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06 Römer

Römer – Auslegungen

Es ist ein einzigartiger Brief und der einzigste, der eine umfassende Darlegung der frohen Botschaft enthält. Was Paulus da verfasst hat, haut einen geistlich vom Hocker. Im Kern geht es um die Rechtfertigung durch den Glauben an Jesus Christus. Melanchthon nannte ihn die Zusammenfassung der christlichen Theologie. Augustinus wurde durch diesen Brief zum Christentum bekehrt. Luther bekam durch diesen Brief die Erkenntnis, dass allein Gottes Gnade gerecht sein lässt.

Einleitung (Röm 1,1-17)

Röm 1,1-2

Paulus, Knecht Jesu Christi, berufener Apostel, ausgesondert für das Evange­lium Gottes, das er zuvor verheißen hat in heiligen Schriften durch seine Propheten. Römer 1:1-2

Knecht Jesu Christi nennt sich Paulus. Das weist auf eine Beziehung der völligen und bedingungslosen Zugehörigkeit zu Jesus, dem Herrn, hin. In dieser frei gewählten lebensbestimmenden Abhängigkeit von Jesus stehen auch wir. Berufener nennt sich Paulus. Auch wir sind berufen, jeder auf seine Art und Weise. Gott (be) ruft dich täglich. Ausgesondeter für das Evangelium nennt sich Paulus. Im Zentrum steht dabei das Evangelium, die rettende Botschaft, die Botschaft von der göttlichen Gnade, die den Menschen in Christus mit Gott, mit sich selbst und mit den anderen versöhnt. Diese rettende Botschaft hat Gott im alten Testament schon lange und häufig angekündigt. 

Im Glauben nun trifft dies auch auf dich zu. Du bist Knecht Jesu Christi, Berufener durch Gott, Ausgesondeter für das Evangelium!

Röm 1,6

Euch hat Jesus Christus zum Glauben gerufen, ihr gehört jetzt zu ihm. Röm 1:6

Wir wollen Christus gehören, sonst niemandem! Voller Sehnsucht drängt es uns zu ihm. Er soll mein Element sein, in dem ich lebe, wie die Luft, in der ich bin und die in mir ist. In ihm sind wir “Geliebte Gottes” (Röm 1,7), was für eine Gnade! In der Hingabe an ihn sind wir nun Liebende Gottes. Ganzhingabe an ihn bedeutet, dies nicht halbherzig zu tun. “Ihm diene ich von ganzem Herzen” (Röm 1:9) durch einen demütigen im Alltag gelebten Glauben in Familie, Arbeit und Freundschaft. 

Sage heute ganz bewusst: Ich bin ein Geliebter Gottes.Ich bin sein Diener mit ganzem Herzen. Ich bin ein zu Christus Gehörender.

Röm 1,16

Ich schäme mich des Evangeliums von Christus nicht. Röm 1:16

Nicht jeder wollte damals und will heute eine Botschaft über einen Gott, der am Kreuz stirbt. Sich des Evangeliums nicht zu schämen, bedeutet sich bedingungslos zu Christus zu bekennen, d.h. klar Zeugnis zu geben, wenn wir gefragt werden. Ich selbst weiß aus eigener Erfahrung, dass man immer häufiger mal schräg, mal belächelnd angeschaut wird, wenn man sich klar als gläubiger Christ bekennt. Neben Worten sollte vor allem unser Handeln auch ein klares Zeugnis sein. In unserem Handeln sollte das Handeln Jesus heraus zu lesen sein. Franz von Assisi hat das so ausgedrückt: Verkündet das Evangelium und, sollte es nötig sein, auch mit Worten.

Gott nötig haben ist nichts, dessen man sich schämen müsste, sondern es ist die Vollkommenheit, und es ist am traurigsten, wenn etwa ein Mensch durchs Leben ginge, ohne zu entdecken, dass er Gott nötig hat. Kierkegaard

Röm 1,16-17

Das Evangelium ist Gottes Kraft zur Errettung für jeden, der glaubt. Denn es wird darin geoffenbart die Gerechtigkeit Gottes aus Glauben zum Glauben. Röm 1:16‭-‬17

Diese beiden Verse sind der Kern des Römerbriefes. Unser Glaube an Christus ist das Entscheidende, denn durch ihn werden wir gerechtfertigt vor Gott. Christ ist der Mensch, der seine Gerechtigkeit und damit sein Heil nicht mehr bei sich selbst und seiner Lebensgestaltung sucht, sondern bei Jesus Christus alleine. Unsere Schuld wird durch ihn gesühnt, so dass wir Gemeinschaft haben können mit Gott. Gemeinschaft mit Gott! Diese hast du heute durch Christus! Durch ihn sind wir gerecht mitten in der Sünde. Das ist das Evangelium, das Ruhe für unsere Seele bringt und uns zugleich immer neu zur Umkehr bewegt.

Wir müssen zwei gleich feste Vorsätze fassen: Nicht unruhig werden, wenn wir das Unkraut in unserem Garten wuchern sehen zugleich aber den Mut haben, es ausreißen zu wollen. Die Eigenliebe stirbt nicht, solange wir leben, und sie bringt immer wieder ihr Unkraut hervor. Franz von Sales

Wir sind Sünder! (Röm 1,18 – 3,20)

Röm 1,18

Sie tun, was Gott missfällt und treten so die Wahrheit mit Füßen. Röm 1:18‭

Sich als gerettet zu erkennen setzt voraus, dass wir uns zuvor als verloren erkennen. Der Abschnitt 1,18 bis 3,20 zeigt sehr konkret diese Verlorenheit auf. Zugegeben: Es ist eine einzige, lückenlos geführte Anklage gegen den Menschen, die recht heftig zu lesen ist. Dennoch: Diese Klageschrift muss sein. Der Mensch muss ins Licht gestellt werden, um so zu erkennen, das er erlösungsbedürtig ist. Er muss erkennen, dass er schuldig ist, denn nur in dieser Erkenntnis erkennt er sein Angewiesensein auf das Evangelium, auf die rettende Botschaft. Verloren muss man sich wissen, dann will man gerettet werden.

Wo tue ich etwas, das Gott missfällt? 

Denn es wird geoffenbart Gottes Zorn. Röm 1:18 

Von Gottes Liebe lesen wir gern. Bei Gottes Zorn erschrecken wir. Wir lesen das ja sehr menschlich. Gottes Zorn ist allerdings keine negative Gefühlswallung, so wie bei uns. Gottes Zorn ist vielmehr Ausdruck seiner Heiligkeit, in der er nicht über das Böse hinweg sehen kann, sondern es verurteilen muss. Es geht wie gestern darum, dass ich mein Sündersein erkenne. Klar können wir sagen: “Ich bin wie ich bin und das ist gut so!” oder “Hey, ich mach doch viel Gutes.” Also hat Gott doch nun wirklich keinen Grund, zornig zu sein. Aber ist dies tatsächlich so? Definieren wir uns dann nicht selbst als gerecht und übersehen, dass wir jeden Tag aufs Neue an uns arbeiten müssen? 

Wir müssen daran denken, dass wir jeden Tag mit unserem Fortschritt oder unserer Vervollkommnung wieder zu beginnen haben. Franz von Sales 

Röm 1,28

Gott war ihnen gleichgültig; sie gaben sich keine Mühe, ihn zu erkennen. Röm 1:28

Der gleichgültige Mensch stumpft nicht nur gegenüber Menschen ab, sondern auch gegenüber Gott. Und alles hängt mit allem zusammen. Ist mir Gott gleichgültig, sind mir auch seine Gebote gleichgültig (lieben, dienen, aufeinander achten, helfen etc.). Genau das ist gemeint, wenn Johannes schreibt: “Wie kann Gottes Liebe in einem Menschen sein, wenn dieser die Not seines Bruders vor Augen hat, sie ihm aber gleichgültig ist?” (1. Joh 3:17)

Kehren wir immer wieder in unsere innere Kammer ein, um im Gebet, der Bibellese, in guten Werken und in der Stille in der Gotteserkenntnis voran zu schreiten, um seine Gebote nicht als Moralvorschriften (“Du sollst”) zu empfinden, sondern immer tiefer sie in ihrem Wesenskern zu erkennen, der die Liebe ist und aus dem ein “Ich will”, ein “Mich-drängt-es” entspringt.

Röm 2,1

Worin du den an­deren richtest, verurteilst du dich selbst; denn du, der du richtest, verübst ja das­selbe! Röm 2:1

Oft nehmen wir es auch nicht wahr, dass wir innerlich blind sind. Oft handeln wir schlecht, aber was noch schlimmer ist, wir entschuldigen uns.Wir tadeln Kleinigkeiten an anderen und übersehen Krebsschäden an uns. Was wir von anderen auszustehen haben, fühlen wir schnell und kreiden es an. Was aber die anderen von uns hinnehmen, das sehen wir gar nicht. Wer sich selbst recht und gerecht beurteilte, hätte keinen Grund, über andere scharf zu richten. Thomas von Kempen

Keiner von uns ist dazu qualifiziert, über das Innere eines anderen Menschen zu urteilen. Nur Gott sieht die Beweggründe und Absichten eines jeden Menschen.

Römer 2,7

Den einen, die unermüdlich das Gute tun und alles dransetzen, um an Gottes Herrlichkeit, Ehre und Unvergänglichkeit teilzuhaben, gibt er das ewige Leben. Röm 2:7

Nichts ist Gott lieber und erfreulicher, als wenn die Menschen in ehrlicher Reue zu ihm umkehren. Es geht um die komplette Lebensführung, wo alleiniger Lebensinhalt der ist, unermüdlich das Gute, nämlich den Willen Gottes zu suchen und zu tun. Gutes zu tun bedeutet nicht gleich die Welt zu retten, sondern ist im Kleinen zu suchen. Nimm dir heute z.B. aufrichtig vor, allen, die um dich sind, den Weg liebenswert und leicht zu machen. Dann tust du Gutes, denn das Leben bringt häufig genug Bitterkeit mit sich. Das ist nur ein Beispiel. Frage dich selbst: Wo und wie kannst du heute Gutes tun? 

Jedem, der Gutes tut, wird Gott seine Herrlichkeit, Ehre und Frieden schenken. Röm 2:10

Röm 3,10

Es gibt keinen, auch nicht einen Einzigen, der ohne Sünde ist. Röm 3:10 

Wir sind nicht ohne Sünde. Ich bin ein Mensch und verfehle mich immer wieder. Das ist das Resultat vom ersten Teil des Briefes. Dies zu erkennen ist erstens wichtig für unsere Gottesbeziehung, den nur so können wir das Erlösungswerk Jesus Christi begreifen. Zweitens ist es wichtig für unsere zwischenmenschlichen Beziehungen. Ich kenne von mir, dass ich oft die Schuld beim anderen suche oder mich subtil freisprechend für mein Verhalten rechtfertige. Entschuldigungen gibt es immer. Erkenne ich mich und den anderen als Menschen an, der Fehler macht, so bewahrt dies mich vor Selbstgerechtigkeit und stärkt in mir eine sanftmütige Haltung und die Bereitschaft zur Vergebung. 

Alle Menschen auf der Welt sind vor Gott schuldig. Röm 3:19 

Wir sind Gerechte ! (Röm 3,21 – 4,25)

Röm 3,21

Jetzt aber hat Gott uns gezeigt, wie wir vor ihm bestehen können, nämlich unabhängig vom Gesetz. Röm 3:21

Nun beginnt der zweite Teil des Römerbriefes. Mit diesem “Jetzt aber” ist das Evangelium gemeint, das in Christus zu uns gekommen ist. Nicht durch das Gesetz und dem Befolgen von Geboten bestehen wir vor Gott und haben so Gemeinschaft mit ihm, sondern allein durch die Tat Jesu am Kreuz. Gott spricht jeden von seiner Schuld frei und nimmt jeden an, der an Jesus Christus glaubt. Nur diese Gerechtigkeit lässt Gott gelten. Durch Jesus sind wir Gerechte vor Gott! Der Mensch selbst ist außerstande, dies zu schaffen. Jeder Mensch ist ein Sünder und braucht Vergebung. Wenn er diese Vergebung empfangen hat, wechselt er seine Stellung vor Gott und ist fortan ein Gerechter, weil Gott ihn für gerecht erklärt hat in seinem Glauben an Jesus Christus! 

