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1. Kor. Kap. 10

Diese Dinge aber sind zum Vorbild für uns geschehen, damit wir nicht nach dem Bösen begierig werden, so wie jene begierig waren. 1. Kor 10:6

Paulus lenkt den Blick auf die Geschichte Israels. Er erinnert, wie Gott sein Volk aus der Gefangenschaft in Ägypten gerettet, geführt und versorgt hat. Aber manche haben sich trotzdem von Gott abgewendet und sich anderen Gottheiten zugewendet. Dieser Ungehorsam, die Undankbarkeit der Israeliten kann uns ein Vorbild sein. Es sind warnende Lichter! Wir können und sollen anders leben und uns immer neu an das erinnern, was uns in Jesus geschenkt ist. Bei Jesus, dem Felsen, wollen wir auftanken und unseren Durst stillen. Götzen sind alle Dinge, die uns so wichtig werden, dass sie uns von Gott wegziehen.

Werdet nicht zu Menschen, die Götzen anbeten! 1. Kor 10:7


Murrt nicht. 1. Kor 10:10

Unter Widerwärtigkeiten steigt leicht Murren auf. Bei vielen wird dies innere Murren etwas Ständiges. Sie leiden an chronischer Unzufriedenheit. Man klagt über Verhältnisse und Menschen. Man versteht Gott nicht und redet darum harte Worte wider ihn. Wer über sein Ergehen murrt, der tadelt die Wege Gottes. Alle Wege Gottes sind recht. Sein Tun ist wohlgetan. Aber solange der Mensch verkehrt ist, hält er Gott für verkehrt. Er weiss nicht, dass Gott demütigt, um uns vor dem Großwerden zu bewahren, dass er uns ausleert, um uns mit echtem Gehalt zu füllen, dass er tötet, um uns in sein Leben hineinzuziehen, dass er Bande zerschneidet, um die Verbindung mit ihm herzustellen. Wer die Wege Gottes versteht, der steckt seinen Mund in den Staub. Er betet an und gibt Gott die Ehre. Pass auf, dass du dich nicht vom Geist der Unzufriedenheit infizieren lässt. Er saugt alle Freude und Dankbarkeit, die du normalerweise gegenüber Gott empfindest, aus dir heraus.

Stellt die Güte und Geduld von Christus, dem Herrn, nicht auf die Probe.  1. Kor 10:9


Wer steht, sehe zu, daß er nicht falle. 1 Kor 10,12

Sind die meisten Menschen beständiger als David und Petrus, die doch Kinder des Heiles waren und dann doch, wenn auch für kurze Zeit, von dieser Liebe abgefallen sind? Wer kann wohl sicher sein, in dieser Schiffahrt des irdischen Lebens die Gottesliebe zu bewahren, da solche Menschen so furchtbaren Schiffbruch erlitten haben? Wenn unsere Seele in diesem Leben auch die göttliche Liebe in reichem Maß besitzt, so ist sie dennoch nie so sehr davon erfüllt, daß sie diese nicht durch eine Versuchung verlieren könnte. Solange wir in diesem Leben sind, tragen wir immer tausenderlei Stimmungen und Armseligkeiten mit uns herum. Daher besteht große Gefahr, daß unsere Liebe ihren Gegenstand wechselt und trübe wird.


Wer meint, er stehe, der sehe zu, dass er nicht falle! 1. Kor 10:12

Wenn der Lampe nicht beständig neues Öl zufließt, so wird sie trotz ihres jetzigen strahlenden Lichtglanzes doch morgen schon rauchen. Hüte dich, dass du dich nicht in deinen Tugenden selbstgefällig erhebst, sondern lass all  Vertrauen auf Christus und seine Kraft gerichtet sein. Bete und lies das Wort Gottes und wache über dein Handeln. Lebe in inniger Gemeinschaft mit deinem Gott. Dein Herz sei entzündet von Liebe zu den Menschenseelen. Lasst uns beten, lasst uns wachen: Herr, sei mächtig in uns Schwachen!

