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Röm Kap. 11

Impulse, Auslegungen, Kommentare und Bibelzitate aus dem Brief an die Römer Kap. 11

Wenn das nun aber aus Gnade geschah, dann geschah es nicht aufgrund von irgendwelchen Leistungen, sonst wäre ja Gnade keine Gnade mehr. Röm 11:6

Aber Vorsicht! Das bedeutet nicht, dass der liebe Gott schon alles vergeben wird unabhängig von unserem Tun. Hüten wir uns vor solch einem billigen Verständnis von Gnade. Das wäre zuletzt eine Tolerierung der Sünde. Gott ist aber nicht tolerant! Er will nicht, dass wir sündigen. Gnade ist kein Freibrief für ein Leben nach eigenem Gutdünken: Mach was du willst, Gott vergibt alles. Nein! “Billige Gnade ist Predigt der Vergebung ohne Buße.” (Bonhoeffer) Gottes Gnade aber ist teuer und kostbar und muss gepaart sein mit meiner Buße, d.h. der immer wieder neuen Ausrichtung an Gott und seinem Willen. Darum folgen ab dem Kapitel 12 Anweisungen für das praktische Leben. 


Nicht ihr tragt die Wurzel, sondern die Wurzel trägt euch. Röm 11:18

Die Wurzel sind die Stammväter v.a. Abraham. Die Wurzel ernährt die Zweige. Die Zweige sind wir. Die Zweige sind gesegnet durch die Wurzel, die als Erstes die Verheißung empfangen hat. Darum: Die Wurzeln unseres Glaubens sind jüdisch. Diese Wurzeln nähren uns und haben uns den Segen beschert. Wir sollten dies demütig zur Kenntnis nehmen. Eine Haltung des Respekts und der Hochschätzung dem jüdischen Glauben gegenüber ist die einzige wirklich christliche Haltung. 

Das Ereignis der Shoa lässt mich immer wieder in betroffenes Schweigen fallen und sprachlos werden. Ebenso sprachlos über Ereignisse wie in Halle (…und das ist ja nur ein Ereignis unter vielen!)


Wie groß ist doch Gott! Wie unendlich sein Reichtum, seine Weisheit, wie tief seine Gedanken! Röm 11:33

“Man muss, solange man lebt, lernen, wie man leben soll.” (Seneca) Und so dürfen wir stets im Gebet um Weisheit bitten: “Verleih mir daher Weisheit und Einsicht.” (2 Chr 1,8). Möge der gute Gott dir immer das Licht seiner Weisheit schenken, damit du eine klare Erkenntnis hast und bei dir und den Anderen das zu Wege bringst, was Gott gefällt, dass du aus seiner Hand annimmst, was er dir schickt; und dass du dir immer dessen bewusst bist, was am wichtigsten ist: Geduld, Demut, Gehorsam und Liebe.


O welche Tiefe des Reichtums sowohl der Weisheit als auch der Erkenntnis Gottes! Wie unergründlich sind seine Gerichte, und wie unausforschlich seine Wege! Röm 11:33

Die Beweggründe des göttlichen Willens werden wir erst verstehen, wenn wir das Angesicht dessen sehen, der von einem Ende zum anderen mächtig wirkt. Kommt es nicht oft vor, daß wir nicht einmal bei Menschen verstehen, wie und warum sie dies und jenes tun? So erscheint auch uns die Welt wie ein großes Uhrwerk, ausgestattet mit einer solchen Fülle von Tätigkeiten und Bewegungen, daß wir uns des Staunens darüber nicht erwehren können. Wozu im besonderen jeder einzelne Teil da ist und auf welche Weise er dem allgemeinen Ziel dient oder warum er gerade so und nicht anders gemacht ist, das vermögen wir nicht zu begreifen, außer der göttliche Handwerker offenbart es uns.


Wie groß ist doch Gott! Wie unendlich sein Reichtum, seine Weisheit, wie tief seine Gedanken! Wie unbegreiflich für uns seine Entscheidungen und wie undurchdringlich seine Pläne! Röm 11:33

Letztlich können wir Menschen diesen Reichtum Gottes, seine Weisheit und auch seine Erkenntnis nicht ergründen. Das alles hat eine Tiefe, die wir nicht ausloten können. Und die Wege, wie er die Geschichte lenkt, können wir nicht voll und ganz nachvollziehen. Sie sind uns letztendlich unbegreiflich. Eines wissen wir klar: Gott, der Herr ist der Schöpfer ist, von ihm kommt alles, Gott, der Herr ist der Erhalter ist, durch ihn lebt alles und Gott, der Herr ist das Ziel, in ihm vollendet sich alles.

Denn alles kommt von ihm, alles lebt durch ihn, alles vollendet sich in ihm. Ihm gebühren Lob und Ehre in alle Ewigkeit! Amen. Röm 11:36


Wie unergründlich sind seine Entscheidungen , wie unerforschlich seine Wege! Röm 11:33

Kommt es nicht oft vor, daß wir nicht einmal bei Menschen verstehen, wie und warum sie dies und jenes tun? Frage daher nicht nach Dingen, die du nicht verstehen kannst und forsche nicht nach Gründen, die deine Kräfte übersteigen. Viele Beweggründe des göttlichen Willens in unserem Leben werden wir erst verstehen, wenn wir das Angesicht dessen sehen, der mächtig wirkt und alles mit sanfter Liebe ordnet. Bis dahin ist unser Vertrauen gefragt. Vieles nun wissen und verstehen wir nicht, aber eines wissen und eines glauben wir: Von ihm und durch ihn und für ihn sind alle Dinge.


Denn von ihm und durch ihn und für ihn sind alle Dinge. Ihm sei die Ehre in Ewigkeit! Röm 11:36

Möchten wir doch glauben, daß Gott Urheber und Vater aller Dinge ist, daß er daher durch seine Vorsehung alles Geschehen leitet und Sorge trägt! Ganz besonders sollten wir glauben, daß er sich um Angelegenheiten von uns allen kümmert, die ihn kennen, mag auch unser Leben durch noch so viel Widriges hin- und hergeworfen werden. Wir wissen nicht, warum das so ist. Vielleicht soll uns dies, da wir zu dieser Kenntnis nicht gelangen können, ein Ansporn sein, Gottes über alles erhabenes Wissen zu bewundern. Rufen wir also bei jedem Geschehnis, aber rufen wir mit einem Herzen voll Liebe gegen die unendlich weise, mächtige und gütige Vorsehung unseres ewigen Vaters aus: O welche Tiefe des Reichtums sowohl der Weisheit als auch der Erkenntnis Gottes!

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