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07 1.Korinther

Korinther – Auslegungen

1. Korinther – Kapitel 1

1. Kor 1,2

An die Geheiligten in Christus Jesus, an die berufenen Heiligen. 1. Kor 1:2

In der Gemeinde von Korinth gab es viele Probleme. Deshalb dieser Brief. Wir haben auch so manche Unvollkommenheiten. Gerade deshalb müssen wir uns immer neu unserer von Gott verliehenen Würde bewusst werden. Wir sind geheiligt, d.h. abgesondert, um für Gott da zu sein. Dazu hat uns Gott berufen durch den Glauben an seinen Sohn Jesus Christus. Die Botschaft von Christus ist der feste Grund unseres Glaubens. Er sorgt für dich sorgt und hält dich fest. Durch ihn seid ihr in allem reich geworden.  

1. Kor 1,3

Ich wünsche euch Gnade und Frieden von Gott, unserem Vater, und von Jesus Christus, unserem Herrn. 1. Kor 1:3

Ich wünsche dir aber, dass dich immer wieder etwas berührt, das ich dir nicht recht beschreiben kann. Es heißt Gnade. Es ist ein altes Wort, aber wer sie erfährt, für den ist sie wie ein Morgenlicht. Man kann sie nicht wollen und erzwingen, aber wenn sie dich berührt, dann weißt du: Es ist gut. Sabine Naegeli  

1. Kor 1,8

Er wird euch die Kraft geben, im Glauben festzubleiben und das Ziel zu erreichen. 1. Kor 1:8

Wir können unserem Herrn Jesus Christus vertrauen. Er hat dafür gesorgt, dass sein Wort in unseren Herzen starke Wurzeln schlägt. Er steht für uns ein und bringt uns ans Ziel. Wir müssen nicht perfekt sein. Aber verbunden mit Jesus können wir getrost dem Tag entgegengehen, an dem er erscheinen und sein Werk vollenden wird. Das Ziel ist die Gemeinschaft mit Gott im Himmel.  

Gott ist treu, durch den ihr berufen seid zur Gemeinschaft mit seinem Sohn Jesus Christus, unserem Herrn. 1. Kor 1:9  

1. Kor 1,10

Hört auf, euch zu streiten! Duldet keine Spaltungen in der Gemeinde, sondern steht fest zusammen und seid euch einig in dem, was ihr denkt und entscheidet! 1. Kor 1:10

Du kanst dich nicht einfach zurücklehnen und auf Frieden warten. Die Lösung der Probleme besteht nicht darin, dass man sich vor den Problemen drückt oder so tut, als ob sie nicht da wären. Wenn du vor Problemen stehst, sag das zuerst dem Herrn und höre, was er dir sagen wird. Das kann höchst unterschiedlich sein: in manchen Situationen den Mund halten und in anderen nicht sofort beleidigt zu sein, hier klare und deutliche Worte reden, dort wieder eher zurückhaltend und sanft. In alledem haben wir die Aufgabe, eine Haltung des Friedens zu bewahren. Akzeptiere es auch, nicht immer recht zu haben.  

Suche Frieden und jage ihm nach! Ps 34,15  

Redet so, dass eure Worte euch nicht gegeneinander aufbringen , und lasst es nicht zu Spaltungen unter euch kommen. 1. Kor 1:10

Worte wirken. Worte sind wichtig. Worte bleiben. Es sind ja vor allem die Worte Jesu, die uns berühren. Mit Worten bete ich zu Gott. Mit Worten trete ich auch in den zwischenmenschlichen Dialog. Hier können sie positiv wie negativ wirken, verbinden oder spalten. Die Macht der Zunge ist wahrlich groß und Jesus mahnt uns mehrmals, auf die Wahl unserer Worte zu achten. Ja, Worte sind wichtig.

1. Kor 1,18

Denn das Wort vom Kreuz ist denen, die verloren gehen, Torheit. Uns aber, die wir errettet werden, ist es Gottes Kraft. 1. Kor 1:18

Das fleischgewordene Wort in Jesus Christus ist unser Heil, unsere Kraft, aus der heraus wir leben. Schon lange wuchs in mir der Wunsch, mich mit dem Leiden und Sterben unseres Herrn intensiver auseinander zu setzen, weil sich hier seine Liebe am Tiesten offenbart. Dies möchte ich nun bis zum Fest der Auferstehung unseres Herrn tun. Den ein oder anderen verwundert dies, da wir uns doch noch in der weihnachtlichen Zeit befinden, aber die Vielfalt der Themen bringt dies mit sich. Und letztlich gehören Kreuz und Krippe zusammen. So liegt das Jesuskind in den orthodoxen Ikonen meist in einem Sarkophag und nicht in einer Krippe.  

Das Wort vom Kreuz ist eine Torheit denen, die verlorengehen. Uns aber, die wir gerettet werden, ist es eine Gotteskraft. 1. Kor 1:18

Christus geht durch das Kreuz zum Leben. Das ist das wunderbare und für viele Menschen so abschreckende Thema der Bibel, daß das einzig sichtbare Zeichen Gottes in der Welt das Kreuz ist. Christus wird nicht herrlich von der Erde zum Himmel entrückt, sondern er muß ans Kreuz. Und eben dort, wo das Kreuz steht, ist die Auferstehung nah. Eben dort, wo alle an Gott irre werden, wo alle an Gottes Macht verzweifeln, da ist Gott, da ist Christus lebendig nahe. Bonhoeffer   Durch das Kreuz siehst du Gottes große Liebe zu dir. Gott wollte nicht auf dem Weg menschlicher Weisheit erkannt werden. Der Mensch lernt Gott am Fuß des Kreuzes kennen, dort, wo der Mensch völlig vor Gott zerbricht. Darum bekennen wir glaubend:

Wir verkündigen Christus den Gekreuzigten. 1. Kor 1:23

1. Kor 1,30

Christus ist Gottes Weisheit für uns.1.Kor. 1:30

Weisheit bezeichnet laut Wikipedia ein tiefes Verständnis von Zusammenhängen sowie die Fähigkeit, bei Herausforderungen die jeweils sinnvollste Handlungsweise zu erkennen. Weisheit im biblischen Verständnis ist immer ein Geschenk Gottes. Von der sog. weltlichen Weisheit, aus uns selbst heraus handelnd, Gott ausklammernd, spricht Gott, dass er diese “Weisheit der Weisen zunichtemachen” wird (1. Kor 1,19) Die göttliche Weisheit besteht dagegen darin, dem Wort Christi zu folgen, er ist Gottes Weisheit für uns, der gute Hirte, der die Augen deines Herzens öffnet für seine Weisheit, die aus weltlicher Sicht für viele so unsinnig erscheint: Gelobet sei der Name Gottes von Ewigkeit zu Ewigkeit, denn ihm gehören Weisheit und Stärke!    

Aus ihm aber habt ihr das Sein in Christus Jesus, der uns geworden ist Weisheit von Gott, Gerechtigkeit und Heiligung und Erlösung. 1. Kor 1:30

Erstens ist Christus unsere Weisheit von Gott. Er hatte einen Plan zur Rettung des Menschen, den sich kein Mensch je hätte ausdenken können. Zweitens ist Christus unsere Gerechtigkeit. Der Herr Jesus hat das durch sein Sterben und seine Auferstehung bewirkt. Drittens ist Christus unsere Heiligung, d.h. durch ihn sind wir abgesondert für Gott. Du bist jetzt jemand, der nicht mehr der Welt angehört, sondern Gott. Viertens ist Christus unsere Erlösung. Du siehst also, dass Gott dich vom Anfang bis zum Ende in Christus geborgen hat. Er hat alles getan.  

1. Kor 1,31

Wer sich rühmen will, der rühme sich des Herrn! 1. Kor 1:31

Gerade, wenn ich etwas Gutes getan habe, gelebte Liebe, merke ich in mir die Versuchung des Stolzes, indem ich mir auf meine Tat etwas einbilde. Der Glaube rettet uns, nicht unsere Werke der Liebe. Dazu eine Geschichte: Ein Boot kippt oberhalb der Niagara-Fälle um. Zwei Männer werden von der Strömung fortgerissen. Die Leute am Ufer werfen ein Tau zu. Der eine Mann hält daran fest und wird gerettet. Der andere aber sieht ein Stück Holz vorbei schwimmen und klammert sich daran. Doch das Brett mit dem Mann darauf stürzt in den Abgrund, weil keine Verbindung zwischen Holz und dem Ufer besteht. Die Größe des Brettes nützt nichts. Zur Rettung wäre eine Verbindung mit dem Ufer nötig gewesen. So wird der Mensch nicht gerettet durch seine Werke, seine Gebete, seine Spenden, Sakramente o.ä. (das wäre in der Geschichte das Brett), sondern durch die Verbindung mit dem Ufer (=Gott) durch das Tau (=Jesus)  

1. Korinther Kapitel 2

1. Kor 2,2

Ich wollte bewusst von nichts anderem sprechen als von Jesus Christus, dem Gekreuzigten. 1. Kor 2:2

Weil wir uns gewöhnt sind, das Kreuz als das Mittel der Erlösung zu betrachten, fällt es uns schwer, die Wirkung zu empfinden, die die folgenden Worte damals haben mussten: Es gibt einen Menschen, der an einem gewissen Ort an das Kreuz gehängt wurde.  Vertraut euch Ihm an. Das war die größtmögliche Torheit. Am Kreuz scheiden sich die Geister. Für die einen ist es ein absurdes Geschehen. Für die anderen ist der Blick zum Kreuz Hilfe und Rettung. Hier unter dem Kreuz ist der Zugang zu der Gnade und der tägliche Zugang zum Frieden mit Gott.

1. Kor 2,7

Dass diese Weisheit für uns sichtbar wurde, hat Gott schon vor aller Zeit bestimmt, damit wir an seiner Herrlichkeit Anteil bekommen. 1. Kor 2:7

In Betlehem wird die Weisheit Gottes geboren. Durch die menschgewordene Weisheit Gottes in Jesus Christus haben wir teil an seiner Herrlichkeit. Aus mir selbst habe ich keine Herrlichkeit, nichts Angenehmes oder Anziehendes. In den Augen Gottes besitze ich nun aber dennoch Herrlichkeit. Diese Herrlichkeit ist nichts anderes als Gottes eigene Herrlichkeit, mit der er dich in dem Herrn Jesus bekleidet hat. Darin kommt seine Weisheit zum Ausdruck. Je mehr du dich mit dem Herrn Jesus beschäftigst, desto mehr wird die Herrlichkeit der Weisheit Gottes in deinem Leben hervorstrahlen.

Die Herrlichkeit, die du mir gegeben hast, habe ich ihnen gegeben. Joh 17,22

1. Kor 2,9

Was kein Auge jemals sah, was kein Ohr jemals hörte und was sich kein Mensch vorstellen konnte, das hält Gott für die bereit, die ihn lieben. 1. Kor 2:9

Es geht darum, dass dein Herz in der Liebe zu Gott wächst und so das Verlangen hat, ihn immer besser kennen zu lernen. Das will heißen, daß wir ein unersättliches Verlangen haben sollen, Gott zu lieben, um immerfort Liebe auf Liebe zu häufen. Was treibt die Bienen mehr an, ihren Honig zu vermehren, als die Liebe, die sie zu ihm haben? Fühlen wir in uns das Verlangen nach der heiligen Liebe, so wissen wir, daß wir zu lieben beginnen. Komm, Heiliger Geist, erfülle die Herzen Deiner Gläubigen und entzünde in ihnen das Feuer Deiner Liebe.

O lieben! O voranschreiten! O sich selbst sterben! O zu Gott gelangen! Augustinus

1. Kor 2,12

Wir haben nicht den Geist dieser Welt bekommen, sondern den Geist Gottes. Und deshalb können wir auch erkennen, was Gott uns geschenkt hat. 1. Kor 2:12

Seine Liebe schenkt er uns. Die Liebe des dreifaltigen Gottes ist größer und höher als alles, was es in der Welt gibt. Nur sie vermag das Herz ganz und dauerhaft zu erfüllen, nur sie schenkt Genuss ohne böses Erwachen. Solange wir das nicht verstanden haben, werden wir nicht aufhören, irdischen Gütern nachzujagen, als vermöchten sie endgültige Erfüllung zu schenken. Nur wenn wir die alles überragende Güte Gottes erkennen, werden wir uns lösen von falschen Bindungen an irdische Güter. Dann werden wir freie Menschen.

Süßer als Wein ist deine Liebe. Hdl 1,2
Die Liebe ist stark wie der Tod Hld 8,6

1. Kor 2,16

Wir haben den Geist von Christus, dem Herrn, empfangen und können seine Gedanken verstehen. 1. Kor 2:16

Ein Ordensmann stellte an den frommen Bruder Ägidius die Frage, was er tun könne, um Gott wohlgefälliger zu werden. Da antwortete dieser, indem er sang: Die Eine dem Einen, die Eine dem Einen! Dann erklärte er: Gib immer deine ganze Seele, die eine, Gott allein, dem Einen. Der wahrhaftig Liebende kennt fast keine andere Freude als die an dem, was er liebt. Um diesen über alles Geliebten noch besser zu verherrlichen, sucht die Seele fort und fort sein Antlitz, d. h. sie merkt mit einer immer sorgsameren Aufmerksamkeit.

Die Eine dem Einen. Ägidius

1. Korinther Kapitel 3

1. Kor 3,3

Ihr seid noch fleischlich. Solange nämlich Eifersucht und Streit und Zwietracht unter euch sind, seid ihr da nicht fleischlich und wandelt nach Menschenweise? 1. Kor 3:3

Geistlich bist du, wenn der Heilige Geist dein Leben lenken und dein Herz und dein Denken auf den Herrn Jesus ausrichten kann. Dann willst du gern alle Dinge in deinem Leben zur Ehre Gottes tun. Du kannst zwar noch etwas Falsches tun, aber das wirst du dann schnell wieder in Ordnung bringen wollen. Fleischlich bist du jedoch, wenn du dich selbst wichtig findest oder das für wichtig hältst, was andere Menschen von dir denken. Dann stehst du selbst im Mittelpunkt und nicht Christus.