Was sich keiner verdienen kann, schenkt Gott in seiner Güte. Er nimmt uns an, weil Jesus Christus uns erlöst hat. Röm 3:24 

Röm 3,25

Jesus hat sein Blut für uns vergossen und mit diesem Opfer die Vergebung für alle erwirkt, die daran glauben. Röm 3:25 

Wenn er also nicht hätte leiden wollen, so würde er nicht gelitten haben. Wenn er nicht gelitten hätte, so wäre sein Blut nicht vergossen worden. Wenn sein Blut nicht vergossen worden wäre, würde die Welt nicht erlöst worden sein. Sagen wir also Dank, sowohl für die Macht seiner Gottheit, wie für die Erbarmung seiner Menschheit. Durch die Niedrigkeit Christi nämlich werden wir gereinigt. Denn wenn er sich nicht erniedrigt hätte und gehorsam geworden wäre bis zum Tode des Kreuzes , so wäre gewiß sein Blut zur Vergebung der Sünden, d.h. zu unserer Reinigung nicht vergossen worden. Augustinus

Um unsere Schuld zu sühnen, hat Gott seinen Sohn am Kreuz vor aller Welt sterben lassen. Jesus hat sein Blut für uns vergossen und mit diesem Opfer die Vergebung für alle erwirkt, die daran glauben. Röm 3:25

Allein der Glaube führt zur Rechtfertigung vor Gott, der Glaube an das Sühneopfer Jesus. Demut! Demut! Demut! Jeglicher Selbstruhm wird durch das Geschehen auf Golgatha ausgeschlossen. Oh Gott, der du die einzige Liebe all unserer Liebe bist, nimm hier unser einziges Herz, das wir dir geben. Bewahre, segne und stärke unsere Liebe zu dir. “Verleihe mir einen Geist, der dich erkennt, ein Herz, das dich liebt, eine Seele, die an dich denkt, ein Tun, das dich verherrlicht, Ohren, die dich hören, Augen, die dich sehen, eine Zunge, die dich preist.” (Benedikt von Nursia)

Römer 3,28

Nicht wegen meiner guten Taten werde ich von meiner Schuld freigesprochen, sondern allein deshalb, weil ich mein Vertrauen auf Jesus Christus setze. Röm 3:28

Im Glauben an das Wort, das in Jesus Christus Fleisch geworden ist, sind wir vereint. “Nicht in Organisationen, nicht in Dogmen, nicht in Liturgien, nicht in frommen Herzen wird die Einheit der Kirche bestehen, sondern im Wort Gottes, in der Stimme Jesu Christi.” (Bonhoeffer). Diese Stimme Jesu Christi mit einem wachsamen Ohr zu hören, das ist die Gnade und Aufgabe eines jeden Christen. Zuallererst durch das Gebet wird dieses “Hören” sensibilisiert. Alle Christen in allen Kirchen wenden sich im Gebet an das Wort Jesu Christi. Das ist wunderbar. Das ist der Kern unseres gemeinsamen Glaubens.

Röm 4,3

Abraham aber glaubte Gott und das wurde ihm als Gerechtigkeit angerechnet. Röm 4:3 

Paulus betont immer und immer wieder die Bedeutung des Glaubens, hier anhand der Person Abrahams. Dieser fand eben nicht wegen seiner Leistung bzw. seiner Werke die Anerkennung bei Gott, sondern wegen seines Glaubens, in dem er sein ganzes Vertrauen auf Gott setzte. Dieses Vertrauen drückt unsere persönliche Beziehung aus zu Gott, den wir als Vater ansprechen dürfen und der uns anspricht. Der Glaube ist die Antwort auf sein Wort, das eine persönliche Anrede ist, auf ein Du, das uns bei unserem Namen ruft. Der gläubige Mensch empfängt so seine Kraft aus der vertrauensvollen Selbstübergabe in die Hände des treuen Gottes. Ihm sei alle Ehre. 

Bei Gott werde ich nichts erreichen, wenn ich mich auf meine Taten berufe. Nur wenn ich Gott vertraue, der den Gottlosen von seiner Schuld freispricht, kann ich vor ihm bestehen. Röm 4:5 

Röm 4,18

Abraham hat da, wo nichts zu hoffen war, auf Hoffnung hin geglaubt. Röm 4:18 

Menschlich gesehen gab es für Abraham keinen Grund zur Hoffnung. Er und Sara waren einfach zu alt, um ein Kind zu bekommen. In seinem Glauben hoffte er dennoch. Abraham gab Gott durch sein Festhalten die Ehre. Und Gott erfüllte seine Zusagen. Auch wenn es für uns Momente des Zweifels gibt, ist es wichtig, immer wieder neu zur echten Glaubensüberzeugung zurückzukehren, um dadurch wieder im Glauben zu erstarken. Und der erstarkte Glaube ehrt Gott dann auch wieder. Und dieser Gott erfüllt an uns seine Zusagen. Mit den Worten von Faustina: O mein Gott, meine einzige Hoffnung, in dich habe ich meine ganze Hoffnung gelegt und weiß, dass ich nicht enttäuscht werde. Faustina 

Abraham zweifelte nicht, sondern vertraute Gottes Zusage. Ja, sein Glaube wurde nur noch stärker. Er gab Gott die Ehre. Röm 4:20

Röm 4,24

Auch wir sollen Gottes Anerkennung finden, denn wir vertrauen ihm. Röm 4:24

Wir sagen, dass wir Gott vertrauen und an ihn glauben. Dieses Sagen muss in Handeln umgesetzt werden, muss in unsere Seele einverleibt werden, Wirklichkeit werden in unserem Leben, muss mehr sein als eine seelenberuhigende Floskel. Nehmen wir also jede Stunde aus der Hand Gottes an, voller Vertrauen. Klagen und reiben wir uns an Situationen nicht wund, in die wir nun einmal hineingestellt sind. Sprechen wir gläubig und demütig in der Kraft des Geistes: Jetzt ist der Tag des Herrn, die Stunde des Heiles, der rechte Augenblick, denn Gott ist bei mir. Unsere Tage können wir so besser bestehen.

Jesus wurde in den Tod gegeben, um unsere Sünden zu tilgen. Er wurde auferweckt, damit wir vor Gott bestehen können. Röm 4:25

Röm 5,1

Nachdem wir durch den Glauben von unserer Schuld freigesprochen sind, haben wir Frieden mit Gott durch unseren Herrn Jesus Christus. Röm 5:1

Nun haben wir Frieden mit Gott durch Jesus Christus. Jesus ist unser Friede. Er hat durch sein vergossenes Blut Frieden gestiftet. Da ist nichts mehr, was zwischen Gott und mir geregelt werden muss, alles ist in Ordnung. Nun hat Gott nichts mehr gegen Dich, denn Er hat Dich gerechtfertigt, weil du an den Herrn Jesus glaubst und darum teilhast an der ewigen Erlösung. Jedoch hat der Gläubige nicht nur Frieden mit Gott gefunden, er ist auch ein Kind Gottes geworden, so dass er durch die Kraft des Heiligen Geistes die Gemeinschaft mit dem Vater und dem Sohn genießen kann. Frieden und Gemeinschaft mit dem dreifaltigen Gott, was für eine Gnade für uns!

Röm 5,2-3

Wir rühmen uns auch in den Bedrängnissen, weil wir wissen, dass die Bedrängnis standhaftes Ausharren bewirkt. Röm 5:2-3

Der Herr erweist uns Gutes nicht in der Weise, die wir für richtig halten, sondern nach seinem Willen. Dazu gehört auch die Bedrängnis. Bedrängnisse bewirken, dass wir nahe beim Herrn bleiben. Wäre alles nur eitel Sonnenschein, dann ständen wir in viel größerer Gefahr uns von ihm zu entfernen, von ihm, der doch unsere Mitte ist. Und Gott schickt uns sicherlich Bedrängnisse auch, um uns zu lehren, mit den Bedrängnissen anderer Mitleid zu haben. In der Bedrängnis nun wende du dich voll Vertrauen an Gott und du wirst gestärkt, erleuchtet und belehrt. Und sei dir sicher: Auf Bedrängnisse werden Tröstungen folgen, wenn wir sie in innerem Frieden ertragen haben.

Röm 5,3-4

Leid macht geduldig, Geduld aber vertieft und festigt unseren Glauben. Röm 5:3‭-‬4

Leben in der vollkommenen Freude bedeutet nicht, dass das Leben einfach oder schmerzlos ist. Das Leiden gehört zum Leben dazu und kann es verbittern. Es anzunehmen ist oft sehr schwer. Zugleich ist es aber immer auch Chance. Denn wenn wir akzeptieren, dass das Leben ist, wie es ist, und nicht, wie es unserer Ansicht nach sein sollte, festigt das unseren Glauben an den auferstandenen Herrn, der unser tiefster Freudensgrund ist. Ich bin mir bewusst, dass das eine wirklich harte Nuss ist, aber wir kommen nicht daran vorbei, hier einen Weg zu finden. Denn das Leid ist da. Bitten wir den Herrn um Kraft und Weisheit!

Die Auferstehung Christi macht offenbar, dass wir Zukunft haben. Leiden und Tod verlieren dadurch nichts von ihrer Bitterkeit, aber sie erscheinen in einem neuen Licht. Bonhoeffer

Röm 5,5

Diese Hoffnung aber geht nicht ins Leere. Röm 5:5

Hoffnung ist etwas tieferes als Optimismus, der von Gefühlen abhängig ist und daher leicht in Pessimismus umschlagen kann. Hoffnung geht tiefer, weil sie nicht von Gefühlen abhängig ist, sondern auf dem festen Grund von Überzeugungen steht und daher eben viel stabiler ist. Für diese Hoffnung braucht es Vertrauen: glaube mit unerschütterlichem Vertrauen, dass es nie eine Situation geben kann, die absolut und völlig hoffnungslos ist, allein weil wir in der Liebe Gottes leben. Diese Hoffnung lässt uns in der vollkommeneb Freude leben.

Jesus allein ist das Leben, das immer neue Freude und Hoffnung schenkt, uns und unserer Welt. Benedikt XVI

Uns ist der Heilige Geist geschenkt, und durch ihn hat Gott unsere Herzen mit seiner Liebe erfüllt. Röm 5:5

Das Herz ist das Symbol für pulsierendes Leben. Es ist der springende Punkt im Menschen, der Ort, von dem alles Gute und Böse, die Barmherzigkeit wie die Herzensverhärtung, entspringen. Ebenso wie als Ausdruck der Menschenliebe bezeichnet es die Liebe zu Gott. Mit einem von Gottes Liebe erfüllten Herzen (Röm 5,5) kämpfen wir aber auch gegen all das an, was unser Herz vom Guten abbringen will. Hier spielt das Symbol des Drachens eine große Rolle. Der Drache als Sinnbild des Bösen drückt Schrecken und Kraft aus und droht, den Menschen zu überwältigen. Immer mehr wandelte er sich zum Motiv des christlichen Kampfes gegen das Böse. Der Drache wird in Kirchen aber nicht als Sieger, sondern als Besiegter dargestellt. Am bekanntesten ist der heilige Georg, dargestellt wie er den Drachen tötet. Das ist ein Bild dafür, dass wir schlechte und böse Gedanken aus unserem Herzen heraus werfen müssen.

Die Liebe Gottes ist ausgegossen in unsere Herzen durch den Heiligen Geist, der uns gegeben worden ist. Röm 5:5 

Aus dieser Liebe heraus lieben wir. So wie unsere Seele dem Körper das Leben gibt, aber in ihm nicht ihren Ursprung hat, so entstammt auch die Liebe, die unserem Herzen Leben spendet, nicht diesem Herzen selbst, sondern strömt in unser Herz als himmlische Gabe. Nichts ist besser und notwendiger als diese Liebe zu erkennen und sich von ihr umwandeln zu lassen. Gottes hilfreiche Hand ist uns immer zur Seite, um uns immer tiefer seine zärtliche Liebe zu uns zu offenbaren, damals auf Golgota zutiefst und auch heute in deinem Leben. 

