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1. Kor Kap. 01

Impulse, Auslegungen, Kommentare und Bibelzitate aus dem ersten Brief an die Korinther Kap. 1


Briefeingang (1,1-1,17)


An die Geheiligten in Christus Jesus, an die berufenen Heiligen. 1. Kor 1:2

In der Gemeinde von Korinth gab es viele Probleme. Deshalb dieser Brief. Wir haben auch so manche Unvollkommenheiten. Gerade deshalb müssen wir uns immer neu unserer von Gott verliehenen Würde bewusst werden. Wir sind geheiligt, d.h. abgesondert, um für Gott da zu sein. Dazu hat uns Gott berufen durch den Glauben an seinen Sohn Jesus Christus. Die Botschaft von Christus ist der feste Grund unseres Glaubens. Er sorgt für dich sorgt und hält dich fest. Durch ihn seid ihr in allem reich geworden.  


Ich wünsche euch Gnade und Frieden von Gott, unserem Vater, und von Jesus Christus, unserem Herrn. 1. Kor 1:3

Ich wünsche dir aber, dass dich immer wieder etwas berührt, das ich dir nicht recht beschreiben kann. Es heißt Gnade. Es ist ein altes Wort, aber wer sie erfährt, für den ist sie wie ein Morgenlicht. Man kann sie nicht wollen und erzwingen, aber wenn sie dich berührt, dann weißt du: Es ist gut. Sabine Naegeli  


Er wird euch die Kraft geben, im Glauben festzubleiben und das Ziel zu erreichen. 1. Kor 1:8

Wir können unserem Herrn Jesus Christus vertrauen. Er hat dafür gesorgt, dass sein Wort in unseren Herzen starke Wurzeln schlägt. Er steht für uns ein und bringt uns ans Ziel. Wir müssen nicht perfekt sein. Aber verbunden mit Jesus können wir getrost dem Tag entgegengehen, an dem er erscheinen und sein Werk vollenden wird. Das Ziel ist die Gemeinschaft mit Gott im Himmel.  

Gott ist treu, durch den ihr berufen seid zur Gemeinschaft mit seinem Sohn Jesus Christus, unserem Herrn. 1. Kor 1:9  

 


Hört auf, euch zu streiten! Duldet keine Spaltungen in der Gemeinde, sondern steht fest zusammen und seid euch einig in dem, was ihr denkt und entscheidet! 1. Kor 1:10

Du kanst dich nicht einfach zurücklehnen und auf Frieden warten. Die Lösung der Probleme besteht nicht darin, dass man sich vor den Problemen drückt oder so tut, als ob sie nicht da wären. Wenn du vor Problemen stehst, sag das zuerst dem Herrn und höre, was er dir sagen wird. Das kann höchst unterschiedlich sein: in manchen Situationen den Mund halten und in anderen nicht sofort beleidigt zu sein, hier klare und deutliche Worte reden, dort wieder eher zurückhaltend und sanft. In alledem haben wir die Aufgabe, eine Haltung des Friedens zu bewahren. Akzeptiere es auch, nicht immer recht zu haben.  

Suche Frieden und jage ihm nach! Ps 34,15  


Redet so, dass eure Worte euch nicht gegeneinander aufbringen , und lasst es nicht zu Spaltungen unter euch kommen. 1. Kor 1:10

Worte wirken. Worte sind wichtig. Worte bleiben. Es sind ja vor allem die Worte Jesu, die uns berühren. Mit Worten bete ich zu Gott. Mit Worten trete ich auch in den zwischenmenschlichen Dialog. Hier können sie positiv wie negativ wirken, verbinden oder spalten. Die Macht der Zunge ist wahrlich groß und Jesus mahnt uns mehrmals, auf die Wahl unserer Worte zu achten. Ja, Worte sind wichtig.


Die Botschaft vom Kreuz (1,18-2,16)


Denn das Wort vom Kreuz ist denen, die verloren gehen, Torheit. Uns aber, die wir errettet werden, ist es Gottes Kraft. 1. Kor 1:18

Das fleischgewordene Wort in Jesus Christus ist unser Heil, unsere Kraft, aus der heraus wir leben. Schon lange wuchs in mir der Wunsch, mich mit dem Leiden und Sterben unseres Herrn intensiver auseinander zu setzen, weil sich hier seine Liebe am Tiesten offenbart. Dies möchte ich nun bis zum Fest der Auferstehung unseres Herrn tun. Den ein oder anderen verwundert dies, da wir uns doch noch in der weihnachtlichen Zeit befinden, aber die Vielfalt der Themen bringt dies mit sich. Und letztlich gehören Kreuz und Krippe zusammen. So liegt das Jesuskind in den orthodoxen Ikonen meist in einem Sarkophag und nicht in einer Krippe.  