1. Kor 3,6

Ich habe gepflanzt, Apollos hat begossen, aber Gott hat das Wachstum geschenkt. 1. Kor 3:6

 Du kannst mich allein vollkommen belehren, sie aber vermögen ohne dich nichts. Mit Worten zwar können sie dienen, den Geist geben sie nicht. Sie bringen das Wort zum Klingen, doch das Herz entzünden sie nicht, solange du schweigst. Sie überliefern Buchstaben, du aber deutest ihren Sinn. Gebote verkünden sie, du gibst die Kraft, sie zu halten. Sie weisen den Weg, du gibst die Kraft, ihn zu gehen. Sie wirken nur nach außen, du belehrst und erleuchtest die Herzen. Sie begießen von außen, du gibst die Fruchtbarkeit. Sie machen laute Worte, du gibst den Zuhörern das Verstehen. Also nicht Moses spreche zu mir, sondern du, mein Herr und Gott, die ewige Wahrheit, damit ich nicht etwa sterbe und keine Frucht bringe. Sprich zu mir, damit meine Seele ein wenig getröstet, mein ganzes Leben gebessert, dir aber Lob und Ehre und ewige Verherrlichung gezollt werde. Du hast Worte des ewigen Lebens. 

1. Kor 3,7

Es ist nicht so wichtig, wer pflanzt und wer begießt; wichtig ist allein Gott, der für das Wachstum sorgt. 1. Kor 3:7

 Ich möchte ein Gleichnis benutzen, wenn ich auch nicht mehr weiß, woher ich es habe. Wer mit dem geistlichen Leben beginnt, ist wie jemand, der einen Garten anlegen will, damit sich der Herr darin ergehen kann. Sein Grundstück ist wild und voller Unkraut. Seine Majestät selbst rodet es und setzt schöne Pflanzen ein. Dann aber müssen wir uns bemühen, mit der Hilfe Gottes selbst gute Gärtner zu werden und die Pflanzen regelmäßig begießen, damit sie nicht vertrocknen, sondern wachsen, blühen und herrlich duften, damit sich unser Herr daran erfreue. So wird er oft in unseren Garten kommen und sich zwischen den Blumen der Tugend ergehen. Teresa von Ávila 

Wichtig ist allein Gott, der für das Wachstum sorgt. 1. Kor 3:7

 Nachdem wir gepflanzt und begossen haben, müssen wir wissen, daß es an Gott ist, den Bäumen unserer guten Neigungen und Haltungen das Wachstum zu geben. Die Sorge um die Größe von Gewinn und Ernte müssen wir unserem Herrn überlassen. Der Herr sagt Wachet und betet. Würde der Herr nur sagen Wachet, so würden wir meinen, allein auskommen zu können. Da er aber hinzufügt Betet zeigt er uns, daß das Wachen derjenigen, die unsere Seele behüten, umsonst ist, wenn er sie nicht behütet. 

1. Kor 3,9

Ihr aber seid Gottes Ackerfeld und Gottes Bau. 1. Kor 3:9

Der Tempel aus Stein ist das Symbol der christlichen Gemeinde. Sie ist Gottes Bau, den Gott mit jenen lebendigen Steinen errichtet hat, die die Christen sind, auf dem einen Fundament, das Jesus Christus ist. Er ist der göttliche Tröster der Trauernden. Er ist für alle der Lehrer wahrer Rechtlichkeit, echter Gerechtigkeit, hochherziger Liebe. Er allein, kann das feste Fundament und der wirksame Schutz des Friedens und der Ruhe sein. Ihm aber, Christus, den Urheber unseres Heiles, werden alle um so vollkommener erkennen, um so inniger lieben und um so treuer nachahmen, je mehr sie zur Kenntnis und Betrachtung der Heiligen Schrift, besonders des Neuen Testamentes, angeeifert werden. Denn, wie der heilige Hieronymus sagt: Die Heilige Schrift nicht kennen, heißt Christus nicht kennen. Denn einen anderen Grund kann niemand legen außer dem, der gelegt ist, welcher ist Jesus Christus. 1. Kor 3:11 

1. Kor 3,16

Wisst ihr nicht, dass ihr Gottes Tempel seid, und dass der Geist Gottes in euch wohnt? 1. Kor 3:16

 Der Heilige Geist ist nicht wie ein Künstler, der in uns das Göttliche zeichnet, so, als ob es Ihm fremd wäre; nicht so führt uns der Heilige Geist zur göttlichen Gleichförmigkeit. Er selbst, der Gott ist und aus Gott kommt, prägt sich vielmehr in die Herzen derer ein, die Ihn empfangen, so wie das Siegel sich in das Wachs einprägt. Durch die Selbstmitteilung und die Gleichförmigkeit stellt Er die Natur nach der Schönheit des göttlichen Urbildes wieder her und gibt dem Menschen das Bild Gottes wieder. Cyrill von Alexandrien 

Wißt ihr nicht, daß ihr Gottes Tempel seid und der Geist Gottes in euch wohnt? 1. Kor 3:16

 Jeder Mensch ist ein Tempel Gottes, d.h. Gott ist in dir anwesend. Liebe, und er kommt näher. Liebe und er wird in dir wohnen. Der Herr ist also ganz nahe. Sorgen dich um nichts. Bereite stattdessen deine Seele gleich am Morgen vor, damit sie sich der Anwesenheit Gottes bewusst wird. Achte während des Tages darauf, sie oft in dieses Bewußtsein der Anwesenheit Gottes zu rufen. Ja, du bist ein Tempel Gottes. Welch Gnade! Welch Freude! Leben Sie freudig: Unser Herr schaut Sie an, und zwar mit Liebe und um so zärtlicher, je schwächlicher sie sind. Franz von Sales 

1. Kor 3,17

Der Tempel Gottes ist heilig, und der seid ihr. 1. Kor 3:17

 Die Welt, das Leben oder der Tod, das Gegenwärtige oder das Zukünftige, alles gehört euch. Ihr aber gehört Christus an, Christus aber gehört Gott an. 1. Kor 3:22‭-‬23 Der gesamte Bereich, in dem du dich befindest, die Welt, gehört dir. Das liegt daran, dass du Christus gehörst. So ist es auch mit dem Leben und dem Tod. Das Leben gehört dir, weil Christus dein Leben ist. Der Tod gehört dir, weil Christus den Tod überwunden hat. Die gegenwärtigen und die zukünftigen Dinge gehören dir, weil du Christus gehörst. Christus überblickt das Heute und die Zukunft. Nichts entgleitet seiner Hand. Diesem Christus gehörst du an, auf seiner Seite stehst du. Ist das nicht ein großer Reichtum? Der erste Gedanke und das erste Wort in der Frühe des Tages möge dem gehören, dem unser ganzes Leben gehört. Bonhoeffer

1. Korinther Kapitel 4

1. Kor 4,1

Seht in uns also Diener von Christus und Boten, denen Gott die Verkündigung seiner Geheimnisse anvertraut hat. 1. Kor 4:1

Christus hat den letzten Platz in der Welt eingenommen: das Kreuz. Gerade mit dieser radikalen Demut hat er uns erlöst und hilft uns fortwährend. Wir sind nun Diener Christi und folgen seiner Demut und setzen uns nicht in eine höhere Position dem Anderen gegenüber. Diener Christi zu sein ist Gnade. Wir erkennen, dass wir nicht aufgrund eigener Leistung handeln, sondern weil der Herr es uns gibt. Letzten Endes sind wir nur Werkzeug in der Hand des Herrn. Lasst uns in Demut das tun, was uns möglich ist und in Demut das andere dem Herrn überlassen. Gott regiert die Welt, nicht wir. Wir dienen ihm nur, soweit wir können und er uns die Kraft dazu gibt. Mit dieser Kraft freilich alles zu tun, was wir vermögen, ist der Auftrag, der den rechten Diener Jesu Christi gleichsam immerfort in Bewegung hält: Die Liebe Christi drängt uns. 

1. Kor 4,5

Urteilt niemals voreilig! Wenn Christus kommt, wird er alles ans Licht bringen, was jetzt noch verborgen ist, auch unsere geheimsten Wünsche und Gedanken. Dann wird Gott jeden so loben, wie er es verdient hat. 1. Kor 4:5

 Jedes menschliche Urteil ist nur vorläufig. Am Ende zählt nur, wie Gott uns beurteilt. “Entscheidend ist allein das Urteil, das Christus, der Herr, über mich spricht.” (1. Kor 4:4) Vor ihm werden alle Absichten und Gedanken offenbar. Deshalb sollen wir uns mit voreiligen Urteilen über andere zurückhalten. Ebenso sollten wir nicht dem Urteil anderer unterliegen und es als höchstes Ziel ansehen, dass mich alle Menschen mögen. Das macht uns von der Meinung anderer abhängig und erzeugt großen Stress! Entscheidend im Leben ist nicht, was andere von mir denken, sondern was Gott von mir denkt. Und Gott denkt gut von mir und auch vom anderen. Das sollte uns gelassen durchs Leben gehen lassen. Einen Bruder, für den ich bete, kann ich bei aller Not, die er mir macht, nicht mehr verurteilen oder hassen. Bonhoeffer 

1. Kor 4,7

Was besitzt du, das du nicht empfangen hast? 1. Kor 4:7

Die Liebe des Menschen zu Gott verdankt ihren Ursprung, ihre Entfaltung und ihre Vollendung der ewigen Liebe Gottes zu den Menschen. Er war es, der seine Finger auf deine Lippen legte, die aufeinander gepreßten Zähne öffnete, in dein Herz heilige Gnadenregungen warf und du hast sie empfangen. Dann fuhr Gott fort, durch verschiedenartigste Hilfsmittel deinen Geist zu stärken, bis er endlich den Genesungstrank seiner Liebe in dein Herz ergoß. Die Gottesliebe macht uns zu Bürgern des himmlischen Jerusalem. Der Entschluß, Gottes Willen allem vorzuziehen, ist das Wesensstück der heiligen Liebe. Die Eigenliebe dagegen macht uns zu Sklaven. 

1. Kor 4,12

Wenn man uns beleidigt, dann segnen wir. 1. Kor 4:12

Wie verhält sich dein Herz gegen den Nächsten? Liebst du ihn herzlich und aus Liebe zu Gott? Um dies genau zu erkennen, stelle dir bestimmte unangenehme, mürrische Menschen vor. An solchen übt man bestimmt die Liebe zu Gott im Nächsten, mehr noch bei Menschen, die uns durch Wort und Tat Böses zugefügt haben. Prüfe dich genau, ob dein Herz gegen sie in Ordnung ist, ob es dir sehr schwer fällt, sie zu lieben. Bist du schnell zu lieblosen Reden oder Bösem Tun bereit, besonders über Menschen, die dir nicht gut gesinnt sind? Eins muss uns klar sein. Allein die Kraft Gottes befähigt uns, auf Böses mit Gutem zu antworten: Das Reich Gottes besteht nicht in Worten, sondern in Kraft!

Christus hat jetzt keinen anderen Leib als euren, keine Hände außer eure. Eure Augen sind es, durch die Christi Erbarmen auf die Welt schaut. Mit euren Füßen geht er umher und tut Gutes. Mit euren Händen will er uns jetzt segnen. Teresa von Avila

1. Korinther Kapitel 5

1. Kor 5,7

Unser Passahlamm ist ja für uns geschlachtet worden: Christus. 1. Kor 5:7

Das jüdische Pascha, das Gedächtnis der Befreiung aus der Knechtschaft Ägyptens, sah in jedem Jahr den Ritus der Opferung der Lämmer vor. Das zentrale Symbol der Heilsgeschichte ist das Paschalamm. Es wird hier mit Jesus identifiziert, der als unser Paschalamm bezeichnet wird, das für uns geopfert wurde. In seinem Leiden und Sterben offenbart sich Jesus als das Lamm Gottes, das am Kreuz geopfert wird, um die Sünden der Welt hinweg zu nehmen. Er wurde genau in der Stunde getötet, in der gewöhnlich die Lämmer im Tempel von Jerusalem geopfert wurden. Den Sinn dieses seines Opfers hatte er selbst während des Letzten Abendmahls vorweggenommen, indem er an Stelle der rituellen Speise und des rituellen Tranks des jüdischen Pascha-Mahles sich selber unter den Zeichen von Brot und Wein darbot. So können wir wirklich sagen, dass Jesus die Tradition des alten Pascha zur Vollendung geführt und es in sein eigenes Pascha verwandelt hat.

1. Korinther Kapitel 6

1. Kor 6,11

Ihr seid abgewaschen, ihr seid geheiligt, ihr seid gerechtfertigt worden in dem Namen des Herrn Jesus und in dem Geist unseres Gottes ! 1. Kor 6:11

 Das Erste ist: Deine Sünden sind durch das Blut des Herrn Jesus abgewaschen. Alles Böse ist weggetan. Das Zweite ist: Du bist geheiligt, d.h. Gott will dich jetzt für sich haben, damit du für Ihn lebst. Du musstest zuerst gewaschen werden, denn als du noch in der Sünde lebtest, konnte Gott nichts mit dir anfangen. Das Dritte ist: Du bist auch gerechtfertigt. Gott hat dich nicht nur von der Welt gelöst, damit du in der Welt für Ihn lebst, sondern Er hat dich auch mit sich selbst in Verbindung gebracht, weil Er dich als gerecht erklärt hat und dich so betrachtet, als hättest du nie gesündigt. Du darfst und kannst jetzt sehr nah bei Ihm sein. Nur aufgrund dessen, wer der Herr Jesus ist und durch das Werk, das er vollbracht hat, konnte Gott so mit dir handeln. Und der Geist Gottes, der in dir wohnt, gibt dir die Gewissheit, dass Gott so mit dir gehandelt hat. 

1. Kor 6,12

Alles ist mir erlaubt, aber nicht alles ist nützlich! Alles ist mir erlaubt, aber ich will mich von nichts beherrschen lassen! 1. Kor 6:12

In der Gemeinde von Korinth gab es v.a. auch im sexuellen Bereich viele Missstände. Paulus greift hier kritisch den korinthischen Slogan “Alles ist mir erlaubt“ auf, erweitert ihn aber durch zwei ergänzende Nebensätze. Ja, in Gott sind wir freie Menschen. Aber frei als Mensch zu sein, bedeutet nicht, dass es gut ist, zu tun, was einem gerade in dem Sinn kommt. Denn dann bekommen die Dinge Macht über uns und beherrschen uns. Das passiert, wenn wir uns zu sehr um das Haben und den Genuss kümmern, anstatt unsere Triebe und Leidenschaften zu beherrschen und sie dem Gehorsam Christus unterzuordnen.  

