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Apg Kap. 01

Apg Kap. 01

Impulse, Auslegungen, Kommentare und Bibelzitate aus der Apostelgeschichte Kap. 1


Ich habe mich entschlossen, allem von Anfang an sorgfältig nachzugehen und es für dich, verehrter Theophilus, der Reihe nach aufzuschreiben. Lk 1:3

Die nächsten Wochen möchte ich mich mit der Apostelgeschichte befassen. Der Verfasser des Lukasevangelium hat ebenso die Apostelgeschichte geschrieben. Die Apostelgeschichte bildet die Fortsetzung zum Lukasevangelium. Sie beschreibt die ersten 3. Jahrzehnte der Weltmission bis 62 n. Christi. Ganz grob lässt sie sich in zwei Teile gliedern. In Kapitel 1-12 steht vor allem der Dienst des Petrus im Mittelpunkt, Kapitel 13-28 dann den Dienst des Paulus. Die Apostelgeschichte endet abrupt mit der Gefangenschaft des Paulus in Rom. Bis Apg 2,14 wird die Himmelfahrt Jesus und die Ausgießung des Geistes beschrieben.


Während vierzig Tagen sahen sie ihn immer wieder, und er redete mit ihnen über Gottes Reich. Apg 1:3

Die Himmelfahrt Christi geschah 40 Tage nach seiner Auferstehung. Es geht nicht darum, ob diese Tagesanzahl historisch exakt ist, sondern darum die theologische Wahrheit dahinter zu begreifen. 40 Tage bezeichnet eine heilige Zeit, erinnert an 40 Tage Sinflut, 40 Jahre Wüstenwanderung, 40 Tage Mose auf dem Berg Sinai und 40 Tage Jesu in der Wüste. Die Nennung der 40 Tage unterstreicht die Wichtigkeit dieses Ereignisses. Auch, wenn ich mich wiederhole, aber das ist der Kern: das Wichtigste an der Himmelfahrt ist, zu verstehen, dass Jesus dadurch zum vollkommen Gegenwärtigen wird, dass sich folgende Verheißung gerade durch die Himmelfahrt erfüllt hat:Ich bin bei euch alle Tage bis zum Ende der Welt. Mt 28,20


Er wurde vor ihren Augen in den Himmel emporgehoben. Apg 1:9

Es ist nicht so, dass Himmelfahrt bedeutet, dass Jesus von der Erde in den Himmel geht, wie von A nach B. Er ist schlichtweg bei der Himmelfahrt nicht weg gegangen, sondern gerade dadurch in eine Seinsweise eingetreten, in der er für immer bei uns und für uns da ist. Sein scheinbares Weggehen ist also sein eigentliches Kommen. Nun ist er nicht mehr an einer einzelnen Stelle der Welt wie vor der Himmelfahrt, nun ist er für alle und allerorten mit seiner raumüberschreitenden Macht gegenwärtig und rufbar. Christus beim Vater ist nicht fern von uns, höchstens sind wir fern von ihm. Benedikt XVIIch gehe und ich komme zu euch. Joh 14,28


Eine Wolke nahm ihn auf von ihren Augen weg. Und als sie unverwandt zum Himmel blickten, während er dahinfuhr, siehe, da standen zwei Männer in weißer Kleidung bei ihnen. Apg 1:9‭-‬10

Auch die Wolke ist nicht unbedingt biologisch zu verstehen, sondern wie mit den 40 Tagen hat sie eine theologische Aussagekraft. Im alten Testament ist die Wolke stets Zeichen für die verhüllte aber unmittelbare Gegenwart Gottes. “Gott ist aufgefahren mit Jauchzen.” (Ps 47,6) Wir dagegen sind aufgerufen, auf der Erde zu bleiben und gleichzeitig zum Himmel emporzuschauen, unsere Aufmerksamkeit, unsere Gedanken und unser Herz auf das unaussprechliche Geheimnis der Gegenwart Gottes auszurichten, auf die wir seit unserer Erschaffung ausgerichtet sind. In ihr ist der endgültige Sinn unseres Lebens enthalten. So liegen wir nicht zerbrochen am Boden, sondern sind im Leben “Stehende”, wissend um das Geheimnis, dass der Herr dauernd im Kommen ist, dass wir uns von daher sicher und allem gewachsen wissen.

