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08 2.Korinther

2. Korinther – Auslegungen

2. Korinther Kapitel 1

2. Kor 1,2:

Ich wünsche euch Gnade und Frieden von Gott, unserem Vater, und von Jesus Christus, unserem Herrn. 2. Kor 1:2

Der zweite Brief an die Korinther ist wohl der persönlichste aller Briefe von Paulus. Dieser Brief war nötig, weil die Probleme der Gemeinde in Korinth nach dem ersten Brief weiter bestanden. In ihre von Unfrieden und Streit geprägten Lebensumstände hinein schreibt Paulus, um denen zu danken und Mut zu machen, die Gott treu geblieben sind. Es ist beinahe unmöglich, diesen Brief zu analysieren, da er die am wenigsten systematische Schrift des Paulus ist. Und dennoch erhält er wunderbare Perlen des Wort Gottes, die uns auf unserem geistlichen Weg hilfreich sind. So nehme ich euch mit auf die Reise zu diesen Perlen.

2. Kor 1,3

Er ist der barmherzige Vater, der Gott, von dem aller Trost kommt! 2. Kor 1:3

Gott tröstet dich, er beruhigt dein Herz in jeglichen Lebenslagen der Not. Diese Notlage kann durch Krankheit, Trauer, Belastungen oder andere Ursachen hervorgerufen werden. Er ist der Urheber, der Ursprung, die Quelle jeder echten Erbarmung. Wahrer Trost kommt von Ihm. Sein Beweggrund ist die göttliche Liebe. Das Leiden und die Kreuzigung Jesu Christi gehören zum Heilsplan Gottes und stellen die höchste Konkretisierung des Trost Gottes da. Wobei hast du den Trost Gottes schon einmal erfahren? Wo spendest du anderen Menschen Trost?

In allen Schwierigkeiten ermutigt er uns und steht uns bei, so dass wir auch andere trösten können. 2. Kor 1:4

2. Kor 1,3-4

Gelobt sei der Gott und Vater unseres Herrn Jesus Christus, der Vater der Barmherzigkeit und Gott alles Trostes, der uns tröstet in all unserer Bedrängnis, damit wir die trösten können, die in allerlei Bedrängnis sind, durch den Trost, mit dem wir selbst von Gott getröstet werden. 2. Korinther 1:3‭-‬4

Trost ist zwischenmenschliche Zuwendung an jemanden, der trauert oder anderen seelischen bzw. körperlichen Schmerz zu ertragen hat. Derjenige wird getröstet. Trost kann durch Worte, Gesten und Berührung gespendet werden. Der Schmerz und die Traurigkeit des Getrösteten sollen gelindert werden; er soll spüren, dass er nicht allein gelassen ist. Seine seelische Verfassung soll gestärkt werden. Das Wort Trost hängt etymologisch mit dem indogermanischen Wortstamm treu zusammen und bedeutet Festigkeit, auch seelischer Halt, Zuversicht und Ermutigung im Leid. Das grichische Wort für Trost (paregoria) bedeutet auch Zuspruch, Ermahnung, Ermutigung.

In der Traurigkeit ist der mitleidende Freund ein Trost. Augustinius

2. Kor 1,5:

Denn wie die Leiden des Christus mehr als genug über uns ausgeschüttet werden, so überaus reich ergießt sich auch der Trost über uns, den wir durch Christus empfangen. 2. Kor. 1:5

Das Sprechen vom Leib mit Christus als Haupt ist nicht nur Gefassel, sondern wesenhafte Wirklichkeit. So haben wir als Teil dieses Leibes auch Anteil am Leid Christi. Überhaupt natürlich immer, aber besonders in unserem Leiden erfahren wir eine tiefe Gemeinschaft mit Christus. Wir haben dadurch im gleichen Zug auch Anteil an seinem Trost in seiner Auferstehung. Wo ist nun der Bezug zu deiner Alltags-Wirklichkeit hier und jetzt ist? Alles, aber wirklich alles, was dir an einem Tag an “kleinen” Leiden (Streß, Beleidigungen, Unwohlsein etc.) widerfährt oder wo du in einem großen Leiden steckst, kannst, darfst und sollst du ihm übergeben. Herr, du siehst wie ich an diesem oder jenem leide. Ich erbitte deinen Trost und übergebe mich demütig deinem Willen, auch wenn ich vieles nicht verstehe.

Weil wir Christus gehören und ihm dienen, müssen wir viel leiden, aber in ebenso reichem Maße erfahren wir auch seine Hilfe. 2. Kor 1:5

Paulus rechnete mit seinem Sterben. In diesem Leiden setzt er sein Vertrauen allein auf Gott. Gerade in schwierigen Umständen, wo es keine Hoffnung mehr gibt, bleibt nichts und niemand anderes übrig als Gott. Gott will alle Mühen in unserem Leben gebrauchen, um uns immer mehr von unseren eigenen Versuchen befreien, uns selbst zu retten und aus den Schwierigkeiten heraus zu kommen. Er will, dass wir lernen, Ihm alles zu überlassen und darauf zu vertrauen, dass er in der Lage ist, einen Ausweg zu geben, wo wir keinen Ausweg mehr sehen. Gott will, dass wir Ihn immer besser kennen lernen und ihm allein vertrauen.

Wir setzen unser Vertrauen auf ihn. 2. Kor 1:10

2. Kor 1,7:

Ihr werdet zwar leiden müssen wie wir, aber genauso werdet ihr auch Gottes Trost und Ermutigung erfahren. 2. Kor 1:7

So paradox es klingt: Glück kannst du auch im Ertragen von Leid erfahren. Glückselig ist, wer sich auf Leiden und Schmerzen einzulassen bereit ist. Das Leid zu ertragen, dazu kann man sich entscheiden. Lasst uns aktiv und bewusst Leiden ertragen. Vorsicht! Das bedeutet nicht eine Glorifizierung des Leides. Veränderbares Leiden, das beseitigt werden kann, sollte beseitigt werden. Auch Jesus bat in der Nacht vor seinem Tod, dass der Kelch an ihm vorüber ginge, überließ sich dann aber dem Willen Gottes. Ganz bewusst trat er in Freiheit und Gehorsam diesen schweren Weg an, der unabänderlich war, der aber am Ende mit einer erlösten Menschheit und einem Jesus in Herrlichkeit endete. Welch unaussprechliche Frucht erwuchs aus seinem Leiden! Sein Leiden war der Weg zum Glück der ganzen Menschheit.