Alles steht mir frei, aber nicht alles ist förderlich. Alles ist mir erlaubt, aber ich darf mich von nichts beherrschen lassen. 1. Kor 6:12

Mäßigung geht auf das griechische Wort Sophrosyne zurück. Dies bedeutet: die eigenen Grenzen erkennen, bejahen und einhalten: begrenzte Kraft, begrenzte Zeit, begrenzte Möglichkeiten. Missachte ich diese Grenzen, verliere ich das gesunde Maß, dann leidet mein Körper, meine Psyche und am Wichtigsten meine Seele und darin meine Beziehung zu Jesus. Im Kern bedeutet die Tugend des Maßhaltens: nicht mehr wollen, als gut für mich ist, als ich vertrage. Ziehe Grenzlinien: Bis hierhin und nicht weiter. Hier ist meine Grenze, mein Maß. Darüber gehe ich nicht hinaus. Aus dieser Grenzziehung heraus dürfen wir Christus in Dankbarkeit begegnen und ihn immer wieder neu bitten: gib du darin dein Erbarmen dazu. 

Es ist mir alles erlaubt — aber es ist nicht alles nützlich! Es ist mir alles erlaubt — aber es erbaut nicht alles! 1. Kor 10:23 

Wer die Begierden nicht zu beherrschen weiß, der wird von ihnen wie von unbändigen Rossen fortgerissen, fortgezerrt, zertreten, zerrissen, zerstampft. Ambrosius 

1. Kor 6,15

Wisst ihr nicht, dass eure Leiber Glieder des Christus sind? 1. Kor 6:15

So wie deine Glieder Teil deines Körpers sind (Arm, Fuß, Hand…), so bist du ein einzigartiges unaustauschbares Glied des Körpers Christi. Meine Seele ist sein und soll nur durch ihn leben. Mein Wille ist sein und soll nur für ihn lieben. Meine Liebe ist sein und soll nur nach ihm streben. Ich muß ihn lieben als meinen ersten Ursprung, denn von ihm komme ich. Ich muß lieben lieben als mein Ziel und meine Ruhe, denn für ihn bin ich da. Ich muß ihn lieben mehr als mein eigenes Sein, denn dieses besteht nur durch ihn. Ich muß ihn lieben mehr als mich selbst, weil ich ganz ihm gehöre und in ihm bin. Herr, ich gehöre zu dir.

1. Kor 6,17

Wer aber dem Herrn anhängt, ist ein Geist mit ihm. 1. Kor 6:17

Die Vereinigung mit dem Herrn ist nicht Verschmelzen, Untergehen im namenlosen Ozean des Göttlichen, sondern ist Einheit, die Liebe schafft, in der beide, also Gott und der Mensch, sie selbst bleiben und doch ganz eins werden. Nichts drängt das Herz des Menschen mehr als diese Liebe. Wenn ein Mensch sich von irgendeinem Menschen geliebt weiß, dann drängt es ihn, diese Liebe zu erwidern. Wird aber ein gewöhnlicher Mensch vom Herrn geliebt, so fühlt er sich noch mehr zur Gegenliebe gedrängt. Auf die göttliche Liebe gibt es nur eine angemessene Reaktion: Liebe, die seine Liebe mit aller Kraft zu erwidern sucht. So werden wir ein Geist mit ihm. 

1. Kor 6,19

Oder habt ihr etwa vergessen, dass euer Körper ein Tempel des Heiligen Geistes ist, der in euch wohnt und den euch Gott gegeben hat? Ihr gehört also nicht mehr euch selbst. 1. Kor 6:19

Der heilige Geist in mir, das ist nicht pille palle. Er ist nicht das Sahnehäubchen in uns, irgendwie ein “der-ist-halt-auch-da”. Ich gehöre nicht mehr mir selbst. Das ist ein krasser Bibelvers , der aber in den innersten Kern trifft, nämlich, dass Gott in mir thront, d.h. da ist jemand ihn mir, der unvorstellbar größer ist als ich, der in mir thront und herrscht mit dem Geist der Liebe. Die Lebensübergabe an Gott ist nicht nur was für Mönche und Nonnen, sondern diese Entscheidung trifft jeden von uns und meint, dass ich diesem thronenden hl. Geist in mir mein ” Ja” gebe. 

Habt ihr etwa vergessen, dass euer Körper ein Tempel des Heiligen Geistes ist, der in euch wohnt und den euch Gott gegeben hat? Ihr gehört also nicht mehr euch selbst. 1. Kor 6:19

Ein göttlicher Gast hat in mir Einzug gehalten. Welch barmherziges Herabneigen Gottes zu uns! Dieses Herabneigen verleiht unserer Seele Schönheit. Die Schönheit der Seele ist also eine Gabe Gottes. Er verleiht sie ihr durch den Heiligen Geist. Dieser Geist ordnet, was in Unordnung geraten ist, und stellt die durch die Sünde verunstaltete menschliche Natur wieder her. Er formt uns nach dem Bild des Sohnes zu einer neuen Schöpfung um. Der Heilige Geist macht unser Herz demütig und mild, gleich dem Herzen Jesu, der uns durch die Hingabe seines Leibes teuer erkauft hat. 

Ihr seid teuer erkauft. Darum verherrlicht Gott in eurem Leib und in eurem Geist, die Gott gehören! 1. Kor 6:20 

1. Korinther Kapitel 7

1. Kor 7,2

Damit niemand zu einem sexuell unmoralischen Leben verleitet wird, ist es besser, wenn jeder Mann seine Frau und jede Frau ihren Mann hat. 1. Kor 7:2

Der Eros ist im Menschen verankert. Erst gemeinsam stellen Mann und Frau die Ganzheit des Menschseins dar, werden ,,ein Fleisch’’ miteinander. Dieser Eros verweist den Menschen auf eine Bindung, zu der Einzigkeit und Endgültigkeit gehören. Die auf einer ausschließlichen und endgültigen Liebe beruhende Ehe wird zur Darstellung des Verhältnisses Gottes zu seinem Volk und umgekehrt. Die Art, wie Gott liebt, wird zum Maßstab menschlicher Liebe.

Sie gehören einander. 1. Kor 7:4

1. Kor 7,7

Ich wünschte zwar, jeder würde wie ich ehelos leben. Aber jeder hat von Gott eine besondere Gabe bekommen: Die einen leben nach seinem Willen in der Ehe, die anderen bleiben unverheiratet. 1. Kor 7:7

Paulus hat sein Herz ungeteilt dem Herrn geschenkt und lebte keusch. Die Sorge um die jungen Gemeinden hat sein Leben beseelt, es zum Gott wohlgefälligen Opfer gemacht. Alleiniges Leben in der Nachfolge des Christus hat sich in der Entstehung des Mönchtums ausgebildet. Durch Trennung von der Welt vereinen sich diese Menschen als Mönch oder Nonne inniger mit Christus, dem Herzen der Welt. Eine solche Lebensform zeigt der heutigen Welt das Allerwichtigste, ja das letztlich allein Entscheidende: daß es einen letzten Grund gibt, um dessentwillen es sich zu leben lohnt: Gott und seine unergründliche Liebe.

1. Kor 7,20

Jeder soll Gott an dem Platz dienen, an dem ihn Gottes Ruf erreichte. 1. Kor 7:20

Von Gott her sehend überblickt man seine Aufgabe im Leben, die von Gott für uns vorbereitet ist. Egal wie dieser Dienst bei dir aussieht, tue in mit Liebe. Ein Sehen von Gott her ist ein Sehen der Liebe, das dem anderen dient. Das sind seltenst die ganz großen Dinge. Zu großen Taten ist selten Gelegenheit, die kleinen aber begegnen uns zu Hunderten. Verwenden wir viel Sorgfalt und Liebe auf diese kleinen Dinge.

Dort soll er in Verantwortung vor Gott seinen Dienst tun. 1. Kor 7:24

1. Kor 7,23

Christus hat euch freigekauft. Ihr gehört jetzt allein ihm. Lasst euch nicht wieder von Menschen versklaven! 1. Kor 7:23

Die Liebe ist das Leben unseres Herzens. Wessen Herz Beute einer niedrigen Liebe geworden ist (Geldgier, Ehrsucht, Geilheit), der unternimmt nur, was sich darauf bezieht. Sie werden zu Sklaven dessen, was sie lieben. Sie haben kein Herz in der Brust und keine Seele in ihrem Herzen als nur dafür. Ebenso ist es aber auch mit der Gottesliebe. Wer einmal die Liebe zu Gott in etwas reichlicherem Maße besitzt, hat kein anderes Verlangen als nach Gott, keine Furcht außer vor Gott, keine Hoffnung außer auf Gott, keinen Mut außer durch Gott, keine Freude außer in Gott. Alle seine Regungen werden in dieser einzigen himmlischen Liebe ihre Ruhe finden. So werden wir Sklaven Christi!

1. Kor 7,29

Wir haben nicht mehr viel Zeit. 1. Kor 7:29

Unsere Lebenszeit verrinnt. Jeder Tag, jedes Jahr bringt uns dem Himmel, unserer endgültigen Heimat, einen Schritt näher. Nutzen wir die Zeit, die wir hier haben. Lassen wir uns im Gebet ordnen, reinigen und erleuchten, damit wir offen für Gottes Kraft und Weisheit werden. Er gibt uns Licht für die aktuellen Fragen unseres alltäglichen Lebens. Nutzen wir die Zeit und pflegen die intime Nähe zu ihm. Es ist schön, bei ihm zu verweilen und von der unendlichen Liebe seines Herzens berührt zu werden. Liebende sehnen sich nach ungestörtem Zusammensein, und immer ist die Zeit dafür zu kurz.

1. Kor 7,31

Das Wesen dieser Welt vergeht. 1. Kor 7:31

Was bedeutet das praktisch, dass du und ich als Christen nicht von der Welt, aber in der Welt sind? Es prägt unsere Einstellung und beeinflusst so unser Verhalten. Letztlich heißt es schlicht und einfach, dass Gott an Stelle Nr. 1 steht und alles, was wir leben und erleben, durch und durch von seiner Gegenwart durchdrungen ist. Ist Gott nicht an Stelle Nr. 1, so verlieren wir uns an diese Welt und somit verlieren wir uns selbst. Wir dürfen keinen Augenblick die großen Dinge um derentwillen wir hier leben aus dem Auge verlieren.  Darum: Verliert euch nicht an diese Welt, auch wenn ihr in ihr lebt. Denn diese Welt mit allem, was sie zu bieten hat, wird bald vergehen. (1. Kor 7:31)

Herr, hier sind wir. Wir wollen dir dienen. Nimm unsere Hände in deinen Dienst. Öffne unsere Lippen für dein Wort. Fülle unser Herz mit deiner Liebe. Mach uns zu Boten deines Friedens. Nach einem Gebet von Michel Quoist

Verliert euch nicht an diese Welt, auch wenn ihr in ihr lebt. Denn diese Welt mit allem, was sie zu bieten hat, wird bald vergehen. 1. Kor 7:31

Weltliche Reichtümer und Genüsse haben etwas Verlockendes, wer aber in diese Äpfel beißt, wird betäubt werden. Wer ihnen zu große Aufmerksamkeit schenkt, stirbt daran. Hätte ich auch allen Trost dieser Welt, alle Freuden dieses Lebens ganz allein zu genießen, so wüsste ich doch gewiss, dass dieser Genuss keinen Bestand haben und den Durst meines Herzens nicht sättigen könnte. Und wenn du alle erschaffenen Güter hättest, so würdest du doch keine volle Ruhe, keine Seligkeit darin finden. Denn Gott, der alle Dinge erschaffen hat, ist doch besser als alle seine Werke. Also nur in Gott ist volle Ruhe, die ganze Seligkeit zu finden.

Ich möchte, dass ihr ein vorbildliches Leben führt und unbeirrt nur das eine Ziel verfolgt, dem Herrn zu dienen. 1. Kor 7:35

1. Korinther Kapitel 8

1. Kor 8,1

Die richtige Erkenntnis allein führt nur zu Hochmut. Liebe dagegen baut die Gemeinde auf. 1. Kor 8:1

Immer wieder: das Entscheidende ist die Liebe. Sie verleiht all unseren Tun ihren Glanz. Diese Liebe empfangen wir von Gott, der die Liebe ist. Bilden wir uns also nichts ein auf unser Wissen oder Können. Das lässt uns hochmütig werden. Es ist die gegenseitige Liebe zwischen Gott und uns, aus der wir alle leben. “Wer aber Gott liebt, dem wendet sich Gott in Liebe zu.” (1. Kor 8:3). Welch Segen! Welch Gnaden! Gemeinsam bekennen wir:

Wir haben doch nur einen Gott, den Vater, der alles erschaffen hat und für den wir leben. Und wir haben auch nur einen Herrn, Jesus Christus, durch den alles geschaffen wurde. Durch ihn haben wir das Leben empfangen. 1. Kor 8:6

1. Korinther Kapitel 9

1. Kor 9,16

Dass ich die rettende Botschaft verkünde, ist allerdings kein Anlass, mich zu loben. Ich muss es tun! 1. Kor 9:16

Paulus möchte den Weg für die Botschaft Jesus frei machen, die Menschen aus Fesseln löst, die sie binden. Wir dürfen verkünden: Jesus macht wirklich frei, frei dazu, den Willen des Vaters zu tun, so wie er es tat. Er war nicht gekommen, um seinen eigenen Willen zu tun, sondern den Willen seines Vaters. Mehr noch: Wir müssen diese Botschaft verkündigen. Wer die frei machende Botschaft Jesus erfahren und angenommen hat, den drängt es, anderen davon zu berichten.

1. Kor 9,21

Ich befolge das Gesetz, das Christus uns gegeben hat. 1. Kor 9:21

Die Gemeinde Jesu ist eine Gemeinschaft gegenseitigen Tragens. Du trägst und wirst ertragen. Ertragen bedeutet jedoch nicht Erdulden. Ungutes Verhalten muss benannt werden. Aus zerstörerischen Beziehung muss man sich ggf. zurück ziehen. Und Handeln wir immer in der Gegenwart des Herrn, der uns Bruder und Freund ist, Hüter unserer Seelen und darin auch unser Arzt.