Gott aber beweist uns seine große Liebe gerade dadurch, dass Christus für uns starb, als wir noch Sünder waren. Röm 5:8

Das neue Leben der Christen (Röm 5,12 – 8,39)

Röm 5,21

Gott spricht uns von unserer Schuld frei und schenkt uns ewiges Leben durch Jesus Christus, unseren Herrn. Röm 5:21

Was ist das ewige Leben? Wir müssen aus der Zeitlichkeit, in der wir gefangen sind, herausdenken. Ewigkeit ist sicherlich nicht eine immer weitergehende Abfolge von Kalendertagen. Auch wenn wir möglichst lange leben wollen, lässt uns doch diese Vorstellung erschrecken, da irdisches Leben oft mehr Mühsal als Erfüllung ist. Ewiges Leben lässt sich vielmehr erahnen als der erfüllte Augenblick, in dem uns das Ganze umfängt, das Eintauchen in den Ozean der unendlichen Liebe, in dem es keine Zeit, kein Vor- und Nachher mehr gibt. Ewiges Leben kommt uns aus dem Geliebtsein von dem, der das Leben ist, aus dem Mitlieben und Mitleben mit ihm, dem Christus. Jesus sagt zu uns, dass er uns wiedersehen wird und unser Herz sich freuen wird, eine Freude, die uns niemand mehr nehmen kann. In diese Richtung müssen wir denken, wenn wir verstehen wollen, worauf die christliche Hoffnung des ewigen Lebens zielt. (i.A. an Benedikt XVI)

Röm 6,4

So sollen auch wir als neue Menschen leben. Röm 6,4

Der Tod Christi ist Quelle des neuen Lebens, weil Gott in ihm seine ganze Liebe verströmt. Durch unseren Glauben tauchen wir in dieses neue Leben ein, gestaltet dieses neue Leben unsere gesamte menschliche Existenz nach der radikalen Neuheit der Auferstehung um. Sind wir nun bereit dazu, werden unsere Gedanken, Gefühle und Verhalten allmählich geläutert und verwandelt auf einem Weg, der in diesem Leben nie gänzlich vollendet wird. Der Glaube, der in der Liebe wirksam ist wird dabei zu einem neuen Maßstab für das Denken und Tun, der das ganze Leben des Menschen verändert.

Der Herr sieht nicht so sehr auf die Größe der Werke, als auf die Liebe, mit der sie getan werden. Teresa von Avila

Röm 6,7

Wer gestorben ist, kann nicht mehr von der Sünde beherrscht werden. Röm 6:7

Er verbietet uns nicht, die Sünde zu fühlen, sondern nur in sie einzuwilligen. Er befiehlt nicht, daß wir die Sünde hindern, in uns einzudringen und in uns zu sein, sondern er befiehlt, daß sie nicht in uns herrsche. Sie ist in uns, wenn wir die Auflehnung des sinnlichen Begehrungsvermögens fühlen, aber sie herrscht nicht in uns, außer wenn wir ihr zustimmen. Gott will, daß wir Feinde haben, Gott will aber auch, daß wir sie zurückdrängen. Leben wir also mutig zwischen dem einen und dem anderen göttlichen Wollen. Erleiden wir in Geduld, angegriffen zu werden, aber trachten wir den Angreifern tapfer die Stirne zu bieten und Widerstand zu leisten.

Röm 6,8

Sind wir aber mit Christus gestorben, dann werden wir auch mit ihm leben. Röm 6:8

Herr, dein Tod am Kreuz und deine Auferstehung mögen uns lehren, den Angriffen des täglichen Lebens die Stirn zu bieten und die Angst vor dem Tod zu überwinden, damit wir in einer größeren und kreativeren Fülle leben. Demütig und geduldig hast du die Nackenschläge des menschlichen Lebens wie auch die Qualen deiner Kreuzigung hingenommen. Hilf uns, die Nöte und Kämpfe, die jeder Tag uns bringt, wahrzunehmen als Chancen, zu wachsen und dir gleichförmiger zu werden. Mach uns fähig, ihnen geduldig und mutig zu begegnen, voll Vertrauen auf deinen Beistand. Lass uns begreifen, dass wir zur Fülle des Lebens nur gelangen, wenn wir unablässig uns selbst und unseren egoistischen Wünschen sterben. Denn nur wenn wir mit dir sterben, können wir mit dir auferstehen. Mutter Teresa von Kalkutta

Röm 6,12

Achtet darauf, dass euer vergänglicher Körper nicht von der Sünde beherrscht wird und ihr seinen Begierden nicht nachgebt. Röm 6:12

Die Laien leben das christliche Königtum vor allem durch ihren geistlichen Kampf, um in sich selbst das Reich der Sünde zu überwinden und durch ihre Selbsthingabe, um in der Liebe und der Gerechtigkeit Jesu, der in allen ihren Brüdern und Schwestern, vor allem in den ärmsten zugegen ist, zu dienen. Johannes Paul II

Röm 6,13

Dient Gott mit allem, was ihr seid und habt. Röm 6:13

Wohl ist Gott allmächtig und kann alles, was er will. Da er uns aber einmal den freien Willen gegeben hat, will er ihn uns nicht wieder nehmen. Wenn er uns also dazu beruft, ihm zu dienen, dann will er auch haben, daß wir gern kommen, nicht aber gezwungen und widerwillig. Wir leisten dem Herrn Gehorsam, indem wir auf ihn hören. Gehorsam geschieht da, wo man sich zur Verfügung stellt. Stellen wir uns dem Herrn zur Verfügung. Wir gehören zu ihm und tun, was ihm gefällt. Wir sind Diener Gottes! Nicht Sklaven, sondern Diener, weil unser Gehorsam ein Gehorsam von Herzen und aus einem tiefen Vertrauen heraus ist. Begreifen wir dies als große Gnade.

Dient Gott mit eurem ganzen Leben. Röm 6:22

Röm 6,15

Soll das nun etwa heißen, dass wir bedenkenlos sündigen können, weil uns ja Gottes Gnade gilt? Röm 6:15

Sowohl Bonhoeffer wie Benedikt XVI haben eindringlich darauf hingewiesen, dass wir Christen in der heutigen Zeit in Gefahr stehen einem “billigen” Gnadenverständnis zu folgen: “Der liebe Gott, der schon alles vergeben wird.” “Billige Gnade” meint Tolerierung der Sünde. Gott ist aber nicht tolerant! Er will nicht, dass wir sündigen. Gnade ist kein Freibrief für ein Leben nach eigenem Gutdünken. Mach was du willst, Gott vergibt alles. “Billige Gnade ist Predigt der Vergebung ohne Buße.” (Bonhoeffer). Gottes Gnade aber ist teuer und kostbar, muss gepaart sein mit Buße, d.h. der immer wieder neuen Ausrichtung an Gott und seinem Willen.

Röm 7,4

Jetzt gehört ihr nur noch ihm, der von den Toten auferweckt wurde. Nur so werden wir für Gott Frucht bringen, das heißt leben, wie es ihm gefällt. Röm 7:4 

Wir sind ganz und gar sein Eigentum. Wir sind in ihm und er in uns. Das unschätzbare Geschenk dieser Einheit verpflichtet zum Wandel in einem neuen Leben, das Frucht bringt. Der Glaube durchdringt unser ganzes Sein und wirkt sich konkret auf alles in unserem Leben aus. So sind wir von Gott gesegnet, ob wir nun Gott direkt dienen oder Gott im Nächsten dienen und bringen Frucht, weil unsere Wurzel und Quelle der Christus ist. Wer an nichts hängt als an ihm, der dient ihm fröhlich und fast gleichmäßig in allen Aufgaben. 

Gott sei allezeit Ihr Alles. Franz von Sales 

Röm 7,7

Ohne die Gebote Gottes hätte ich nie erfahren, was Sünde ist. Röm 7:7

Das Sündigen geschah vor dem mosaischen Gesetz nicht so bewusst, was eine gefährliche Situation ist. Durch das Gesetz werde ich mir bewusst, was Sünde ist z.B. indem ich über die 10 Gebote in Bezug auf mein Leben nachdenke. Dieses Gesetz selbst entspricht Gottes Willen. Jedes einzelne Gebot ist heilig, gerecht und gut. Interessanterweise kann sich die Sünde in zwei Richtungen auswirken. Erstens in Ungerechtigkeit, die sich in Übertretungen der Gebote zeigt. Daran denkt jeder. Zweitens aber auch in Selbstgerechtigkeit, die einen möglichst untadeligen Eindruck hinterlassen will. Gerade der zweite Punkt muss im Auge behalten werden. Wie häufig erwische ich mich, wie ich hochmütig auf andere herab blicke, weil sie anscheinend nicht so gut sind wie ich.

Das Gesetz ist von Gottes Geist bestimmt. Das wissen wir genau. Ich aber bin nur ein Mensch und der Herrschaft der Sünde ausgeliefert. Röm 7:14

Röm 7,15

Ich verstehe ja selbst nicht, was ich tue. Das Gute, das ich mir vornehme, tue ich nicht, aber was ich verabscheue, das tue ich. Röm 7:15

Erkennen wir dies nun, dann ist der Geist Gottes in uns am Wirken. Bin ich mir bewusst, dass ich falsch handle, dann stimme ich Gottes Wille zu und erkenne an, dass er gut ist. Im Tagesrückblick erkenne ich oft: hier hätte ich gelassener reagieren können und war doch aufbrausend, hier hätte ich sanftmütiger sein können und habe doch streng über den anderen gerichtet, hier hätte ich die Möglichkeit zur guten Tag gehabt, aber meine Bequemlichkeit hat mich dran gehindert, hier hätte ich vergeben können, stattdessen trage ich dem anderen sein Fehlverhalten nach, hier hätte die Liebe wirken können und ich tat es nicht. 

Ich mache also ständig dieselbe Erfahrung: Das Gute will ich tun, aber ich tue unausweichlich das Böse. Röm 7:21

Röm 7,24

Ich elender Mensch! Wer wird mich erlösen von diesem Todesleib? Römer 7:24 

Die göttliche Liebe und die Eigenliebe haben oft einen Widerwillen gegeneinander und stoßen einander fortwährend in unserem Herzen. Das ist der Kern der Sünde. Nachdem Paulus die Macht dieser Sünde so deutlich vor Augen geführt hat, schließt er mit einem Schrei zu Gott: Ich elender Mensch! Wer kann mich erlösen? Das ist kein Selbstmitleid! Es ist ein Bekenntnis: ich bin mir meiner Begrenztheit, meiner Sünde und meiner benötigen Rettung durch Christus bewusst! Gott hat ihn aus dieser Gefangenschaft befreit. Durch Jesus Christus hat er es getan. Alle Angst ist geschwunden. Wir sind durch ihn erlöst. 

Gott sei Dank! Durch unseren Herrn Jesus Christus bin ich bereits befreit. Röm 7:25

Röm 8,1

So gibt es jetzt keine Verdammnis mehr für die, welche in Christus Jesus sind. Röm 8,1 

Freiwillig nimmt Jesus die Strafe auf sich, die wir Menschen eigentlich verdient haben. “An unserer Stelle nahm er Gottes Urteil über die Sünde auf sich und entmachtete sie dadurch.” (Röm 8:3) So sind wir gerettet, weil wir in ihm sind. Moderne Übersetzungen sprechen hier von “mit Jesus verbunden sein”. Der Ausdruck “In-Christus-sein” trifft es aber für mich klarer, denn dies meint weit mehr als Verbundenheit. In Christus zu sein, bedeutet sich selbst zu sterben. An einer anderen Stelle schreibt Paulus: Nicht mehr ich leben, sondern Christus lebt in mir!” Das persönliche Sterben bedeutet das Zurücknehmen des eigenen Willens zur Umgestaltung in den Willen Gottes. Dieses Sterben kostet Kraft und Überwindung, ist aber ein Gewinn, weil nur durch dieses Sterben jenes In-Christus-Sein ganz verwirklicht werden kann. Es geht darum, dass wir uns in Christus umgestalten lassen durch ein fortschreitendes Leben nach dem Geist. Der heilige Geist in meinem Herzen soll die Führung in meinem Lebens übernehmen. 

