauter Stimme bedrängt werden muss. Wir werden dabei nur dann erhört, wenn wir etwas erbitten, das gut für uns ist, weil Gott für uns das Gute möchte. Neu ist das Bitten im Namen Jesus, denn Gott gefällt es, wenn wir nach seinen Geboten leben. Und so lautet Gottes Gebot:

Wir sollen an seinen Sohn Jesus Christus glauben und einander so lieben, wie Christus es uns aufgetragen hat. 1. Joh 3:23

1. Joh 3,24

Wer sich an seine Gebote hält, der bleibt mit Gott verbunden und Gott mit ihm. Wir wissen, dass Gott in uns lebt. Das bestätigt uns der Geist, den er uns geschenkt hat. 1. Joh 3:24

Das ist Frohe Botschaft! Für mich ist das die Froheste aller Frohbotschaften. Das ist unendlich beglückend. Das ist Quelle der Freude und der Zuversicht: Gott nicht nur im Himmel, sondern in jedem Gläubigen. Das ist ein nie ganz zu fassendes Geheimnis, eine nie ganz zu begreifende Wahrheit. Man muss es sich immer wieder vorsagen, meditieren, verkosten, es ganz tief aufnehmen und es sich immer wieder bewusst machen. Du in mir, ich in dir!

Ich bin des so gewiss wie ich lebe, dass nichts mir so nahe ist wie Gott. Meister Eckart

Gott ist uns näher als wir uns selbst. Augustinus

Erster Johannesbrief – Kapitel 4

1. Joh 4,2

Jeder Geist, der bekennt, dass Jesus Christus im Fleisch gekommen ist, der ist aus Gott. 1. Joh 4:2

Gott wurde Mensch wie wir. Er kam ins verletzliche und vergängliche Fleisch. Er hatte Hunger und Durst wie wir, freute sich, lachte, litt unter Schmerzen wie wir und starb einen schändlichen Tod. Jesus hätte in seiner eigenen Herrlichkeit kommen können. Er kam aber im Fleisch, d.h. er wurde ganz Mensch. Als Herr über Leben und Tod, an dem sich unser Leben entscheidet, ist er für viele nur eine Zumutung. Doch weil er in uns lebt, können wir Anteil haben an seiner überwindenden Kraft. Jesus ist größer als alle Widersacher.

Gott, der in euch wirkt, ist stärker als der Teufel, von dem die Welt beherrscht wird. 1. Joh 4:4

1. Joh 4,6

Wir sind aus Gott. 1. Joh 4:6

Gott ist für uns in Christus die Quelle jedes Segens. Er weiß, wer wir sind und wird uns seine Hand bei einem Fehltritt entgegenstrecken, damit nichts uns aufhalte. Um in dieser Gnade und Wahrheit zu leben, benötigen wir ein vollkommenes Vertrauen zu ihm. Wenden wir uns ihm zu und nicht der Welt. Angelus Silesius schreibt: Halt an! Wo läufst du hin? Der Himmel ist in dir! Suchst du Gott anderswo, du fehlst ihn für uns für.

Sie sind aus der Welt. 1. Joh 4:5

1. Joh 4,7

Wir wollen einander lieben; denn die Liebe ist aus Gott und jeder, der liebt, stammt von Gott und erkennt Gott. 1.Joh 4,7

Alles aus Liebe, nichts aus Zwang: …..hat Franz von Sales gesagt. Gerade in unserem Glaubensleben ist das wichtig. Viel zu häufig habe ich früher aus Zwang gebetet, weil ich dachte, dass Gott das von mir erwartet. Viel zu häufig habe ich überhaupt vieles getan aus Zwang. Ich war ein Gefangener meines “Ich muss und Ich soll”. Nein! Nichts aus Zwang, alles aus Liebe. Die kleinste Tat aus Liebe getan ist mehr wert als die größten Werke, die aus reiner Pflicht getan werden. Es lebe die Liebe!