1. Kor 9,22

Ich bin allen alles geworden, damit ich auf alle Weise etliche rette. 1. Kor 9:22

Der Christ muss in der Kontemplation verankert sein. Denn nur so ist ihm möglich, die Nöte der anderen in sein Innerstes aufzunehmen, so dass sie die seinen werden. In der Kontemplation lassen wir uns hinauf reißen zu Gott, um gerade so absteigend allen alles zu werden. So klettern wir täglich die Jakobsleiter hinauf und runter. So betreten wir wie Moses das heilige Zelt, um so von Gott her ganz für den anderen da zu sein. Als Christen können wir nur dann Licht sein, wenn wir in unserem Innersten uns von Gottes Wort nähren lassen. Es ist das Wort, das erhellt, reinigt und bekehrt und gewiss nicht wir. Wir sind lediglich Diener des Wortes des Lebens. Jeder sollte sagen können: Alles tue ich um des Evangeliums willen.

Um möglichst viele für Christus zu gewinnen, habe ich mich zum Sklaven aller Menschen gemacht. 1. Kor 9:19

1. Kor 9,25

Jeder aber, der sich am Wettkampf beteiligt, ist enthaltsam in allem, jene, um einen vergänglichen Siegeskranz zu empfangen, wir aber einen unvergänglichen. 1. Kor 9:25

Da nun die Zeit der Enthaltsamkeit ist: Enthalten wir uns, und zwar nicht nur der Nahrung – das genügt nicht –, sondern lasst uns enthaltsam darin sein, […] den guten Ruf unseres Bruders zu beneiden, uns über unseren Nächsten zu ärgern oder aufzuregen, unserer Zunge freien Lauf zu lassen und sie nicht zu zügeln. Vielmehr soll sie sich selbst Grenzen setzen, sodass wir weder zu viel noch zu jeder Zeit und nur über angemessene Dinge reden. Unsere Augen sollen sich vor schamlosen Blicken hüten, unsere Ohren seien geschlossen und sollen sich nur öffnen, um zu hören, was Gott wohlgefällt und was er liebt. Ja, meine geliebten Kinder, ja, ich ermahne euch: Macht aus euch ein Instrument, eine liebliche Harfe des Heiligen Geistes. […] Haltet Frieden untereinander. Theodor von Studion

1. Kor 9,26

Ich weiß genau, wofür ich mich mit aller Kraft einsetze. Ich laufe und habe dabei das Ziel klar vor Augen. Wenn ich kämpfe, geht mein Schlag nicht ins Leere. 1. Kor 9:26

Hier kann unsere Liebe nur beginnen, vollendet wird sie erst in der Ewigkeit. Die Seele ist Braut und Verlobte des unbefleckten Lammes schon in diesem Leben, aber noch nicht Vermählte. Die Hochzeit aber findet in der Ewigkeit statt. Sind wir einmal im Himmel als Vermählte des göttlichen Lammes, dann ist das Band, das uns mit unserem höchsten Gut vereinigt, ewig und unzertrennlich. Freilich gibt uns der göttliche Bräutigam jetzt schon, da wir noch in der Erwartung des feierlichen Kusses unzertrennlicher Vereinigung in der himmlischen Herrlichkeit stehen, oft den Liebeskuß durch tausendfache Empfindungen seiner liebreichen Gegenwart. Küßte er die Seele nicht, so würde die Seele nicht angezogen.

Wir wollen uns freuen, jubeln und Gott ehren. Jetzt ist der große Hochzeitstag des Lammes gekommen. Seine Braut hat sich dafür bereitgemacht! Offb 19:7

1. Korinther Kapitel 10

1. Kor 10,6

Diese Dinge aber sind zum Vorbild für uns geschehen, damit wir nicht nach dem Bösen begierig werden, so wie jene begierig waren. 1. Kor 10:6

Paulus lenkt den Blick auf die Geschichte Israels. Er erinnert, wie Gott sein Volk aus der Gefangenschaft in Ägypten gerettet, geführt und versorgt hat. Aber manche haben sich trotzdem von Gott abgewendet und sich anderen Gottheiten zugewendet. Dieser Ungehorsam, die Undankbarkeit der Israeliten kann uns ein Vorbild sein. Es sind warnende Lichter! Wir können und sollen anders leben und uns immer neu an das erinnern, was uns in Jesus geschenkt ist. Bei Jesus, dem Felsen, wollen wir auftanken und unseren Durst stillen. Götzen sind alle Dinge, die uns so wichtig werden, dass sie uns von Gott wegziehen.

Werdet nicht zu Menschen, die Götzen anbeten! 1. Kor 10:7

1. Kor 10,10

Murrt nicht. 1. Kor 10:10

Unter Widerwärtigkeiten steigt leicht Murren auf. Bei vielen wird dies innere Murren etwas Ständiges. Sie leiden an chronischer Unzufriedenheit. Man klagt über Verhältnisse und Menschen. Man versteht Gott nicht und redet darum harte Worte wider ihn. Wer über sein Ergehen murrt, der tadelt die Wege Gottes. Alle Wege Gottes sind recht. Sein Tun ist wohlgetan. Aber solange der Mensch verkehrt ist, hält er Gott für verkehrt. Er weiss nicht, dass Gott demütigt, um uns vor dem Großwerden zu bewahren, dass er uns ausleert, um uns mit echtem Gehalt zu füllen, dass er tötet, um uns in sein Leben hineinzuziehen, dass er Bande zerschneidet, um die Verbindung mit ihm herzustellen. Wer die Wege Gottes versteht, der steckt seinen Mund in den Staub. Er betet an und gibt Gott die Ehre. Pass auf, dass du dich nicht vom Geist der Unzufriedenheit infizieren lässt. Er saugt alle Freude und Dankbarkeit, die du normalerweise gegenüber Gott empfindest, aus dir heraus.

Stellt die Güte und Geduld von Christus, dem Herrn, nicht auf die Probe.  1. Kor 10:9

1. Kor 10,12

Wer steht, sehe zu, daß er nicht falle. 1 Kor 10,12

Sind die meisten Menschen beständiger als David und Petrus, die doch Kinder des Heiles waren und dann doch, wenn auch für kurze Zeit, von dieser Liebe abgefallen sind? Wer kann wohl sicher sein, in dieser Schiffahrt des irdischen Lebens die Gottesliebe zu bewahren, da solche Menschen so furchtbaren Schiffbruch erlitten haben? Wenn unsere Seele in diesem Leben auch die göttliche Liebe in reichem Maß besitzt, so ist sie dennoch nie so sehr davon erfüllt, daß sie diese nicht durch eine Versuchung verlieren könnte. Solange wir in diesem Leben sind, tragen wir immer tausenderlei Stimmungen und Armseligkeiten mit uns herum. Daher besteht große Gefahr, daß unsere Liebe ihren Gegenstand wechselt und trübe wird.

Wer meint, er stehe, der sehe zu, dass er nicht falle! 1. Kor 10:12

Wenn der Lampe nicht beständig neues Öl zufließt, so wird sie trotz ihres jetzigen strahlenden Lichtglanzes doch morgen schon rauchen. Hüte dich, dass du dich nicht in deinen Tugenden selbstgefällig erhebst, sondern lass all  Vertrauen auf Christus und seine Kraft gerichtet sein. Bete und lies das Wort Gottes und wache über dein Handeln. Lebe in inniger Gemeinschaft mit deinem Gott. Dein Herz sei entzündet von Liebe zu den Menschenseelen. Lasst uns beten, lasst uns wachen: Herr, sei mächtig in uns Schwachen!

Gott ist treu. Er wird nicht zulassen, dass die Prüfung über eure Kraft geht. Er wird euch bei allen Versuchungen den Weg zeigen, auf dem ihr sie bestehen könnt. 1. Kor 10:13

1. Kor 10,17

Ein Brot ist es, so sind wir viele ein Leib. Denn alle teilen wir uns in das eine Brot. 1. Kor 10:17

Wir stehen in “Gemeinschaft mit dem Opferaltar” (1.Kor 10,18) Jesus Christus. Die Vereinigung mit Christus im Empfang des gewandelten Brotes ist zugleich eine Vereinigung mit allen anderen, denen er sich schenkt. Ich kann Christus nicht allein für mich haben, ich kann ihm zugehören nur in der Gemeinschaft mit allen, die die Seinigen geworden sind oder werden sollen. Wir werden ein Leib, eine ineinander verschmolzene Existenz. Gottesliebe und Nächstenliebe sind nun wirklich vereint.

Das Brot, das wir brechen, ist es nicht die Gemeinschaft des Leibes des Christus? 1. Kor 10:16

1. Kor 10,24

Niemand suche das Seine, sondern jeder das des anderen. 1. Kor 10:24

Paulus lehnt Ich-Fixierung, das Suchen des eigenen Nutzens ab, eben weil es nicht “aufbaut“, sondern Zwietracht und Instabilität fördert. Stattdessen sollen Christen den Nutzen des anderen suchen. Jesus lehrt uns, dass die Bereitschaft, Gottes Willen in allem zu tun, auch bedeutet, stets bereit zu sein, anderen zu dienen. Jesu mitleidvolles Herz war stets aktiv, und auch wenn er vorhatte, sich zu erholen, ließ er sich immer von seiner Sehnsucht antreiben, sich den Menschen zu schenken, die das Wort Gottes brauchten. Die leidenschaftliche Liebe, die Jesus antrieb, befreit aus Selbstsucht und öffnet den Blick für die Mitmenschen in nächster Nachbarschaft und in weiter Ferne. Mit diesem weiten Blick und dem mitfühlenden Herzen werden wir frei, das zu suchen, was verbindet und zum Leben hilft.

Denkt bei dem, was ihr tut, nicht nur an euch. Denkt vor allem an die anderen und daran, was für sie gut ist. 1. Kor 10:24

1. Kor 10,31

Was immer ihr tut, ob ihr esst oder trinkt oder was es auch sei – verhaltet euch so, dass Gott dadurch geehrt wird 1. Kor 10:31

Christliche Künstler (z.B. Bach) haben als Werk-Überschrift häufig J.J. geschrieben, d.h. “Jesu Juva” und heißt übersetzt “Jesus hilf”. Am Ende des Musikwerks stand dann oft SDG, d.h. “Soli Deo Gloria” und heißt übersetzt “Gott allein die Ehre”. Vor jeden deiner Tage kannst du ein J.J. setzen – Jesus hilf mir beim friedvollen Umgang mit meinem Nächsten – und am Tagesende ein “SDG” – Gott allein die Ehre, für seine gnadenreiche Hilfe was den friedvollen Umgang mit dem Nächsten angeht. Gehe ganz anders in den Tag mit dem Gedanken, dass egal was und wie du etwas heute tust, du darauf achtest, in deinem zwischenmenschlichen Verhalten Gott zu ehren. Das hört sich für den ein oder anderen abgehoben und zu abstrakt an, aber letztlich kann es ganz simpel heißen, dass ich an einem ganz normalen Tag im Vertrauen auf Gott in der Familie und bei der Arbeit versuche mit meinen Nächsten liebevoll und friedfertig um zu gehen. Und wenn’s mal nicht klappt … das vertraue ich Gottes unerschöpflicher Barmherzigkeit an.

Ob ihr nun esst oder trinkt oder sonst etwas tut — tut alles zur Ehre Gottes! 1. Kor 10:31

Der Gottesdienst kann im menschlichen Leben nicht auf einen besonderen privaten Moment beschränkt werden, sondern von seinem Wesen her neigt er dazu, jeden Aspekt der Wirklichkeit des Individuums zu durchdringen. Wenn alles in unserem Leben auf die Ehre Gottes ausgerichtet ist, wird das auch in den normalsten Dingen unseres Lebens zu sehen sein. Ob es nun Essen oder Trinken ist oder was auch immer, im Leben eines Christen sollte alles zur Ehre Gottes sein. Der neue christliche Gottesdienst umfasst jeden Aspekt des Daseins und verwandelt ihn. In jedem Akt seines Lebens ist der Christ berufen, die wahre Gottesverehrung auszudrücken. 

Tut alles zur Ehre Gottes! 1. Kor 10:31

Es muß bedacht werden, daß es keinen Beruf gibt, der nicht Unangenehmes, Bitteres und Ekelhaftes mit sich bringt. Bevor Sie eine Ihnen unangenehme Aufgabe Ihres Berufes erfüllen oder sich darauf vorbereiten, denken Sie daran, daß die Heiligen andere, viel größere und schwierigere Dinge freudig getan haben. Ich möchte, daß Sie während des Tages oft Gott anrufen, er möge Ihnen die Liebe zu Ihrem Beruf schenken. Bringen Sie behutsam das Amt der Marta mit dem der Maria in Verbindung. Verrichten Sie eifrig Ihre Berufsarbeit, kehren Sie aber oft zu sich selbst zurück, im Geist zu Füßen Unseres Herrn, und sagen Sie: Mein Herr, ob ich nun laufe oder stillstehe, ich gehöre ganz Dir und Du gehörst mir. Franz von Sales

1. Korinther Kapitel 11

1. Kor 11,24

Das ist mein Leib, der für euch hingegeben wird.  1. Kor 11:24

Die Gedächtnisfeier seiner vollkommenen Gabe besteht nicht in der einfachen Wiederholung des Letzten Abendmahles, sondern in der radikalen Neuheit der Eucharistie. So hat Jesus uns die Aufgabe hinterlassen, in seine Stunde einzutreten. Die Eucharistie zieht uns in den Hingabeakt Jesu hinein. Wir empfangen nicht nur statisch den inkarnierten Logos, sondern werden in die Dynamik seiner Hingabe hinein genommen. Er zieht uns in sich hinein. Die Wesensverwandlung von Brot und Wein in seinen Leib und sein Blut bringt eine Veränderung, die dazu bestimmt ist, einen Prozess der Verwandlung der Wirklichkeit auszulösen, dessen letztes Ziel die Verklärung der gesamten Welt ist bis zu jenem Zustand, in dem Gott alles in allem sein wird.