2. Kor 1,9:

Gott wollte, dass wir uns nicht auf uns selbst verlassen, sondern auf ihn, der die Toten zu neuem Leben erweckt. 2. Kor 1:9

Probleme führen nicht automatisch zu geistigem Wachstum. Viele Menschen werden verbittert. Es ist wichtig, dass du Gottes Plan im Blick behälst und dich nicht zentrisch auf deine Probleme konzentrierst. Genau das tat Jesus im Leben bis hin am Kreuz. Die intensivsten Erfahrungen mit Gott machst du häufig in den dunklen Stunden deines Lebens. Im Schmerz hast du keine Kraft mehr für oberflächliche Gebete. Schwierigkeiten zwingen dich, deinen Blick auf Gott zu richten und auf ihn zu vertrauen statt auf dich selbst. Unsere Hoffnung baut in schwierigen Zeiten auf Gott, der einen Plan hat. So werden wir Christus in und durch unsere Probleme ähnlicher.

2. Kor 1,19:

Jesus Christus[…] ist in seiner Person das Ja Gottes zu uns. 2. Kor 1:19

Durch Gottes Ja zu uns in Jesus Christus sind wir auf eine intimste Art mit Gott verbunden. Diese intime Verbundenheit ist etwas unaussprechlich Schönes. Für diese Verbundenheit sind wir geschaffen und in ihr können wir umfassende Erfüllung finden. Sicherlich: Intimität zwischen Menschen ist für uns zunächst vielleicht fassbarer, aber Intimität mit Gott ist etwas, das weit über vertrauensvolle Nähe zu einem anderen Menschen hinausgeht. Gott schenkt uns nicht nur Liebe, er ist die Liebe in Person und schenkt sich uns in Jesus Christus.

Alle Zusagen Gottes erfüllen sich in ihm. Und auf das, was Christus für uns getan hat, antworten wir zur Ehre Gottes mit Amen. 2. Kor 1:20

2. Kor 1,21-22

Gott aber, der uns zusammen mit euch in Christus fest gegründet und uns gesalbt hat, er hat uns auch versiegelt und das Unterpfand des Geistes in unsere Herzen gegeben. 2. Kor 1:21‭-‬22

Erstens hat uns Gott fest mit Christus verbunden. Darin allein liegt unser Heil. Zweitens hat uns Gott gesalbt. Dadurch gehören wir Gott, haben einen besonderen Platz im Herzen Gottes und stehen in seinem Dienst. Drittens hat uns Gott mit dem heiligen Geist versiegelt. Als das Siegel ist der Geist das Zeichen des Anspruchs Gottes an mich. Viertens hat uns Gott das Unterpfand des Geistes ins Herz gegeben. Das ist das Zeichen meines Anspruchs an Gott, den mir die göttliche Gnade gegeben hat.

2. Korinther Kapitel 2

2. Kor 2,7:

Jetzt müsst ihr ihm vergeben und ihn ermutigen, denn er soll nicht verzweifeln. 2. Kor 2:7

Es ist eine Freude, jemanden, der echte Reue zeigt zu vergeben. Dazu spornt Paulus die Korinther und auch uns an. Und dennoch: Wirkliches Vergeben ist manchmal ganz schön schwer, gerade wenn mir viel Böses angetan wurde. Und häufig kann es sein, dass dein Gegenüber die Vergebung gar nicht annehmen will. So oder so, wir spüren in unserem Herzen entweder die Bereitschaft oder auch den Widerwillen zu vergeben. Versuche stets den Widerwillen in Vergebungsbereitschaft zu wandeln. Gott will dir dabei helfen. Musst du noch jemandem vergeben?Was ist dir alles schon vergeben worden?

Entschließt euch dazu, ihm wieder eure Liebe zu zeigen. 2. Kor 2:8

2. Kor 2,14:

Von ganzem Herzen danke ich Gott dafür, dass er uns immer im Triumphzug von Christus mitführt. 2. Kor 2:14

Gott führt uns in Christus im Triumphzug durch die Welt. In der Antike kam der Feldherr nach einem Sieg in sein Land zurück, um dort einen Triumphzug zu halten. Jeder bejubelte ihn. Alle Soldaten ehrten den Feldherrn. In derselben Weise sind wir mit Christus dem Sieger verbunden. Wohin wir auch gehen, wir zeigen der Welt den Christus. Wir bekennen uns zu ihm und wissen, dass er unser Leben lenkt. Gott will, dass Christus in unserem Leben sichtbar wird, in unseren Worten und in unseren Taten. Dadurch werden wir ein Wohlgeruch für Gott.

Durch Christus sind wir ein Wohlgeruch für Gott. 2. Kor 2:15

2. Kor 2,17:

Wir reden in aller Aufrichtigkeit und in Gottes Auftrag, weil wir mit Christus eng verbunden sind und uns Gott verantwortlich wissen. 2. Kor 2:17

Schuld durch Schweigen: Wer das Wasser in der Wüste kennt und es verschweigt, der ist schuld, wenn Sterbende es übersehn. Wer im Moor die festen Wege kennt und sie nicht zeigt, der ist schuld daran, wenn andere untergehen.

Zeugnis geben: Ich bin davon überzeugt, dass wir Christen mehr denn je dazu aufgefordert sind über unseren Glauben Zeugnis zu geben. Das heutige Fronleichnahmsfest ist eine sicherlich sehr eindrückliche Möglichkeit, aber noch vielmehr sind wir im Alltag dazu aufgefordert, unseren Glauben nicht zu verschweigen und Auskunft zu geben über die Hoffnung, die uns beseelt. “Nur wer selbst brennt, kann Feuer in anderen entfachen.” (Augustinus)

2. Korinther Kapitel 3

2. Kor 3,2-3

Jeder kann sehen, dass ihr selbst ein Brief von Christus seid. 2. Kor 3:2-3

Der Christ ist der Brief Christi an die Menschen. Das, bedeutet, dass man Christus in unserem Leben sehen kann, dass man sehen kann, dass Christus in unser Herz geschrieben ist. Wir müssen durch unser Verhalten den Menschen gegenüber von der Güte, der Heiligkeit Gottes und der Macht des Heiligen Geistes zeugen. Wir dürfen ein Brief Christi sein, gekannt und gelesen von allen Menschen. Dafür ist es nötig, dass wir viel und oft über Christus nachdenken. Das Schreiben dieses Briefes auf unsere Herzen ist das Werk des heiligen Geistes.