Jetzt bestimmt Gottes Geist und nicht mehr die sündige menschliche Natur unser Leben. Röm 8:4 

Röm 8,5;9;14

Wenn aber Gottes Geist uns leitet, richten wir uns nach seinem Willen aus. Gottes Geist bestimmt euer Leben, schließlich wohnt er ja in euch! Alle, die sich von Gottes Geist regieren lassen, sind Kinder Gottes. Röm 8: 5;9;14

Das sind keine unnötigen Wiederholungen, weil sie für uns hilfreich sind, die Wichtigkeit zu erkennen, sich in allem von Gottes Geist leiten zu lassen, im Umgang mit anderen wie mit sich selbst, bei Schwierigkeiten und Entscheidungen, im Kleinen wie im Großen. Im Geist strebt man nach dem, was der Geist will. Dem neuen Menschen in Christus liegt alles daran, das Streben des Heiligen Geistes zu teilen, danach zu trachten, was er will, zu denken und zu urteilen wie er und sich von ihm beeinflussen zu lassen. Dazu ist es nötig, daß wir selbst ihm unsere Herzenstüren öffnen. Gottes Geist geleite euch auf allen euren Wegen.

Ich kann dir nur herzlichst empfehlen, dir folgendes Stoßgebet anzueignen und es möglichst häufig zu beten: Komm heiliger Geist!

Röm 8,18

Ich bin ganz sicher, dass alles, was wir in dieser Welt erleiden, nichts ist verglichen mit der Herrlichkeit, die Gott uns einmal schenken wird. Röm 8:18 

Jeder Mensch muss, um in die richtige Richtung gehen zu können, auf das Endziel hin ausgerichtet sein. Das Endziel ist nun die ewige Glückseligkeit, die allein die Liebe Gottes geben kann. Dieses Endziel ist in Wirklichkeit Christus. Da wir nun aber in ihm sind, haben wir schon in dieser Welt, einen Anteil an dieser Glückseligkeit, an seiner Herrlichkeit. In dieses Leben in Fülle seiner Herrlichkeit möchte uns Christus führen. Jesus sehnt sich nach uns, er wartet auf uns. Verlangen wir ebenso nach dem Einswerden mit ihm. Dieses Einswerden mit ihm beinhaltet hier vor allem das Einswerden mit seinem Leiden und seinem Tod. Wir müssen zuerst sein Opfer begreifen und uns eins mit Ihm fühlen, mit Ihm, der tot am Kreuz hängt. Der Weg zur Herrlichkeit führt über das Kreuz. 

Wir wollen den Kalvarienberg mit Liebe ersteigen, denn wir müssen ihn auf jeden Fall ersteigen! Pater Pio 

Röm 8,24

Hoffen aber bedeutet: noch nicht haben. Denn was einer schon hat und sieht, darauf braucht er nicht mehr zu hoffen. Röm 8:24 

Erlösung ist uns in der Weise gegeben, daß uns eine Hoffnung geschenkt wurde. Durch diese Hoffnung können wir das Heute der Gegenwart bewältigen. Vor allem eine mühsame und leidvolle Gegenwart kann gelebt und angenommen werden, wenn sie auf ein sicheres Ziel zuführt, auf das wir hoffen: das Eingehen in Gottes Herrlichkeit im Himmel als seine Kinder. Diese Hoffnung ist unsichtbar. Wäre sie sichtbar, dann wäre sie keine Hoffnung. Diese Hoffnung wird aber auf jeden Fall eintreffen. Zur Hoffnung gehört ein geduldiges Warten! Es gilt, unbeirrbar an dieser Hoffnung festzuhalten!

Wenn wir aber auf das hoffen, was wir nicht sehen, so erwarten wir es mit standhaftem Ausharren. Röm 8:25 

Auf Hoffnung hin sind wir gerettet. Röm 8,24

Durch unsere Hoffnung können wir die oft mühsame Gegenwart leben, weil das Ziel auf das wir hoffen groß ist. Durch diese Hoffnung können wir Gott selbst im Dunkeln trauen. Auch wenn wir in einer Zwischenzeit leben, in der dieses Bei-Christus-Sein mancherlei Mühsal und Leid verlangt, müssen wir mitgehen auf dem Kreuzweg Christi, damit die Auferstehung in uns voll zum Durchbruch kommen kann. Nur die große Hoffnungsgewißheit, daß trotz allen Scheiterns mein eigenes Leben es in einer unzerstörbaren Macht der Liebe geborgen, kann Mut zum Wirken und zum Weitergehen schenken.

Oft lebte ich in Hoffnung gegen alle Hoffnung und erhob mein Hoffen bis hin zum völligen Gottvertrauen. Faustina

Röm 8,26

Ebenso kommt aber auch der Geist unseren Schwachheiten zu Hilfe. Röm 8:26

Wir erleben uns all zu häufig in unserer Schwachheit. Entsetze dich nicht darüber. Deine Schwachheiten sind sehr wichtig für dein Leben. Ja: Du bist erst dann wirklich stark, wenn wir du dir deiner Schwachheit bewusst bist. Nur ist es wichtig, wie du mit deiner Schwachheit umgehst. Gerade in deiner Schwachheit werfe dich in absolutem Vertrauen auf das göttliche Erbarmen und rufe zu ihm:  „Ziehe mich und ich werde laufen. (Hld 1,3). Der Heilige Geist hilft dir in allen Dingen. Er zieht sich! Sei daher immer voller Zuversicht. Überlasse dich vollkommen der väterlichen Sorge. Beunruhige dich nicht! Selbst wenn das Wichtigste , das Gebet, nicht recht klappen will, der Geist Gottes tritt für uns ein.

Kindliches Sich-geborgen-Wissen lässt mich alle meine Schwachheit in ruhiger Gelassenheit ertragen. Emilie Engel 

Röm 8,28

Wer Gott liebt, dem dient alles, was geschieht, zum Guten. Röm 8:28

Das ist einer meiner Lieblingsverse. Viel zu schnell murren wir, sehen immer nur das Negative an einer Situation. Im Nachhinein erkenne ich dann oft, dass mich oft gerade Situationen, die ich mir so nicht unbedingt gewünscht habe, mich stark positiv geprägt haben, mich im Glauben gestärkt und mich näher zum Herrn gebracht haben. Alles dient uns zum Guten. Dazu ein Text von Heinz Gerlach: 

Ich bat Gott um Stärke, aber er machte mich schwach, damit ich Bescheidenheit und Demut lernte. Ich bat um seine Hilfe, um große Taten zu vollbringen, aber er machte mich kleinmütig, damit ich gute Taten vollbrächte. Ich bat um Reichtum, um glücklich zu werden. Er machte mich arm, damit ich weise würde. Ich bat um alle Dinge, damit ich das Leben genießen könne. Ich erhielt nichts von dem, was ich erbat, aber alles, was gut war für mich. Gegen mich selbst wurde mein Gebet erhört. Ich bin unter allen Menschen ein gesegneter Mensch.

Wer Gott liebt, dem dient alles, was geschieht, zum Guten. Röm 8:28

Unsere Gefühle zu ändern ist schwer, größere Chancen haben wir dagegen bei der Veränderung unseres Blickwinkels. Umso weiter und flexibler dieser ist, umso besser, denn dann gelingt es uns, nicht immer nur das Negative zu sehen, sondern auch in allem Dunkel das Positive zu entdecken. Beispiele meinerseits: Die Pflege meiner Oma, eine harte Zeit, die mich aber in meiner Persönlichkeit unbeschreibar positiv beeinflusst hat. Oder: Das einjährige Zerwürfnis mit einer Mitarbeiterin, das mir mehr als viele Bücher die Wichtigkeit von Dialog und Versöhnung hat erkennen lassen. Oder: eine Bekannte, mit der ich vielleicht Zeit meines Lebens so meine Probleme habe zeigt mir wie schwach meine Liebe noch ist und bewahrt mich so in der Demut. Oder: die momentane eng bemessene Personalsituation an der Arbeit, die mich wieder neu erkennen lässt, wie wichtig es ist, Schritt für Schritt vorzugehen, damit die Seele keinen Schaden erleidet. Und nun du: Denk an etwas vergangenes oder aktuell Negatives und dann an das Gute, das sich daraus ergeben hat bzw. ergibt.

Das eine aber wissen wir: Wer Gott liebt, dem dient alles, was geschieht, zum Guten. Röm 8:28

Es ist gut für uns, daß wir immer wieder Situationen und Menschen begegnen, die uns belasten, denn mehr als woanders erkennen wir hier unser Angewiesensein auf Gott und werden davor bewahrt, unsere Hoffnung auf irgend etwas anderes zu setzen. Wie wären wir, wenn uns ständig alles gelingen würde und nonstop Sonnenschein wäre? Ich denke, wir würden schneller zum Hochmut neigen. Auch die Demut wird also gefördert. Wenn wir von unguten Gedanken geplagt werden oder die Liebe uns mal wieder misslingt, merken wir zutiefst, dass wir Gott nötig haben und daß wir ohne ihn nichts Gutes vermögen.

Röm 8,29

Sie alle, die Gott im Voraus ausgewählt hat, die hat er auch dazu bestimmt, seinem Sohn gleich zu werden. Röm 8,29

Gott hat dich erlöst und dich mit ihm versöhnt, damit du ihm ähnlich wirst: Du bist berufen zur Nachfolge. Du wurdest erschaffen, um wie Jesus zu werden, deshalb ist es dein Lebensziel, durch Nachfolge geistlich zu reifen. Nach Jesu Bild sollen sie alle gestaltet werden, damit er der Erstgeborene unter vielen Brüdern und Schwestern ist. Jesu Spuren folgen: ….hier wirklich buchstäblich gemeint: hinter ihm hergehen, seinen Spuren folgen. In meinem Morgengebet bete ich: “Jesus, gehe du mir heute voran, um mir den Weg zu zeigen, den ich gehen soll.” Das Bekenntnis allein reicht nicht. Es braucht die Tat des Lebens, die Hingabe des Herzens.

Wen Gott nämlich auserwählt hat, der ist nach seinem Willen auch dazu bestimmt, seinem Sohn ähnlich zu werden, damit dieser der Erste ist unter vielen Brüdern und Schwestern. Röm 8:29

Du und ich wurden geschaffen, um Christus ähnlich zu werden. Das ist unser höchstes Lebensziel, lebenslanger Prozess. Ansonsten wäre das Christentum eine reine Moralreligion, wo ich jeden Tag versuche, “gut” zu leben. Ich bete jeden Morgen, dass ich Christus in mir und im anderen immer mehr erkenne. Das macht uns aus, wir sind ein Leib, ein großes “Wir”, Christus das Haupt. Hauptantrieb in diesem Prozeß ist der hl. Geist, der aber DEIN JA braucht, um zu wirken, denn Gott achtet unsere Freiheit. Gib Gott täglich neu *DEIN JA*, damit er in dir wirkt und du Christus immer ähnlicher wirst.

Röm 8,31

Ist Gott für uns, wer kann gegen uns sein? Röm 8:31

Gott meint es gut mit mir, auch wenn es hier und da evtl. anders für mich aussieht. Meint er es nun gut mit mir, liegt es an mir, mich immer tiefer in seinen guten Willen zu vertiefen. Dazu ein Text von Veronica Giuliani: Meine Seele ist mit dem göttlichen Willen verbunden, und ich habe wirklich für immer im Willen Gottes meinen festen Platz gefunden. Mir schien, daß ich mich von diesem Willen Gottes nie mehr entfernen sollte, und ich ging in mich mit genau diesen Worten: Nichts kann mich scheiden vom Willen Gottes, weder Bedrängnis noch Not, weder Schmerz noch Verachtung, weder Versuchungen noch Geschöpfe, weder Dämonen noch Finsternis und nicht einmal der Tod, denn im Leben wie im Tod will ich in allem den ganzen Willen Gottes. 