Tut dies zu meinem Gedächtnis! 1. Kor 11:25

1. Kor 11,26

Jedes Mal, wenn ihr dieses Brot esst und aus diesem Kelch trinkt, verkündet ihr, was der Herr durch seinen Tod für uns getan hat, bis er kommt. 1. Kor 11:26

In der Eucharistie offenbart sich der Plan der Liebe, der die gesamte Heilsgeschichte bestimmt. In ihr  Gott, der in sich selbst die Liebe ist, sich gänzlich in unsere menschliche Befindlichkeit hinein. Im Brot und im Wein, unter deren Gestalten Christus sich uns im österlichen Mahl schenkt kommt das ganze göttliche Leben zu uns und teilt sich uns mit. Gott ist das vollkommene Mit- und Ineinander gegenseitiger Liebe zwischen dem Vater, dem Sohn und dem Heiligen Geist. Im gestorbenen und auferstandenen Christus und in der Aussendung des Heiligen Geistes, der unbegrenzt gegeben wird, werden wir der innersten Tiefen Gottes anteilig. Jesus Christus teilt uns in der eucharistischen Gabe also das eigene göttliche Leben mit. Es handelt sich um eine absolut vorleistungsfreie Gabe, die allein den Verheißungen Gottes nachkommt und diese über alle Maßen erfüllt.

Jeder soll sich also prüfen und erst dann von dem Brot essen und aus dem Kelch trinken. 1. Kor 11:28

1. Kor 11,32

Straft uns aber der Herr, so will er uns erziehen, damit wir nicht zusammen mit der gottlosen Welt verurteilt werden.1. Kor 11:32

Gott straft? Gott straft uns nicht im Sinne der Vergeltung oder Wiedergutmachung, den Christus hat am Kreuz alle Strafe auf sich genommen und uns mit Gott versöhnt. Aber: Gott greift ein, wirkt erzieherisch, wenn wir vom Weg abkommen, gibt uns gewissermaßen einen Stupser, um uns wieder in die rechte Bahn zu lenken. Dieses Eingreifen kann dann als Leiden empfunden werden. Dennoch: Die Präsenz Gottes zielt auf die Heilung und das Heil der Menschen! Eine leidvolle Begebenheit kann z.B. einen Menschen zu einer Umkehr im Denken und im Handeln bewegen. Wir müssen den Wert des Leidens wiederentdecken, müssen lernen, dass das bestimmtes (nicht alles!) Leiden eine sehr positive Wirklichkeit sein kann, die uns dabei hilft zu reifen, mehr zu uns selbst zu kommen, näher beim Herrn zu sein, der für uns gelitten hat und der mit uns leidet. Gott liebt uns. Wir sind seine Kinder. Und: “Einer ist der Arzt, Jesus Christus, unser Herr” (Ignatius). Dieser Arzt Jesus Christus will unser Heil und schenkt uns die notwendige Medizin, auch wenn diese hin und wieder bitter schmeckt.

1. Korinther Kapitel 12

1. Kor 12,7

Bei jedem zeigt sich das Wirken des Geistes auf eine andere Weise, aber immer geht es um den Nutzen der ganzen Gemeinde. 1. Kor 12:7

Gott wirkt und vollbringt seine Werke in dieser Welt vor allem durch Menschen. Über unsere Kindschaft hinaus beruft er uns. Der heilige Geist wirkt hier. Er will uns gebrauchen. Öffnen wir uns, damit er sich in uns entfalten kann und uns zu Mitarbeiter in Gottes neuer Welt werden lässt. Hört sich abgehoben und unkonkret an? ist es nicht. Wer mit offenen Augen und Herzen in seinem Alltag unterwegs ist und sich immer wieder im Kurzgebet an den Geist wendet “Was soll ich hier tun? Wie soll ich zum Wohl aller dienen?”, der wird sehr schnell diese Konkretheit des Wirkens des heiligen Geistes in seinem Leben heute erfahren.

1. Kor 12,12

So wie unser Leib aus vielen Gliedern besteht und diese Glieder einen Leib bilden, so ist es auch bei Christus: Sein Leib, die Gemeinde, besteht aus vielen Gliedern und ist doch ein einziger Leib. 1. Kor 12:12

Die Liebe und der Leib Christi sind unzertrennbar verbunden. Was aber ist nun der Leib Christi? Leib Christi bedeutet, dass wir in der leiblichen Gegenwart des Herrn leben, mit und in Christus sind und dass Christus in uns ist. Ist er in uns allen, so ist er der alles Verbindende, die Brücke zwischen dem Ich und du, das wahre neue Wir. Die Größe dieser Gabe darf uns nicht unbewusst bleiben. Die Folge auch nicht: die tiefe Verbundenheit mit unseren Geschwistern in ihm. 

Was er euch sagt, das tut! (Joh 2,5). Das sagt er uns, dass die Liebe zu ihm und die Liebe zu seinen Geschwistern unzertrennbar miteinander verbunden sind.

1. Kor 12,14

Wie jeder Körper besteht dieser Leib aus vielen Teilen, nicht nur aus einem. 1. Kor 12:14

Der Leib hat viele Glieder: Auge, Hand, Fuß etc. Jedes bleibt, was es ist. Hand wird nicht Auge und Auge wird nicht Ohr. Voller Ehrfurcht bin ich davor, wie unterschiedlich der Schöpfer die Menschen schafft. Keiner gleicht dem anderen. Jeder ist einzigartig, unaustauschbar und unverzichtbar. Aber doch sind wir nur, was wir sind als Glieder an dem einen Leib. Gerade wenn wir an dem Anderssein bestimmter Menschen leiden oder versucht sind verächtlich auf sie zu schauen, hilft uns dieses Bild des Leibes, uns durch das Wahrnehmen der Einheit wieder auf die Liebe zu fokussieren. 

Gott liebt den Menschen. Gott liebt die Welt. Nicht einen idealen Menschen, sondern den Menschen, wie er ist, nicht eine Idealwelt, sondern die wirkliche Welt. Bonhoeffer

1. Kor 12,18

Deshalb hat Gott jedem einzelnen Glied des Körpers seine besondere Aufgabe gegeben, so wie er es wollte.1. Kor 12:18

Mutter Teresa drückt dies so aus: Was ich tun kann, kannst du nicht tun. Was du tun kannst, kann ich nicht tun. Aber gemeinsam können wir etwas Schönes für Gott tun. Stimmt! Handeln wir gegen den anderen, handeln wir gegen den Leib Christi. Darum stellt der auferstandene Christus dem Christenverfolger Paulus die Frage “Warum verfolgst du mich?” (Apg 9,4). Dieser Leib Christi umfasst alle, die Starken und die Schwachen und jeder hat seinen Platz und seine Aufgabe. Caritas ist falsch verstanden, wenn wir darunter allein verstehen, dass die Schwachen die Starken brauchen. Nein. Die Starken können auch nicht ohne die Schwachen sein. Die Ausschaltung der Schwachen ist der Tod der Gemeinschaft. 

Darum: Öffne dein Herz für den anderen, egal wie er dir sich zeigt und lasse ihn bei dir eintreten, sei er nun stark oder schwach, seist du nun stark oder schwach, öffne dein Herz.

1. Kor 12,22

Vielmehr sind gerade die Teile des Körpers, die schwächer und unbedeutender erscheinen, besonders wichtig. 1. Kor 12:22

Das Gesetz des Christus, sich einander in Liebe zu ertragen, ist vollkommen. Es erquickt unsere Seele weil wir in seinem Leib voll Dankbarkeit sind für unser aller Angenommensein. Das erfreut mein Herz. Du kannst Dich fallen lassen. Du darfst auch einmal schwach sein. Gerade das ist ein Zeichen von christlicher Gemeinschaft, dass wir auch unsere Schwäche, unsere Wunden zeigen dürfen. Gerade die schwachen Glieder sind unentbehrlich für den Leib. In seinem Leib nach diesem Gesetz zu leben ist begehrenswerter als Gold und süßer als Honig. So kann ich nur mit ganzem Herzen ausrufen: 

Herr, mein Fels und mein Erlöser! Ps 19:15

1. Kor 12,25

Nach seinem Willen soll unser Leib nämlich eine untrennbare Einheit sein, in der jeder einzelne Körperteil für den anderen da ist. 1. Kor 12:25

Wir leben in unterschiedlichsten Formen in Gemeinschaft (Familie, Ehe, Kloster, Kollegen etc.). Diese Gemeinschaft ist nie statisch, sondern stets dynamisch. Beziehung ist lebendig und verändert sich. Darum ist sie nie bleibender Besitz, sondern ist immer auch gefährdet. Sie kann zerbrechen, wenn wir nicht gut miteinander kommunizieren, wenn jeder nur auf sich schaut, wenn jeder sich hinter seinem Vorurteil verschanzt, wenn wir nicht vergeben können. 

Lebe und achte die Gemeinschaft dort wo dich Gott hingestellt hat. Sie ist ein großes Geschenk Gottes. Sei achtsam. Sei dir stets der Gefährdung bewusst.

1. Kor 12,26

Wenn ein Glied leidet, leiden alle anderen mit. 1. Kor 12:26

Es ist immer problematisch, wenn einer, dem es gut geht, einen anderen trösten soll, dem es nicht gut geht (Krankheit, Liebesverlust etc.). Häufig bleibt es rhetorisch und pathetisch. Dennoch: Wenn diese Menschen spüren können, das wir Mitleidende sind, dass wir mit ihnen das Kreuz in Gemeinschaft mit Christus tragen wollen, indem wir vor allem mit ihnen beten, ihnen auch mit einem von Sympathie, von Liebe erfüllten Schweigen beistehen, ihnen helfen, soweit es uns möglich ist, dann können wir glaubwürdig werden.  Wir müssen es akzeptieren, dass vielleicht in einem ersten Augenblick unsere Worte nur als blosse Worte erscheinen mögen. Wenn wir aber wirklich in diesem Geist der wahren Nachfolge Jesu leben, finden wir auch die Möglichkeit, anderen mit unserer Sympathie nahe zu sein. Sympathie heisst etymologisch Mit-leiden für den Menschen, indem man ihm hilft, mit ihm betet und auf diese Weise das Vertrauen erzeugt, dass auch im finstersten Tal die Güte des Herrn vorhanden ist.  Wir können das Herz nicht durch unsere Worte öffnen, sondern durch die grosse Lehre Christi, durch sein Bei-uns-Sein, und so helfen, dass das Leiden und der Schmerz tatsächlich zur Gnade des Reifens, der Gemeinschaft mit dem gekreuzigten und auferstandenen Christus wird.

Leidet ein Teil des Körpers, so leiden alle anderen mit, und wird ein Teil geehrt, freuen sich auch alle anderen. 1. Kor 12:26

Wo die Welt den Nächsten verachtet, wird der Christ ihn lieben und ihm dienen. Wo die Welt ihm Gewalt tut, wird er helfen und lindern. Wo die Welt ihn entehrt und beleidigt, wird er seine Ehre geben für die Schande des Nächsten. Wo die Welt Gewinn sucht, wird er verzichten. Wo die Welt ausbeutet, wird er sich entäußern. Wo die Welt unterdrückt, wird er sich herabbeugen und aufrichten. Verweigert die Welt Gerechtigkeit, so wird er Barmherzigkeit üben. Hüllt sich die Welt in Lüge, so wird er seinen Mund für die Stummen auftun und für die Wahrheit Zeugnis geben. Bonhoeffer 

Erfülle uns mit deiner Liebe, damit wir sie weiter schenken. Gib uns deinen Segen, damit wir zum Segen werden

1. Kor 12,27

Ihr alle seid der eine Leib von Christus, und jeder Einzelne von euch gehört als ein Teil dazu. 1. Kor 12:27

Im eucharistischen Geheimnis schenkt uns Christus immerfort seinen Leib und macht uns zu seinem Leib. In der Eucharistiefeier essen wir alle von dem einen Brot. Darum sind wir alle einer in Christus. Dieser Glaube ist in seinem Kern unsichtbar. Aber weil wir uns in unserem Menschsein an den einen Christus binden, wird dieser Glaube sichtbarer Leib. Die Inkarnation des Logos setzt sich fort, ja wir sind als Glieder Christi eine Erweiterung seiner persönlichen Gegenwart in der Welt. 

Daraus folgt unsere Sendung in Übereinstimmung mit Christus zu leben und ihn in die Welt zu tragen. Das ist im Kern der tiefste Sinn und das tragende Fundament unseres Lebens!

1. Korinther Kapitel 13

1. Kor 13,1

Wenn ich in Sprachen der Menschen und der Engel redete, aber keine Liebe hätte, so wäre ich ein tönendes Erz oder eine klingende Schelle. 1. Kor 13:1

Wir reden so viele Worte am Tag. Achte darauf, dass deine Worte von Herzen kommen und von der Liebe beseelt sind. Dann werden sie auf den anderen aufbauend und verbindend wirken. Lass die Liebe die Quelle sein, aus der du deine Worte sprichst. Viel zu häufig reden wir ungut aus dem Ärger oder der Wut heraus oder einfach nur unbedacht und oberflächlich. Sicher werden wir nie immer und ganz das umsetzen können, aber es hilft schon sehr, bewusst auf seine Sprache zu achten und was sie im anderen bewirkt.

1. Kor 13,2

Und wenn ich Weissagung hätte und alle Geheimnisse wüsste und alle Erkenntnis, und wenn ich allen Glauben besäße, sodass ich Berge versetzte, aber keine Liebe hätte, so wäre ich nichts. 1. Kor 13:2

Wir sind alle spirituell auf der Suche. Auf dieser Suche eignen wir uns auch Erkenntnisse an und vertiefen unseren Glauben. Wir dringen in Geheimnisse vor und weissagen evtl. indem wir von Gott her zu den Menschen reden. Irgendwie versuche ich das ja auch mit meinen Impulsen. Auch hier gilt. Fehlt die Liebe, ist alle spirituelle Suche wertlos und dient nur dazu, mein Selbstwertgefühl aufzubauen und mich interessant zu machen.  Ich gebe mit meiner Erkenntnis an und bin übertrieben stolz darauf, dass andere meine Worte so toll finden oder mich für meinen Glauben bewundern. Das alles ist aber dann ein Irrweg. Nur in der Liebe macht uns aller Glauben und Erkenntnis demütig.