2. Kor 3,3:

Ihr zeigt ja selbst, dass ihr ein Brief von Christus seid […] geschrieben nicht mit Tinte, sondern mit dem Geist des lebendigen Gottes, aufgezeichnet nicht auf Steintafeln, sondern auf menschlichen Herzen. 2. Kor 3:3

Das Leben redet. Unser Leben ist ein Brief, den andere Menschen lesen können. Was lesen sie bei dir? In unserem Tun sind wir immer auch Vorbild für andere. “Das gute Beispiel ist nicht eine Möglichkeit andere Menschen zu beeinflussen, es ist die einzige. Das einzig Wichtige im Leben sind die Spuren der Liebe, die wir hinterlassen, wenn wir gehen. (Albert Schweitzer). Unser Brief beinhaltet nicht nur Sonnenschein, hat auch dunkle Seiten, unter denen allerdings steht: Begnadigt, erlöst, neu geworden. Wie gut, wenn das andere Menschen lesen können.

2. Kor 3,5:

Wir bilden uns nicht ein, diesen Auftrag aus eigener Kraft erfüllen zu können; nein, Gott hat uns dazu fähig gemacht. 2. Kor 3:5

Unsere Werke sind armselig. Die Liebe aber verwandelt sie. Wir sind durch diese Liebe mit unserem Erlöser verbunden, wie die Glieder mit dem Haupt. Darum verdienen unsere Früchte und guten Werke das ewige Leben, weil sie aus Ihm ihren Wert schöpfen. Gott bringt die Werke in uns hervor und wir wiederum bringen sie in ihm hervor. Wie er sie mit uns vollbringt, vollbringen wir sie mit ihm. Wir aber lassen ihm alle Ehren und alles Lob und anerkennen, daß Anfang, Fortschritt und Ende alles Guten, das wir tun, von seiner Barmherzigkeit abhängt, durch die er zu uns gekommen und uns zuvorgekommen ist, durch die er in uns gekommen und uns beigestanden ist, durch die er mit uns gekommen ist und uns geführt und vollendet hat, was er begonnen.

2. Kor 3,17:

Wo der Geist des Herrn ist, da ist Freiheit. 2. Kor 3:17

Seit unserer Kindheit werden wir geprägt. Durch diese Prägung entstehen innere Realitäten, die mächtig sein können. Eigenes Beispiel: In meiner Familie habe ich die Erfahrung gemacht, dass ein Streit/Konflikt häufig nicht ausgetragen wurde, sondern man sich angeschwiegen hat (ist heute Gott sei Dank nicht mehr so). In meinem Erwachsenenleben erkannte ich, dass ich dann gestresst wurde, wenn Konflikte unausgesprochen blieben (Magenkrämpfe!), in unbewusster Erinnerung der alten Ohnmacht. Wenn du diese Prägung erkennst, kannst du dich kraft des heiligen Geistes daraus befreien: Ich habe es mittlerweile gelernt, Konflikte offen anzusprechen. Immer wieder: sehe dich nie als Opfer deiner Kindheit, der Umstände etc. sondern erkenne deine eigene Verantwortung zur Veränderung.

2. Kor 3,12:

Der Herr verändert uns durch seinen Geist, damit wir ihm immer ähnlicher werden und immer mehr Anteil an seiner Herrlichkeit bekommen. 2. Kor 3:18

Der neue Bund besteht aus einem Werk des Geistes im Herzen von Menschen. Das, was der heilige Geist auf die Herzen schreibt, ist der Herr. Immer muss das Herz unserer Seele und das Wollen unseres Willens klar ausgerichtet sein auf die Liebe Jesus. Er ist unser höchstes und einziges Gut ist. Der Heilige Geist ist zu dem Zweck und mit der Aufgabe auf die Erde herabgekommen, von dem verherrlichten Christus auf der Erde zu zeugen. Seit seinem Sterben für uns ist seine Herrlichkeit unsere Freude und unsere Hoffnung.

Weil wir diese Hoffnung haben, können wir voller Zuversicht vor die Menschen treten. 2. Kor 3:12

2. Korinther Kapitel 4

2. Kor 4,6:

Denn so wie Gott einmal befahl: Licht soll aus der Dunkelheit hervorbrechen! so hat sein Licht auch unsere Herzen erhellt. 2. Kor 4:6

In mir ist es finster, aber bei dir ist Licht ich bin einsam, aber du verläßt mich nicht. Ja: unserem Herzen ergeht es wie bei der Schöpfung, als Gott sprach: Es werde Licht. Und es wurde Licht. Das Licht ist in deinem Herzen aufgegangen und so wachsen wir in der Erkenntnis Gottes: “Jetzt erkennen wir klar, dass uns in Jesus Christus Gottes Herrlichkeit entgegenstrahlt.” (2. Kor 4:6)

Ohne das Licht wären wir nicht, denn ohne das Licht gibt es kein Gegenüber, weil es keine Gestalt gibt. Ohne Gegenüber aber gibt es keine freie Anbetung Gottes. Bonhoeffer

2. Kor 4,7:

Diesen kostbaren Schatz tragen wir in uns, obwohl wir nur zerbrechliche Gefäße sind. 2. Kor 4:7

Die Erkenntnis Gottes in Jesus Christus ist dieser kostbare Schatz. Du kennst Gott, weil du dem Herrn Jesus begegnet bist und Ihn angenommen hast. Es ist wirklich unvorstellbar, wie groß das ist! Du hast in deinem Herzen einen Schatz, dessen Wert du kaum ermessen kannst. Es geht nun darum, dass dieser Schatz in deinem Leben zum Vorschein kommt.

Der Herr spendet dort Segen, wo er leere Gefäße findet. Thomas von Kempen

2. Kor 4,8:

Die Schwierigkeiten bedrängen uns von allen Seiten, und doch werden wir nicht von ihnen überwältigt. 2. Kor 4:8

In der Welt werden wir immer zu leiden haben. Immer wieder sind wir in Schwierigkeiten, emotional oder körperlich. Unser irdisches Gefäß ist oft schwach und unvollkommen. Aber in Gottes Kraft überwältigen uns diese Schwierigkeiten nicht. Gott ist da und gibt Kraft. Und unser Leiden verbindet uns mit dem Leiden Christi. Tagtäglich erfahren wir am eigenen Leib etwas vom Sterben, das Jesus durchlitten hat. Also: “Lassen wir uns nicht entmutigen, sondern wenn auch unser äußerer Mensch zugrunde geht, so wird doch der innere Tag für Tag erneuert.” (2. Kor 4:16)

Gehen wir diese niedrigen Täler entlang. Leben wir mit dem Kreuz in den Händen in Demut und Geduld. Franz von Sales

2. Kor 4,9:

Wir werden niedergeworfen, aber wir kommen nicht um. 2. Kor 4:9

An dieser Stelle der Versuch einer Zusammenfassung der letzten 3 Wochen: Leid ist und bleibt häufig unbegreiflich. Worte der heiligen Schrift und ganz zentral das Vorbild Jesus Christus können uns helfen, diese Unbegreiflichkeit auszuhalten und das Leiden anzunehmen, ja noch mehr, es zu verwandeln, es als Quelle zu betrachten, uns immer inniger mit Christus zu vereinen. Nein, es geht nicht um eine Mystifizierung und Glorifizierung von Leid. Leid gilt es dort wo möglich zu verringern. Das ist der Wille Gottes. Fakt ist aber eben auch. Trotz allen Bemühens, lässt sich Leid nicht vollkommen aus unserem Leben verbannen, nein es ist ein existentieller Bestandteil des Lebens selbst. An ihm zu verzweifeln oder an ihm zu wachsen ….das sind die zwei Wege.