Lasst uns einander lieben, denn die Liebe kommt von Gott. Wer liebt, ist ein Kind Gottes und kennt Gott. 1. Joh 4:7

Die Liebe ist die einzige Tugend, die maßlos sein darf. Wir können die Mitmenschen nie zu viel lieben und somit auch in der Liebe nie die Grenzen der Vernunft überschreiten, sofern die Liebe wirklich im Herzen wurzelt. Welch ein Glück, lieben zu dürfen, ohne ein Übermaß zu fürchten. Setze der Liebe keine Schranken, lasse sie ihre Äste breiten, so weit sie nur kann, gebe dich hin an Gott und denn Nächsten. “Das innerste Wesen der Liebe ist Hingabe.” (Edith Stein) Wo kannst du diese Hingabe in Liebe heute konkret Wirklichkeit werden lassen?

Geliebte, lasst uns einander lieben! Denn die Liebe ist aus Gott, und jeder, der liebt, ist aus Gott geboren und erkennt Gott. 1. Joh 4:7

Die Liebe ist die machtvolle Kraft in Gottes Wesen und so ist es auch die unentbehrliche Kraft im menschlichen Miteinander. Sie ist die Königin aller Tugenden. Es ist der wesentliche Teil unseres Glaubens, dass wir von der göttlichen Liebe geliebt werden und diese Liebe weiterlieben im Blick auf meine Mitmenschen. Eines ist klar: Die Ausübung der Liebe kann nicht von der Geburt aus Gott getrennt werden. Durch die Betätigung der Liebe aber beweist der Gläubige, dass er ein Kind Gottes ist.

1. Joh 4,8

Wer nicht liebt, hat Gott nicht erkannt; denn Gott ist die Liebe. 1.Joh 4,8

Lass dich in deinem Herzen von der Liebe berühren, die dir entgegenkommt oder die in dir aufflammt. Gott selbst berührt dich dabei und öffnet dich für das Geheimnis einer klaren und lauteren Liebe, die allen und allem gilt. In dieser Liebe bist du in Gott und in dieser Liebe wirst du erst ganz zum Menschen, so wie Gott ihn gedacht hat. In deiner Liebe, auch wenn sie noch so vermischt ist mit Besitzansprüchen und Habenwollen, leuchtet immer auch etwas auf von der spirituellen Liebe, die deine tiefste Sehnsucht nach Liebe erfüllt. Traue deiner Liebe, aber gehe deiner Liebe auch auf den Grund, damit du dort Gott findest als die eigentliche Quelle deiner Liebe. Und folge deiner Liebe bis zum Ende. Dann wird sie dich zu Gott führen, der die Liebe selber ist. Anselm Grün.

1. Joh 4,9

Darin ist die Liebe Gottes zu uns geoffenbart worden, dass Gott seinen eingeborenen Sohn in die Welt gesandt hat, damit wir durch ihn leben sollen. 1. Joh 4:9

Das Leben ist ihm Sohn. Er ist das Leben. Ihn hat Gott in Seiner Liebe in die Welt gesandt. Es war der Sohn, der gesandt wurde, um Mensch zu werden und mit dem Menschen Umgang zu haben. Gottes Gabe war Christus, der nicht nur hernieder kam, um uns Leben zu geben, sondern um als eine Sühnung für unsere Sünden zu sterben. Unser alter Mensch ist zwar noch vorhanden, doch wissen wir ihn mit Christus gekreuzigt, so dass wir der Sünde nicht mehr dienen.

1. Joh 4,10

Das Einzigartige an dieser Liebe ist: Nicht wir haben Gott geliebt, sondern er hat uns seine Liebe geschenkt. 1. Joh 4:10

Diese Liebe ist Freundschaft mit Gott. Es ist keine Liebe, die etwas haben will. Denn durch die Gottesliebe lieben wir Gott um der Liebe seiner selbst willen in Anbetracht seiner Güte. Von Ewigkeit her liebte Gott jede Seele. Wir wissen um seine Liebe zu uns, da er sie laut verkündet hat. Er treibt er seine heilige liebevolle Beziehung zu uns auf die Spitze, indem er sich schenkt in Christus. Die Freundschaft ist echte Freundschaft, weil sie gegenseitig ist. Gott weiß doch, daß wir ihn lieben. Wir besprechen uns mit ihm jederzeit, so oft wir wollen, im heiligen Gebet, da wir all unser Leben, unsere Bewegung und unser Sein nicht nur mit ihm haben, sondern in ihm und durch ihn.

