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1. Kor. Kap. 11

Das ist mein Leib, der für euch hingegeben wird.  1. Kor 11:24

Die Gedächtnisfeier seiner vollkommenen Gabe besteht nicht in der einfachen Wiederholung des Letzten Abendmahles, sondern in der radikalen Neuheit der Eucharistie. So hat Jesus uns die Aufgabe hinterlassen, in seine Stunde einzutreten. Die Eucharistie zieht uns in den Hingabeakt Jesu hinein. Wir empfangen nicht nur statisch den inkarnierten Logos, sondern werden in die Dynamik seiner Hingabe hinein genommen. Er zieht uns in sich hinein. Die Wesensverwandlung von Brot und Wein in seinen Leib und sein Blut bringt eine Veränderung, die dazu bestimmt ist, einen Prozess der Verwandlung der Wirklichkeit auszulösen, dessen letztes Ziel die Verklärung der gesamten Welt ist bis zu jenem Zustand, in dem Gott alles in allem sein wird.

Tut dies zu meinem Gedächtnis! 1. Kor 11:25


Jedes Mal, wenn ihr dieses Brot esst und aus diesem Kelch trinkt, verkündet ihr, was der Herr durch seinen Tod für uns getan hat, bis er kommt. 1. Kor 11:26

In der Eucharistie offenbart sich der Plan der Liebe, der die gesamte Heilsgeschichte bestimmt. In ihr  Gott, der in sich selbst die Liebe ist, sich gänzlich in unsere menschliche Befindlichkeit hinein. Im Brot und im Wein, unter deren Gestalten Christus sich uns im österlichen Mahl schenkt kommt das ganze göttliche Leben zu uns und teilt sich uns mit. Gott ist das vollkommene Mit- und Ineinander gegenseitiger Liebe zwischen dem Vater, dem Sohn und dem Heiligen Geist. Im gestorbenen und auferstandenen Christus und in der Aussendung des Heiligen Geistes, der unbegrenzt gegeben wird, werden wir der innersten Tiefen Gottes anteilig. Jesus Christus teilt uns in der eucharistischen Gabe also das eigene göttliche Leben mit. Es handelt sich um eine absolut vorleistungsfreie Gabe, die allein den Verheißungen Gottes nachkommt und diese über alle Maßen erfüllt.

Jeder soll sich also prüfen und erst dann von dem Brot essen und aus dem Kelch trinken. 1. Kor 11:28


Straft uns aber der Herr, so will er uns erziehen, damit wir nicht zusammen mit der gottlosen Welt verurteilt werden.1. Kor 11:32

Gott straft? Gott straft uns nicht im Sinne der Vergeltung oder Wiedergutmachung, den Christus hat am Kreuz alle Strafe auf sich genommen und uns mit Gott versöhnt. Aber: Gott greift ein, wirkt erzieherisch, wenn wir vom Weg abkommen, gibt uns gewissermaßen einen Stupser, um uns wieder in die rechte Bahn zu lenken. Dieses Eingreifen kann dann als Leiden empfunden werden. Dennoch: Die Präsenz Gottes zielt auf die Heilung und das Heil der Menschen! Eine leidvolle Begebenheit kann z.B. einen Menschen zu einer Umkehr im Denken und im Handeln bewegen. Wir müssen den Wert des Leidens wiederentdecken, müssen lernen, dass das bestimmtes (nicht alles!) Leiden eine sehr positive Wirklichkeit sein kann, die uns dabei hilft zu reifen, mehr zu uns selbst zu kommen, näher beim Herrn zu sein, der für uns gelitten hat und der mit uns leidet. Gott liebt uns. Wir sind seine Kinder. Und: “Einer ist der Arzt, Jesus Christus, unser Herr” (Ignatius). Dieser Arzt Jesus Christus will unser Heil und schenkt uns die notwendige Medizin, auch wenn diese hin und wieder bitter schmeckt.

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