Er, der sogar seinen eigenen Sohn nicht verschont hat, sondern ihn für uns alle dahingegeben hat, wie sollte er uns mit ihm nicht auch alles schenken? Röm 8:32

Wer vermöchte uns zu trennen von der Liebe Christi. Röm 8,31

Ich pflege wie du die Nähe zu Gott. Diese gepflegte Gottesnähe beruhigt den Sturm in uns. Sie lässt einen in dem oft turbulenten Alltag den Blick aufs Wesentliche nicht verlieren. Worauf kommt´s denn wirklich und ausschließlich an: uns als geliebte Kinder unseres Vaters zu erkennen, sonst nichts! Und dennoch: an manchmen Tagen brischt die Welt auf dich so dermaßen ein, dass man dann doch den Blick verliert, sich mitreißen lässt, beunruhigen, stressen lässt. Es ist, wie es eben ist. Wir sind nicht vollkommen. Aber jeder Tag ist ein neuer Anfang, eine neue Chance, ein neues Geschenk, dass wir dankbar annehmen und nach bestem Wissen und Gewissen das Beste daraus machen. So lebe diesen Tag mit dem Vater, vertraue auf Christus unseren Herrn und lass dich führen durch den heiligen Geist.

Wenn Gott für uns ist, wer kann dann gegen uns sein? Röm 8:31

Dass Gott für uns ist, das ist schnell dahergesagt. Aber woran kann man denn erkennen, dass Gott für uns ist? Daran, dass er seinen eigenen Sohn für uns in den Tod gegeben hat. Er opferte seinen Sohn für uns! Wenn aber Gott in seiner Liebe zu uns schon so weit gegangen ist, dann liegt doch auf der Hand, dass er uns mit seinem Sohn alles andere, insbesondere das ewige Heil, schenken wird: “Gott hat sogar seinen eigenen Sohn nicht verschont, sondern ihn für uns alle dem Tod ausgeliefert. Sollte er uns da noch etwas vorenthalten?” (Röm 8:32)

O du mein Helfer bei allem Guten, durch dich vollbringe ich gute Werke. Auf dich will ich all meine Hoffnung werfen und mich bekleiden mit deiner Huld. Hildegard von Bingen

Röm 8,34

Wer sollte uns verurteilen? Christus Jesus selbst ist ja für uns gestorben. Röm 8, 34

Für die Sicht auf uns selbst bedeutet das: Ja, wir sind Sünder. Das darf aber nicht in einer non-stop Selbstverurteilung Ausdruck finden, die letztlich egozentrisch ist und von Gott weg führt und im Selbstmitleid endet. Schuldbewußtsein Ja – Selbstverurteilung Nein. Für die Sicht auf andere bedeutet das: Schuld, Sünde und unrechtes Verhalten klar benennen, aber liebevoll, achtsam, ohne Verurteilung der Person = eine Herausforderung, weil bei Kritik häufig sehr schnell die “Türen” zugemacht werden.

Röm 8,35

Was also könnte uns von Christus und seiner Liebe trennen? Röm 8:35

Keiner kann uns die heilige Liebe entreißen, nur wir selber können sie aus eigenem Willen aufgeben und fallen lassen. Diese seine Liebe ist nicht tatenlos. Christus wirkt in unserem Leben und tritt beim Vater für uns ein. Wir erhalten himmlische Fürbitte durch Christus. Von diesem “Für-uns-eintreten”, von dieser Liebe kann uns nichts mehr trennen! Im immer währenden Gebet geht es allein darum, sich dieser Anwesenheit und Gemeinschaft Gottes bewusst zu werden und sie zu pflegen. Gepriesen sei das heiligste Herz Jesu, aus dem diese unfassbare Liebe überfliesst zu uns.

Alle Schwierigkeit im Gebet hat nur eine Ursache: zu beten, als wäre Gott abwesend. Theresa von Avila

Gottes Plan mit seinem Volk Israel (Röm 9-11)

Röm 9,2-3

Ihretwegen bin ich in ständiger innerer Not; ich wäre sogar bereit, für sie ein Verfluchter zu sein, ausgestoßen aus der Gemeinschaft mit Christus. Röm 9:2-3

Kapitel 9 und 10 richtet sich an das jüdische Volk. Dennoch können wir Belehrungen für uns heraus ziehen. Mich beeindruckt vor allem die Leidenschaft, mit der Paulus, um sein Volk wirbt. Paulus kämpft für sie, er betet für sie, er glüht für sie, ja er würde sogar lieber von Christus getrennt sein, damit sie diese Verbindung eingingen. Er ahmte Jesus Christus nach, der sich für uns zum Ausgestossenen und Verfluchten machte. Unser christlicher Glaube ist nie reine Privatsache, sondern drängt damals wie heute nach Aussen, wendet sich dem Nächsten zu, nicht lau und schwerfällig, sondern mit ganzer Hingabe. Im Eifer für die Seelen nehmen wir uns Paulus zum Vorbild. 

Wir müssen dem Herrn alles geben, da er sich für uns hingegeben hat. Wir müssen ihm gegenüber großzügig sein und uns mit liebevollem Eifer denen zuwenden, die ihn in besonderem Maße auf Erden darstellen: den Armen, den Kleinen, den Kranken, den Leidenden.Papst Johannes XXIII

Röm 9,4

Sie, die Israeliten, sind doch von Gott auserwählt und dazu bestimmt, seine Kinder zu sein. Röm 9:4

Vielfache Gaben an Israel werden in Vers 5 und 6 hier aufgezählt: die Kindschaft wurde ihnen geschenkt und seinen Kindern offenbarte sich Gott, um mit ihnen einen Bund zu schließen. Er schenkte ihnen das Gesetz und sie hofften auf seine Zusagen, indem sie ihm dienten. Sie sind die Nachkommen der Stammväter und Christus selbst stammt nach seiner menschlichen Herkunft aus ihrem Volk. Gottes Zusagen an sein Volk haben nach wie vor ihre Gültigkeit. Auf diese seine Zusagen, seine Verheißung kommt es an. Sie gelten uns, aber nicht deswegen weil wir Gutes tun oder weil wir als Baby getauft wurden, sondern allein weil er uns zur Kindschaft beruft, die wir im Glauben annehmen.

Nicht alle Israeliten gehören auch zu Gottes auserwähltem Volk. Röm 9:6

Röm 9,16

Es liegt also nicht am Menschen mit seinem Wollen und Bemühen , sondern an Gott und seinem Erbarmen. Röm 9:16

Gott können wir keine Verpflichtung auflegen, wie wir es untereinander tun. Vielmehr verpflichtet sich Gott selber. Seine unendliche Güte, sein herzliches Erbarmen drängt und treibt ihn dazu. Damit aber die Milde seines Erbarmens nicht des Glanzes seiner Gerechtigkeit entbehrte, beschloß er die Rettung des Menschen auf dem Weg eines gestrengen Loskaufes. Dies konnte nur durch seinen Sohn geschehen. Daher sollte dieser die Menschen erlösen, und nicht nur durch eine Tat der Liebe, obwohl eine solche hinreichend gewesen wäre, sondern durch ein ganzes Leben voll Liebe und Leid bis zum Tod, ja bis zum Tod am Kreuz. Er sollte Teilnehmer unserer Armseligkeit werden, um uns zu Teilhabern seiner Herrlichkeit zu erheben. Franz von Sales

Röm 9,30

Sie haben die Gerechtigkeit empfangen, deren Grundlage der Glaube ist. Röm 9:30

Immer wieder macht Paulus unsere eigene Bedürftigkeit bewußt, unser Angewiesenheit auf Gottes Vergebung. Immer wieder kreist Paulus daher um die empfangene Gerechtigkeit, das Hauptthema des Römerbriefes. Immer wieder betont er es in unterschiedlichen Worten: Christus führt uns in diese Gerechtigkeit ein. Wir empfangen aber noch weit mehr als die Gerechtigkeit. Wir empfangen seine Liebe. Durch Christus ist der Gerechte eingeladen, in die Liebe einzutreten. Liebe aus Christus heraus und nicht, um unser Heil zu verdienen als gute Menschen. Gott ist unser Bemühen nicht zuwider. Sobald aber unser Bemühen Jesu Kreuzestod für uns ersetzen soll, ist es Gott zuwider. Das bedingungslose Vertrauen in Jesu stellvertretendes Opfer für jeden von uns darf durch nichts anderes ersetzt werden.

Röm 9,32

Sie meinten, sie könnten das Ziel durch ihre eigenen Leistungen erreichen. Röm 9:32

Geben wir uns mit unserem ganzen Sein Gott hin. Dieses Bemühen der Hingabe bereitet Gott Freude. Es ist kein Bemühen, um bei Gott etwas zu erreichen, sondern ein Bemühen aufgrund dessen, was Gott für dich getan hat. Jegliches Bemühen “um zu” (um etwas bei Gott zu erreichen) ist nicht gut. Jegliches Bemühen “aufgrund” (aufgrund der Liebe zu Jesus) bereitet Gott dagegen Freude. Mit “um zu” kommt kein Mensch in den Himmel! Mit “aufgrund” stehen die Türen des Himmels weit offen! 

Röm 10,8

Das Wort ist dir nahe, in deinem Mund und in deinem Herzen! Dies ist das Wort des Glaubens, das wir verkündigen.Röm 10:8 

Christus müssen wir nicht erst aus dem Himmel holen. Christus ist längst aus dem Himmel gekommen. Er ist da. Er ist im Wort des Glaubens und dieses Wort ist nahe im Herzen. Mit diesem Herzensglauben, wird man für gerecht erklärt. Beeindruckend ist wie Paulus diese Rettung im Vertrauen auf Jesus in unterschiedlichsten Satzkombinationen wiederholt: 

Wenn du mit deinem Mund Jesus als den Herrn bekennst und in deinem Herzen glaubst, dass Gott ihn aus den Toten auferweckt hat, so wirst du gerettet. Röm 10:9 

Denn mit dem Herzen glaubt man, um gerecht zu werden, und mit dem Mund bekennt man, um gerettet zu werden Röm 10:10 

Wer Christus vertraut, wird von aller Schuld freigesprochen. Röm 10:4

Wer auf ihn vertraut, steht fest und sicher. Röm 10:11 

Jeder, der den Namen des Herrn anruft, wird gerettet werden. Röm 10:13 

Röm 10,17

Es bleibt dabei: Der Glaube kommt aus dem Hören der Botschaft und diese gründet sich auf das, was Christus gesagt hat. Röm 10:17

Seine Botschaft der Gnade, sein Evangelium der Gnade ist die Liebe schlechthin. Die Liebe ist das größte Geschenk, das Gott den Menschen gemacht hat. Unsere Liebe zu Gott ist dadurch, daß Gott uns zuerst geliebt hat, eine Antwort auf dieses Geschenk des Geliebtseins, mit dem Gott uns entgegengeht. Dieses Geliebtwerden ist nie Verdienst, sondern immer Geschenk. Aus Gnade sind wir gerettet. 

Röm 11,6

Wenn das nun aber aus Gnade geschah, dann geschah es nicht aufgrund von irgendwelchen Leistungen, sonst wäre ja Gnade keine Gnade mehr. Röm 11:6

Aber Vorsicht! Das bedeutet nicht, dass der liebe Gott schon alles vergeben wird unabhängig von unserem Tun. Hüten wir uns vor solch einem billigen Verständnis von Gnade. Das wäre zuletzt eine Tolerierung der Sünde. Gott ist aber nicht tolerant! Er will nicht, dass wir sündigen. Gnade ist kein Freibrief für ein Leben nach eigenem Gutdünken: Mach was du willst, Gott vergibt alles. Nein! “Billige Gnade ist Predigt der Vergebung ohne Buße.” (Bonhoeffer) Gottes Gnade aber ist teuer und kostbar und muss gepaart sein mit meiner Buße, d.h. der immer wieder neuen Ausrichtung an Gott und seinem Willen. Darum folgen ab dem Kapitel 12 Anweisungen für das praktische Leben. 