In ihm leben, weben und sind wir. Apg 17:28

1. Joh 4,11-12

Geliebte, wenn Gott uns so geliebt hat, so sind auch wir es schuldig, einander zu lieben. Niemand hat Gott jemals gesehen. Wenn wir einander lieben, so bleibt Gott in uns und seine Liebe ist in uns vollkommen geworden. 1. Joh 4:11-12

Niemand hat Gott jemals gesehen. Aber seine Liebe war in Christus vollkommen kundgemacht worden. Gott bleibt in uns. Wir ziehen uns von uns selbst und von allem, was uns hier umgibt, zurück und finden in Gott den Ruhepunkt für unsere Herzen, während wir uns noch auf der Erde befinden. Dieses Bleiben ist ein Akt Seiner Gnade uns gegenüber, die wir auf dem Erlösungswerk Christi ruhen. Es ist kein kurzfristiger Besuch, sondern ein ewiges liebendes Bleiben des Vaters bei seinen Kindern. Diese Liebe Gottes soll in dieser Welt von uns widergespiegelt werden. Wie ernst sollten wir diesen Auftrag nehmen. Wir sind berufen, insbesondere durch die Tätigkeit der göttlichen Liebe in unseren Herzen und in unseren Wegen, Zeugen Gottes in der Welt zu sein.

1. Joh 4,14

Wir haben gesehen und bezeugen, dass der Vater den Sohn gesandt hat als Retter der Welt. 1. Joh 4:14

Das Bekenntnis muß Zeugnis werden. Wir sind Zeugen und treten mit unserer ganzen Existenz dafür ein. Weil wir gesehen haben, können wir Zeuge sein. Als Sehende legen wir Zeugnis ab. Bitten wir den Herrn, daß er uns sehend macht. Helfen wir uns gegenseitig zum Sehen, damit wir auch die Menschen unserer Zeit sehend machen können, so daß sie durch die ganze selbstgemachte Welt hindurch Gott wieder erkennen können. Zeuge für Jesus Christus sein bedeutet vor allem auch: Zeuge für eine Weise des Lebens sein. In einer Welt voller Verwirrung müssen wir wieder Zeugnis geben von den Maßstäben, die Leben zu Leben machen. Dieser großen gemeinsamen Aufgabe aller Glaubenden müssen wir uns mit großer Entschiedenheit stellen: Es ist die Verantwortung der Christen in dieser Stunde, jene Maßstäbe rechten Lebens sichtbar zu machen, die uns in Jesus Christus aufgegangen sind.

Wer nun bekennt , dass Jesus der Sohn Gottes ist, in dem bleibt Gott und er in Gott. 1. Joh 4:15

1. Joh 4,16

Wir haben die Liebe erkannt und geglaubt, die Gott zu uns hat. Gott ist Liebe und wer in der Liebe bleibt, der bleibt in Gott und Gott in ihm. 1. Joh 4:16

Gott ist die Liebe. Was für ein Satz! Gott ist keine abstraktes Wesen, sondern seine Liebe wird ganz konkret in Jesus Christus. Je mehr diese Liebe, die auf Frieden und Vertrauen zielt, unsere Herzen erreicht, desto mehr lebt Gott in uns. Wir wenden uns in allen Lagen an Ihn, dessen Liebe in uns eine Wohnung für Ihn bereitet hat. Wenn ich in seiner Liebe bleibe, dann kann ich nicht anders als mich bei Gott völlig daheim zu fühlen. Könnte es einen größeren Segen geben? Es drängt uns etwas von dieser Liebe heraus fließen zu lassen, um sie in der Welt sichtbar zu machen.

Gott ist die Liebe. 1. Joh 4,16

Auch wenn es wohl kein Wort gibt, dass so missbraucht und verkitscht wird, besteht die eigentliche Revolution der Botschaft Jesu in der Liebe. Weil er uns liebt, können wir lieben. Liebe muss ständig gepflegt werden, sie braucht viel Geduld und Nachsicht, besonders in Beziehungen mit Problemen und Unstimmigkeiten. Leider: das Bedürfnis des Menschen, im Recht zu sein, ist so groß, dass er bereit ist, dafür sich selbst, seine Beziehungen und sogar die Liebe zu opfern. Dennoch: Jeder Tag ist eine Chance, die Liebe neu zu entdecken. Gott gibt uns das Herz, nicht um zu hassen, sondern um zu lieben. Gib jedem Geschehen seinen Sinn und iedem Tag seinen Tropfen Freude durch das Leben und Wirken in der Liebe.

