Anmeldung ->

1. Kor. Kap. 15

Die Auferstehung (15,1-16,24)


Christus ist für unsere Sünden gestorben. Das ist das Wichtigste. 1. Kor 15:3

In Erniedrigung, Schmach und Schande war die Liebe Gottes auf der Erde erschienen. Der Tod Christi war notwendig, weil wir gesündigt hatten. Um uns von unseren Sünden erretten zu können, musste Er an unserer Stelle sterben und unsere Sünden auf sich nehmen. Gott hat unsere Sünden an Ihm gerichtet. Wir wollen am Karfreitag nicht gleich daran denken, daß mit Ostern den Dingen eine neue Wendung gegeben wurde. Wir wollen daran denken, wie die Jünger mit dem Tode Jesu alle Hoffnung zerschlagen sahen. Zerstreut voneinander, in hoffnungsloser Traurigkeit. Nur wenn wir den Tod Jesu genauso ernst nehmen können, verstehen wir recht, was die Auferstehungsbotschaft zu bringen vermag.


Er wurde begraben und am dritten Tag vom Tod auferweckt.  1. Kor 15:4

Das Begräbnis wird in einem Atemzug mit der Auferstehung genannt. Darin liegt ein gewaltiger Trost beim Begräbnis unserer Lieben. Das Begräbnis findet im Blick auf die Auferstehung statt! Wer jemand, den er sehr geliebt hat, begraben muss, darf wissen, dass es ein Wiedersehen gibt. Das wird bei der Auferstehung geschehen. Es wird dann alles viel schöner sein, als es auf der Erde war.

Zuletzt hat er sich auch mir gezeigt, der ich es am wenigsten verdient hatte . 1. Kor 15:8


Zuallerletzt erschien er auch mir, dieser Fehlgeburt.1. Kor 15:8

Ein Bruder wandte sich an den Altvater Sisoes: Ich sehe an mir, dass das Denken an Gott dauernd in mir ist. Der Greis sagte dazu: Das ist nichts Großes, wenn dein Denken bei Gott ist. Groß ist es vielmehr, einzusehen, dass man unter allen Geschöpfen steht. Das und die körperliche Mühe führen zur Gesinnung der Demut. Hüten wir uns spirituellen Hochmut, wie christlich-spirituell wir doch sind. Wer sich selbst für einen spirituellen Menschen hält, der hat nicht verstanden, was Demut heißt: den Mut zu haben, seine eigene Erdhaftigkeit anzunehmen und so mit beiden Füßen auf der Erde zu stehen.


Alles, was ich jetzt bin, bin ich allein durch Gottes Gnade. 1. Kor 15:10

Wenn wir durchs Leben gehen und dabei ständig unzufrieden sind mit Gottes Plan für unser Leben, dann werden wir von Minderwertigkeitskomplexen regelrecht gelähmt. Aber hier geht es gar nicht darum, was wir wert sind. Wir sind nicht minderwertig, sondern einzigartig. Der Versuch, jemand anders zu werden, ist von Anfang an zum Scheitern verurteilt. Das ist so undenkbar, wie wenn ein kleiner Finger versuchen wollte, die Arbeit des Herzens zu übernehmen. Das war nie Gottes Absicht, und es funktioniert auch einfach nicht. Wir sollten uns an dem freuen, was wir nach Gottes klarem Entwurf sind, und uns entschließen, das zu gebrauchen, was wir sind und haben, um soviel wie möglich zur Ehre des Herrn zu wirken. Es gibt sicher viele Dinge, die wir nie werden tun können, aber es gibt auch andere, die nur wir leisten können und sonst keiner.


Wir verkünden alle übereinstimmend, dass Gott Christus von den Toten auferweckt hat.  1. Kor 15:12

Christus ist nicht in die Welt gekommen, daß wir ihn begriffen, sondern daß wir uns an ihn klammern, daß wir uns einfach von ihm hinreißen lassen in das ungeheure Geschehen der Auferstehung. Das ist Gottes neues Gebot, daß wir auf ihn sehen sollen, wie er im Tode das Leben, im Kreuz die Auferstehung schafft.  Wer die Auferstehung Jesu Christi gläubig bejaht, der kann nicht mehr weltflüchtig werden, er kann aber auch nicht mehr der Welt verfallen, denn er hat mitten in der alten Schöpfung die neue Schöpfung Gottes erkannt. Bonhoeffer


Ist aber Jesus nicht auferweckt worden, dann ist unsere Verkündigung leer und euer Glaube sinnlos. 1. Kor 15,14

Leben wir diesen Tag besonders bewusst in der Freude über die Auferstehung unseres Herrn. Ohne diese Auferstehung wäre unser Leben Lug und Trug, unser Glaube lächerlich, unsere Verkündigung erbärmlich. Der auferstandene Christus ist die Mitte unseres Lebens, der Weinstock, mit dem wir verbunden sind, um Frucht zu bringen Kraft des heiligen Geistes.