Röm 11,18

Nicht ihr tragt die Wurzel, sondern die Wurzel trägt euch. Röm 11:18

Die Wurzel sind die Stammväter v.a. Abraham. Die Wurzel ernährt die Zweige. Die Zweige sind wir. Die Zweige sind gesegnet durch die Wurzel, die als Erstes die Verheißung empfangen hat. Darum: Die Wurzeln unseres Glaubens sind jüdisch. Diese Wurzeln nähren uns und haben uns den Segen beschert. Wir sollten dies demütig zur Kenntnis nehmen. Eine Haltung des Respekts und der Hochschätzung dem jüdischen Glauben gegenüber ist die einzige wirklich christliche Haltung. 

Das Ereignis der Shoa lässt mich immer wieder in betroffenes Schweigen fallen und sprachlos werden. Ebenso sprachlos über Ereignisse wie in Halle (…und das ist ja nur ein Ereignis unter vielen!)

Röm 11,33

Wie groß ist doch Gott! Wie unendlich sein Reichtum, seine Weisheit, wie tief seine Gedanken! Röm 11:33

“Man muss, solange man lebt, lernen, wie man leben soll.” (Seneca) Und so dürfen wir stets im Gebet um Weisheit bitten: “Verleih mir daher Weisheit und Einsicht.” (2 Chr 1,8). Möge der gute Gott dir immer das Licht seiner Weisheit schenken, damit du eine klare Erkenntnis hast und bei dir und den Anderen das zu Wege bringst, was Gott gefällt, dass du aus seiner Hand annimmst, was er dir schickt; und dass du dir immer dessen bewusst bist, was am wichtigsten ist: Geduld, Demut, Gehorsam und Liebe.

O welche Tiefe des Reichtums sowohl der Weisheit als auch der Erkenntnis Gottes! Wie unergründlich sind seine Gerichte, und wie unausforschlich seine Wege! Röm 11:33

Die Beweggründe des göttlichen Willens werden wir erst verstehen, wenn wir das Angesicht dessen sehen, der von einem Ende zum anderen mächtig wirkt. Kommt es nicht oft vor, daß wir nicht einmal bei Menschen verstehen, wie und warum sie dies und jenes tun? So erscheint auch uns die Welt wie ein großes Uhrwerk, ausgestattet mit einer solchen Fülle von Tätigkeiten und Bewegungen, daß wir uns des Staunens darüber nicht erwehren können. Wozu im besonderen jeder einzelne Teil da ist und auf welche Weise er dem allgemeinen Ziel dient oder warum er gerade so und nicht anders gemacht ist, das vermögen wir nicht zu begreifen, außer der göttliche Handwerker offenbart es uns.

Wie groß ist doch Gott! Wie unendlich sein Reichtum, seine Weisheit, wie tief seine Gedanken! Wie unbegreiflich für uns seine Entscheidungen und wie undurchdringlich seine Pläne! Röm 11:33

Letztlich können wir Menschen diesen Reichtum Gottes, seine Weisheit und auch seine Erkenntnis nicht ergründen. Das alles hat eine Tiefe, die wir nicht ausloten können. Und die Wege, wie er die Geschichte lenkt, können wir nicht voll und ganz nachvollziehen. Sie sind uns letztendlich unbegreiflich. Eines wissen wir klar: Gott, der Herr ist der Schöpfer ist, von ihm kommt alles, Gott, der Herr ist der Erhalter ist, durch ihn lebt alles und Gott, der Herr ist das Ziel, in ihm vollendet sich alles.

Denn alles kommt von ihm, alles lebt durch ihn, alles vollendet sich in ihm. Ihm gebühren Lob und Ehre in alle Ewigkeit! Amen. Röm 11:36

Wie unergründlich sind seine Entscheidungen , wie unerforschlich seine Wege! Röm 11:33

Kommt es nicht oft vor, daß wir nicht einmal bei Menschen verstehen, wie und warum sie dies und jenes tun? Frage daher nicht nach Dingen, die du nicht verstehen kannst und forsche nicht nach Gründen, die deine Kräfte übersteigen. Viele Beweggründe des göttlichen Willens in unserem Leben werden wir erst verstehen, wenn wir das Angesicht dessen sehen, der mächtig wirkt und alles mit sanfter Liebe ordnet. Bis dahin ist unser Vertrauen gefragt. Vieles nun wissen und verstehen wir nicht, aber eines wissen und eines glauben wir: Von ihm und durch ihn und für ihn sind alle Dinge.

Röm 11,36

Denn von ihm und durch ihn und für ihn sind alle Dinge. Ihm sei die Ehre in Ewigkeit! Röm 11:36

Möchten wir doch glauben, daß Gott Urheber und Vater aller Dinge ist, daß er daher durch seine Vorsehung alles Geschehen leitet und Sorge trägt! Ganz besonders sollten wir glauben, daß er sich um Angelegenheiten von uns allen kümmert, die ihn kennen, mag auch unser Leben durch noch so viel Widriges hin- und hergeworfen werden. Wir wissen nicht, warum das so ist. Vielleicht soll uns dies, da wir zu dieser Kenntnis nicht gelangen können, ein Ansporn sein, Gottes über alles erhabenes Wissen zu bewundern. Rufen wir also bei jedem Geschehnis, aber rufen wir mit einem Herzen voll Liebe gegen die unendlich weise, mächtige und gütige Vorsehung unseres ewigen Vaters aus: O welche Tiefe des Reichtums sowohl der Weisheit als auch der Erkenntnis Gottes!

Wie Christen leben sollten (Röm 12,1-16,27)

Röm 12,1

Seid ein lebendiges Opfer, das Gott dargebracht wird und ihm gefällt. Ihm auf diese Weise zu dienen ist der wahre Gottesdienst und die angemessene Antwort auf seine Liebe. Röm 12:1 

Führe ein Leben in der Hingabe an Gott! Stelle dein ganzes Leben Gott zur Verfügung! Das Leben besitzt den Wert eines Gottesdienstes, weil ich mich in meinem Leben mit dem Herzen ganz und gar dem Herrn hingebe. Auch wenn ich schwach bin, strebe ich danach der Liebe des Herrn mit meinem Sein zu entsprechen. Wir opfern unser Leben dem Herrn, bringen unser Leben da als lebendiges, heiliges und Gott wohlgefälliges Opfer immer und immer wieder. Das ist der Gottesdienst des Lebens. Dieser Gottesdienst dauert täglich 24 Stunden. Das, was nun ab Röm 12,3 folgt sind vielfache Beispiele, wie das konkret aussieht. 

Röm 12,2

Passt euch nicht den Maßstäben dieser Welt an, sondern lasst euch von Gott verändern, damit euer ganzes Denken neu ausgerichtet wird. Nur dann könnt ihr beurteilen, was Gottes Wille ist, was gut und vollkommen ist und was ihm gefällt. Röm 12:2

Laßt euch von Gott umwandeln, damit euer ganzes Denken erneuert wird. Röm 12,2

Gott möchte, dass du wächst. Du wächst hin zur “Christusähnlichkeit”, wenn du Entscheidungen im Sinne Jesu triffst. Geistliches Wachstum fängt mit der Erneuerung deines Denkens an. Deine Veränderung beginnt in deinem Kopf. Dein Denken bestimmt dein Fühlen und das bestimmt dein Handeln. Das griechische Wort für Umkehr ist “metanoia” und bedeutet “Veränderung des Denkens”. Wenn Jesus zur Umkehr aufruft, ruft er also zu einer Gedankenveränderung auf, bei der er selbst, das Alpha und Omega, im zentrischen Mittelpunkt steht.

Röm 12,5

Gemeinsam bilden wir alle den Leib von Christus und jeder Einzelne ist auf die anderen angewiesen. Röm 12:5 

Jeder Gläubige ist Teil des Leibs von Christus und ist darin unaustauschbar und einzigartig. Jeder Gläubige dient diesem Leib mit der Gabe, die ihm geschenkt ist. Erneuertes Denken zeigt sich darin, dass man diese seine Gaben achtsam wahrnimmt und sie in demütiger Bescheidenheit ausübt! “Keiner soll mehr von sich halten, als angemessen ist.” (Röm 12,3) Zur Demut gehört ebenso, dass wir annehmen, dass wir aufeinander angewiesen sind. Wir brauchen diese Erfahrung der Gemeinschaft, wo wir unsere Gaben und vielerlei anderes teilen (Sorgen, Hoffnung, Enttäuschung….). So aber ergänzen und bereichern wir uns gegenseitig. Das Haupt dabei ist und bleibt allein Christus. 

Gott hat jedem von uns unterschiedliche Gaben geschenkt. Röm 12:6

Röm 12,9

Liebe muss echt sein, ohne Heuchelei! Verabscheut das Böse, haltet am Guten fest! Röm 12:9

Nicht die Menschen, die uns mehr Freude als Mühe machen, müssen wir herzlich lieben, sondern gerade jene, die uns besonders brauchen, müssen wir nicht nur helfen, wir sollen ihnen auch besondere Liebe erweisen. Im übrigen aber müssen wir gegen alle gleich liebevoll sein, denn der Herr hat nicht gesagt: Liebt die guten Menschen, sondern liebt einander so, wie ich euch geliebt habe. Er aber macht keinen Unterschied, schließt keinen aus und wäre er noch so unvollkommen. Franz von Sales 

Seid einander in herzlicher geschwisterlicher Liebe zugetan! Übertrefft euch in gegenseitiger Achtung Röm 12:10 

Röm 12,11

Seid nicht träge in dem, was ihr tun sollt. Seid brennend im Geist. Dient dem Herrn. Röm 12,11

In meinem Tun nicht träge werden, d.h. Gottes- und Nächstenliebe sollte nicht ein bloßes Abspulen von Worten und Handlungen sein, sondern echt vom Herzen. Der Geist soll in uns brennen, unser Leben ganz und gar durchglühen. Lasst euch vom Heiligen Geist mit neuer innerer Kraft beschenken und von ihm durchglühen! Lass es zu, dass Jesus Christus mit seiner Kraft alle Lebensbereiche erreicht und gestaltet. So und nur so werden wir dienen von Herzen, fröhlich in der Hoffnung, in Bedrängnis standhaltend, beharrlich im Gebet und immer in der Liebe handelnd. 

Alle Werke, die nicht in Liebe empfangen und geboren werden, sind tote Werke und wertlos für die Ewigkeit, so sehr sie auch sonst den Schein des Guten für sich haben mögen. Franz von Sales 

Röm 12,12

Freut euch über die Hoffnung, die ihr habt. Röm 12:12

Es gibt genügend Gründe, nicht in der Freude zu wohnen: Streit in der Familie, Schmerzen, die nur mit Ibu 800 ertragbar sind, Anschläge, verfolgte Christen u.v.m. Hier bin ich auch immer wieder emotional gedrückt. Dies alles aber bezieht sich auf die menschliche Emotionalität. Hier können wir nie nonstop voll Freude sein. Wenn im Evangelium von der Freude geredet wird, meint das meist die christliche Freude, die in der Hoffnung und dem Glaube auf Christus gründet. Hierzu gibt es ein paar schöne Worte von Papst Franziskus: Der Personalausweis des Christen ist die Freude, Freude des Evangeliums, Freude, von Jesus auserwählt zu sein, Freude, von Jesus gerettet zu sein, Freude, von Jesus neu geschaffen zu sein. Freude jener Hoffnung darauf, dass Jesus uns erwartet, Freude, die auch in den Kreuzen und Leiden dieses Lebens zum Ausdruck kommt: im Frieden und in der Gewissheit, dass Jesus uns begleitet, dass er bei uns ist.