Mitten im Dunkel warst du bei mir und hast mich ausgehalten. Mitten im Dunkel hast du mich berührt und ich habe mich berühren lassen. Andrea Schwarz

2. Kor 4,18:

Das Sichtbare vergeht, doch das Unsichtbare bleibt ewig. 2. Kor 4:18

Paulus ermuntert uns vierfach. Erstens sollen wir stets im Leiden den Blick auf das bleibende Unsichtbare lenken: Gott, der Kraft gibt. Zweitens sollen wir stets das Ziel im Blick haben: das Leben in der Herrlichkeit des Herrn. Wir werden “gemeinsam vor Gott stehen” (4,14). Drittens hält er uns vor Augen: alles geht vorbei. Und zuletzt immer wieder das Vertrauen: “Wir haben Gottes Geist, der uns auf Gott vertrauen lässt.” (2. Kor 4:13)

Was wir jetzt leiden müssen, dauert nicht lange. Es ist leicht zu ertragen und bringt uns eine unendliche, unvorstellbare Herrlichkeit. 2. Kor 4:17

2. Korinther Kapitel 5

2. Kor 5,1:

Unser irdischer Leib ist vergänglich. Er gleicht einem Zelt, das eines Tages abgebrochen wird. 2. Kor 5:1

Wir alle haben Angst vor dem Schwächerwerden des Leibes und jeglichem körperlichen Gebrechen. Der Körper wird allmählich zugrunde gehen. Das allmählich zu erleben und oft über eine lange Zeit, ist ein steiniger Weg, der viel Kraft kostet. Bitten wir Gott, dass er sie uns gibt. Wir Christen gehen unseren Lebensweg im Bewußtsein, dass unser Tod das Abbrechen des irdischen Zeltes ist. Danach werden wir in unsere ewige Heimat bei Gott mit unseren Schwestern und Brüdern einziehen:

Unsere Toten sind nicht abwesend sondern nur unsichtbar. Augustinus

Unser irdischer Leib ist vergänglich. Er gleicht einem Zelt, das eines Tages abgebrochen wird. Dann erhalten wir einen neuen Leib. 2. Kor 5:1

Ein Zelt ist eine mobile Wohnung. Die Erde ist nicht unser fester Wohnsitz. Wir sind hier Pilger hin zu unserer wahren Heimat im Himmel. So ist es auch mit deinem Körper. Der Körper, den du jetzt hast, ist nicht der Körper, in dem du die Ewigkeit zubringen wirst. Unser Körper wird verwandelt werden. Es ist die Rede von Überkleidetwerden. Das heißt, dass unser Körper ein Kleid ist, über das ein anderes Kleid gezogen wird, sodass von dem alten Kleid darunter nichts mehr zu sehen ist. Nicht nur, dass von dem Unterkleid nichts mehr zu sehen ist, nein, es existiert gar nicht mehr. Das Oberkleid verschlingt das Unterkleid, sodass nichts mehr davon übrig bleibt.

Voll Verlangen sehnen wir uns danach, den neuen Leib schon jetzt überzuziehen wie ein Gewand. 2. Kor 5:2

2. Kor 5,6:

Deshalb sind wir jederzeit zuversichtlich, auch wenn wir in unserem irdischen Leib noch nicht bei Gott zu Hause sind. 2. Kor 5:6

In dieser Zuversicht lebst du, wenn nicht mehr auf die Umstände siehst und wie schlimm doch alles ist, sondern wenn du nach vorn und nach oben schaust. Schaust du nach vorn, siehst du dein ewiges Ziel in deiner Heimat um Himmel beim Herrn. Schaust du nach oben, siehst du eben diesen Herrn, der dir von Augenblick zu Augenblick im Hier und Heute hilft. Obwohl wir noch nicht beim Herrn sind, fehlt uns doch nicht der Mut, weil wir den Herrn bei uns haben. Der Glaube an ihn ist unsere Stärke und Freude.

Unser Leben auf dieser Erde ist dadurch bestimmt, dass wir an ihn glauben, und nicht, dass wir ihn sehen. 2. Kor 5:7

Wir möchten in jedem Fall tun, was Gott gefällt. 2. Kor 5:9

2. Kor 5,14:

Die Liebe Jesu Christi drängt uns. 2 Kor 5,14

Nichts drängt das Herz des Menschen mehr als die Liebe. Wenn ein Mensch sich von irgendeinem Menschen geliebt weiß, dann drängt es ihn, diese Liebe zu erwidern. Wird aber ein gewöhnlicher Mensch vom Herrn geliebt, so fühlt er sich noch mehr zur Gegenliebe gedrängt. Auf die göttliche Liebe gibt es nur eine angemessene Reaktion: Liebe, die seine Liebe mit aller Kraft zu erwidern sucht.

2. Kor 5,14-15:

Die Liebe des Christus drängt uns […] Christus ist deshalb für alle gestorben, damit alle, die leben, nicht länger für sich selbst leben, sondern für Christus. 2. Kor 5:14-15

Ohne Zement bricht jedes Gebäude zusammen. Ohne Nerven und Muskeln zerfiele der ganze Körper. Ohne die Liebe des Herrn, die uns drängt, können wir nicht leben. Bei allem ist die Liebe des Christus das einzig richtige Motiv für alles, was du tust. Ein Mensch lebt erst dann wirklich, wenn er Gott und seinem Christus eben darin dient. Dazu ist er geschaffen worden. Jesus ist deshalb gestorben, um dir den wahren Sinn des Lebens zu zeigen und dich wirkliches Leben erfahren zu lassen.