Das Wort vom Kreuz ist eine Torheit denen, die verlorengehen. Uns aber, die wir gerettet werden, ist es eine Gotteskraft. 1. Kor 1:18

Christus geht durch das Kreuz zum Leben. Das ist das wunderbare und für viele Menschen so abschreckende Thema der Bibel, daß das einzig sichtbare Zeichen Gottes in der Welt das Kreuz ist. Christus wird nicht herrlich von der Erde zum Himmel entrückt, sondern er muß ans Kreuz. Und eben dort, wo das Kreuz steht, ist die Auferstehung nah. Eben dort, wo alle an Gott irre werden, wo alle an Gottes Macht verzweifeln, da ist Gott, da ist Christus lebendig nahe. Bonhoeffer   Durch das Kreuz siehst du Gottes große Liebe zu dir. Gott wollte nicht auf dem Weg menschlicher Weisheit erkannt werden. Der Mensch lernt Gott am Fuß des Kreuzes kennen, dort, wo der Mensch völlig vor Gott zerbricht. Darum bekennen wir glaubend:

Wir verkündigen Christus den Gekreuzigten. 1. Kor 1:23


Christus ist Gottes Weisheit für uns.1.Kor. 1:30

Weisheit bezeichnet laut Wikipedia ein tiefes Verständnis von Zusammenhängen sowie die Fähigkeit, bei Herausforderungen die jeweils sinnvollste Handlungsweise zu erkennen. Weisheit im biblischen Verständnis ist immer ein Geschenk Gottes. Von der sog. weltlichen Weisheit, aus uns selbst heraus handelnd, Gott ausklammernd, spricht Gott, dass er diese “Weisheit der Weisen zunichtemachen” wird (1. Kor 1,19) Die göttliche Weisheit besteht dagegen darin, dem Wort Christi zu folgen, er ist Gottes Weisheit für uns, der gute Hirte, der die Augen deines Herzens öffnet für seine Weisheit, die aus weltlicher Sicht für viele so unsinnig erscheint: Gelobet sei der Name Gottes von Ewigkeit zu Ewigkeit, denn ihm gehören Weisheit und Stärke!    


Aus ihm aber habt ihr das Sein in Christus Jesus, der uns geworden ist Weisheit von Gott, Gerechtigkeit und Heiligung und Erlösung. 1. Kor 1:30

Erstens ist Christus unsere Weisheit von Gott. Er hatte einen Plan zur Rettung des Menschen, den sich kein Mensch je hätte ausdenken können. Zweitens ist Christus unsere Gerechtigkeit. Der Herr Jesus hat das durch sein Sterben und seine Auferstehung bewirkt. Drittens ist Christus unsere Heiligung, d.h. durch ihn sind wir abgesondert für Gott. Du bist jetzt jemand, der nicht mehr der Welt angehört, sondern Gott. Viertens ist Christus unsere Erlösung. Du siehst also, dass Gott dich vom Anfang bis zum Ende in Christus geborgen hat. Er hat alles getan.  


Wer sich rühmen will, der rühme sich des Herrn! 1. Kor 1:31

Gerade, wenn ich etwas Gutes getan habe, gelebte Liebe, merke ich in mir die Versuchung des Stolzes, indem ich mir auf meine Tat etwas einbilde. Der Glaube rettet uns, nicht unsere Werke der Liebe. Dazu eine Geschichte: Ein Boot kippt oberhalb der Niagara-Fälle um. Zwei Männer werden von der Strömung fortgerissen. Die Leute am Ufer werfen ein Tau zu. Der eine Mann hält daran fest und wird gerettet. Der andere aber sieht ein Stück Holz vorbei schwimmen und klammert sich daran. Doch das Brett mit dem Mann darauf stürzt in den Abgrund, weil keine Verbindung zwischen Holz und dem Ufer besteht. Die Größe des Brettes nützt nichts. Zur Rettung wäre eine Verbindung mit dem Ufer nötig gewesen. So wird der Mensch nicht gerettet durch seine Werke, seine Gebete, seine Spenden, Sakramente o.ä. (das wäre in der Geschichte das Brett), sondern durch die Verbindung mit dem Ufer (=Gott) durch das Tau (=Jesus)  

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