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2. Kor. Kap. 01

Impulse, Auslegungen, Kommentare und Bibelzitate aus dem zweiten Brief an die Korinther Kap. 1


Ich wünsche euch Gnade und Frieden von Gott, unserem Vater, und von Jesus Christus, unserem Herrn. 2. Kor 1:2

Der zweite Brief an die Korinther ist wohl der persönlichste aller Briefe von Paulus. Dieser Brief war nötig, weil die Probleme der Gemeinde in Korinth nach dem ersten Brief weiter bestanden. In ihre von Unfrieden und Streit geprägten Lebensumstände hinein schreibt Paulus, um denen zu danken und Mut zu machen, die Gott treu geblieben sind. Es ist beinahe unmöglich, diesen Brief zu analysieren, da er die am wenigsten systematische Schrift des Paulus ist. Und dennoch erhält er wunderbare Perlen des Wort Gottes, die uns auf unserem geistlichen Weg hilfreich sind. So nehme ich euch mit auf die Reise zu diesen Perlen.


Er ist der barmherzige Vater, der Gott, von dem aller Trost kommt! 2. Kor 1:3

Gott tröstet dich, er beruhigt dein Herz in jeglichen Lebenslagen der Not. Diese Notlage kann durch Krankheit, Trauer, Belastungen oder andere Ursachen hervorgerufen werden. Er ist der Urheber, der Ursprung, die Quelle jeder echten Erbarmung. Wahrer Trost kommt von Ihm. Sein Beweggrund ist die göttliche Liebe. Das Leiden und die Kreuzigung Jesu Christi gehören zum Heilsplan Gottes und stellen die höchste Konkretisierung des Trost Gottes da. Wobei hast du den Trost Gottes schon einmal erfahren? Wo spendest du anderen Menschen Trost?

In allen Schwierigkeiten ermutigt er uns und steht uns bei, so dass wir auch andere trösten können. 2. Kor 1:4


Gelobt sei der Gott und Vater unseres Herrn Jesus Christus, der Vater der Barmherzigkeit und Gott alles Trostes, der uns tröstet in all unserer Bedrängnis, damit wir die trösten können, die in allerlei Bedrängnis sind, durch den Trost, mit dem wir selbst von Gott getröstet werden. 2. Korinther 1:3‭-‬4

Trost ist zwischenmenschliche Zuwendung an jemanden, der trauert oder anderen seelischen bzw. körperlichen Schmerz zu ertragen hat. Derjenige wird getröstet. Trost kann durch Worte, Gesten und Berührung gespendet werden. Der Schmerz und die Traurigkeit des Getrösteten sollen gelindert werden; er soll spüren, dass er nicht allein gelassen ist. Seine seelische Verfassung soll gestärkt werden. Das Wort Trost hängt etymologisch mit dem indogermanischen Wortstamm treu zusammen und bedeutet Festigkeit, auch seelischer Halt, Zuversicht und Ermutigung im Leid. Das grichische Wort für Trost (paregoria) bedeutet auch Zuspruch, Ermahnung, Ermutigung.

In der Traurigkeit ist der mitleidende Freund ein Trost. Augustinius


Denn wie die Leiden des Christus mehr als genug über uns ausgeschüttet werden, so überaus reich ergießt sich auch der Trost über uns, den wir durch Christus empfangen. 2. Kor. 1:5

Das Sprechen vom Leib mit Christus als Haupt ist nicht nur Gefassel, sondern wesenhafte Wirklichkeit. So haben wir als Teil dieses Leibes auch Anteil am Leid Christi. Überhaupt natürlich immer, aber besonders in unserem Leiden erfahren wir eine tiefe Gemeinschaft mit Christus. Wir haben dadurch im gleichen Zug auch Anteil an seinem Trost in seiner Auferstehung. Wo ist nun der Bezug zu deiner Alltags-Wirklichkeit hier und jetzt ist? Alles, aber wirklich alles, was dir an einem Tag an “kleinen” Leiden (Streß, Beleidigungen, Unwohlsein etc.) widerfährt oder wo du in einem großen Leiden steckst, kannst, darfst und sollst du ihm übergeben. Herr, du siehst wie ich an diesem oder jenem leide. Ich erbitte deinen Trost und übergebe mich demütig deinem Willen, auch wenn ich vieles nicht verstehe.