Die Liebe ist unter den Tugenden das, was die Sonne unter den Sternen ist. Sie ist es, die allen ihr Licht und ihre Schönheit verleiht. Franz von Sales

2. Kor 5,16-17:

So kennen wir denn von nun an niemand mehr nach dem Fleisch. […] Ist jemand in Christus, so ist er eine neue Schöpfung. Das Alte ist vergangen. Siehe, es ist alles neu geworden! 2. Kor 5:16-17

Niemand mehr dem Fleisch nach kennen bedeutet, dass du Menschen und Dinge nicht mehr auf eine irdische Art und Weise betrachtest, weil du in Christus eine neue Schöpfung bist. Deine Beziehung zu Christus verwandelt auch deine Beziehungen zu deinen Mitmenschen. Wir bekommen in Jesus eine neue Sichtweise bezüglich unserer menschlichen Beziehungen. Unsere Aufgabe ist uns auf diese Erneuerung unseres Denkens einzulassen. Das ist ein lebenslanger Prozeß und Schwierigkeiten im menschlichen Umgang wird es immer wieder geben. Jedoch werden sie durch die Erneuerung immer stärker durch die Liebe, die Sanftmut und die Güte geleitet werden.

2. Kor 5,18:

All dies verdanken wir Gott, der uns durch Christus mit sich selbst versöhnt hat. 2. Kor 5:18

Der Mensch steht durch seine Sünden in einem gebrochenen Verhältnis zu Gott. Nicht Gott musste mit dem Menschen versöhnt werden, sondern der Mensch mit Gott. Der Mensch konnte keine Lösung schaffen, aber Gott hat sie durch Christus gegeben. Die Versöhnung ist von Gott ausgegangen. Er bringt Menschen, die durch Christus versöhnt sind, in eine neue Beziehung zu sich selbst. Ist das nicht großartig? “Gott ist durch Christus selbst in diese Welt gekommen und hat Frieden mit ihr geschlossen, indem er den Menschen ihre Sünden nicht länger anrechnet.” (2. Kor 5:19) Diese Versöhnung selbst wurde durch das Werk des Herrn Jesus am Kreuz vollzogen.

Er hat den, der von keiner Sünde wusste, für uns zur Sünde gemacht, damit wir in ihm zur Gerechtigkeit Gottes würden. 2. Kor 5:21

Er hat uns den Dienst der Versöhnung gegeben hat. 2. Kor 5:18

Der Dienst der Versöhnung besteht darin, diese Botschaft der Versöhnung an andere weiter zu geben. Wir sind Botschafter für Christus. Die große Verantwortung ist es, Christus hier zu vertreten und seine Botschaft in Wort und Tat zu bezeugen. Gott will durch dein ganzes Leben an die Menschen um dich herum appellieren, sich mit Ihm versöhnen zu lassen.

So sind wir nun Botschafter für Chris­tus. […] So bitten wir nun stellvertretend für Christus: Lasst euch versöhnen mit Gott! 2. Kor 5:20

2. Korinther Kapitel 6

2. Kor 6,1:

Lasst die Gnade, die Gott euch schenkt, in eurem Leben nicht ohne Auswirkung bleiben. 2. Kor 6:1

Wir weisen oft diese Eingebungen zurück und verweigern Gott so unsere Liebe. Niemals entzieht Gott uns seine Gaben, außer wir ziehen unsere Herzen von ihm zurück. Eine Quelle mag noch so stark fließen, sie kann einen Garten nur entsprechend dem Durchmesser der Leitungen, die ihm das Wasser zuführen, begießen. So umflutet auch der Heilige Geist, gleich einer Quelle lebendigen Wassers unser Herz, um in uns seine Gnade zu ergießen. Er will aber, daß sie nur mit der freiwilligen Zustimmung unseres Willens einströme. Daher wird er sie uns nur nach dem Maß seines Wohlgefallens und unserer eigenen Empfänglichkeit und Mitwirkung spenden.

2. Kor 6,2:

Jetzt ist der Tag des Heils! 2. Kor 6:2

Wenn wir uns dazu entscheiden, fromm zu leben und uns ganz der Gottesliebe hinzugeben, verändert das unser Leben grundlegend. Ein altes Leben wird darin zurück gelassen. Eine Versuchung liegt darin, sich immer wieder nach diesem alten Leben umzuschauen oder träumerisch in die Zukunft zu blicken. Frommes Leben ist immer gegenwärtiges Leben. Wir sind wie eine “alte” Uhr, die man täglich aufziehen muss, damit sie gegenwärtig im Hier und Jetzt tickt. Jeder, der für seine Seele Sorge trägt, sollte diese Uhr am Morgen und am Abend aufziehen, um sie wieder instand zu setzen und auf Gott zu stimmen

2. Kor 6,6:

Wir bewähren uns durch Reinheit des Lebens, durch Erkenntnis, Langmut und freundliches Wesen, durch Wirken im Heiligen Geist und ungeheuchelte Liebe. 2. Kor 6:6

Was nun folgt sind Kennzeichen, die Gott bei seinen Dienern sucht. Paulus zählt in diesen Versen nicht weniger als 28 Dinge auf. Sechs davon möchte ich hier benennen:

• Reinheit des Lebens: bewahre dich vor einer übertriebenen Liebe zu den weltlichen Dingen. Denn das beschmutzt deine Seele
• Erkenntnis: lerne Gott immer besser kennen, vor allem durch die heilige Schrift und das Gebet.
• Langmut: das ist die Geduld, die du mit dir und mit anderen Menschen üben sollst.
• Freundliches Wesen: indem du freundlich bist, lässt du andere etwas von der Freundlichkeit Gottes empfinden.
• Wirken im heiligen Geist: er allein vollbringt in uns alles. Lassen wir uns von ihm leiten
• ungeheuchelte Liebe: liebe aufrichtig!

Lasst die Gnade, die Gott euch schenkt, in eurem Leben nicht ohne Auswirkung bleiben. 2. Kor 6:1

2. Kor 6,10:

In allen Traurigkeiten bleiben wir fröhlich. Wir sind arm und beschenken doch viele reich. Wir haben nichts und besitzen doch alles. 2. Kor 6:10

Ein Diener besitzt in dieser Welt keine Reichtümer. Er weiß, dass alles vergänglich ist. Darum klammert er sich an nichts. Diesbezüglich ist er arm. Sein wahrer Reichtum ist in Christus und damit kann er viele reich machen. Darum: Vor allem aber empfehle ich dir das Gebet, das zum Gegenstand das Leben und Leiden des Heilands hat. Wenn du ihn oft betrachtest, wird deine Seele von ihm erfüllt, du lernst seine Art und Weise kennen und deine Handlungen nach den seinen formen. Franz von Sales

2. Kor 6,16:

Ihr seid ein Tempel des lebendigen Gottes, wie Gott gesagt hat: Ich will in ihnen wohnen und unter ihnen wandeln und will ihr Gott sein, und sie sollen mein Volk sein. 2. Kor 6:16

Gott verlangt es danach, bei mir in meiner Seele zu wohnen. Das ist nur möglich, wenn keine störenden Elemente da sind, denn “deinem Haus gebührt Heiligkeit.” (Ps 93:5). Heiligkeit bedeutet sich abzusondern für Gott. Darum sondern wir uns von allem ab, was unsere Seele beschmutzt. Absonderung hat kein negatives, sondern ein positives Ziel: Gottes Wohnen in mir. Gott will, dass du für Ihn abgesondert bist, dass du allein ihm vertraust. Christus setzt alles daran, um dich darin in Übereinstimmung mit sich selbst zu bringen. Und der Vater verlangt danach, dich als sein Kind anerkennen zu können.