Der eigentliche Gottesdienst der Christen ist die Liebe. Benedikt XVI

Gott ist Liebe 1 Joh. 4, 16

Das ist nicht eine allgemeine Lebensweisheit oder Phrase oder fromme Selbstverständlichkeithält, sondern es ist der reale, einzige, unzerstörbare Grund, auf dem ein ganzes Leben aufgebaut wird. Das Ziel heißt: wir bleiben in Gott und Gott bleibt in uns. Es ist Wahrheit und es ist Wirklichkeit. Darum ist die Gegenwart die wichtigste Stunde! Die Gegenwart ist die verantwortungsvolle Stunde Gottes mit uns, die Gegenwart in ihrer ganzen Wirklichkeit und Vielgestaltigkeit. Wer aus der Gegenwart flieht, flieht Gott. Bonhoeffer

1. Joh 4,17

Darin hat Gottes Liebe ihr Ziel erreicht, so dass wir dem Tag des Gerichts voller Zuversicht entgegen gehen können. 1. Joh 4:17

Am Ende werden wir vor Jesus stehen und Rechenschaft ablegen. Das Begegnen mit ihm ist der entscheidende Akt des Gerichts. Die Begegnung mit ihm ist es, die uns umbrennt zum Eigentlichen unserer selbst. In dem Schmerz dieser Begegnung, in der uns das Unreine und Kranke unseres Daseins offenbar wird, ist Rettung. Die Berührung seines Herzens heilt uns in einer gewiß schmerzlichen Verwandlung. Aber es ist ein seliger Schmerz, in dem die heilige Macht seiner Liebe uns brennend durchdringt, so daß wir endlich ganz wir selber und dadurch ganz Gottes werden. So wird auch das Ineinander von Gerechtigkeit und Gnade sichtbar: Unser Leben ist nicht gleichgültig, aber unser Schmutz befleckt uns nicht auf ewig, wenn wir wenigstens auf Christus, auf die Wahrheit und auf die Liebe hin ausgestreckt geblieben sind. Er ist im Leiden Christi letztlich schon verbrannt. Im Augenblick des Gerichts erfahren und empfangen wir dieses Übergewicht seiner Liebe über alles Böse in der Welt und in uns. Benedikt XVI

Wir sind in dieser Welt schon ebenso mit dem Vater verbunden, wie Christus es ist. 1. Joh 4:17

1. Joh 4,18

Furcht ist nicht in der Liebe, sondern die vollkommene Liebe treibt die Furcht aus, denn die Furcht hat mit Strafe zu tun; wer sich nun fürchtet, ist nicht vollkommen geworden in der Liebe. 1. Joh 4:18

Das Gericht Gottes ist Hoffnung, weil es Gerechtigkeit und Gnade ist. Wäre es bloß Gnade, die alles Irdische vergleichgültigt, würde uns Gott die Frage nach der Gerechtigkeit schuldig bleiben. Wäre es bloße Gerechtigkeit, würde es für uns alle am Ende nur Furcht sein können. Wir dürfen aber alle unsere Sorgen auf Ihn werfen, denn Er ist besorgt für uns und hat uns lieb. Das Gericht versetzt uns nicht in Angst, so ernst es zweifellos auch sein wird. Denn Er hat unser Gericht auf dem Kreuz bereits getragen, all unser großes und kleines Versagen. Die vollkommene Liebe zu Christus treibt die Furcht aus und schenkt uns durch den Glauben Frieden mit Gott. Wenn ich mich vor Gott noch fürchte, dann bin ich nicht vollendet in der Liebe.