Die meisten Fehler kommen daher, dass wir uns nicht genug in der Gegenwart Gottes aufhalten. Franz von Sales


Was steht ihr hier und starrt nach oben? Apg 1:11

Die Himmelfahrt Jesu heißt nicht, dass er Abschied nimmt, sondern dass der Herr auf neue Weise unter uns lebt und jedem von uns nahe ist. Durch seine Himmelfahrt trat Jesus in eine Seinsweise ein, durch welche er auf ganz neue Art und Weise des “Für-uns-da-sein” eintritt. Nun thront er mit dem Vater in der Höhe und ist zeitgleich ganz bei uns. Seitdem kann jeder Mensch (!) an jedem Ort (!) und zu jeder Zeit (!) in eine Beziehung mit ihm treten: im herzerfüllten Gebet und im Empfang seines Leibes in der Gestalt des Brotes.

O Wunder, o Güte Gottes! Der mit dem Vater in der Höhe thront, wird gleichzeitig von allen in Händen gehalten und überläßt sich selbst allen, die ihn aufnehmen und umfangen wollen. Chrysostomus


Thomas von Aquin über die Himmelfahrt Christi

Die Himmelfahrt Christi war aus drei Gründen […] im Einklang mit der Vernunft: Erstens gebührte ihm der Himmel aufgrund seiner Natur. Denn es ist naturgemäß, dass jedes Wesen dorthin zurückkehrt, wo es seinen Ursprung hat. Nun hat Christus seinen Ursprung in Gott, der über allem steht. Jesus sagt nämlich zu seinen Aposteln (Joh 16,28): „Vom Vater bin ich ausgegangen und in die Welt gekommen; ich verlasse die Welt wieder und gehe zum Vater.“ […] Auch die Heiligen steigen zum Himmel auf, jedoch nicht auf die gleiche Weise wie Christus; Christus ist nämlich aus eigener Kraft in den Himmel aufgefahren, während die Heiligen als von Christus Emporgezogene hinauffahren. Deshalb sagen wir mit der Braut des Hoheliedes zu ihm (vgl. 1,4): „Zieh uns her hinter dir!“ Man kann auch sagen, dass niemand außer Christus in den Himmel aufsteigt. Christus ist nämlich das Haupt der Kirche, und die Heiligen steigen nur in den Himmel auf, weil sie seine Glieder sind. Zweitens musste der Himmel Jesus Christus seines Sieges wegen zuteilwerden. Christus wurde nämlich in die Welt gesandt, um gegen den Teufel zu kämpfen, und er ging siegreich aus dem Kampf hervor: „Ich habe gesiegt“, spricht Jesus, „und mich mit meinem Vater auf seinen Thron gesetzt“ (vgl. Offb 3,21). Schließlich hatte Christus seiner Demut wegen verdient, im Himmel zu sein: In der Tat gibt es keine Demut, die so tief wäre, wie die Demut Christi; denn da er Gott war, wollte er Mensch werden; da er Herr war, wollte er Sklavendasein annehmen, wurde gehorsam bis zum Tod (vgl. Phil 2,7–8) und stieg hinab bis in die Hölle: Also verdiente er es auch, bis zum Himmel, zum Thron Gottes, erhoben zu werden. Demut ist nämlich der Weg, der zur Erhöhung führt. Denn „wer sich selbst erniedrigt“, sagt der Herr (Lk 14,11), „wird erhöht werden.“ Und der hl. Paulus schreibt an die Epheser (4,10): „Derselbe, der herabstieg, ist auch hinaufgestiegen bis zum höchsten Himmel

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