Sondert euch ab […] Und ich will euch aufnehmen. Ich will euch ein Vater sein, und ihr sollt mir Söhne und Töchter sein, spricht der Herr, der Allmächtige. 2. Kor 6:17-18

2. Korinther Kapitel 7

2. Kor 7,4:

Ich bin mit Trost erfüllt, ich fließe über von Freude. 2. Kor 7:4

Paulus freut sich hier über die Einsicht und Umkehr der Korinther. Wenn wir vom Weg abkommen und dies erkennen, tun wir Buße. Diese Buße ist die Traurigkeit über das, was wir getan haben. Sie ist gut für unsere Seele. “Die von Gott bewirkte Traurigkeit führt zur Umkehr und bringt Rettung.” (2. Kor 7:10). Bekennen ist allerdings keine Sache, die Freude macht. Dennoch: dass wir zur Einsicht kommen, darüber können wir uns freuen. Buße bedeutet, dass du dasselbe Empfinden der Trauer über die Sünde hast, wie Gott es hat. Aber du verzweifelst nicht daran. Denn du weißt: alles wird Gott dir im Namen Jesus Christus vergeben.

Darum wollen wir uns von allem trennen, was uns verunreinigt, sei es in unseren Gedanken oder in unserem Verhalten. In Ehrfurcht vor Gott wollen wir immer mehr so leben, wie es ihm gefällt. 2. Kor 7:1

2. Korinther Kapitel 8

2. Kor 8,5:

Sie schenkten sich geradezu selbst, zuerst dem Herrn, danach auch uns, ganz so, wie Gott es wollte. 2. Kor 8:5

Sie gaben sich selbst zuerst dem Herrn. Es ist der Wille Gottes, dass du dich zuerst selbst dem Herrn gibst. Wer sich selbst zuerst in völliger Hingabe dem Herrn übergibt, den drängt es auch dazu, sich dem anderen zu übergeben und ihn mit Gaben zu unterstützen. Denn: Es geht um Geschwister im Glauben, die alle dasselbe neue Leben, denselben Vater, denselben Herrn und denselben Heiligen Geist haben. Nur in diesem Schenken ist die Gabe ein Segen. Wenn Schenken ein Segen ist, denkst du nicht daran, was du verlierst, sondern an das, was der andere dadurch an Gutem bekommt.

Gott kommt es dabei nicht auf die Höhe der Gabe an, sondern auf unsere Bereitwilligkeit. 2. Kor 8:12

2. Kor 8,9:

Er, der reich war, wurde euretwegen arm, um euch durch seine Armut reich zu machen. 2 Kor 8,9

Die Reichtümer, seien sie materieller oder spiritueller Art, können uns die Luft abschneiden, wenn wir nicht richtig mit ihnen umgehen. Denn selbst Gott kann nichts in ein Herz legen, dass schon zum Bersten voll ist. Die Bedürfnisse wachsen so immer mehr, weil eine Sache nach der nächsten verlangt. Am Ende jedoch bleibt nur noch ein unkontrollierbares Gefühl der Unbefriedigtheit. Bleiben wir so leer wie nur irgend möglich, auf dass uns Gott erfüllen möge. Christus hat sich selbst seines ganzen Reichtums entblößt. Er hat die Armut gewählt, da er wusste, dass sie das wahre Mittel ist, Gott zu besitzen und seine Liebe in die Welt hineinzutragen. (Teresa von Kalkutta)

Ihr wisst ja, was unser Herr Jesus Christus in seiner Liebe für euch getan hat: Er war reich und wurde doch arm, um euch durch seine Armut reich zu machen. 2. Kor 8:9

Er war reich. Er ist der Schöpfer von Himmel und Erde. Alles, was du um dich herum wahrnimmst, ist von Ihm. Im Himmel dienen Ihm zahllose Engel. Seine Weisheit ist nicht zu ergründen. Er trägt alle Dinge durch das Wort seiner Macht. Diesem ganzen Reichtum hat er entsagt, als er Mensch wurde, von Bethlem bei der Geburt in einer Futterkrippe bis hin zu seinem Tod. Sogar das Grab, in das man Jesus legte, gehörte nicht ihm. Er war aber nicht nur im Materiellen arm, sondern in allem. In seinen schwersten Stunden verliessen ihn seine Jünger und am Kreuz spürte er eine tiefe Verlassenheit von Gott. In allem wurde er für uns arm, damit wir reich seien. Wie unsagbar reich bin ich geworden!

2. Korinther Kapitel 9

2. Kor 9,7:

Gebt jedoch nicht widerwillig oder unter Zwang, denn Gott liebt den Menschen, der gerne gibt. 2. Kor 9,7

Die Art, wie man gibt, bedeutet mehr, als was man gibt. Durch zähneknirschendes Geben können wir Gott weder beeindrucken noch erfreuen. Es geht um die richtige Herzenseinstellung. “Wer mit Freuden gibt, gibt am meisten.” (Mutter Theresa) Geben ist eine Sache des Herzens. Ich achte darauf nicht aus Pflichtgefühl zu geben, um ja ein guter Christ zu sein, sondern zu geben mit einem geöffneten Herzen. Und immer wieder auch der Gegenpol: Dankbarkeit für all das Gute, was wir in unserem Leben schon empfangen durften.

Gott liebt den, der fröhlich gibt. 2. Kor 9:7

Beim Geben kommt es in erster Linie auf die Gesinnung deines Herzens an und danach auf das Tun deiner Hand. Man kann dem anderen Gutes tun um erstens seine Freundschaft zu gewinnen oder zweitens um ihn zu erbauen und zu helfen oder drittens um allein Gott zu gefallen. Das sind drei verschiedene Ziele, von denen das erste weniger vollkommen ist, das zweite schon besser und das dritte am erhabensten. Das höchste Motiv unserer Handlungen, das der Gottesliebe, besitzt die erhabene Eigenschaft, als reinstes Motiv die Handlung, die aus ihm hervorgeht, ganz rein zu machen. Folglich können wir unseren Handlungen je nach den Beweggründen, Zielen und Absichten, die wir bei deren Verrichtung haben, verschiedene Vollkommenheiten verleihen. Reinigen wir daher, sosehr wir nur können, alle unsere Absichten. Geben wir all unseren Handlungen den heiligen Beweggrund der göttlichen Liebe. Lieben wir die Tugenden hauptsächlich deshalb, weil sie Gott wohlgefällig sind.