Das halten wir für das Entscheidende: dass wir an seine Auferstehung glauben! Augstinus


Wenn der Glaube an Christus uns nur für dieses Leben Hoffnung gibt, sind wir die bedauernswertesten unter allen Menschen. 1. Kor 15:19

Nicht von Unsterblichkeit ist Ostern die Rede, sondern von Auferstehung, Auferstehung vom Tode, der wirklich ein Tod ist mit allen Schrecken und Furchtbarkeiten, ein Tod des Körpers und der Seele, des ganzen Menschen. Die Auferstehung Jesu Christi ist Gottes Ja zur Kreatur. In der Auferstehung erkennen wir, dass Gott die Erde nicht preisgegeben, sondern sich zurückerobert hat. Er hat ihr eine neue Zukunft, eine neue Verheißung gegeben. Dieselbe Erde, die Gott schuf, trug den Sohn Gottes und sein Kreuz und auf dieser Erde erschien der Auferstandene den Seinen und zu dieser Erde wird Christus am letzten Tage wiederkommen. .

Tatsächlich aber ist Christus als Erster von den Toten auferstanden. So können wir sicher sein, dass auch die übrigen Toten auferweckt werden. 1. Kor 15:20


Der Tod ist durch die Schuld eines einzigen Menschen in die Welt gekommen. Ebenso kommt auch durch einen Einzigen die Auferstehung. 1. Kor 15:21

Gott hat ein Machtwort gesprochen über den Tod, hat ihn vernichtet, hat Jesus Christus auferweckt. Gott hat sich zu Christus bekannt und hat ihn berührt mit seinem ewigen Leben. Nun lebt Christus, lebt, weil Gott lebt und weil Gottes Liebe lebt. Das genügt uns. Über das wie können wir grübeln. An dem daß wird es nichts ändern. Lebt aber Gott, so lebt die Liebe trotz des Kreuzes, dann leben wir nicht mehr in der Schuld, dann hat Gott uns ja vergeben. Er hat sich zu Jesus bekannt, Jesus aber hat sich zu uns bekannt. Lebt Jesus, dann bekommt unser Glaube neuen Sinn. Dann sind wir die seligsten aller Menschen. Ein Ja Gottes zur schuldigen Menschheit, ein neuer Sinn für all unser Tun, das istOstern.

Wir alle müssen sterben, weil wir Nachkommen von Adam sind. Ebenso werden wir alle zu neuem Leben auferweckt, weil wir mit Christus verbunden sind. 1. Kor 15:22


Als letzten Feind vernichtet er den Tod, 1. Kor 15:26

Wo der Tod das Letzte ist, dort ist das irdische Leben alles oder nichts. Die Radikalität des Ja und des Nein zum irdischen Leben offenbart, das nur der Tod etwas gilt. Alles erraffen oder Alles wegwerfen, das ist die Haltung dessen, der fanatisch an den Tod glaubt. Wo aber erkannt wird, daß die Macht des Todes gebrochen ist, wo das Wunder der Auferstehung und des neuen Lebens mitten in die Todeswelt hineinleuchtet, dort verlangt man vom Leben keine Ewigkeiten, dort nimmt man vom Leben, was es gibt, nicht alles oder nichts, sondern Gutes und Böses, Wichtiges und Unwichtiges, Freude und Schmerz, dort hält man das Leben nicht krampfhaft fest, aber man wirft es auch nicht leichtsinnig fort, dort begnügt man sich mit der bemessenen Zeit und spricht nicht irdischen Dingen Ewigkeit zu, dort läßt man dem Tod das begrenzte Recht, was er noch hat. Den neuen Menschen und die neue Welt aber erwartet man allein von jenseits des Todes her, von der Macht, die den Tod überwunden hat. Der auferstandene Christus trägt die neue Menschheit in sich, das letzte herrliche Ja Gottes zum neuen Menschen.