1. Kor 13,3

Wenn ich alle meine Habe austeilte und meinen Leib hingäbe, damit ich verbrannt würde, aber keine Liebe hätte, so nützte es mir nichts! 1. Kor 13:3

Die Habe austeilen ist facettenreich (Geld, Zeit, materielle Güter etc.). Damit helfen wir dem Nächsten, v.a. den Armen an Leib und Seele. Ohne die Liebe bleibt das allerdings reiner Aktionismus. Es geht um ein inneres Teilnehmen an dem Leid des Nächsten, um eine wirkliche innere Verbindung, aus der heraus ich meine Habe austeile, ich mich selbst dem anderen gebe. Ja, das steht an erster Stelle: Ich muss mich selbst geben und nicht einfach irgendetwas.

1. Kor 13,4

Die Liebe ist langmütig und gütig. 1. Kor 13:4

Langmütig zu sein, bedeutet Geduld zu haben zu haben mit den Eigenheiten des Nächsten. Ärgere dich nicht schnell über den anderen, sondern versuche in der Gelassenheit zu wohnen. In Gottes Kraft gelingt es dir so, auch Menschen zu lieben, die dir nicht unbedingt sympathisch sind. Dein Herz öffnet sich und deine Liebe fließt so zu allen über. Die Weite deines Herzens spiegelt das Vertrauen in die Menschen wider. Hier wird keine Forderung sichtbar, sondern die Eigenschaft der Liebe verwandelt den Menschen und gibt ihm ein gutes Daseinsgefühl. Gütige Liebe zum anderen bedeutet, dass wir es gut mit ihm meinen. Wir wollen nur sein bestes und handeln dementsprechend.

Liebe ist geduldig. 1. Kor 13:4

Wir können uns wehren, können manches nach unserem Willen gestalten – im Grunde müssen wir annehmen, was kommt und gegeben wird. Das zu verstehen und sich danach zu verhalten, ist Geduld. Wer das nicht will, steht in immerwährendem Konflikt mit dem eigenen Dasein. (…) Wir müssen Geduld auch haben mit den Menschen, mit denen wir verbunden sind. Ob das nun die Eltern sind, oder der Ehepartner, das Kind; der Freund, der Arbeitsgenosse, oder wer immer – mündiges, verantwortetes Leben fängt damit an, dass wir den Menschen annehmen, wie er ist. Romano Guardini

Geduld müssen wir auch haben mit uns selbst. Wir wissen – in etwa; in der Form eines mehr oder weniger klaren Wunsches -, wie wir sein möchten. Möchten gern diese Eigenschaft los sein, jene haben, und stoßen uns daran, doch zu sein, wie wir eben sind. Es ist schwer, der bleiben zu müssen, der man ist; demütigend, immer die gleichen Fehler, Schwächen, Kümmerlichkeiten fühlen zu müssen. Romano Guardini

Die Liebe beneidet nicht, die Liebe prahlt nicht. Die Liebe bläht sich nicht auf. . 1. Kor 13:4

Ja, es tut uns gut, vor anderen gut da zu stehen, Anerkennung auf welche Weise auch immer von ihnen zu bekommen. Das ist alles nur zu menschlich. Wenn´s allein nur darauf mir ankommt, dann bin ich auf keinem guten Weg. Wer dagegen in der Liebe wohnt und sich von ihr erfüllen lässt, hat es nicht nötig, sich gut dazustellen, um anzugeben, sich über andere zu erheben und auf sie geringschätzig zu blicken. Und so beneidet die Liebe auch nicht, sondern freut sich vielmehr mit dem Nächsten. Die Liebe bringt uns in Berührung mit dem inneren Selbst. So schenkt sie uns Gelassenheit und innere Ruhe. Wir sind in Übereinstimmung mit uns selbst. Dadurch können wir dem Hang zu Neid oder Prahlsucht widerstehen.

Liebe hat Geduld. Liebe ist gütig. Sie kennt keinen Neid. Sie macht sich nicht wichtig und bläht sich nicht auf. 1. Kor 13:4

1. Kor 13,5

Liebe verletzt nicht den Anstand. 1. Kor 13:5

Anstand hört sich aus unserer Zeit heraus etwas spießbürgerlich an. Dies musst du ausklammern. Den Anstand nicht zu verletzen, bedeutet hier, dass wir ein Empfinden haben für den Wert des Gegenübers, so dass wir ihm bei allem Fehlverhalten oder nicht vorhandener Sympathie mit dem gebührenden Respekt gegenüber treten und ihn als Mensch ansprechen.

Die Liebe ist nicht unanständig. 1. Kor 13:5
Die Liebe verhält sich nicht taktlos. 1. Kor 13:5

Die Liebe sucht nicht das Ihre. 1. Kor 13:5

Liebe ist immer auf den anderen bezogen. Sie sucht danach, dass es ihm gut geht. Wo Liebe da ist, da ist die Hingabe an den Nächsten. Aber es besteht eine Wechselseitigkeit, denn ich erlebe mich in der Liebe zum anderen selbst auf beglückende Weise. Das ist ok und gut so, auch wenn es zeigt, dass eine rein selbstlose Liebe ein schwer erreichbares Ideal ist. Umso mehr fördert es in mir die Demut, wenn ich meine eigene Bedürftigkeit erkenne. In der Liebe darf ich dies sanftmütig betrachten und mich zugleich aber auch so gut wie möglich von etwaigen egozentrischen Bedürfnissen zu distanzieren.

Die Liebe sucht nicht den eigenen Vorteil. 1. Kor 13:5

Die Liebe lässt sich nicht zum Zorn reizen. 1. Kor 13:5

Es geht nicht darum, den Zorn zu unterdrücken, wenn er mal da ist. Allerdings müssen wir erstens dafür sorgen, dass wir den Zorn nicht ungebremst am anderen auslassen, sondern andere Wege finden, ihn raus zu lassen. Bei mir ist es klassisch das Laufen an der frischen Luft. Bis ich dazu komme, gilt es zumindest in dieser Zeitphase dahin, sich zu beherrschen. Zweitens geht es langfristig auch darum, dass wir es durchaus zumindest teilweise in der Hand haben, worüber wir uns aufregen. Regen wir uns zu viel über zu Vieles auf, dann ist es dann ein starker Hinweis darauf, dass sich unsere Seele nicht im Gleichgewicht befindet. Dann tut es gut in welcher Art und Weise sich zurück zu ziehen, sich zu besinnen und seine Seele in der Christus-Beziehung zu pflegen.

Die Liebe verliert nicht die Beherrschung. 1. Kor 13:5

Die Liebe trägt das Böse nicht nach. 1. Kor 13:5

Die Liebe berechnet nicht: du gibst mir das, dafür gebe ich dir dies. Sie sinnt nicht nach Rache, d.h. sie antwortet nicht auf das Böse mit ebenso Bösem. Die Liebe steigt aus dem Teufelskreis aus, wo sich Menschen immer wieder gegenseitig weh tun. Die Liebe geht dagegen den Weg der Vergebung und trägt dem anderen nicht unentwegt seine Schuld nach. Das ist nicht immer einfach, gerade wenn wir schwer verletzt werden auf welche Art und Weise auch immer. Gerade darum, gilt es sich immer wieder ins Bewusstsein zu rufen, dass Gott selbst uns die Kraft gibt, wenn wir ihn darum bitten.

Die Liebe ist nicht nachtragend. 1. Kor 13:5

1. Kor 13,6

Die Liebe freut sich nicht an der Ungerechtigkeit, sie freut sich aber an der Wahrheit. 1. Kor 13:6

Die Liebe spürt es, wenn es ungerecht zugeht. Es ist eine romantisch-blauäugige Liebe, sondern eine Liebe, die auch gegen Unrecht vorgeht, es benennt und handelt. Sie schaut mit einem Blick der Wahrheit auf die Welt. Sie freut sich an der Wahrheit. Die Wahrheit zu sagen allerdings ist nicht nur eine Sache der Gesinnung, sondern auch der richtigen Erkenntnis und des ernsthaften Bedenkens. Je mannigfaltiger die Lebensverhältnisse eines Menschen sind, desto verantwortlicher und schwerer wird es für ihn die Wahrheit zu sagen. Die Wahrheit zu sagen muss also gelernt werden. Da es aber nun einmal so ist, dass das Ethische nicht von der Wirklichkeit gelöst werden kann, ist das immer bessere Erkennen lernen der Wirklichkeit ein notwendiger Bestandteil des ethischen Handelns. Es geht um das jeweils rechte Wort. Dieses zu finden ist eine Sache langer, ernster und immer fortschreitender Bemühung auf Grund von Erfahrung und Erkenntnis des Wirklichen.

1. Kor 13,7

Die Liebe erträgt alles. 1. Kor 13:7

Die Liebe befähigt uns dazu, vieles zu ertragen und auszuhalten. Es geht hier nicht darum, alles einfach still schweigend hinzunehmen. Es geht darum, in der Liebe die Kraft zu erhalten, Dinge zu ertragen, die nur schwer oder gar nicht zu verändern sind. Wer von dieser Liebe erfüllt ist, der vermag vieles zu tragen, ohne daran zu zerbrechen. Das gilt sowohl für das Unangenehme in mir selbst als auch für das Negative im anderen. Ich sehe, was in mir und was im anderen ist. Ich verdränge oder unterdrücke es nicht. Aber indem ich mit Liebe darauf schaue, decke ich es zu. Dieses Zudecken der Liebe bedeutet, nicht zu urteilen, sondern dem anderen und sich selbst zuzutrauen, dass wir unter dem Schutz der Liebe reifen und unsere Fehler ablegen können.

Die Liebe deckt alles zu. 1. Kor 13:7

Die Liebe glaubt alles. 1. Kor 13:7

Für mich ist dieser Satz eine Herausforderung, keinen Menschen aufzugeben. Immer wenn ich Enttäuschung erlebe, halte ich mich an diesem Satz fest. Die Enttäuschung ist auch Realität. Ich hätte nicht gedacht, dass dieser Mensch mich so verletzen könnte, dass er mein Vertrauen so missbrauchen könnte. Doch ich bleibe nicht bei der Enttäuschung stehen. Ich versuche, wider allen Schein daran zu glauben, dass im anderen die Sehnsucht ist, gut zu sein. Und ich überlege, wie ich seine Sehnsucht nach dem Guten ansprechen kann. Die Liebe traut dem anderen alles zu. Sie hat Vertrauen in ihn. Sie schreibt ihn niemals ab. Sie glaubt an den guten Kern im anderen. Sie übersieht nicht das Böse und Verhärtete im anderen. Aber sie schaut hindurch auf den göttlichen Kern, auf die innerste Sehnsucht nach dem Guten. In jedem Menschen steckt die Sehnsucht, gut zu sein. Und der innerste Kern im Menschen ist unverletzt und gut. Anselm Grün

Die Liebe hofft alles. 1. Kor 13:7

Das deutsche Wort Hoffnung kommt von hüpfen. Es meint eine innere Lebendigkeit. Wer hofft, der ist voller Leben. Hoffen ist etwas anderes als eine Erwartung haben. Hoffen geschieht immer in einer Beziehung der Liebe. Ich hoffe immer auf dich und für dich. Die Hoffnung ist also Ausdruck einer Liebe, die den anderen nie aufgibt. Ich kann warten, bis der gute Kern im anderen sich entfaltet, bis das Leben, das Gott ihm geschenkt hat, in ihm zur Blüte kommt. Wenn die Liebe in mir ist, dann gebe ich die Hoffnung nie auf, dann gebe ich mich selbst nie auf. Ich hoffe auf das in mir, was ich noch nicht sehe, auf den guten Kern, auf die Möglichkeiten, die Gott mir geschenkt hat. Wenn ich an meinen Verletzungen leide, dann hoffe ich, dass meine Wunden in Perlen verwandelt werden und dass ich auf meinem inneren Weg in die einmalige Gestalt hineinwachse, die Gott mir zugedacht hat. Anselm Grün

Die Liebe hält allem stand. 1. Kor 13,7

Es geht um das das Standhalten, das Aushalten, das Tragen, die Standfestigkeit. Wer die Liebe in sich spürt, der ist fähig, Konflikte durchzustehen. Er hat Stehvermögen. Liebe ist eine Kraft, die uns dazu befähigt, den Anfeindungen Anfeindungen und aggressiven Verhaltensweisen anderer Menschen stand zu halten. Sie lässt uns nicht zurückweichen. Es geht nicht darum, alles zu ertragen und sich nie zu wehren, auch wenn der Partner mich noch so oft und tief verletzt. Das wäre Resignation und würde in Masochismus enden. Standhalten meint vielmehr: ich lasse mich in meiner Liebe nicht unterkriegen. Ich bleibe stehen. Ich halte die Liebe dagegen. Ich hoffe, dass die Liebe stärker ist als die aggressiven Kräfte, die ich gerade beim anderen spüre. Aber zugleich muss ich mir in aller Demut zugestehen, dass ich nicht allem standhalten kann. Anselm Grün

1. Kor 13,8

Die Liebe hört niemals auf. Aber seien es Weissagungen, sie werden weggetan werden; seien es Sprachen, sie werden aufhören; sei es Erkenntnis, sie wird weggetan werden. 1. Kor 13:8

Gott ist Liebe. Und Gehört hört niemals auf. In unserem Tod führt es uns zur Liebe. Er schenkt uns die Einheit mit sich selbst und in diesem Einssein die Vollendung der Liebe. Die Liebe vollendet sich im Tod. Und sie überdauert den Tod. Sie ist stärker als der Tod. Im Tod wird sie vollkommen sein. Und alles Stückwerk und alle Brüchigkeit unserer menschlichen Existenz werden aufhören, damit Gott uns in seiner Liebe vollenden wird.

