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Apg Kap. 02

Impulse, Auslegungen, Kommentare und Bibelzitate aus der Apostelgeschichte Kap. 2


Das Evangelium in Jerusalem (Apg 2-7)

Ein jeder hörte sie in seiner eigenen Sprache reden. Apg 2,6

Pfingsten ist die Anti-Geschichte zum Turmbau zu Babel. Erklärung: Babel ist überall dort, wo Sprache versagt und Unheil und Leid stiftet. Der Stolz und Egoismus des Menschen ruft immer Spaltungen hervor, errichtet Mauern der Gleichgültigkeit, des Hasses und der Gewalt. Oh Herr, wie viele Verletzungen begehen wir mit Worten. In der Kraft des heiligen Geistes aber können wir dieser Sprachenverwirrung von Babel entkommen. Pfingsten ist überall da, wo wir einander verstehen und trotz unserer Vielfalt eine Einheit bilden im Dialog. Bitten wir den heiligen Geist um ein neues Herz und eine neue Sprache, die das Herz des anderen versteht.


Da trat Petrus zusammen mit den Elf auf, erhob seine Stimme und sprach zu ihnen. Apg 2:14

Die ganze Sendung Jesu war darauf ausgerichtet, den Menschen den Geist Gottes zu schenken und sie in seinem Bad der Erneuerung zu taufen. In dieser Taufe des Heiligen Geistes sind die persönliche und die gemeinschaftliche Dimension, das Ich des Jüngers und das Wir der Kirche nicht voneinander zu trennen. Der Geist weiht den Menschen und macht ihn gleichzeitig zu einem lebendigen Glied des mystischen Leibes Christi, das an der Sendung teilhat, für seine Liebe Zeugnis zu geben.

Was unser Geist, das heißt unsere Seele, für unsere Glieder ist, das ist der Heilige Geist für die Glieder Christi, für den Leib Christi, die Kirche. Augustinus


Das ist mit Jesus geschehen: Gott hat ihn von den Toten auferweckt. Wir alle können es bezeugen. Apg 2:32

Wir haben hier den Anfang des Dienstes des Apostels Petrus, seine erste Predigt über die Auferstehung. Dies war ein alles umwälzendes Ereignis. Gott hat in der Auferstehung Christi etwas unvorstellbar Neues geschaffen. Die Liebe Gottes hat durch die Auferstehung dem Menschen die Möglichkeit geschenkt, in die heilige Gegenwart Gottes einzutreten. Heute wie damals fragen Menschen (selbst Theologen!): Können wir das wirklich glauben? Ein wichtiges Indiz für die Realität der Auferstehung ist für mich dieser verwandelte Petrus. Früher zweifelnd und ängstlich tritt er hier mutig und völlig überzeugt auf. Auch wir glauben, dass Jesus den Tod überwunden hat. Gott hat ihn auferweckt. Auch wir bezeugen dies durch Worte und noch mehr durch unser Leben.

Es besteht also kein Zweifel daran, und ganz Israel soll wissen: Gott hat diesen Jesus, den ihr gekreuzigt habt, zum Herrn und Retter gemacht. Apg 2:36


Als die Leute das hörten, waren sie von dieser Botschaft tief betroffen. Sie fragten Petrus und die anderen Apostel: Brüder, was sollen wir tun? Apg 2:37

Was sollen wir tun? Das ist und bleibt eine Frage für alle. Die Antwort ist und bleibt schlicht und dennoch tief: Kehrt um zu Gott! Nimmt den Herrn auf und anerkennt seine Autorität. Umkehr ist eine totale Kehrtwende und beinhaltet eine radikale Veränderung der Gedanken, des Herzens und des Willens. Es ist nie zu spät zur Umkehr, gerade wenn wir immer wieder auch fehlen. Durch diese Umkehr werden uns unsere Sünden vergeben werden. Aber Vorsicht. Dies ist kein Automatismus. So wichtig die Umkehr des Menschen auch ist, sie kann niemals das Fundament unseres Glaubens sein. Gott hat uns immer zuerst geliebt. Durch die Predigt des Petrus wurden 3000 Menschen zum Glauben geführt.

Kehrt um zu Gott! Apg 2:38


Sie blieben beständig in der Lehre der Apostel und in der Gemeinschaft und im Brotbrechen und in den Gebeten. Apg 2:42

Lukas erzählt eine Definition der Kirche, zu deren Wesenselementen er das Festhalten an der Lehre der Apostel, an der Gemeinschaft, am Brotbrechen und an den Gebeten rechnet. Die Schilderung beschreibt das Ideal einer Gemeinschaft, die alles miteinander teilten. Betonung auf Ideal! Wir wissen selbst dass es teilweise enorm menschelt, gerade auch in der Kirche. Und wir wissen, dass das noch sanft ausgedrückt ist. Entscheidend ist aber dennoch, dass wir dieses Idealbild weiter vor Augen haben und so unseren Beitrag leisten. Wir bleiben auf einem Weg, den uns Gottes Geist zeigt. Der Aufbau eines wertschätzenden Miteinanders gehört ebenso dazu wie der Gottesdienst und das gemeinsame Gebet.

Die Gläubigen lebten wie in einer großen Familie. Was sie besaßen, gehörte ihnen gemeinsam. Apg 2:44

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