Wer kärglich sät, der wird auch kärglich ernten und wer im Segen sät, der wird auch im Segen ernten. 2. Kor 9:6

2. Kor 9,8:

Er kann euch so reich beschenken, ja, mit Gutem geradezu überschütten, dass ihr zu jeder Zeit alles habt, was ihr braucht. 2. Kor 9:8

Gott ist auf machtvolle Weise in der Lage, dir zu geben, was du brauchst. Nicht nur etwas, sondern im Überfluss. Sich gehorsam zum Evangelium von Christus zu bekennen, ist eine bleibende Haltung, die für alle Dinge deines Lebens bestimmend ist. Es gibt es noch eine wunderschöne Auswirkung bei den Empfängern der Gabe. “Sie werden für euch beten.” (2. Kor 9:14) Wenn du etwas schätzen solltest, dann dies: dass Menschen da sind, die für dich beten. Das ist von unschätzbarem Wert. Durch die Gabe ist eine besondere Verbindung entstanden. Die Empfänger der Gabe erkennen in deiner Gabe die überreiche Gnade Gottes an dir.

So könnt ihr auch noch anderen auf verschiedenste Art und Weise Gutes tun […] Gott […] wird dafür sorgen, dass das Gute, das ihr tut, Früchte trägt. 2. Kor 9:8;10

2. Kor 9,15:

Gott sei Dank für seine unsagbar reiche Gabe! 2. Kor 9:15

Das Besondere an der Tugend der Dankbarkeit ist, dass sie niemand anderem mehr von Nutzen ist, als dem Dankenden selbst. Das gilt vor allem in Bezug auf Gott. Die Größe Gottes kann mein Dank und Lobpreis nicht vergrößern, aber ich selbst erkenne in meiner Dankbarkeit meinen eigenen Wert umso besser. In einer Präfation der Heiligen Messe heißt es daher auch: „Du bedarfst nicht unseres Lobes, es ist ein Geschenk deiner Gnade, dass wir dir danken. Unser Lobpreis kann deine Größe nicht mehren, doch uns bringt er Segen und Heil durch unseren Herrn Jesus Christus. Glücklich werden jene sein, die den Namen Gottes fromm aussprechen und mit einem Gefühl tiefer Dankbarkeit dafür, dass der Erlöser uns losgekauft hat durch sein Blut und sein Leiden. Franz von Sales

Gott aber sei Dank für seine unaussprechliche Gabe! 2. Kor 9:15

Gott ist und bleibt der größte Geber. Gott hat die größte Gabe gegeben, die je gegeben worden ist, eine absolut unvergleichliche Gabe: seinen Sohn Jesus Christus. Gott wusste, was mit seinem Sohn geschehen würde, wie die Menschen Ihn misshandeln und Ihn zum Schluss ermorden würden. Aber Gott gab. Gott wusste, dass diese Saat eine enorme Frucht bringen würde.

2. Korinther Kapitel 10

2. Kor 10,4:

Ich setze nicht die Waffen dieser Welt ein, sondern die Waffen Gottes. Sie sind mächtig genug, jede Festung zu zerstören, jedes menschliche Gedankengebäude niederzureißen, 2. Kor 10:4

Falsches Denken kann unseren Glauben und unser Leben gefährden. Daher: reden und denken wir mit dem Wort Gottes. Das Wort Gottes wird zu unserem Wort. Unsere Gedanken sind ein Mitdenken mit Gottes Gedanken. Unser Wollen ist ein Mitwollen mit dem Willen Gottes. Als Glaubende und im Glauben mit Gottes Gedanken denkende, mit Gottes Willen wollende können wir nur Liebende sein.

Alles menschliche Denken nehmen wir gefangen und unterstellen es Christus, dem es gehorchen muss. (2. Kor 10:5)

2. Kor 10,17:

Wer sich aber rühmen will, der rühme sich des Herrn! 2. Kor 10:17

Wir wissen um unsere Menschlichkeit mit unseren Grenzen und Armseligkeiten. Alles, was gut an uns ist, ist das Werk Gottes. Darum rühmen wir uns einzig und allein unseres Herrn. Nicht von mir kommt das Licht, sondern allein vom Licht Jesus, das mich durchdringt.

Wenn jemand auf etwas stolz sein will, soll er auf das stolz sein, was Gott für ihn getan hat! 2. Kor 10:17

2. Korinther Kapitel 11

2. Kor 11,2:

Ich habe euch einem einzigen Mann verlobt, nämlich Christus, und ihm will ich euch unberührt zuführen. 2. Kor 11:2

Paulus spricht von der Verlobung mit Christus, um die Tiefe dieser Beziehung zu verdeutlichen. Diese Beziehung müssen wir nie vergessen und müssen sie immer pflegen. Diese Beziehung müssen wir bezeugen und verkündigen. Vielfältig zählt Paulus im Weiteren seine körperlichen und psychischen Leiden auf, die er erlitt, eben weil er diesen Christus verkündigte: Verfolgung, Folter, Verrat, Hunger, Durst u.a. Es zeigt, was ein Mensch ertragen kann, der den Herrn liebt.

Mein Leben war voller Mühe und Plage. 2. Kor 11:27

2. Korinther Kapitel 12

2. Kor 12,4:

Er wurde ins Paradies versetzt und hat dort Worte gehört, die für Menschen unaussprechlich sind. 2. Kor 12:4

Paulus wurde einmal in den Himmel entrückt. Diese Erfahrung diente ihm zu Ermutigung für seinen Dienst. Auch wir haben alle schon Erfahrungen gemacht, durch die Gott uns in seinem Wirken ermutigt hat. Keine Visionen, sondern alltägliche Ereignisse, die an sich vielleicht nichts Besonderes sind, aber für dich ein Beweis, dass der Herr seine Hand darin hat. Alle solche Erfahrungen mit dem Herrn geben dir eine besondere Ermunterung, dem Herrn zu dienen. Wenn wir diese Erfahrungen machen, sollen wir uns aber darauf nichts einbilden, sondern allein unserer Schwachheit loben.