Weil wir Christus gehören und ihm dienen, müssen wir viel leiden, aber in ebenso reichem Maße erfahren wir auch seine Hilfe. 2. Kor 1:5

Paulus rechnete mit seinem Sterben. In diesem Leiden setzt er sein Vertrauen allein auf Gott. Gerade in schwierigen Umständen, wo es keine Hoffnung mehr gibt, bleibt nichts und niemand anderes übrig als Gott. Gott will alle Mühen in unserem Leben gebrauchen, um uns immer mehr von unseren eigenen Versuchen befreien, uns selbst zu retten und aus den Schwierigkeiten heraus zu kommen. Er will, dass wir lernen, Ihm alles zu überlassen und darauf zu vertrauen, dass er in der Lage ist, einen Ausweg zu geben, wo wir keinen Ausweg mehr sehen. Gott will, dass wir Ihn immer besser kennen lernen und ihm allein vertrauen.

Wir setzen unser Vertrauen auf ihn. 2. Kor 1:10


Ihr werdet zwar leiden müssen wie wir, aber genauso werdet ihr auch Gottes Trost und Ermutigung erfahren. 2. Kor 1:7

So paradox es klingt: Glück kannst du auch im Ertragen von Leid erfahren. Glückselig ist, wer sich auf Leiden und Schmerzen einzulassen bereit ist. Das Leid zu ertragen, dazu kann man sich entscheiden. Lasst uns aktiv und bewusst Leiden ertragen. Vorsicht! Das bedeutet nicht eine Glorifizierung des Leides. Veränderbares Leiden, das beseitigt werden kann, sollte beseitigt werden. Auch Jesus bat in der Nacht vor seinem Tod, dass der Kelch an ihm vorüber ginge, überließ sich dann aber dem Willen Gottes. Ganz bewusst trat er in Freiheit und Gehorsam diesen schweren Weg an, der unabänderlich war, der aber am Ende mit einer erlösten Menschheit und einem Jesus in Herrlichkeit endete. Welch unaussprechliche Frucht erwuchs aus seinem Leiden! Sein Leiden war der Weg zum Glück der ganzen Menschheit.


Gott wollte, dass wir uns nicht auf uns selbst verlassen, sondern auf ihn, der die Toten zu neuem Leben erweckt. 2. Kor 1:9

Probleme führen nicht automatisch zu geistigem Wachstum. Viele Menschen werden verbittert. Es ist wichtig, dass du Gottes Plan im Blick behälst und dich nicht zentrisch auf deine Probleme konzentrierst. Genau das tat Jesus im Leben bis hin am Kreuz. Die intensivsten Erfahrungen mit Gott machst du häufig in den dunklen Stunden deines Lebens. Im Schmerz hast du keine Kraft mehr für oberflächliche Gebete. Schwierigkeiten zwingen dich, deinen Blick auf Gott zu richten und auf ihn zu vertrauen statt auf dich selbst. Unsere Hoffnung baut in schwierigen Zeiten auf Gott, der einen Plan hat. So werden wir Christus in und durch unsere Probleme ähnlicher.


Jesus Christus[…] ist in seiner Person das Ja Gottes zu uns. 2. Kor 1:19

Durch Gottes Ja zu uns in Jesus Christus sind wir auf eine intimste Art mit Gott verbunden. Diese intime Verbundenheit ist etwas unaussprechlich Schönes. Für diese Verbundenheit sind wir geschaffen und in ihr können wir umfassende Erfüllung finden. Sicherlich: Intimität zwischen Menschen ist für uns zunächst vielleicht fassbarer, aber Intimität mit Gott ist etwas, das weit über vertrauensvolle Nähe zu einem anderen Menschen hinausgeht. Gott schenkt uns nicht nur Liebe, er ist die Liebe in Person und schenkt sich uns in Jesus Christus.

Alle Zusagen Gottes erfüllen sich in ihm. Und auf das, was Christus für uns getan hat, antworten wir zur Ehre Gottes mit Amen. 2. Kor 1:20


Gott aber, der uns zusammen mit euch in Christus fest gegründet und uns gesalbt hat, er hat uns auch versiegelt und das Unterpfand des Geistes in unsere Herzen gegeben. 2. Kor 1:21‭-‬22

Erstens hat uns Gott fest mit Christus verbunden. Darin allein liegt unser Heil. Zweitens hat uns Gott gesalbt. Dadurch gehören wir Gott, haben einen besonderen Platz im Herzen Gottes und stehen in seinem Dienst. Drittens hat uns Gott mit dem heiligen Geist versiegelt. Als das Siegel ist der Geist das Zeichen des Anspruchs Gottes an mich. Viertens hat uns Gott das Unterpfand des Geistes ins Herz gegeben. Das ist das Zeichen meines Anspruchs an Gott, den mir die göttliche Gnade gegeben hat.

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