Die Liebe wird niemals vergehen. 1. Kor 13:8

Es geht auf dem geistlichen Wege nicht darum, viel zu denken, sondern viel zu lieben. Was am meisten Liebe in euch weckt, das tut. O mein Jesus, so groß ist Deine Liebe zu den Menschenkindern, daß man Dir den größten Dienst erweist, wenn man sich nicht Dir, sondern ihnen zuwendet, denn dann ist man Dir am tiefsten verbunden. So lange wir in diesem sterblichen Leibe leben, sind alle Freuden der Erde, selbst wenn sie von Dir geschenkt scheinen, zweifelhaft, werden sie nicht von der Liebe zum Nächsten begleitet. Wer den Nächsten nicht liebt, liebt auch Dich nicht, mein Herr, der Du mit deinem Blute die große Liebe zu uns Adamskindern bezeugt hast. Teresa von Ávila

1. Kor 13,12

Jetzt sehen wir nur ein undeutliches Bild wie in einem trüben Spiegel. 1. Kor 13:12

Es ist unmöglich, Gott zu schauen und ihn nicht zu lieben. Hier auf dieser Welt aber, wo wir Gott nicht sehen, sondern ihn nur durch die Schatten des Glaubens wie in einem Spiegel ahnend wahrnehmen, ist unsere Erkenntnis nicht so groß, daß sie nicht von Scheingütern überlistet und überrumpelt werden könnte. Da die Sicherheit und Wahrheit des Glaubens immer von Dunkelheit begleitet ist, kann sich vieles einschleichen und gleich kleinen Füchsen unseren blühenden Weinberg zerstören. Wir neigen uns einmal nach rechts zur göttlichen Liebe hin und bald darauf wieder nach links zur irdischen Liebe, je nachdem die göttliche Einsprechung oder die Versuchung ein williges Ohr findet.

Fangt uns doch die kleinen Füchse , denn sie verwüsten den Weinberg, wenn die Reben in schönster Blüte stehn. Hdl 2:15

Denn wir sehen jetzt mittels eines Spiegels wie im Rätsel, dann aber von Angesicht zu Angesicht; jetzt erkenne ich stückweise, dann aber werde ich erkennen, gleichwie ich erkannt bin. 1. Kor 13:12

Wir werden Gott von Angesicht zu Angesicht schauen. Wir werden in der Liebe wohnen, die Gott selbst ist. In dieser Schau Gottes vollendet sich die Liebe. Im Tod wird die Liebe zum vollen Erkennen Gottes. Im Schauen Gottes werden wir eins mit ihm. Wir werden erkennen, dass Gott Liebe ist. Im Erkennen vollendet sich dann unsere Liebe. Wir werden eins mit der Liebe, die Gott selbst ist.

1. Kor 13,13

Nun aber bleiben Glaube, Hoffnung, Liebe, diese drei; die größte aber von diesen ist die Liebe. 1. Kor 13:13

Es gibt keine Liebe ohne Glauben. Ich muss an das Gute im anderen glauben, damit ich gut mit ihm umgehen kann. Ohne Glauben würde Liebe zu einer Überforderung. Und es gibt keine Liebe ohne Hoffnung. Die Liebe ist immer auch Hoffnung. Die höchste Gabe, die der Geist aber gibt, ist die Liebe. Diese Liebe ist aber nun personifiziert in Jesus Christus, der selbst sagt: Bleibt in meiner Liebe! So geht es nicht darum, Liebe zu haben, sondern Liebe zu sein in der Nachfolge Christi.

Nun aber bleibt Glaube, Hoffnung, Liebe, diese drei; die größte aber von diesen ist die Liebe. 1. Kor 13:13

Die Liebe ist das tragende Fundament und Ziel unseres Lebens, das einzige Ziel, das niemals aufhören wird. Ohne Liebe sind wir nichts. Liebe ist  Mutter aller Tugenden. “So sind doch alle Tugenden nackt ohne die Liebe.” (Leo der Große) Gott ist die Quelle aller Liebe. Wir sind berufen, seine Liebe zu empfangen, zu erwidern und weiterzugeben. Allerdings: wenn wir versuchen, uns in der Tugend der Liebe zu üben, lernen wir vor allem eines, nämlich dass wir häufig scheitern. Dennoch üben wir uns ein Leben lang in der Liebe. Unsere ganze Askese zielt darauf ab, dass wir fähig werden, den Nächsten zu lieben. Der Wille Gottes ist es, dass wir lieben. Dort wo wir lieben, ist das Reich Gottes.

Was bleibt, sind Glaube, Hoffnung und Liebe. Von diesen dreien aber ist die Liebe das Größte. 1. Kor 13:13

Ich bin ein Bleistift in der Hand Gottes, der einen Liebesbrief an die Welt schreibt. Hab keine Angst zu lieben, bis es wehtut. Es ist die Weise, wie Jesus geliebt hat. Lasse nie zu, dass du jemandem begegnest, der nicht nach der Begegnung mit dir glücklicher ist. Die einfache Tatsache, dass Gott euch einen Menschen über euren Weg schickt ist das Zeichen dafür, dass ihr etwas für ihn tun sollt. Wer den Armen den Rücken zukehrt, kehrt ihn Christus zu. Es genügt nicht zu sagen: Ich liebe. Liebe muss lebendige Tat werden. Es geht nicht darum, wie viel wir tun, sondern darum, dass wir es mit Liebe tun. (Teresa von Kalkutta)

Am größten aber unter ihnen ist die Liebe. 1. Kor 13:13

Die Bienenkönigin ist das Zentrum des Bienenvolkes. Ohne sie geht nichts und alle folgen ihr nach. So ist auch die Liebe das Zentrum aller Tugenden, ohne sie sind alle Tugenden nichts. Wenn du die Liebe immer neu in deiner Seele pflegst, wirst du von allein die entsprechenden Tugendwerke hervorbringen (Sanftmut, Demut, Bescheidenheit etc.). Der Mensch der Liebe ist vom eigenen Ich befreite Persönlichkeit, nichts an sich reißend, sich beständig an andere verströmend aus dem nie versiegenden Quell der Liebe.

Liebe und tue, was du willst. Augustinus

1. Korinther Kapitel 14

1. Kor 14,1

Die Liebe soll also euer höchstes Ziel sein. 1. Kor 14:1

Nicht mehr das eigene Sein steht im Zentrum wie es der Selbstbezogenheit des Egoismus entspricht. Wir erleben uns in den Augen Gottes liebenswert, bejahenswürdig und wertvoll. Unsere Liebe erstreckt sich von daher auf alles, was zu Gott gehört: die gesamte Schöpfung, alle Mitmenschen und Freunde, auf die Nahestehenden und Fernen und nicht zuletzt: auf das eigene Sein. Die biblische Forderung, Gott über alles zu lieben, meint nicht ein quantitatives Mehr gegenüber der Selbst- und Nächstenliebe, sondern die qualitative Bezogenheit der Liebe auf Gott als das höchste Ziel aller Liebe.Der Mensch soll Gott um seinetwillen, sich selbst aber wie auch seinen Nächsten um Gottes willen lieben.

Was er sagt, bringt ihnen Hilfe, Ermutigung und Trost. 1. Kor 14:3

1. Kor 14,11

Wenn ich aber die Sprache eines anderen Menschen nicht kenne, können wir uns nicht verständigen. 1. Kor 14:11

Wie die Liebe zu Gott damit beginnt, daß wir sein Wort hören, so ist es der Anfang der Liebe zum Nächsten daß wir lernen, auf ihn zu hören. Es ist Gottes Liebe zu uns, daß er uns nicht nur sein Wort gibt, sondern uns auch sein Ohr leiht. So ist es sein Werk, daß wir an unserem Nächsten tun, wenn wir lernen, ihm zuzuhören. Zuhören kann ein größerer Dienst sein kann als Reden. Wer aber seinem Nächsten nicht mehrzuhören kann, der wird auch bald Gott nicht mehr zuhören, sondern er wird auch vor Gott immer nur reden. Hier fängt der Tod des geistlichen Lebens an, und zuletzt bleibt nur noch das geistliche Geschwätz. Wer nicht lange und geduldig zuhören kann, der wird am Andern immer vorbeireden.

Wenn ihr unverständlich redet, wird euch niemand verstehen. 1. Kor 14:9

1. Kor 14,33

Gott will keine Unordnung, er will Frieden. 1. Kor 14:33

Das griechische Wort für Frieden ist Irene. Es kommt aus dem Bereich der Musik. Frieden entsteht, wenn verschiedene Töne zusammenklingen. Frieden bedeutet nicht Einheitsbrei, sondern dass die Töne in ihrer Einzigartigkeit harmonieren. Im Lateinischen heißt Frieden Pax, und das steht im Kontext von Verhandlungen. Frieden entsteht demnach, wenn wir miteinander ins Gespräch kommen. Indem wir die verschiedenen Wünsche und Positionen erklären und einen Weg finden, mit dem alle leben können. Das geht nur durch Verhandlung. Ich muss den Anderen mit seinen Anliegen ernst nehmen und kann dann überlegen, wie man gemeinsam zu einem Frieden kommen kann.  Frieden bedeutet, dass ich innehalte. Ich muss mich von den Illusionen verabschieden, muss versuchen, Ja zu sagen zu mir und zu meinem Nächsten. Damit verbunden sein kann die Trauer, dass eben nicht alles ideal ist. Ich kann nur äußeren Frieden schaffen, wenn in meinem Inneren Frieden herrscht. Wenn ich meinen inneren Frieden über den äußeren Frieden erwarte, dann komme ich immer zu spät. Wer gespalten ist, der erzeugt auch Spaltung. Das Reich Gottes aber ist ein Reich des Friedens und keines der Spaltung.

1. Korinther Kapitel 15

1. Kor 15,3

Christus ist für unsere Sünden gestorben. Das ist das Wichtigste. 1. Kor 15:3

In Erniedrigung, Schmach und Schande war die Liebe Gottes auf der Erde erschienen. Der Tod Christi war notwendig, weil wir gesündigt hatten. Um uns von unseren Sünden erretten zu können, musste Er an unserer Stelle sterben und unsere Sünden auf sich nehmen. Gott hat unsere Sünden an Ihm gerichtet. Wir wollen am Karfreitag nicht gleich daran denken, daß mit Ostern den Dingen eine neue Wendung gegeben wurde. Wir wollen daran denken, wie die Jünger mit dem Tode Jesu alle Hoffnung zerschlagen sahen. Zerstreut voneinander, in hoffnungsloser Traurigkeit. Nur wenn wir den Tod Jesu genauso ernst nehmen können, verstehen wir recht, was die Auferstehungsbotschaft zu bringen vermag.

1. Kor 15,4

Er wurde begraben und am dritten Tag vom Tod auferweckt.  1. Kor 15:4

Das Begräbnis wird in einem Atemzug mit der Auferstehung genannt. Darin liegt ein gewaltiger Trost beim Begräbnis unserer Lieben. Das Begräbnis findet im Blick auf die Auferstehung statt! Wer jemand, den er sehr geliebt hat, begraben muss, darf wissen, dass es ein Wiedersehen gibt. Das wird bei der Auferstehung geschehen. Es wird dann alles viel schöner sein, als es auf der Erde war.

Zuletzt hat er sich auch mir gezeigt, der ich es am wenigsten verdient hatte . 1. Kor 15:8

1. Kor 15,8

Zuallerletzt erschien er auch mir, dieser Fehlgeburt.1. Kor 15:8

Ein Bruder wandte sich an den Altvater Sisoes: Ich sehe an mir, dass das Denken an Gott dauernd in mir ist. Der Greis sagte dazu: Das ist nichts Großes, wenn dein Denken bei Gott ist. Groß ist es vielmehr, einzusehen, dass man unter allen Geschöpfen steht. Das und die körperliche Mühe führen zur Gesinnung der Demut. Hüten wir uns spirituellen Hochmut, wie christlich-spirituell wir doch sind. Wer sich selbst für einen spirituellen Menschen hält, der hat nicht verstanden, was Demut heißt: den Mut zu haben, seine eigene Erdhaftigkeit anzunehmen und so mit beiden Füßen auf der Erde zu stehen.

1. Kor 15,10

Alles, was ich jetzt bin, bin ich allein durch Gottes Gnade. 1. Kor 15:10

Wenn wir durchs Leben gehen und dabei ständig unzufrieden sind mit Gottes Plan für unser Leben, dann werden wir von Minderwertigkeitskomplexen regelrecht gelähmt. Aber hier geht es gar nicht darum, was wir wert sind. Wir sind nicht minderwertig, sondern einzigartig. Der Versuch, jemand anders zu werden, ist von Anfang an zum Scheitern verurteilt. Das ist so undenkbar, wie wenn ein kleiner Finger versuchen wollte, die Arbeit des Herzens zu übernehmen. Das war nie Gottes Absicht, und es funktioniert auch einfach nicht. Wir sollten uns an dem freuen, was wir nach Gottes klarem Entwurf sind, und uns entschließen, das zu gebrauchen, was wir sind und haben, um soviel wie möglich zur Ehre des Herrn zu wirken. Es gibt sicher viele Dinge, die wir nie werden tun können, aber es gibt auch andere, die nur wir leisten können und sonst keiner.

1. Kor 15,12

Wir verkünden alle übereinstimmend, dass Gott Christus von den Toten auferweckt hat.  1. Kor 15:12

Christus ist nicht in die Welt gekommen, daß wir ihn begriffen, sondern daß wir uns an ihn klammern, daß wir uns einfach von ihm hinreißen lassen in das ungeheure Geschehen der Auferstehung. Das ist Gottes neues Gebot, daß wir auf ihn sehen sollen, wie er im Tode das Leben, im Kreuz die Auferstehung schafft.  Wer die Auferstehung Jesu Christi gläubig bejaht, der kann nicht mehr weltflüchtig werden, er kann aber auch nicht mehr der Welt verfallen, denn er hat mitten in der alten Schöpfung die neue Schöpfung Gottes erkannt. Bonhoeffer

1. Kor 15,14

Ist aber Jesus nicht auferweckt worden, dann ist unsere Verkündigung leer und euer Glaube sinnlos. 1. Kor 15,14

Leben wir diesen Tag besonders bewusst in der Freude über die Auferstehung unseres Herrn. Ohne diese Auferstehung wäre unser Leben Lug und Trug, unser Glaube lächerlich, unsere Verkündigung erbärmlich. Der auferstandene Christus ist die Mitte unseres Lebens, der Weinstock, mit dem wir verbunden sind, um Frucht zu bringen Kraft des heiligen Geistes.