Bei mir selbst aber lobe ich nur meine Schwachheit. 2. Kor 12:5

2. Kor 12,7:

Damit ich mich nicht überhebe, ward mir ein Dorn ins Fleisch gegeben. 2. Kor 12:7

Gibt es Dornen in deinem Leben? In jedem Leben gibt es etwas, von dem wir gerne befreit wären: ein körperliches Leiden, einen bestimmten Persönlichkeitsanteil o.ä. und sicherlich haben wir auch schon für diese Befreiung gebetet und es ist scheinbar nichts passiert. Zweifeln wir nicht an Gott, wenn er uns nicht das gibt, worum wir bitten. Denn er weiß am Besten, wessen wir bedürfen. Unsere Schwachheiten verhindern, dass wir hoxhmütig werden und lassen uns erkennen, dass wir Gott in allem brauchen. Wenn du schwach in dir selbst bist gegenüber all diesen Schwierigkeiten, dann bist du stark, weil die Kraft des Christus über dir wohnt. Die Kraft des Christus kann dann Besitz von dir ergreifen, weil du den Schwierigkeiten nicht in eigener Kraft begegnest. Durch unsere Schwachheiten lernen wir am meisten. Sie zeigen uns, wo wir Gnade nötig haben. Sie sind da, um uns auf den Herrn zu werfen und uns zu lehren, dass wir aus uns selbst nichts tun können.

2. Kor 12,9:

Meine Gnade ist alles, was du brauchst! Denn gerade wenn du schwach bist, wirkt meine Kraft ganz besonders an dir. 2. Kor 12:9

Der Weg zum Glück beginnt damit, dass wir unser Arm-Sein, unsere Defizite, unsere Schwächen, unsere Missgeschicke und das alles bewusst wahrnehmen fragen: Was könnte das Gute an dem scheinbaren Hindernis zum Glück sein? Worauf will es uns hinweisen? Wofür will es uns stark machen? Jeder Mangel, jedes Armsein birgt in sich eine Chance. Wenn wir so unsere Wahrnehmung ändern, dann begeben wir uns auf den Weg, wo wir versuchen auch das Widrige in unserem Leben dankbar anzunehmen, noch mehr: es sogar als Segen wahrzunehmen. Erkenne, dass auch das Dunkelste im Leben noch sein Positives haben kann. Vertraue darauf, dass aus dem Tod noch Leben erwachsen kann. Der Glückliche sieht im Schlechten noch das Gute.

2. Kor 12,10:

So trage ich für Christus alles mit Freude. […] Denn ich weiß: Gerade wenn ich schwach bin, bin ich stark. 2. Kor 12:10

Manches im Leben ist schwer und kaum zu ändern, vor allem wir selbst, du und ich, so wie wir sind. Dann bleibt uns nichts anderes übrig, als es hinzunehmen, es zu (er)tragen, was oft eine große Herausforderung ist. Es geht um die Tugend der Duldsamkeit. Anstatt energieraubend dagegen anzukämpfen, ist die Erkenntnis hilfreich, dass unser Christsein in der Nachfolge Christi u.a. im Tragen besteht, vor allem das Tragen seiner selbst und das Tragen des anderen. Gott ist ein Gott des Tragens. Der Sohn Gottes trug unser Fleisch, er trug das Kreuz, er trug unsere Sünden und schuf durch sein Tragen Versöhnung. Im Tragen folgen wir Gott. Das tägliche Lernen, den anderen in seiner Andersheit anzunehmen, und das Lernen, dass er mich ebenso ertragen muss in meiner Andersheit, um „wir“ zu werden, das ist etwas ganz wichtiges!

2. Korinther Kapitel 13

2. Kor 13,4:

Als er gekreuzigt wurde, war er schwach. Aber jetzt lebt er aus der Kraft Gottes. Auch wir sind schwach, weil wir mit Christus verbunden sind. Doch euch gegenüber wird sich zeigen, dass wir mit Christus aus der Kraft Gottes leben. 2. Kor 13:4

Den Höhepunkt der Nähe Gottes zum Leiden des Menschen sehen wir in Jesus selbst. Er hat mit uns gelitten, er ist gestorben. Durch sein Leiden und seinen Tod hat er unsere Schwachheit bis ins Letzte angenommen und verwandelt. Die Nähe Jesu zu den Leidenden ist ungebrochen: Sie erstreckt sich über die Zeit. In seiner Nähe und in unserem Vertrauen liegt das Geheimnis der Kraft. Die Kraft Gottes erweist sich in ganzer Fülle in der Schwachheit, in der Armut dessen, der sich ihm anvertraut und seine Hoffnung nur auf ihn setzt.

Prüft euch! Stellt selbst fest, ob euer Glaube noch lebendig ist! Oder ist bei euch nichts mehr davon zu merken, dass Jesus Christus unter euch lebt? 2. Kor 13:5

2. Kor 13,11:

Freuet euch, seid vollkommen, tröstet euch, habt einerlei Sinn, seid friedsam, so wird der Gott der Liebe und des Friedens mit euch sein. 2. Kor 13:11

Paulus schliesst mit einigen Ermahnungen. Christliches Leben muß stets neu an Christus Maß nehmen. Wie Christus ganz dem Vater verbunden und gehorsam war, so sollen seine Jünger Gott gehorchen und untereinander eines Sinnes sein, voll Freude, sich tröstend und friedfertig, gerade auch mit jenen Menschen, die uns nicht so sympathisch sind.

Manche Leute sind der irrigen Ansicht, es sei Verstellung und Hinterlist, Menschen, die uns unsympathisch sind, Beweise herzlicher Liebe und freundschaftlicher Gesinnung zu geben. Franz von Sales

2. Kor 13,13:

Die Gnade unseres Herrn Jesus Christus, die Liebe Gottes und die Gemeinschaft, die der Heilige Geist schenkt, sei mit euch. 2. Kor. 13:13

Das Gebet ist für die Seele, was der Regen für die Erde ist. Je mehr wir beten, desto mehr wollen wir beten. Wer nicht betet, wendet sich ganz der Erde zu und ist wie ein Maulwurf, der bemüht ist, ein Loch zu graben, um sich zu verstecken. Er liebt nur Irdisches und Materielles. Stumpfsinnig, ohne Gefühl für das Göttliche, denkt er nur an zeitliche Güter. Mit großer Ehrfurcht müssen wir das Kreuzzeichen machen. Man fängt beim Kopf an, womit auf das Oberhaupt der Schöpfung, den Vater, hingewiesen wird. Dann folgt das Herz: die Liebe, das Leben, die Erlösung – der Sohn; schließlich die Schultern: die Kraft – der Heilige Geist. (Jean Marie Vianney)