Alles hat Gott ihm zu Füßen gelegt. 1. Kor 15:27


Wenn aber Christus zuletzt alles unterworfen ist, dann wird er als der Sohn Gottes sich seinem Vater unterordnen, der ihm diesen Sieg geschenkt hat. So wird Gott der Herr sein – über alle und in allem. 1. Kor 15:28

Nächstenliebe bedeutet, dass ich auch den Menschen, den ich zunächst gar nicht mag, von Gott her liebe. Das ist nur möglich aus der inneren Begegnung mit Gott heraus, die Willensgemeinschaft geworden ist und bis ins Gefühl hineinreicht. Dann lerne ich, diesen anderen nicht mehr bloß mit meinen Augen und Gefühlen anzusehen, sondern aus der Perspektive Jesu Christi heraus.  Sein Freund ist mein Freund. Wenn die Berührung mit Gott in meinem Leben ganz fehlt, dann kann ich im anderen immer nur den anderen sehen und kann das göttliche Bild in ihm nicht erkennen.  Nur meine Bereitschaft, auf den Nächsten zu zugehen, ihm Liebe zu erweisen, macht mich auch fühlsam Gott gegenüber. Nur der Dienst am Nächsten öffnet mir die Augen dafür, was Gott für mich tut und wie er mich liebt. Gottes- und Nächstenliebe sind untrennbar: Es ist nur ein Gebot. Beides aber lebt von der uns zuvorkommenden Liebe Gottes, der uns zuerst geliebt hat. Die Nächstenliebe ist göttlich, weil sie von Gott kommt und uns mit Gott eint, uns in diesem Einungsprozeß zu einem Wir macht, das unsere Trennungen überwindet und uns eins werden lässt, so dass am Ende Gott alles in allem. Das letzte Ziel der Schöpfung ist es, dass Gott in Christus alles in allem sein wird, zu seiner Ehre und zu unserer Seligkeit.


Aus jedem Samenkorn lässt Gott eine Pflanze wachsen, die so aussieht, wie er es gewollt hat und diese Pflanzenarten sind alle ganz verschieden. 1. Kor 15:38

Die Welt gleicht einem Garten, wo der Geist Gottes mit wunderbarer Phantasie eine Vielzahl von Menschen erweckt. Ein jeder unterscheidet sich vom anderen durch die Einzigartigkeit seiner menschlichen Persönlichkeit, jeder eine einzigartige Pflanze. Bei der Schöpfung befahl Gott den Pflanzen, Frucht zu tragen, jede nach ihrer Art.So gibt er uns den Auftrag, Früchte zu tragen jeder nach seiner Art.


Unser irdischer Körper ist wie ein Samenkorn, das einmal vergeht. Wenn er aber auferstehen wird, ist er unvergänglich. Unser Körper ist jetzt noch unansehnlich und schwach; wenn er aber aufersteht, ist er herrlich und voller Kraft. 1. Kor 15:42-43

Zu jedem Samen gehört ein eigener Leib, ein eigenes Gewächs, das über der Erde sichtbar wird. So hat Gott es in der Natur bestimmt: Er gibt allem einen eigenen Leib, eine eigene Gestalt. Du kannst das mit einer Raupe und einem Schmetterling vergleichen. Die Raupe puppt sich ganz ein, und nach einiger Zeit kommt ein schillernder Schmetterling zum Vorschein. Unvorstellbar, diese Verwandlung! Wenn du nun deine irdische Existenz mit der Raupe vergleichst und deinen Auferstehungsleib mit dem Schmetterling, hast du eine kleine Vorstellung von der Veränderung, die sich bei der Auferstehung vollziehen wird.