Das halten wir für das Entscheidende: dass wir an seine Auferstehung glauben! Augstinus

1. Kor 15,19

Wenn der Glaube an Christus uns nur für dieses Leben Hoffnung gibt, sind wir die bedauernswertesten unter allen Menschen. 1. Kor 15:19

Nicht von Unsterblichkeit ist Ostern die Rede, sondern von Auferstehung, Auferstehung vom Tode, der wirklich ein Tod ist mit allen Schrecken und Furchtbarkeiten, ein Tod des Körpers und der Seele, des ganzen Menschen. Die Auferstehung Jesu Christi ist Gottes Ja zur Kreatur. In der Auferstehung erkennen wir, dass Gott die Erde nicht preisgegeben, sondern sich zurückerobert hat. Er hat ihr eine neue Zukunft, eine neue Verheißung gegeben. Dieselbe Erde, die Gott schuf, trug den Sohn Gottes und sein Kreuz und auf dieser Erde erschien der Auferstandene den Seinen und zu dieser Erde wird Christus am letzten Tage wiederkommen. .

Tatsächlich aber ist Christus als Erster von den Toten auferstanden. So können wir sicher sein, dass auch die übrigen Toten auferweckt werden. 1. Kor 15:20

1. Kor 15,21

Der Tod ist durch die Schuld eines einzigen Menschen in die Welt gekommen. Ebenso kommt auch durch einen Einzigen die Auferstehung. 1. Kor 15:21

Gott hat ein Machtwort gesprochen über den Tod, hat ihn vernichtet, hat Jesus Christus auferweckt. Gott hat sich zu Christus bekannt und hat ihn berührt mit seinem ewigen Leben. Nun lebt Christus, lebt, weil Gott lebt und weil Gottes Liebe lebt. Das genügt uns. Über das wie können wir grübeln. An dem daß wird es nichts ändern. Lebt aber Gott, so lebt die Liebe trotz des Kreuzes, dann leben wir nicht mehr in der Schuld, dann hat Gott uns ja vergeben. Er hat sich zu Jesus bekannt, Jesus aber hat sich zu uns bekannt. Lebt Jesus, dann bekommt unser Glaube neuen Sinn. Dann sind wir die seligsten aller Menschen. Ein Ja Gottes zur schuldigen Menschheit, ein neuer Sinn für all unser Tun, das istOstern.

Wir alle müssen sterben, weil wir Nachkommen von Adam sind. Ebenso werden wir alle zu neuem Leben auferweckt, weil wir mit Christus verbunden sind. 1. Kor 15:22

1. Kor 15,26

Als letzten Feind vernichtet er den Tod, 1. Kor 15:26

Wo der Tod das Letzte ist, dort ist das irdische Leben alles oder nichts. Die Radikalität des Ja und des Nein zum irdischen Leben offenbart, das nur der Tod etwas gilt. Alles erraffen oder Alles wegwerfen, das ist die Haltung dessen, der fanatisch an den Tod glaubt. Wo aber erkannt wird, daß die Macht des Todes gebrochen ist, wo das Wunder der Auferstehung und des neuen Lebens mitten in die Todeswelt hineinleuchtet, dort verlangt man vom Leben keine Ewigkeiten, dort nimmt man vom Leben, was es gibt, nicht alles oder nichts, sondern Gutes und Böses, Wichtiges und Unwichtiges, Freude und Schmerz, dort hält man das Leben nicht krampfhaft fest, aber man wirft es auch nicht leichtsinnig fort, dort begnügt man sich mit der bemessenen Zeit und spricht nicht irdischen Dingen Ewigkeit zu, dort läßt man dem Tod das begrenzte Recht, was er noch hat. Den neuen Menschen und die neue Welt aber erwartet man allein von jenseits des Todes her, von der Macht, die den Tod überwunden hat. Der auferstandene Christus trägt die neue Menschheit in sich, das letzte herrliche Ja Gottes zum neuen Menschen.

Alles hat Gott ihm zu Füßen gelegt. 1. Kor 15:27

1. Kor 15,28

Wenn aber Christus zuletzt alles unterworfen ist, dann wird er als der Sohn Gottes sich seinem Vater unterordnen, der ihm diesen Sieg geschenkt hat. So wird Gott der Herr sein – über alle und in allem. 1. Kor 15:28

Nächstenliebe bedeutet, dass ich auch den Menschen, den ich zunächst gar nicht mag, von Gott her liebe. Das ist nur möglich aus der inneren Begegnung mit Gott heraus, die Willensgemeinschaft geworden ist und bis ins Gefühl hineinreicht. Dann lerne ich, diesen anderen nicht mehr bloß mit meinen Augen und Gefühlen anzusehen, sondern aus der Perspektive Jesu Christi heraus.  Sein Freund ist mein Freund. Wenn die Berührung mit Gott in meinem Leben ganz fehlt, dann kann ich im anderen immer nur den anderen sehen und kann das göttliche Bild in ihm nicht erkennen.  Nur meine Bereitschaft, auf den Nächsten zu zugehen, ihm Liebe zu erweisen, macht mich auch fühlsam Gott gegenüber. Nur der Dienst am Nächsten öffnet mir die Augen dafür, was Gott für mich tut und wie er mich liebt. Gottes- und Nächstenliebe sind untrennbar: Es ist nur ein Gebot. Beides aber lebt von der uns zuvorkommenden Liebe Gottes, der uns zuerst geliebt hat. Die Nächstenliebe ist göttlich, weil sie von Gott kommt und uns mit Gott eint, uns in diesem Einungsprozeß zu einem Wir macht, das unsere Trennungen überwindet und uns eins werden lässt, so dass am Ende Gott alles in allem. Das letzte Ziel der Schöpfung ist es, dass Gott in Christus alles in allem sein wird, zu seiner Ehre und zu unserer Seligkeit.

1. Kor 15,38

Aus jedem Samenkorn lässt Gott eine Pflanze wachsen, die so aussieht, wie er es gewollt hat und diese Pflanzenarten sind alle ganz verschieden. 1. Kor 15:38

Die Welt gleicht einem Garten, wo der Geist Gottes mit wunderbarer Phantasie eine Vielzahl von Menschen erweckt. Ein jeder unterscheidet sich vom anderen durch die Einzigartigkeit seiner menschlichen Persönlichkeit, jeder eine einzigartige Pflanze. Bei der Schöpfung befahl Gott den Pflanzen, Frucht zu tragen, jede nach ihrer Art.So gibt er uns den Auftrag, Früchte zu tragen jeder nach seiner Art.

1. Kor 15,42-43

Unser irdischer Körper ist wie ein Samenkorn, das einmal vergeht. Wenn er aber auferstehen wird, ist er unvergänglich. Unser Körper ist jetzt noch unansehnlich und schwach; wenn er aber aufersteht, ist er herrlich und voller Kraft. 1. Kor 15:42-43

Zu jedem Samen gehört ein eigener Leib, ein eigenes Gewächs, das über der Erde sichtbar wird. So hat Gott es in der Natur bestimmt: Er gibt allem einen eigenen Leib, eine eigene Gestalt. Du kannst das mit einer Raupe und einem Schmetterling vergleichen. Die Raupe puppt sich ganz ein, und nach einiger Zeit kommt ein schillernder Schmetterling zum Vorschein. Unvorstellbar, diese Verwandlung! Wenn du nun deine irdische Existenz mit der Raupe vergleichst und deinen Auferstehungsleib mit dem Schmetterling, hast du eine kleine Vorstellung von der Veränderung, die sich bei der Auferstehung vollziehen wird.

Begraben wird unser irdischer Körper. Aber auferstehen werden wir mit einem Körper, der von unvergänglichem Leben erfüllt ist. Denn wie es einen sterblichen Körper gibt, so gibt es auch einen unsterblichen. 1. Kor 15:44

1. Kor 15,45;47

Der erste Mensch, Adam, wurde zu einer lebendigen Seele. Der letzte Adam zu einem lebendigmachenden Geist. […] Der neue Mensch, Christus, kommt vom Himmel. 1. Kor 15:45;47

Während der Ungehorsam Adams Gottes Plan bezüglich des Lebens des Menschen zerstört und den Tod in die Welt bringt, ist der erlösende Gehorsam Christi Quelle der Gnade, die sich über die Menschen ergießt, indem sie für alle die Tore zum Reich des Leßens aufreißt. Allen, die sich zustimmend in die Nachfolge Christi stellen, wird die Fülle des Lebens geschenkt: in ihnen wird das göttliche Bild wiederhergestellt, erneuert und zur Vollendung geführt. Das ist der Plan Gottes mit den Menschen, daß sie an Wesen und Gestalt seines Sohnes teilhaben. 

Wie wir das Bild des irdischen Menschen tragen, so werden wir auch das Bild dessen tragen, der vom Himmel ist. So nämlich können wir jetzt dieses Bild tragen: nicht im Schauen, sondern im Glauben, nicht in Wirklichkeit, sondern in Hoffnung. Augustinus

1. Kor 15,52-53

Die Toten werden auferweckt werden unverweslich, und wir werden verwandelt werden. Denn das Vergängliche muss mit Unvergänglichkeit und das Sterbliche mit Unsterblichkeit überkleidet werden. 1. Kor 15:52-53

In wenigen Worten spricht Paulus hier über das Endgericht. An jenem Tag werden alle Gläubigen Christus gleich gestaltet, und alles, was vergänglich ist, wird von seiner Herrlichkeit verwandelt werden. Das Mysterium der Verwandlung wird allen zuteil werden.  “Eines Tages werden wir dann wie Christus einen himmlischen Leib haben.” (1. Kor 15:49) Dann wird der Sieg Christi schließlich vollendet sein. Der Tod und mit ihm die Sünde werden endgültig besiegt sein wird.  Wir haben als Gläubige Teil an Christi Sieg, indem wir schon jetzt einen Weg der Verwandlung einschlagen, die sich in einer Erneuerung des Lebens äußert und ihre Vollendung am Ende der Zeiten erreichen wird.  Sehr bezeichnend ist, dass der Abschnitt mit einem Dankwort schließt. Während wir unser Gebet zum Himmel richten, sind wir zuversichtlich, dass auch wir verwandelt und dem Bild Christi gleich gestaltet werden.

Das Leben hat den Tod überwunden! Tod, wo ist dein Sieg? Tod, wo bleibt nun deine Macht ? Aber Dank sei Gott! Er schenkt uns den Sieg durch Jesus Christus, unseren Herrn! 1. Kor 15:54;56-57

1. Kor 15,55

Tod, wo ist dein Sieg? Tod, wo bleibt nun deine Macht? 1. Kor 15,55

Der Tod von außen ist der schreckliche Feind, der an uns herantritt, wann er will. Wir können nichts wider ihn. Das andere ist der innere Tod. Wir sterben ihn in Christus täglich oder wir verweigern ihn. Dieser Tod in uns hat mit der Liebe zu Christus und den Menschen etwas zu tun. Dieser Tod ist Gnade und Vollendung des Lebens. Daß wir diesen inneren Tod sterben, daß es uns geschenkt wird, daß uns der Tod von außen erst antrifft, wenn wir durch diesen eigenen inneren Tod für ihn bereit gemacht sind, das darf unser Gebet sein. Dann ist unser äußerer Tod wirklich nur der Durchgang zur Liebe Gottes. Bonhoeffer

1. Kor 15,57

Dank sei Gott! Er schenkt uns den Sieg durch Jesus Christus, unseren Herrn!  1. Kor 15:57

Für mich darf es auf der Welt nur eines geben: Gott! Gott, der alles zu meinem Wohl ordnet. Gott, der jeden Morgen die Sonne aufgehen, den Reif vergehen, die Vögel singen und die Wolken des Himmels in tausend sanften Farben erscheinen lässt. Gott, der mir ein Eckchen zum Gebet auf der Erde anbietet, der mir ein stilles Plätzchen schenkt, wo ich das erwarte, worauf ich hoffe. Gott, der so gut zu mir ist, dass er im Schweigen zu meinem Herzen spricht und mich allmählich lehrt, vielleicht unter Tränen, aber immer mit dem Kreuz, mich von den Geschöpfen zu lösen, die Vollendung nirgendwo anders zu suchen als in ihm. Worüber beklagst du dich? Liebe mich, leide mit mir, ich bin Jesus!” Hl. Rafael Arnáiz Barón

1. Korinther Kapitel 16

1. Kor 16,7

Ich hoffe vielmehr, eine Zeitlang bei euch zu verweilen, wenn es des Herrn Wille ist. 1. Kor 16:7

In all unserem Tun lasst uns stets nach dem Willen des Herrn fragen. Das nach bestem Wissen und Gewissen zu tun, ist das Wichtigste, das wir tun können. Und dann tun und handeln wir, ohne uns aber in Grübeleien und Sorgen zu baden.  Es gibt eine großartige Ruhe, wenn du weißt, dass der Herr dein Leben lenkt, und wenn du dein Leben bewusst in seine Hände legst. Leg deine Pläne also dem Herrn vor, und du wirst den Segen davon erfahren. Das alleinige Vertrauen auf den Herrn ist die Wachsamkeit und das Feststehen im Glauben, die deinem Leben not tut.

1. Kor 16,14

Bei allem, was ihr tut, lasst euch von der Liebe leiten. 1. Kor 16:14

Ein Empfinden inniger Verbundenheit mit den anderen kann nicht echt sein, wenn nicht zugleich im Herzen eine Zärtlichkeit, ein Mitleid und eine Sorge um die Menschen vorhanden ist. So führen wir unsere Arbeit bestmöglich aus und nutzen die Zeit. Wir begreifen uns als Werkzeuge, die Gott lieben und als Träger der Verantwortung und des Vertrauens, die Gott uns trotz unserer Unzulänglichkeit schenkt. Du tust dann jede Handlung als ein Christ, der sich ausschließlich in Gott stark weiß und der sich einzig und allein von der Liebe leiten läßt.

1. Kor 16,24

Meine Liebe gilt euch allen. Ich bin durch Jesus Christus mit euch verbunden. 1. Kor 16:24

Paulus behandelt wichtige Themen. Da ist die Botschaft vom Kreuz, die urchristliche Feier des Abendmahls, weiter das Bild der Gemeinde als Leib, deren Haupt der Christus ist. Berühmt ist das Hohelied der Liebe, das die Liebe als Kraft beleuchtet, die von Gott kommt. Ebenso wichtig die Botschaft von der Auferstehung Jesu und von unserer eigenen Auferstehung. Gelobt sei der Herr!