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Röm Kap. 08

Impulse, Auslegungen, Kommentare und Bibelzitate aus dem Brief an die Römer Kap. 8


Wer nun mit Jesus Christus verbunden ist, wird von Gott nicht mehr verurteilt. Röm 8:1

Als ich Christ wurde, bin ich in eine Verbundenheit mit Christus eingetreten und wurde sein Eigentum, wurde vom Gesetz der Sünde freigemacht, indem ich das stellvertretende Sühneopfer Jesu angenommen habe. Dadurch zog der Heilige Geist in meinem Herzen ein und übernahm die Führung meines Lebens. Was muss ich tun? Meine Sünden bekennen und meine Begnadigung durch ihn annehmen. Friede mit Gott wird nur dann erreicht, wenn du seine Begnadigung annimmst! Nicht automatisch, nicht mit dem Glauben an eine höhere Macht, nicht durch ein scheinbar vorbildliches Leben, nicht durch irgendwelche Verdienste, sondern einzig und allein durch das Vertrauen in und die Bejahung dessen, was Jesus für ihn getan hat und die Annahme der geschenkten Gerechtigkeit vor Gott. So kann jeder Mensch den Frieden mit Gott erlangen. Dann ist man in Christus.


Wer von seiner sündigen Natur bestimmt ist, der folgt seinen selbstsüchtigen Wünschen. Wenn aber Gottes Geist uns leitet, richten wir uns nach seinem Willen aus. Röm 8:5

Dem alten Menschen lag alles daran, sein selbstsüchtiges Begehren zu befriedigen. Im Geist strebt man nach dem, was der Geist will. Dem neuen Menschen in Christus liegt alles daran, das Streben des Heiligen Geistes zu teilen, danach zu trachten, was er will, zu denken und zu urteilen wie er und sich von ihm beeinflussen zu lassen. Das Dasein im Geist bringt Leben und Frieden. Der Christ muss eine Entscheidung treffen. Diese trifft er auf das Wirken des Heiligen Geistes hin. Nur in der Hingabe an den Heiligen Geist kann er den Willen Gottes in seinem Leben umsetzen. Das ist das wahre Leben!

Gottes Geist bestimmt euer Leben, schließlich wohnt er ja in euch! Röm 8:9

Alle, die sich von Gottes Geist regieren lassen, sind Kinder Gottes. Röm 8:14


Ich bin ganz sicher, dass alles, was wir in dieser Welt erleiden, nichts ist verglichen mit der Herrlichkeit, die Gott uns einmal schenken wird. Röm 8:18

Ganz egal was ein Christ so durchmacht, es steht in keinem Verhältnis zu der von Gott für ihn bereitgehaltenen Herrlichkeit. Im Vergleich zur Herrlichkeit sind alle Leiden, alle Schmerzen, alle Entbehrungen, alle Verfolgungen usw. nichts. Auch wenn du Angst vor dem Sterben hast, so darfst du voller Freude und Hoffnung den Tag erwarten, wo Gott dich als sein Kind in seine Herrlichkeit aufnimmt.

Darum wartet die ganze Schöpfung sehnsüchtig und voller Hoffnung auf den Tag, an dem Gott seine Kinder in diese Herrlichkeit aufnimmt. Röm 8:19


Auf Hoffnung hin sind wir gerettet. Röm 8,24

Durch unsere Hoffnung können wir die oft mühsame Gegenwart leben, weil das Ziel auf das wir hoffen groß ist. Durch diese Hoffnung können wir Gott selbst im Dunkeln trauen. Auch wenn wir in einer Zwischenzeit leben, in der dieses Bei-Christus-Sein mancherlei Mühsal und Leid verlangt, müssen wir mitgehen auf dem Kreuzweg Christi, damit die Auferstehung in uns voll zum Durchbruch kommen kann. Nur die große Hoffnungsgewißheit, daß trotz allen Scheiterns mein eigenes Leben es in einer unzerstörbaren Macht der Liebe geborgen, kann Mut zum Wirken und zum Weitergehen schenken.

Oft lebte ich in Hoffnung gegen alle Hoffnung und erhob mein Hoffen bis hin zum völligen Gottvertrauen. Faustina


Auf Hoffnung hin sind wir errettet worden. Eine Hoffnung aber, die man sieht, ist keine Hoffnung. Denn warum hofft auch jemand auf das, was er sieht? Röm 8:24

Die Erlösung ist nicht einfach da. Erlösung ist uns in der Weise gegeben, daß uns eine verlässliche Hoffnung geschenkt wurde von der her wir unsere Gegenwart bewältigen können. Gegenwart, auch mühsame Gegenwart, kann gelebt und angenommen werden, wenn sie auf ein sicheres Ziel zuführt. Inhaltlich ist die Hoffnung die Herrlichkeit der Kinder Gottes, die vollständige Verwirklichung der Sohnschaft und die endgültige Erlösung des Körpers. Diese Hoffnung ist unsichtbar. Wäre sie schon verwirklicht und sichtbar, dann wäre sie keine Hoffnung. Diese Hoffnung wird aber auf jeden Fall eintreffen. Zur Hoffnung gehört ein geduldiges Warten! Es gilt, unbeirrbar an dieser Hoffnung festzuhalten!