Begraben wird unser irdischer Körper. Aber auferstehen werden wir mit einem Körper, der von unvergänglichem Leben erfüllt ist. Denn wie es einen sterblichen Körper gibt, so gibt es auch einen unsterblichen. 1. Kor 15:44


Der erste Mensch, Adam, wurde zu einer lebendigen Seele. Der letzte Adam zu einem lebendigmachenden Geist. […] Der neue Mensch, Christus, kommt vom Himmel. 1. Kor 15:45;47

Während der Ungehorsam Adams Gottes Plan bezüglich des Lebens des Menschen zerstört und den Tod in die Welt bringt, ist der erlösende Gehorsam Christi Quelle der Gnade, die sich über die Menschen ergießt, indem sie für alle die Tore zum Reich des Leßens aufreißt. Allen, die sich zustimmend in die Nachfolge Christi stellen, wird die Fülle des Lebens geschenkt: in ihnen wird das göttliche Bild wiederhergestellt, erneuert und zur Vollendung geführt. Das ist der Plan Gottes mit den Menschen, daß sie an Wesen und Gestalt seines Sohnes teilhaben. 

Wie wir das Bild des irdischen Menschen tragen, so werden wir auch das Bild dessen tragen, der vom Himmel ist. So nämlich können wir jetzt dieses Bild tragen: nicht im Schauen, sondern im Glauben, nicht in Wirklichkeit, sondern in Hoffnung. Augustinus


Die Toten werden auferweckt werden unverweslich, und wir werden verwandelt werden. Denn das Vergängliche muss mit Unvergänglichkeit und das Sterbliche mit Unsterblichkeit überkleidet werden. 1. Kor 15:52-53

In wenigen Worten spricht Paulus hier über das Endgericht. An jenem Tag werden alle Gläubigen Christus gleich gestaltet, und alles, was vergänglich ist, wird von seiner Herrlichkeit verwandelt werden. Das Mysterium der Verwandlung wird allen zuteil werden.  “Eines Tages werden wir dann wie Christus einen himmlischen Leib haben.” (1. Kor 15:49) Dann wird der Sieg Christi schließlich vollendet sein. Der Tod und mit ihm die Sünde werden endgültig besiegt sein wird.  Wir haben als Gläubige Teil an Christi Sieg, indem wir schon jetzt einen Weg der Verwandlung einschlagen, die sich in einer Erneuerung des Lebens äußert und ihre Vollendung am Ende der Zeiten erreichen wird.  Sehr bezeichnend ist, dass der Abschnitt mit einem Dankwort schließt. Während wir unser Gebet zum Himmel richten, sind wir zuversichtlich, dass auch wir verwandelt und dem Bild Christi gleich gestaltet werden.

Das Leben hat den Tod überwunden! Tod, wo ist dein Sieg? Tod, wo bleibt nun deine Macht ? Aber Dank sei Gott! Er schenkt uns den Sieg durch Jesus Christus, unseren Herrn! 1. Kor 15:54;56-57


Tod, wo ist dein Sieg? Tod, wo bleibt nun deine Macht? 1. Kor 15,55

Der Tod von außen ist der schreckliche Feind, der an uns herantritt, wann er will. Wir können nichts wider ihn. Das andere ist der innere Tod. Wir sterben ihn in Christus täglich oder wir verweigern ihn. Dieser Tod in uns hat mit der Liebe zu Christus und den Menschen etwas zu tun. Dieser Tod ist Gnade und Vollendung des Lebens. Daß wir diesen inneren Tod sterben, daß es uns geschenkt wird, daß uns der Tod von außen erst antrifft, wenn wir durch diesen eigenen inneren Tod für ihn bereit gemacht sind, das darf unser Gebet sein. Dann ist unser äußerer Tod wirklich nur der Durchgang zur Liebe Gottes. Bonhoeffer


Dank sei Gott! Er schenkt uns den Sieg durch Jesus Christus, unseren Herrn!  1. Kor 15:57

Für mich darf es auf der Welt nur eines geben: Gott! Gott, der alles zu meinem Wohl ordnet. Gott, der jeden Morgen die Sonne aufgehen, den Reif vergehen, die Vögel singen und die Wolken des Himmels in tausend sanften Farben erscheinen lässt. Gott, der mir ein Eckchen zum Gebet auf der Erde anbietet, der mir ein stilles Plätzchen schenkt, wo ich das erwarte, worauf ich hoffe. Gott, der so gut zu mir ist, dass er im Schweigen zu meinem Herzen spricht und mich allmählich lehrt, vielleicht unter Tränen, aber immer mit dem Kreuz, mich von den Geschöpfen zu lösen, die Vollendung nirgendwo anders zu suchen als in ihm. Worüber beklagst du dich? Liebe mich, leide mit mir, ich bin Jesus!” Hl. Rafael Arnáiz Barón

📲 Link zum heutigen Impuls