Röm 12,13

Nehmt Anteil an den Nöten der Gläubigen und helft ihnen! Bemüht euch um Gastfreundschaft! Röm 12:13

Unsere christliche Liebe nimmt sich der Nöte und der Bedürfnisse des Nächsten an und hilft, wo sie nur kann. Sie hat stets ein offenes Herz, dass den anderen gastfreundlich wahrnimmt. Es ist ein Herz, dass sich in keinster Weise ausschließend abgrenzt. Das ist Gastfreundschaft: sein Herz öffnen für den anderen, für seine Fragen, Sorgen und Nöte, um ihm so echte Wertschätzung entgegen zu bringen. Und weiter: ihm gute Worte schenken, Leid mittragen und wo möglich Erleichterung verschaffen. Und zuletzt: für ihn beten.

Dies ist aller Gastfreundschaft tiefster Sinn, dass ein Mensch dem andern Rast gibt auf der großen Wanderschaft zum ewigen Zuhause. Romano Guardini 

Röm 12,15

Freut euch mit den Fröhlichen! Weint aber auch mit den Trauernden! Röm 12:15

Christliche Liebe freut sich mit den sich Freuenden. Sie verabscheut Neid über den Grund der Freude. Stattdessen freut sie sich ohne Eifersucht, Missgunst und Bitterkeit mit. Christliche Liebe weint auch mit den Weinenden. Sie verabscheut Kaltherzigkeit, Stolz (Ich hab’s ja gleich gesagt!) und Verurteilung (Ist doch selber schuld!). Stattdessen fühlt sie weinend mit.

Alle Werke, die nicht in Liebe empfangen und geboren werden, sind tote Werke und wertlos für die Ewigkeit, so sehr sie auch sonst den Schein des Guten für sich haben mögen. Franz von Sales

Weint mit denen, die weinen! Röm 12:15

Der Mensch, der die Dinge sieht, wie sie wirklich sind, der sich vom Schmerz durchdringen lässt und in seinem Herzen weint, ist fähig, die Tiefen des Lebens zu berühren und wahrhaft glücklich zu sein. Dieser Mensch wird getröstet, aber mit dem Trost Jesu und nicht mit dem der Welt. So kann er sich trauen, fremdes Leid zu teilen, und hört auf, vor den schmerzvollen Situationen zu fliehen. Auf diese Weise findet er, dass das Leben Sinn hat, wenn man dem anderen in seinem Schmerz beisteht, wenn man die fremde Angst versteht, wenn man den anderen Erleichterung verschafft. Dieser Mensch spürt, dass der andere Fleisch von seinem Fleisch ist; er fürchtet sich nicht davor, sich zu nähern und sogar seine Wunde zu berühren; er hat solches Mitleid, das ihn erfahren lässt, dass alle Distanz verschwindet. Franziskus 

Freut euch mit den Fröhlichen! Weint aber auch mit den Trauernden! Röm 12:15

Es ist nicht gut, dass der Mensch allein ist. Er ist ein Mensch der Gemeinschaft. Nur gemeinsame Freude im Glauben ist vollkommene Freude. Darum lasst uns Gemeinschaft pflegen bei allen damit auch einhergehenden Schwierigkeiten. In Gemeinschaften menschelt es immer. Für ein gutes Miteinander hilft es, immer wieder die Perspektive anderer einzunehmen und so unsere Selbstzentriertheit zu überwinden. Sich bewusst in den anderen hinein versetzen, erkennen, dass sie alle ihre eigenen Sorgen und Ängste haben, einfach weil sie Menschen sind, ihnen Gottes Segen wünschen: das alles stärkt auch uns, lässt das ich zum du und zum wir werden, lässt uns nicht unentwegt nur um unseren eigenen Ärger kreisen.

Die wichtigsten Reisen im Leben jedes Menschen sind die vom Ich zum Du. Ernst Ferstl

Röm 12,16

Seid einmütig untereinander! Strebt nicht hoch hinaus und seid euch auch für geringe Aufgaben nicht zu schade . Hütet euch davor, auf andere herabzusehen. Röm 12:16

Das alles sind Ausdrucksweisen der Liebe. Konkret und umsetzbar in unserem Leben. Wir orientieren uns dabei nicht an einem moralischen Katalog von Anweisungen, sondern in allem sind unsere Handlungen Ausdruck unserer Nachfolge Christi. Ahmen wir die Demut des Herrn nach. In den Ereignissen im Abendmahlsaal erkennen wir doch zutiefst seine Demut, da sich hier der Schöpfer in einem Überfluß an Liebe seinen Geschöpfen zuneigt, die Eucharistie einsetzt, damit wir Ihm immer nahe sein können, unserem Herr und Gott, unserem Schöpfer und Erlöser. Aus dieser geschenkten Liebe heraus schauen wir eben nicht auf andere herab, wenden uns jeglichem Werk zu, dass der Herr bereitet hat, damit wir es tun. 

Ein einziges gutes Werk wiegt allen leeren Wortkram auf. Franz von Sales

Haltet euch nicht selbst für klug! Röm 12:16

Achte darauf, dass deine Klugheit demütig ist. Umstände, die für Entscheidung wichtig sind, können oft schwer abgeschätzt werden. Als Tugend der Entscheidung beinhaltet die Klugheit immer auch das Risiko der Fehlentscheidung. Nicht der ist klug, der niemals irrt, sondern der, der es fertigbringt, seine Fehler zu berichtigen, und dabei auch die Möglichkeit in Kauf nimmt, zehnmal neu zu irren, anstatt sich in bequemes Nichtstun zu flüchten. Das größte Hindernis auf dem Weg zur Klugheit ist daher die Überheblichkeit, die meint, schon alles zu wissen. Wer sich für wissend hält, der hört nicht mehr hin. Der nimmt nicht mehr wahr.

Röm 12,17

Vergeltet niemand Böses mit Bösem! Seid auf das bedacht, was in den Augen aller Menschen gut ist. Röm 12:17 

Am Karfreitag feiern wir den Sieg der Liebe über den Hass. Christliche Liebe rächt sich nicht, tut nicht Böses mit Bösem vergelten. Sie ist bereit Böses mit Gutem zu vergelten. Christliche Liebe will für alle Menschen nur das, was in Gottes Augen gut ist. Sie steht in der Nachfolge Christi, der uns gerufen hat, uns so zu lieben, wie er uns geliebt hat. Gehen wir also in seine Lehre und lernen immer mehr zu lieben. Eine sehr wichtige (!) Ausdrucksform der Liebe ist dabei das Bemühen um den Frieden: “Ist es möglich, soviel an euch liegt, so haltet mit allen Menschen Frieden.” (Röm 12:18)

Das Kreuz ist für die alte Kirche ein Siegeszeichen. Der Ort, an dem Jesus die grausamste Todesstrafe erfährt, die das römische Reich kannte, wird zugleich zum Ort, an dem die Liebe siegt. Anselm Grün 

Röm 12,21

Lass dich nicht vom Bösen besiegen, sondern besiege das Böse durch das Gute. Röm 12:21

Erino Dapozzo war im KZ. Er litt Hunger und Krankheit. An Weihnachten 1943 ließ ihn der Kommandant zu sich rufen. Dapozzo musste hungernd zusehen, wie der KZ-Leiter üppig speiste und noch die Kuchen aß, die Dapozzos Frau ihrem Mann geschickt hatte. Hass war die naheliegende Antwort. Dapozzo betete gegen den Hass an. Er bat um Liebe und konnte so den Hass überwinden. Nach dem Krieg fand er den Kommandanten nach langem Suchen. Dapozzo berichtet: Ich sagte zu ihm: „‚Ich bin Nummer 17531. Erinnern Sie sich an Weihnachten 1943?’ Da bekam er plötzlich Angst. ‚Sie sind gekommen, um sich an mir zu rächen?’ Ja, bestätigte ich und öffnete ein großes Paket. Ein herrlicher Kuchen kam zum Vorschein. Ich bat seine Frau, Kaffee zu kochen. Dann aßen wir schweigend den Kuchen und tranken Kaffee. Der Kommandant begann zu weinen und mich um Verzeihung zu bitten. Ich erzählte ihm, dass ich ihm um Christi willen vergeben hätte.

Lass dich nicht vom Bösen besiegen, sondern besiege das Böse durch das Gute. Röm 12:21 

Nichts besaß der Herr, als er in die Welt kam. Nichts besitzt er jetzt, da er von uns geht, nicht einmal das Grab ist sein eigen. Lasst uns ebenso uns nicht an weltliche Dinge klammern. Einfachheit. Schlichtheit. Habe bei allen Handlungen eine ganz einfache Absicht, nämlich Gott zu gefallen. Sein Wille ist es, dass wir das Böse durch das Gute besiegen. 

Beispiel: ein Mensch hat uns enttäuscht. Wir klagen ihn an und spüren Wut. Auch wenn das als erste Reaktion menschlich ist, so breitet sich das Böse in uns aus, wenn wir nun nicht entgegen lenken. Ganz bewusst entscheiden wir uns nun für das Gute und versuchen ungute Gefühle loszulassen. Wir segnen den anderen, statt ihn anzuklagen. So finden lieblose Gedanken in uns keinen Raum mehr. Es beginnt mit einem Entschluss in unserem Innern: Ich will das tun, was Gott gefällt. Jesus schenkt uns dann die Kraft. 

Röm 13,8-10

Was ihr einander jedoch immer schuldet, ist Liebe. […] Liebe deinen Mitmenschen wie dich selbst. Wer seinen Mitmenschen liebt, tut ihm nichts Böses. Röm 13:8-10

Das Bewusstsein der Liebe Gottes, die sich im durchbohrten Herzen Jesu am Kreuz offenbart hat, erzeugt seinerseits die Liebe. Die Liebe ist das einzige Licht, das eine dunkle Welt immer wieder erhellt. Die Liebe ist das einzige Licht, das uns den Mut zum Leben und zum Handeln gibt. Lasst uns Liebe verwirklichen, um damit das Licht Gottes in die Welt einzulassen. Frère Roger Schutz sagt: Am Abend unseres Lebens wird es Liebe sein, nach der wir beurteilt werden, die Liebe, die wir allmählich in uns haben wachsen und sich entfalten lassen, in Barmherzigkeit für jeden Menschen. 

Liebe deinen Mitmenschen wie dich selbst. Röm 13:9

Wer seinen Mitmenschen liebt, tut ihm nichts Böses. So wird durch die Liebe das ganze Gesetz erfüllt. Röm 13:10

Paulus schreibt, dass wir uns mit den Waffen des Lichts rüsten sollen. Obwohl der Kampf zwischen Licht und Finsternis bereits vom Licht gewonnen wurde, flammen in unserem Alltag immer noch Kämpfe auf. Die Waffenrüstung Gottes darf daher nie abgelegt werden und wir sollen versuchen ein vorbildliches Leben zu führen: Legt all das ab und zieht Jesus Christus wie ein neues Gewand an: Er soll der Herr eures Lebens sein. Darum passt auf, dass sich nicht alles um eure selbstsüchtigen Wünsche und Begierden dreht!

Am Abend unseres Lebens wird es Liebe sein, nach der wir beurteilt werden, die Liebe, die wir allmählich in uns haben wachsen und sich entfalten lassen, in Barmherzigkeit für jeden Menschen. Frère Roger Schutz

Die Liebe tut dem Nächsten nichts Böses; so ist nun die Liebe die Erfüllung des Gesetzes. Röm 13:10

Liebe gründet nicht auf Worten oder Empfindungen, sondern auf Taten. Es ist ein Willensakt, ein Geschenk bzw. ein Schenken. Reine Liebe ist zu großen Taten fähig und weder Schwierigkeiten noch Widerwärtigkeiten vermögen sie zu brechen. Wie starke Liebe in großen Schwierigkeiten, so bleibt sie auch ausdauernd im grauen, alltäglichen, mühseligen Leben. Sie weiß, dass eines unentbehrlich ist, um Gott zu gefallen: Die kleinsten Dinge mit großer Liebe verrichten, Liebe und immer nur Liebe. Große Liebe vermag kleine Dinge in große umzuwandeln und nur Liebe allein verleiht unseren Taten Wert. Faustyna

Röm 13,11

Liebt also eure Mitmenschen, denn ihr wisst doch, dass es an der Zeit ist, aus aller Gleichgültigkeit auf zu wachen. Röm 13:11

Wir sind immer in einem inneren Konflikt: wir können nicht allen inneren Impulsen gleichermaßen folgen z.B. können wir nicht mitfühlend Anteil nehmend sein und gleichzeitig gleichgültig, wir können nicht nachttragend und gleichzeitig vergebend zu sein usw. Wir müssen immer entscheiden, welchem Impuls wir folgen wollen und das können wir nur mit der Hilfe des heiligen Geistes. Immer wieder kostet diese Hinwendung zum Guten Überwindung. Liebe kostet oft große Kraft!!! Seien wir dennoch beruhigt. Gott wird uns gerade dann helfen, wenn Liebe große Kraft kostet.