Hoffen wir aber auf etwas, das wir noch nicht sehen können, dann warten wir zuversichtlich darauf, dass es sich erfüllt. Röm 8:25


Dabei hilft uns der Geist Gottes in all unseren Schwächen und Nöten. Röm 8:26

Der Heilige Geist wohnt in unserem Herzen und hilft uns auch dann, wenn wir leiden. Er seufzt mit uns und bittet für uns dem Willen Gottes entsprechend. Wissen wir doch nicht einmal, wie wir beten sollen, damit es Gott gefällt! Deshalb tritt Gottes Geist für uns ein, er bittet für uns mit einem Seufzen, wie es sich nicht in Worte fassen lässt. “Und Gott, der unsere Herzen durch und durch kennt, weiß, was der Geist für uns betet. Denn im Gebet vertritt der Geist die Menschen, die zu Gott gehören, so wie Gott es möchte.” (Röm 8:27)

Gib mir, wenn du willst, das Gebet, wenn nicht, dann gib mir Trockenheit, gib Fülle mir und Frömmigkeit, wenn nicht, dann gib mir Dürre. Du höchster Gott, nur bei dir ist Frieden. Sag, was hast du mit mir vor? Teresa von Ávila


Wer Gott liebt, dem dient alles, was geschieht, zum Guten. Röm 8:28

Unsere Gefühle zu ändern ist schwer, größere Chancen haben wir dagegen bei der Veränderung unseres Blickwinkels. Umso weiter und flexibler dieser ist, umso besser, denn dann gelingt es uns, nicht immer nur das Negative zu sehen, sondern auch in allem Dunkel das Positive zu entdecken. Beispiele meinerseits: Die Pflege meiner Oma, eine harte Zeit, die mich aber in meiner Persönlichkeit unbeschreibar positiv beeinflusst hat. Oder: Das einjährige Zerwürfnis mit einer Mitarbeiterin, das mir mehr als viele Bücher die Wichtigkeit von Dialog und Versöhnung hat erkennen lassen. Oder: eine Bekannte, mit der ich vielleicht Zeit meines Lebens so meine Probleme habe zeigt mir wie schwach meine Liebe noch ist und bewahrt mich so in der Demut. Oder: die momentane eng bemessene Personalsituation an der Arbeit, die mich wieder neu erkennen lässt, wie wichtig es ist, Schritt für Schritt vorzugehen, damit die Seele keinen Schaden erleidet. Und nun du: Denk an etwas vergangenes oder aktuell Negatives und dann an das Gute, das sich daraus ergeben hat bzw. ergibt.


Das eine aber wissen wir: Wer Gott liebt, dem dient alles, was geschieht, zum Guten. Röm 8:28

Es ist gut für uns, daß wir immer wieder Situationen und Menschen begegnen, die uns belasten, denn mehr als woanders erkennen wir hier unser Angewiesensein auf Gott und werden davor bewahrt, unsere Hoffnung auf irgend etwas anderes zu setzen. Wie wären wir, wenn uns ständig alles gelingen würde und nonstop Sonnenschein wäre? Ich denke, wir würden schneller zum Hochmut neigen. Auch die Demut wird also gefördert. Wenn wir von unguten Gedanken geplagt werden oder die Liebe uns mal wieder misslingt, merken wir zutiefst, dass wir Gott nötig haben und daß wir ohne ihn nichts Gutes vermögen.


Wer Gott liebt, dem dient alles, was geschieht, zum Guten. Röm 8:28

Das ist einer meiner Lieblingsverse. Viel zu schnell murren wir, sehen immer nur das Negative an einer Situation. Im Nachhinein erkenne ich dann oft, dass mich oft gerade Situationen, die ich mir so nicht unbedingt gewünscht habe, mich stark positiv geprägt haben, mich im Glauben gestärkt und mich näher zum Herrn gebracht haben. Alles dient uns zum Guten. Was dieses zum Guten bedeutet, darum geht es im Vers darauf: “Wen Gott nämlich auserwählt hat, der ist nach seinem Willen auch dazu bestimmt, seinem Sohn ähnlich zu werden, damit dieser der Erste ist unter vielen Brüdern und Schwestern.” (Röm 8:29)

Die Hindernisse sind ein Zeichen dafür, dass Gott die Sache gefällt. Die Schwäche der menschlichen Mittel ist eine Quelle der Stärke. Gott bedient sich der widrigen Winde, um uns in den Hafen zu führen. Charles de Foucauld


Sie alle, die Gott im Voraus ausgewählt hat, die hat er auch dazu bestimmt, seinem Sohn gleich zu werden. Röm 8,29

Gott hat dich erlöst und dich mit ihm versöhnt, damit du ihm ähnlich wirst: Du bist berufen zur Nachfolge. Du wurdest erschaffen, um wie Jesus zu werden, deshalb ist es dein Lebensziel, durch Nachfolge geistlich zu reifen. Nach Jesu Bild sollen sie alle gestaltet werden, damit er der Erstgeborene unter vielen Brüdern und Schwestern ist. Jesu Spuren folgen: ….hier wirklich buchstäblich gemeint: hinter ihm hergehen, seinen Spuren folgen. In meinem Morgengebet bete ich: “Jesus, gehe du mir heute voran, um mir den Weg zu zeigen, den ich gehen soll.” Das Bekenntnis allein reicht nicht. Es braucht die Tat des Lebens, die Hingabe des Herzens.