1. Joh 4,19

Wir lieben, weil Gott uns zuerst geliebt hat. 1. Joh 4:19

Christus ist die Quelle der göttlichen Liebe in uns. Sie muss nicht zuerst in uns entstehen, um dadurch Seine Liebe hervorzurufen. Jeder ist gewollt, jeder ist geliebt, jeder ist gebraucht. Welche andere Antwort können wir auf eine so große Liebe geben, wenn nicht die eines offenen Herzens, das zu lieben bereit ist? Die Liebe zu Christus kommt in dem Willen zum Ausdruck, das eigene Leben mit den Gedanken und Empfindungen Seines Herzens in Einklang zu bringen

1. Joh 4,20

Sollte nun jemand behaupten: Ich liebe Gott und dabei seinen Bruder oder seine Schwester hassen, dann ist er ein Lügner. Wenn er schon seine Geschwister nicht liebt, die er sehen kann, wie will er dann Gott lieben, den er nicht sieht? 1. Joh 4:20

Der Nächste mag mir im Verhalten und Wort nicht gefallen. Gerade wenn natürliche Gründe zur Abneigung vorhanden sind, strahlt die Liebe umso heller. Und manchmal liegt der Fehler aber auch bei mir und meiner begrenzten Sichtweise. So oder so: Gott verbindet die Liebe zu ihm mit der Liebe zum Nächsten. Durch sein Wort und Geist leitet er uns dabei. Denn Liebe kann sehr verschieden sein kann. Die Liebe muss angepasst sein. Das erfordert den Geist der Unterscheidung. Ist mein Nächster schwach im Glauben, leicht verwundbar oder niedergeschlagen? Oder ist er stark genug, ein klares Wort zu ertragen und Nutzen daraus zu ziehen?

1. Joh 4,21

Vergesst nicht, dass Gott selbst uns aufgetragen hat: Wer Gott liebt, der muss auch seinen Bruder und seine Schwester lieben. 1. Joh 4:21

Wenn ich die Zuwendung zum Nächsten aus meinem Leben ganz weglasse und nur fromm sein möchte, dann verdorrt auch die Gottesbeziehung. Dann ist sie nur noch korrekt, aber ohne Liebe. Nur meine Bereitschaft, auf den Nächsten zuzugehen, ihm Liebe zu erweisen, macht mich auch fühlsam Gott gegenüber. Nur der Dienst am Nächsten öffnet mir die Augen dafür, was Gott für mich tut und wie er mich liebt. Gottes- und Nächstenliebe sind untrennbar: Es ist nur ein Gebot. Benedikt XVI

Kinder aber, die ihren Vater lieben, die lieben auch ihre Brüder und Schwestern. 1. Joh 5:1

Erster Johannesbrief – Kapitel 5

1. Joh 5,2

Dass wir wirklich Gottes Kinder lieben, erkennen wir an unserer Liebe zu Gott und daran, dass wir nach seinen Geboten leben. 1. Joh 5:2

Gottes- und Nächstenliebe lebt von der uns zuvor kommenden Liebe Gottes, der uns zuerst geliebt hat. So ist es nicht mehr Gebot von außen her, das uns Unmögliches vorschreibt, sondern geschenkte Erfahrung der Liebe von innen her, die ihrem Wesen nach sich weiter mitteilen muß. Liebe wächst durch Liebe. Sie ist göttlich, weil sie von Gott kommt und uns mit Gott eint, uns in diesem Einungsprozeß zu einem Wir macht, das unsere Trennungen überwindet und uns eins werden läßt, so daß am Ende ,,Gott alles in allem’’ ist. Benedikt XVI

Denn das ist die Liebe zu Gott, dass wir seine Gebote halten und seine Gebote sind nicht schwer. 1. Joh 5:3

1. Joh 5,4

Alles, was aus Gott geboren ist, überwindet die Welt und unser Glaube ist der Sieg, der die Welt überwunden hat. 1. Joh 5:4

Der Glaube ist der Sieg, der die Welt überwunden hat. Dieser Glaube vermittelt die Kraft, alles zu überwinden, was die Welt uns an Hass und Drohungen, aber auch an Anziehendem, Annehmlichkeiten und Ehre bietet. Der Glaube an unseren Herrn Jesus Christus ist es, durch den wir zu Gott gebracht worden sind. Durch den Glauben an Jesus werden wir zur neuen Schöpfung in Ihm. In ihm haben wir die Fähigkeit, die Sünde zu lassen. In Ihm können wir uns gegen das beherrschende System der Welt stellen. Er wird die Welt auch in unserem Leben überwinden, wenn wir es zulassen.