Gott ist treu. Er wird nicht zulassen, dass die Prüfung über eure Kraft geht. Er wird euch bei allen Versuchungen den Weg zeigen, auf dem ihr sie bestehen könnt. 1. Kor 10:13


Der Leib Christi (10,14-12,31)

Ein Brot ist es, so sind wir viele ein Leib. Denn alle teilen wir uns in das eine Brot. 1. Kor 10:17

Wir stehen in “Gemeinschaft mit dem Opferaltar” (1.Kor 10,18) Jesus Christus. Die Vereinigung mit Christus im Empfang des gewandelten Brotes ist zugleich eine Vereinigung mit allen anderen, denen er sich schenkt. Ich kann Christus nicht allein für mich haben, ich kann ihm zugehören nur in der Gemeinschaft mit allen, die die Seinigen geworden sind oder werden sollen. Wir werden ein Leib, eine ineinander verschmolzene Existenz. Gottesliebe und Nächstenliebe sind nun wirklich vereint.

Das Brot, das wir brechen, ist es nicht die Gemeinschaft des Leibes des Christus? 1. Kor 10:16


Niemand suche das Seine, sondern jeder das des anderen. 1. Kor 10:24

Paulus lehnt Ich-Fixierung, das Suchen des eigenen Nutzens ab, eben weil es nicht “aufbaut“, sondern Zwietracht und Instabilität fördert. Stattdessen sollen Christen den Nutzen des anderen suchen. Jesus lehrt uns, dass die Bereitschaft, Gottes Willen in allem zu tun, auch bedeutet, stets bereit zu sein, anderen zu dienen. Jesu mitleidvolles Herz war stets aktiv, und auch wenn er vorhatte, sich zu erholen, ließ er sich immer von seiner Sehnsucht antreiben, sich den Menschen zu schenken, die das Wort Gottes brauchten. Die leidenschaftliche Liebe, die Jesus antrieb, befreit aus Selbstsucht und öffnet den Blick für die Mitmenschen in nächster Nachbarschaft und in weiter Ferne. Mit diesem weiten Blick und dem mitfühlenden Herzen werden wir frei, das zu suchen, was verbindet und zum Leben hilft.

Denkt bei dem, was ihr tut, nicht nur an euch. Denkt vor allem an die anderen und daran, was für sie gut ist. 1. Kor 10:24


Was immer ihr tut, ob ihr esst oder trinkt oder was es auch sei – verhaltet euch so, dass Gott dadurch geehrt wird 1. Kor 10:31

Christliche Künstler (z.B. Bach) haben als Werk-Überschrift häufig J.J. geschrieben, d.h. “Jesu Juva” und heißt übersetzt “Jesus hilf”. Am Ende des Musikwerks stand dann oft SDG, d.h. “Soli Deo Gloria” und heißt übersetzt “Gott allein die Ehre”. Vor jeden deiner Tage kannst du ein J.J. setzen – Jesus hilf mir beim friedvollen Umgang mit meinem Nächsten – und am Tagesende ein “SDG” – Gott allein die Ehre, für seine gnadenreiche Hilfe was den friedvollen Umgang mit dem Nächsten angeht. Gehe ganz anders in den Tag mit dem Gedanken, dass egal was und wie du etwas heute tust, du darauf achtest, in deinem zwischenmenschlichen Verhalten Gott zu ehren. Das hört sich für den ein oder anderen abgehoben und zu abstrakt an, aber letztlich kann es ganz simpel heißen, dass ich an einem ganz normalen Tag im Vertrauen auf Gott in der Familie und bei der Arbeit versuche mit meinen Nächsten liebevoll und friedfertig um zu gehen. Und wenn’s mal nicht klappt … das vertraue ich Gottes unerschöpflicher Barmherzigkeit an.


Ob ihr nun esst oder trinkt oder sonst etwas tut — tut alles zur Ehre Gottes! 1. Kor 10:31

Der Gottesdienst kann im menschlichen Leben nicht auf einen besonderen privaten Moment beschränkt werden, sondern von seinem Wesen her neigt er dazu, jeden Aspekt der Wirklichkeit des Individuums zu durchdringen. Wenn alles in unserem Leben auf die Ehre Gottes ausgerichtet ist, wird das auch in den normalsten Dingen unseres Lebens zu sehen sein. Ob es nun Essen oder Trinken ist oder was auch immer, im Leben eines Christen sollte alles zur Ehre Gottes sein. Der neue christliche Gottesdienst umfasst jeden Aspekt des Daseins und verwandelt ihn. In jedem Akt seines Lebens ist der Christ berufen, die wahre Gottesverehrung auszudrücken. 

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