Wen Gott nämlich auserwählt hat, der ist nach seinem Willen auch dazu bestimmt, seinem Sohn ähnlich zu werden, damit dieser der Erste ist unter vielen Brüdern und Schwestern. Röm 8:29

Du und ich wurden geschaffen, um Christus ähnlich zu werden. Das ist unser höchstes Lebensziel, lebenslanger Prozess. Ansonsten wäre das Christentum eine reine Moralreligion, wo ich jeden Tag versuche, “gut” zu leben. Ich bete jeden Morgen, dass ich Christus in mir und im anderen immer mehr erkenne. Das macht uns aus, wir sind ein Leib, ein großes “Wir”, Christus das Haupt. Hauptantrieb in diesem Prozeß ist der hl. Geist, der aber DEIN JA braucht, um zu wirken, denn Gott achtet unsere Freiheit. Gib Gott täglich neu *DEIN JA*, damit er in dir wirkt und du Christus immer ähnlicher wirst.


Wer vermöchte uns zu trennen von der Liebe Christi. Röm 8,31

Ich pflege wie du die Nähe zu Gott. Diese gepflegte Gottesnähe beruhigt den Sturm in uns. Sie lässt einen in dem oft turbulenten Alltag den Blick aufs Wesentliche nicht verlieren. Worauf kommt´s denn wirklich und ausschließlich an: uns als geliebte Kinder unseres Vaters zu erkennen, sonst nichts! Und dennoch: an manchmen Tagen brischt die Welt auf dich so dermaßen ein, dass man dann doch den Blick verliert, sich mitreißen lässt, beunruhigen, stressen lässt. Es ist, wie es eben ist. Wir sind nicht vollkommen. Aber jeder Tag ist ein neuer Anfang, eine neue Chance, ein neues Geschenk, dass wir dankbar annehmen und nach bestem Wissen und Gewissen das Beste daraus machen. So lebe diesen Tag mit dem Vater, vertraue auf Christus unseren Herrn und lass dich führen durch den heiligen Geist.


Wenn Gott für uns ist, wer kann dann gegen uns sein? Röm 8:31

Dass Gott für uns ist, das ist schnell dahergesagt. Aber woran kann man denn erkennen, dass Gott für uns ist? Daran, dass er seinen eigenen Sohn für uns in den Tod gegeben hat. Er opferte seinen Sohn für uns! Wenn aber Gott in seiner Liebe zu uns schon so weit gegangen ist, dann liegt doch auf der Hand, dass er uns mit seinem Sohn alles andere, insbesondere das ewige Heil, schenken wird: “Gott hat sogar seinen eigenen Sohn nicht verschont, sondern ihn für uns alle dem Tod ausgeliefert. Sollte er uns da noch etwas vorenthalten?” (Röm 8:32)

O du mein Helfer bei allem Guten, durch dich vollbringe ich gute Werke. Auf dich will ich all meine Hoffnung werfen und mich bekleiden mit deiner Huld. Hildegard von Bingen


Wer sollte uns verurteilen? Christus Jesus selbst ist ja für uns gestorben. Röm 8, 34

Für die Sicht auf uns selbst bedeutet das: Ja, wir sind Sünder. Das darf aber nicht in einer non-stop Selbstverurteilung Ausdruck finden, die letztlich egozentrisch ist und von Gott weg führt und im Selbstmitleid endet. Schuldbewußtsein Ja – Selbstverurteilung Nein. Für die Sicht auf andere bedeutet das: Schuld, Sünde und unrechtes Verhalten klar benennen, aber liebevoll, achtsam, ohne Verurteilung der Person = eine Herausforderung, weil bei Kritik häufig sehr schnell die “Türen” zugemacht werden.


Was also könnte uns von Christus und seiner Liebe trennen? Röm 8:35

Christen erhalten himmlische Fürbitte durch Christus. Er ist vom Tod auferweckt worden und hat seinen Platz an Gottes rechter Seite eingenommen. Dort tritt er jetzt vor Gott für uns ein. Und von diesem “Für-uns-eintreten”, von dieser Liebe kann uns nichts mehr trennen! Ja: “Weder Tod noch Leben, weder Engel noch Dämonen , weder Gegenwärtiges noch Zukünftiges noch irgendwelche Gewalten, weder Hohes noch Tiefes oder sonst irgendetwas auf der Welt können uns von der Liebe Gottes trennen, die er uns in Jesus Christus, unserem Herrn, schenkt.” (Röm 8:38‭-‬39). Im Gebet geht es allein darum, sich der Anwesenheit Gottes bewusst zu werden, dem “Nicht-getrennt-von-ihm-sein”.

Alle Schwierigkeit im Gebet hat nur eine Ursache: zu beten, als wäre Gott abwesend. Theresa von Avila

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