Wer ist es, der die Welt überwindet, wenn nicht der, welcher glaubt, dass Jesus der Sohn Gottes ist? 1. Joh 5:5

1. Joh 5,12

Wer also mit dem Sohn verbunden ist, der hat das Leben. 1. Joh 5:12

Das Leben kann nie vom Sohn getrennt werden. Er selber ist Gott, der das Leben gibt. Niemand kann Leben haben, ohne den Sohn zu besitzen, der der Weg, die Wahrheit und das Leben ist. Der Gläubige ehrt den Sohn durch den Glauben an Ihn und empfängt daraufhin ewiges Leben. Wenn ich auf einer Straße unterwegs bin und endlich den Wegweiser zu meinem Ziel gefunden habe, sollte ich diesen Wegweiser im Blick behalten und nicht zwischendurch einfach Schildern mit anderen Zielangaben folgen. So ist das auch im Glauben: Gott wird nicht müde, uns immer wieder zu ermutigen, mit Jesus und zu ihm unterwegs zu sein.

Ich weiß, dass ihr an Jesus Christus als den Sohn Gottes glaubt. Mein Brief sollte euch noch einmal versichern, dass ihr das ewige Leben habt. 1. Joh 5:13

1. Joh 5,14

Deshalb dürfen wir uns auch darauf verlassen, dass Gott unser Beten erhört, wenn wir ihn um etwas bitten, was seinem Willen entspricht. 1. Joh 5:14

Wie falsch wäre es, daran zu zweifeln! Hat Gott nicht Seine vollkommene und immerwährende Liebe zu uns unter Beweis gestellt? Für jeden einzelnen Gläubigen gilt es, dieses kühne Vertrauen zu der Liebe Gottes praktisch zu verwirklichen. Er hört uns. Wir haben nicht nur das Vorrecht, wir werden geradezu gedrängt, Ihm, der uns alle liebt und kennt, vertrauensvoll unsere Bitten zu bringen und mit Seiner gnädigen Erhörung zu rechnen. Lernen wir auch, unserem eigenen Willen zu Misstrauen und nur um das zu bitten, von dem wir sicher sind, dass es Seinem Willen entspricht.

Weil wir wissen, dass Gott all unsere Gebete hört, dürfen wir sicher sein, dass er uns gibt, worum wir ihn bitten. Es ist, als hätten wir es schon erhalten. 1. Joh 5:15

1. Joh 5,21

Darum, meine Kinder, hütet euch davor, anderen Göttern nachzulaufen! 1. Joh 5:21

Heute endet die Reihe zum ersten Brief des Johannes. Es ist für mich weiterhin ein Brief, der mich sehr geprägt hat. Der vorletzte Vers beinhaltet der unseren Glauben nochmals auf den Punkt bringt:

Der Sohn Gottes ist zu uns gekommen, damit wir durch ihn Gott kennen lernen, der die Wahrheit ist. Nun sind wir eng mit dem wahren Gott verbunden, weil wir mit seinem Sohn Jesus Christus verbunden sind. Ja, Jesus Christus ist selbst der wahre Gott. Er ist das ewige Leben.1. Joh 5:20

Zweiter Johannesbrief

2. Joh 1,1

Ich liebe euch, weil ich durch die Wahrheit mit euch verbunden bin. 2. Joh 1:1

Je schöner und voller die Erinnerungen an einen Verstorbenen, desto schwerer die Trennung. Es gibt nichts, was uns die Abwesenheit eines uns lieben Menschen ersetzen kann und man soll das auch gar nicht versuchen. Man muß es einfach aushalten und durchhalten. Das klingt zunächst sehr hart, aber es ist doch zugleich ein großer Trost. Denn indem die Lücke wirklich unausgefüllt bleibt, bleibt man durch sie miteinander verbunden. Es ist verkehrt, wenn man sagt, Gott füllt die Lücke aus. Er füllt sie gar nicht aus, sondern er hält sie vielmehr gerade unausgefüllt und hilft uns dadurch, unsere echte Gemeinschaft, wenn auch unter Schmerzen, zu bewahren. Bonhoeffer