Liebt also eure Mitmenschen, denn ihr wisst doch, dass es an der Zeit ist, aus aller Gleichgültigkeit aufzuwachen. Röm 13:11

Jeder von uns steht in der Gefahr einzuschlafen, müde zu werden angesichts der menschlichen Tragödien in der Welt und auch in unserem Leben, zu resignieren und die Einstellung zu entwickeln: “Hilft doch sowieso nichts. Also lieber nichts machen.” Paulus möchte mit diesem Vers uns wach rufen, nicht als “stille Christen” vor uns hinzuleben, sondern die Zeit zu nutzen zur Liebe und zu guten Werken. Bei alledem sollten wir aber ein in Jesus ruhendes, gelassenes Herz bewahren. “Ich will tätige Nächstenliebe üben und der Gleichgültigkeit in meinem Herzen keinen Raum mehr geben.” (Josefmaria)

Röm 13,13-14

Lasst uns ein vorbildliches Leben führen […] Zieht den Herrn Jesus Christus. Röm 13:13-14

Wachsamkeit bedarf es im Umgang mit unserer Seele. Immer wieder sind wir schwach und fallen. Immer wieder kehren wir um und bemühen uns mit den Empfindungen Christi zu bekleiden: mit Güte, Demut, Milde, Großherzigkeit, gegenseitiger Vergebung und vor allem der Liebe. Gott begleitet uns in diesem Bemühen. Jede unserer Taten, all unser Tun ist darum eingebettet in diese tiefe Beziehung zu Gott. Gottesbeziehung und Für-ihn-bereit-sein besteht dann mehr als aus dem Morgengebet, sondern jede noch so kleinste Tat ist verwoben mit Gott. Dann ist Christus der Herr deines Lebens.

Zu großen Taten hast du selten Gelegenheit, die kleinen aber begegnen dir zu Hunderten. Verwende Sorgfalt und Liebe auf diese kleinen Dinge. Franz von Sales

Röm 14,1

Nehmt auch den ohne Vorbehalte an, dessen Glaube schwach. Röm 14:1 

Wir haben kein Recht den anderen zu verurteilen und auf ihn herab zu schauen. Gott allein wird über alles urteilen. Lasst uns stattdessen stärken und uns mit allen Kräften um das bemühen, was zum Frieden beiträgt und wodurch wir uns gegenseitig im Glauben fördern. So schreibt Paulus weiter: Wir, die einen starken Glauben haben, sind dazu verpflichtet, auf die Schwachheit der anderen Rücksicht zu nehmen und nicht an uns selbst zu denken. Jeder von uns soll das Wohl des anderen im Blick haben und so leben, dass er ihn zum Guten ermutigt und im Glauben stärkt. Amen. So soll es sein! 

Röm 14,8

Wenn wir leben, leben wir für den Herrn und auch wenn wir sterben, gehören wir dem Herrn. Im Leben wie im Sterben gehören wir dem Herrn. Röm 14:8

Wenn wir nur wüssten, wie sehr wir zu Gott gehören, wäre vieles anders. Corrie ten Boom

So beten wir: Oh Jesus dir leb’ ich, oh Jesus dir sterb’ ich, oh Jesus dein bin ich im Leben und im Tode. Amen. 

Dieses Gebet, das zu meinem festen Gebetsschatz gehört, geht eben auf Röm 14,8 zurück. 

Wir wollen Christus gehorchen und gehören, sonst niemandem! Bonhoeffer

Röm 15,5

Gott aber ist es, der uns immer wieder neuen Mut und Trost schenkt, um standhaft zu bleiben. Röm 15:5

Alles Unbekannte macht erst einmal Angst. Angst darf sein, ist aber nicht das letzte Wort. Der Mutige hat sehr wohl Angst. Mut ist Angst, die gebetet hat. Jeder Konflikt, jeder Widerstand stellt ein Risiko dar. Mut ist da die Fähigkeit, solche Risiken im Gebet einzugehen, um auf diese Weise Neues zu entdecken, Veränderungen zu erfahren und Gutes zu bewirken. Ohne Mut hätte ich heute nicht meine Ehefrau, meinen Beruf u.a. Nur durch Mut sind wir in der Lage, im Leben wichtige, richtige Schritte nach vorne zu gehen. Frage dich heute, wo sich etwas ganz Entscheidendes in deinem Leben verändert hat, dass ohne den Mut deinerseits so nie gekommen wäre?

Röm 15,7

Nehmt einander an, so wie Christus euch angenommen hat. Röm 15:7

Wer den anderen in seiner Einmaligkeit und Andersartigkeit mit seinen Fehlern und Schwächen, seinem Versagen und Schuld um Christi willen annimmt, der sagt Ja zu Gott, der alles geschaffen hat. Christus will, dass wir niemanden von unser Liebe ausschließen. Wir alle sind erlösungsbedürftig! Hüten wir uns vor Kleinkriegen, Sticheleien und vielerlei mehr und gehen stattdessen mutig aufeinander zu und hören uns mit Geduld zu. Wer in seiner Umkehr ja zur Erlösung, ja zu Gott sagt, führt nicht mehr Buch über die Versäumnisse des anderen und erwartet vom anderen nicht alles. Wer ja zu Gott sagt, ist barmherzig. Wer ja zu Gott sagt, nimmt vom anderen eher das Gute als das Böse an.

Röm 15,13

Deshalb wünsche ich für euch alle, dass Gott, der diese Hoffnung schenkt, euch in eurem Glauben mit großer Freude und vollkommenem Frieden erfüllt, damit eure Hoffnung durch die Kraft des Heiligen Geistes wachse. Röm 15:13

Gott ist die Quelle aller wirklichen und wahren Hoffnung. Diese Hoffnung ist lebendig.Der Glaube ist die Grundlage dieser Hoffnung. Und der Weg zu dieser Hoffnung führt über einen freudigen und mit innerem Frieden ausgefüllten Glaubensalltag. Durch die Kraft des Heiligen Geistes wird diese und die zukünftige Hoffnung immer stärker und unerschütterlicher. Die göttliche Hoffnung stirbt nicht. Sie bleibt. Auch wenn man sie nicht sehen kann, erfüllt sie sich. Sie hofft sogar dann, wenn es menschlich gesehen nichts zu hoffen gibt.

Möge Gott, die Quelle der Hoffnung, euch im Glauben mit Freude und Frieden erfüllen, damit eure Hoffnung durch die Kraft des Heiligen Geistes immer stärker wird. Röm 15:13

Christliche Hoffnung ist unerlässlich. Sie ist die Antriebskraft deines Lebens und erfüllt uns mit Leben. Christliche Hoffnung ist weder Vertröstung noch psychologischer Optimismus. Christliche Hoffnung ist das Rechnen mit dem Eingreifen Gottes! Die Auferstehung Christi ist das große Eingreifen Gottes und auch im Großen und Kleinen deines Lebens greift Gott ein. Wer mit diesem eingreifenden Gott in Kontakt steht, muss niemals hoffnungslos sein. Gott kennenlernen bedeutet Hoffnung empfangen

Nicht unserer Hoffnungen werden wir uns einstmals zu schämen haben, sondern unserer ärmlichen und ängstlichen Hoffnungslosigkeit, die Gott nichts zutraut, die in falscher Demut nicht zugreift, wo Gottes Verheißungen gegeben sind. Bonhoeffer

Der Gott der Hoffnung aber erfülle euch mit aller Freude und mit Frieden im Glauben, dass ihr überströmt in der Hoffnung durch die Kraft des Heiligen Geistes! Röm 15:13 

Wir preisen Gott. Im Glauben erfüllt er uns mit Frieden und Freude. Hängen wir uns nicht fesselnd an ein weltliches Gut, ob es nun Macht, Ehre, Besitz oder ein Sonstiges ist, dass rein unserem Eigenwillen entspringt. Bedenken wir, daß unsere Glückseligkeit erst eintritt, wenn dieses Zeitliche vorübergegangen ist. Mit all unserem Sein verlangen wir jetzt nach Christus. Unsere ganze Sehnsucht gilt dem ewigen Leben. Trotzdem dürfen wir den irdischen Tätigkeiten nicht den Rücken kehren, denn Gott selbst stellt uns in sie hinein, damit wir sie heiligen und sie mit unserem Glauben durchdringen. Nur dieser Glaube kann jeder einzelnen Seele den wahren Frieden und die wirkliche Freude geben. 

Er, der einzig Schöne, der die Häßlichen liebte, um sie schön zu machen, möge ersehnt werden. Auf ihn allein seien unsere Schritte. Augustinus 

Röm 15,30

Betet für mich zu Gott. Röm 15:30

Die Fürbitte hat einen besonderen Wert, weil sie ein Akt des Gottvertrauens und zugleich ein Ausdruck der Nächstenliebe ist. Die Realität ist, dass das Gebet Gott gefälliger und heiligmachender wird, wenn wir darin durch die Fürbitte versuchen, das uns von Jesus hinterlassene Doppelgebot zu leben. Die Fürbitte drückt das geschwisterliche Engagement für andere aus, wenn wir in ihr fähig sind, das Leben anderer aufzunehmen, mit ihren verstörenden Seelennöten und besten Träumen. Für wen kannst du heute Fürbitte tun. Franziskus

Dieser ist der Freund seiner Brüder, der viel für das Volk betet. 2 Makk 15,14

Röm 16,16

Grüßt einander mit einem heiligen Kuss! Röm 16:16

Dieser Kuss war bei den ersten Christen ein Symbol der Liebe und Verbundenheit untereinander. Christen sind eine Familie und sollten sich so auch in Liebe, Herzlichkeit und Verbundenheit begegnen. Die Art und Weise, wie dies passiert, ist letztlich egal. Es geht allein um ein achtsames Begrüßen des anderen: ein freundlicher Gesichtsausdruck mit Blickkontakt, ein Händedruck oder Umarmung (wäre Corona nicht) oder ein freundliches Wort. Wie begegnen wir uns? Ist darin unsere Liebe zueinander und unsere Verbundenheit sichtbar?

Der Mensch lebt notwendig in einer Begegnung mit anderen Menschen, und ihm wird mit dieser  Begegnung in einer je verschiedenen Form eine Verantwortung für den anderen Menschen auferlegt. Bonhoeffer

Wenn jemand diesen Brief versteht, wird ihm eine Tür zum Verständnis der ganzen Schrift geöffnet. Johannes Calvin

Ich bin ja Musiker. Wenn ein Lied in C-Dur geschrieben ist beginnt und endet es meist mit dem C-Dur-Akkord. Liest man nun den Anfang (Röm 1,2-6) und das Ende (Röm 16,25-27) des Römerbriefes, so ist hier ebenso. Zwar werden nicht die gleichen Worte benutzt, aber inhaltlich ist es deckungsgleich. Mit diesem Schlussakkord möchte ich die Auslegung über den Brief an die Römer beenden: 

Gott sei gelobt! Er gibt euch Kraft und Stärke durch die rettende Botschaft von Jesus Christus. Durch meine Predigt habt ihr davon gehört, und nun lässt diese Botschaft euch erkennen, was seit ewigen Zeiten verborgen war. Schon die Propheten haben in den Heiligen Schriften davon gesprochen, und nach dem Willen des ewigen Gottes sollen nun Menschen aus allen Völkern die rettende Botschaft hören, Gott vertrauen und tun, was ihm gefällt. Dem allein weisen Gott, den wir durch Jesus Christus kennen, ihm gebühren Lob und Ehre in alle Ewigkeit. Amen! Röm 16:26-27